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Vaes, Bénédicte
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Yves Leterme hat sich versungen
Der designierte Premierminister Belgiens Yves Leterme hat sich am 21. Juli, dem belgischen Nationalfeiertag, einen Fauxpas geleistet. Als ihn Journalisten baten, die belgische Nationalhymne anzustimmen, sang er die französische "Marseillaise". "Wohl kaum möglich, dass Sarkozy am 14. Juli 'God save the Queen' singt. Oder Angela [Merkel] aus Versehen 'Fratelli d'Italia'. So etwas passiert nur bei uns, in einem Land mit vielfältigen Grenzen und wechselnden Identitäten", kommentiert Bénédicte Vaes. "Das war kein Belgierwitz. Es steht zu befürchten, dass das Geschehene eine unterschwellige Botschaft an die Wallonier enthält. Dem Mann, der Flandern verkörpert, gelingt es nicht, sich als Vertreter des Bundesstaates Belgien zu sehen. An diesem 21. Juli hat sich der Herr aus Flandern zu einem Staatsbesuch ins Ausland begeben: ins Königreich Belgien."
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Virtueller Arbeiterkampf
In Brüssel fand am Samstag eine Demonstration zur Unterstützung der Arbeiter des VW-Werks in Brüssel-Forest statt. Etwa 4.000 Arbeiter dieser Niederlassung sind von der Entlassung bedroht. "Am Samstag wurden die VW-Arbeiter von all denjenigen wie Helden bejubelt, die ihnen ihre Solidarität zeigen wollten. Am Sonntag befanden sich bloß noch ein Dutzend Menschen am Streikposten ein", kommentiert Benedicte Vaes. "Es ist lange her, dass die Lütticher die Arbeit niederlegten - als Warnung an ihre Arbeitgeber, die dort lebten. Heutzutage vernichtet der multinationale Konzern Arbeitsplätze aus der Ferne – per Fernbedienung. Der Gegner hat kein Gesicht mehr. Der Kampf verlagert sich ins Virtuelle.... Die Politik gesteht ihre Unfähigkeit ein, die Wirtschaft so zu regulieren, wie das zu Zeiten des Nationalstaates möglich war. Europa, das die Führung übernommen hat, ist dem freien Wettbewerb vollkommen ausgesetzt... Das soziale Europa existiert nicht mehr. Es ist im Programm der Union nicht vorgesehen."
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Spaltet Volkswagen die Belegschaften?
Bénédicte Vaes kommentiert die Umstrukturierungspläne des deutschen Autoherstellers Volkswagen, die mehrere europäische Länder und insbesondere Belgien betreffen. "Die deutschen Metaller nehmen in Kauf, für das gleiche Geld länger zu arbeiten, dafür bekommen sie eine Beschäftigungsgarantie... - auf Kosten anderer Produktionsstätten. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass ein so verlockender Vorschlag von einem belgischen Unternehmen abgelehnt worden wäre. Das beweist, wie sehr das soziale Europa Schaumschlägerei ist, mehr Traum als Realität. Das heißt, es ist wider die Natur. Wie könnte es auch in der EU - mit ihrem Wirtschaftsliberalismus - anders sein? Die Union hat sich dem freien Wettbewerb verschrieben. Sie sozial zu gestalten, ist ein gewagtes Unterfangen. Manchmal gelingt es, entgegen nationaler Egoismen zarte Bande der Solidarität zu knüpfen... Der Fall Volkswagen wird zeigen, ob die ungezügelte Konkurrenz die Angestellten auf die Barrikaden treibt."
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Frankophone Belgier fühlen sich verunglimpft
Der flämische Ministerpräsident Yves Leterme hat der französischen Zeitung Libération am 17. August ein Interview gegeben und damit in Belgien für große Aufregung gesorgt. Benedicte Vaes empört sich über Letermes Aussagen. "Der Chef Flanderns vollführt als Seiltänzer einen Drahtseilakt zwischen Autonomie und Unabhängigkeit. Er schwört, kein Separatist zu sein, fügt aber leise hinzu: 'kurzfristig'. Doch mit dem Liberation-Interview hat der Flandern-Chef eine Grenze überschritten. Die französischsprachigen Belgier empfinden seinen Ton als arrogant und schikanös... Leterme behauptet, die französischsprachigen Belgier, die an der Grenze zum flämischen Teil leben, seien 'intellektuell nicht im Stande, das Flämische zu erlernen'. Diese Äußerung ist zweideutig und beleidigend. Verletzend ist sie für die zunehmende Zahl von Menschen, die Sprachkurse besuchen und ihre Kinder Sprachpraktika machen lassen. Es bereitet Leterme eine perverse Freude, diese Bemühungen, sich der anderen Gemeinschaft zu öffnen, lahm zu legen."
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