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Tiit, Ene-Margit
In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Vollbeschäftigung als Problem in Estland
In Estland herrscht praktisch Vollbeschäftigung, immer mehr Branchen beklagen einen Mangel an Arbeitskräften und fordern verstärkte Zuwanderung. Ene-Margit Tiit ruft dagegen dazu auf, die vorhandenen Arbeitskräfte effektiver einzusetzen. "Arbeitskräftemangel ist bei uns kein neues Problem. Das gab es schon zu Sowjetzeiten, als die Effizienz gering war - und es wurde auf einfache Weise gelöst, denn Arbeitskräfte konnten aus anderen Sowjetrepubliken geholt werden. Die Masseneinwanderung war vor allem politisch gewollt, aber die Auswirkungen spüren wir bis heute... Heute wäre es sehr kurzsichtig, den Mangel wieder mit dem Import von Arbeitskräften lösen zu wollen, denn dies würde den sozialen Zusammenhalt und die Sicherheit der Gesellschaft überfordern... Vielmehr sollte Estland die Auswanderung von Arbeitskräften stoppen. Vorübergehende Auslandsaufenthalte von jungen Spezialisten mögen sinnvoll sein, aber die Massenflucht von Busfahrern, Krankenschwestern und Bauarbeitern, die im Ausland besser bezahlt werden, zeigt die Unfähigkeit der estnischen Wirtschafts- und Sozialpolitik."
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Estland und der Alkohol
In kaum einem europäischen Land ist die Lebenserwartung so niedrig wie in Estland. Grund ist der hohe Alkoholkonsum. Ene-Margit Tiit erinnert an die in ihren Augen erfolgreiche Prohibitionskampagne von Michail Gorbatschow in der Sowjetunion vor zwanzig Jahren. "Die damalige Kampagne hat gezeigt, dass die Beschränkungen beim Kauf tatsächlich zu einem Rückgang des Konsums führen – und abgesehen vom Anstieg des durchschnittlichen Lebensalters auf 66,6 Jahren hat sich auch die allgemeine Gesundheit verbessert... Aber der Kampf gegen den Alkohol ist sinnlos, wenn die öffentliche Meinung diesen nicht unterstützt, wenn es schick ist zu trinken und jede Begrenzung sofort als Angriff auf die persönlichen Freiheiten gesehen wird."
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