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Tismaneanu, Vladimir
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Rumänien braucht das Lustrationsgesetz
Ehemalige kommunistische Parteichefs und Funktionäre sollen in Rumänien künftig fünf Jahre lang keine hochrangigen politischen Ämter mehr begleiten dürfen. Das sieht ein Lustrationsgesetz vor, das für gewählte Amtsinhaber ab der kommenden Wahl 2012 gelten soll. Der Historiker Vladimir Tismăneanu begrüßt in der Tageszeitung Evenimentul Zilei die Regelung: "Während des Ceauşescu-Regime und später in der ersten Amtszeit von [Staatschef] Iliescu (1990 - 1996) war die Idee einer Teilung der Macht in Rumänien undenkbar. Sich auf ehrliche Art und Weise mit der kommunistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen, wurde als subversiver Akt bewertet. ... Es waren fundamentale Ziele des Iliescu-Regimes, die Wiederbelebung der Erinnerung zu verhindern, die Privilegien einer schmarotzerhaften Kaste zu konservieren und den Wunsch nach einer radikalen Veränderung hin zu einer echten Marktwirtschaft und eines funktionierenden pluralistischen Systems vollständig auszulöschen. ... Und sei es nur um ... die Begriffe von Scham und Schande wieder ins Vokabular einzuführen - das Lustrationsgesetz ist notwendig."
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Vladimir Tismaneanu über Konzentrationslager und Gulag
Beim Angelus-Gebet auf seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag vor einer Woche die Konzentrationslager der Nazis als "Symbol für die Hölle auf Erden" bezeichnet. Er hätte auch die sowjetischen Gulags erwähnen sollen, schreibt der Politikexperte Vladimir Tismaneanu in der Tageszeitung Evenimentul Zilei: "Am 23. August jährt sich zum 70. Mal die unheilvolle Umarmung von Bolschewismus und Nazismus, nämlich der Molotow-Ribbentrop-Pakt (in Wirklichkeit der Hitler-Stalin-Pakt). Es war keine vorübergehende, konjunkturelle Allianz, sondern eine tiefgreifende ... . Die Deklaration von Prag schlägt vor, diesen unglückseligen Tag zum 'Gedenktag an die Opfer des Stalinismus und Nazismus' zu erklären. ... Die Unterzeichnung der Prager Deklaration scheint mir eine notwendige Geste der Solidarität mit denjenigen, die unter den Repressionen litten. Gleichermaßen haben wir zwei Jahrzehnte nach der Revolution von 1989 nicht das Recht, zu vergessen, was diese beiden totalitären Diktaturen bedeutet haben, die Zwillingsbrüder des Genozids, Kommunismus und Faschismus. Das europäische Bewusstsein hat die Pflicht, sich mit den Erinnerungen der Lager, der Gefängnisse, der Massendeportationen ... auseinanderzusetzen und der Millionen Opfer dieser totalitären Experimente zu gedenken. ... Im Gulag hat man die Massen nicht technisch wie in [den KZs von] Auschwitz, Treblinka und Bergen-Belsen liquidiert, sondern durch Aushungern, durch physische Erschöpfung und durch die systematische Zerstörung der Widerstandskraft. Beide Systeme haben Hass erzeugt und basierten auf der Missachtung des Individuums und seiner Rechte."
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Vom Umgang mit Ex-Spitzeln
Die rumäniendeutsche Schriftstellerin Herta Müller hat vor Kurzem in einem offenen Schreiben kritisiert, dass das Rumänische Kulturinstitut (ICR) in Berlin rumänische Intellektuelle als Referenten einlade, die früher Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes Securitate waren. Der Politikwissenschaftler Vladimir Tismaneanu ruft zur Integration der Beschuldigten auf: "In keinem anderen Land Osteuropas ist es zu einer offensichtlichen Wiedergruppierung der Nomenklatura und einer derart heftigen Offensive gegen die Anhänger einer offenen Gesellschaft gekommen wie in Rumänien. Eine Lustration hätte dieses Problem gelöst. ... Da die Realität anders aussieht, müssen wir sehen, was wir mit den Ex-Informanten machen. ... Haben sie das moralische Recht, an den Einrichtungen der Gesellschaft teilzunehmen? ... Das ICR-Programm basiert auf den Spielregeln des akademischen Wettbewerbs und nicht auf einer politischen Biographie. Klar, eine Spitzel-Vergangenheit ist abscheulich für jeden, der ein bisschen Moral besitzt. Doch das ICR ist kein Moralgericht. Und Herta Müller hätte einen begrüßenswerten und therapeutischen Schritt machen können, indem sie die beiden Ex-Spitzel gefragt hätte, was sie wohl davon halten, ihre Position als kulturelle Autorität zu nutzen, um wieder in die erste Reihe des öffentlichen Lebens zurückzukehren."
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Die Öffnung der Geheimdienstakten in Rumänien
Mehr als 16 Jahre nach dem Fall des kommunistischen Regimes erhält die rumänische Öffentlichkeit Einblick in die Arbeit der berüchtigten Geheimpolizei Securitate. Die rund 1,3 Millionen Securitate-Akten werden schrittweise geöffnet. Vladimir Tismaneanu, Vorsitzender der im April 2006 von Präsident Traian Basescu ernannten Kommission zur Untersuchung der kommunistischen Diktatur in Rumänien und Politikprofessor an der US-Universität von Maryland, plädiert für eine konsequente Enttarnung der Mitarbeiter der Geheimpolizei: "Wir führen Krieg gegen die Amnesie - und das ist richtig so. Wenn jemand heute von einer Hexenjagd spricht, dann ist das ein völliges Missverständnis. 'Hexen' waren unschuldige Frauen, die man angeprangert, gequält und oft mit wahnsinnigen Ritualen ermordet hat. Geheimdienst-Informanten dagegen arbeiteten aktiv für das Böse... Es ist Zeit, die Akten von allen heutigen Machthabern und Politikern zu öffnen. Wir brauchen völlige Klarheit und die ganze Wahrheit. Das Lügennetz, mit dem wir heute zu tun haben, wird immer enger... In solch einer Atmosphäre von Unklarheit gedeihen der Populismus und andere demagogisch-autoritäre Versuchungen wunderbar."
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