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Ungváry, Krisztián
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Fidesz blockiert Stasi-Aufarbeitung
Ungarns rechtskonservatives Regierungsbündnis Fidesz-KDNP hat am 20. Februar einen Gesetzesvorschlag der oppositionellen grünen Partei LMP abgelehnt, die Akten des kommunistischen Staatssicherheitdiensts der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Historiker Krisztián Ungváry findet das auf dem Meinungsportal Komment verwerflich: "In den vergangenen zwanzig Jahren waren alle politischen Kräfte gleichermaßen dafür verantwortlich, dass die ungarische Gesellschaft heute mit Lügen leben muss und ihre Vergangenheit nicht kennenlernen darf. ... Es wirft große Bedenken auf, warum die Regierungsparteien sich gegen eine Offenlegung der Stasi-Akten sperren, während sie die Schaffung eines Gedenktags für die Opfer des Kommunismus gleichsam zu einer persönlichen Frage hochstilisieren. ... Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Regierungsparteien bei diesen sehenswerten antikommunistischen Gesten nicht von moralischen Erwägungen, sondern ausschließlich von aktuellen politischen Machtinteressen geleitet werden."
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Stasi-Vergangenheit von Wissenschaftlern
Entlarvte Stasi-Spitzel entschuldigen sich meist damit, sie seien zur Mitarbeit gezwungen wurden. Der Historiker Krisztian Ungvary zeigt am Beispiel renommierter Wissenschaftler, dass sie doch relativ große Spielräume hatten. Als die Historiker György Ranki, Ferenc Glatz und der Literaturwissenschaftler Mihaly Szegedy-Maszak die Mitarbeit mit der Stasi einfach ablehnten, habe das keine ernsten Konsequenzen für ihre Karriere gehabt. Dagegen bespitzelte der Historiker Karoly Vigh den berühmten Kollegen Domokos Kosary sogar freiwillig. "Die Archive verbergen zahlreiche Geschichten, die zeigen: Es gab nicht nur Verräter, sondern auch mutige Menschen in der Diktatur. Zahlreiche Spuren wurden der Nachwelt überliefert, die zeigen, wie die Kadar-Ära [Janos Kadar war von 1956 bis 1988 Parteichef der Kommunisten] funktionierte. Früher oder später kommen sie alle ans Tageslicht. Es liegt im Interesse der ungarischen Gesellschaft, dass die Täter und Opfer dieser Geschichten endlich bekannt werden."
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Die katholische Kirche und die Stasi
Vor einigen Wochen entlarvte der Historiker Krisztian Ungvary Bischof Paskai als ehemaligen Stasi-Spitzel und löste damit eine heftige Debatte aus. Er resümiert: "Zu Recht wurde immer wieder gefordert, nicht nur ehemalige Spitzel, sondern auch ihre Führungsoffiziere zu entlarven. Dem steht jedoch das Schweigen der betroffenen Bischöfe im Wege, die ihre Unterdrücker heute noch schützen... Nur sie könnten endlich diejenigen entlarven, die heute eine führende Rolle in Wirtschaft und Politik spielen… Allem Anschein zum Trotz ist das Kadar-Regime immer noch nicht zu Ende. Viele tragen die Last der Diktatur noch in sich und gehorchen weiterhin den Anordnungen, die ihnen damals aufgezwungen wurden. Sie könnten sich aus der Knechtschaft der Diktatur befreien, wenn sie ihre Geschichte erzählen würden... Eine ganze Reihe spektakulärer Fälle zeigt, dass die Gesellschaft ihnen zu verzeihen bereit ist."
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