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Vantroyen, Jean-Claude
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Fotoverbot ist hochnäsig
Im Juni wird der bekannteste belgische Comic-Künstler Hergé ('Tim und Struppi') in seiner Heimatstadt Leuven ein Museum bekommen. Am Montag wurde das Museum Journalisten vorgestellt, die aber weder fotografieren noch filmen durften. In ihrem Leitartikel kritisiert die Tageszeitung Le Soir diese Entscheidung: "Das Interesse an Museen ist seit mehreren Jahren gewachsen. In einer Gesellschaft, in der keine klare Zukunftssicht mehr existiert, wird nach der Identität in der Vergangenheit und der Kunstproduktion gesucht, die unserer Gegenwart Bedeutung und Stolz verleihen. ... Und seit der Eröffnung des Guggenheim Museums in Bilbao im Jahr 1997 haben die Städte und Staaten bemerkt, dass das Museum kein überflüssiger Luxus war, sondern die Speerspitze einer touristischen beziehungsweise wirtschaftlichen Wiederbelebung. ... Beim Hergé-Museum, wo die Bildjournalisten verbannt wurden, denkt man, dass die Namen von Hergé und Tim ... ausreichen werden, um Massen internationaler Kulturtouristen anzulocken. Das ist eine hochnäsige Haltung. Schade."
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Der flämische Schriftsteller Hugo Claus ist tot
Der flämische Schriftsteller und Filmemacher Hugo Claus ist am Mittwoch im Alter von 78 Jahren gestorben. Jan Goossens, Leiter des Königlich-Flämischen Theaters KVS, erinnert im Gespräch mit Jean-Claude Vantroyen daran, dass dieser flämisch schreibende Autor nie angemessen geschätzt worden ist: "Er war ein Künstler, der aus Überzeugung alles wild mischte. Er liebte den Mix, alles, was miteinander verschmolz. Sein größter Feind war die Reinheit. In seiner literarischen Arbeit, aber auch als Mensch. Er ertrug das Nationalistische, Abgeschlossene, Monokulturelle nicht. Er hat diese Seite Flanderns von seinem ersten bis zu seinem letzten Tag verteidigt. In letzter Zeit wurde er dort gefeiert, aber die Flamen hatten immer eine verkrampfte und problematische Beziehung zu ihm. Heute ist er ein großer Mann für sie, aber das war nicht immer so."
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Wem gehören Belgiens Museen?
Die flämische Regionalregierung möchte die Wissenschafts- und Kulturpolitik regionalisieren. Jean-Claude Vantoyen kontert, die großen überregionalen Kulturinstitutionen funktionierten gut. "Die Flamen wollen die Verwaltung den [flämischen, französischen und deutschsprachigen] Kommunen übertragen - in Mitbestimmung. Sie behaupten, das würde besser funktionieren... Um so etwas gemeinsam zu managen, muss man sich verständigen können und einen gemeinsamen Rahmenplan haben, den man Kooperationsvertrag nennt. Aber seit 1980 die Kommunen in ihrer jetzigen Form entstanden sind, ist es ihnen noch nie gelungen, so einen Kooperationsvertrag zu schließen... Selbst wenn bei der Zusammenarbeit ein Wunder geschähe, wem gehörten dann die Gebäude, die Sammlungen, die Schätze? Man kann sich leicht den andauernden Streit vorstellen, der enorme Folgen hätte. Außerdem könnten die Flamen versucht sein zu sagen: 'Wer zahlt, der entscheidet'."
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Fördern Künstler interkulturellen Dialog?
Der französische Regissseur Radu Mihaileanu erklärt Jean-Claude Vantroyen, warum er sich 2008 als einer von sieben Botschaftern beim Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs engagiert. "Ich will durch ganz Europa reisen, um den Völkern ihren eigenen Reichtum, ihre Kultur und ihre Identität bewusst zu machen, ich will mich für fremde Kulturen und Identitäten einsetzen... Wir Botschafter sind Vermittler. Ich bin ein Vermittler und ein Künstler, weil ich Glück gehabt habe. Ich bin in Rumänien geboren, ich bin ein Franzose und gleichzeitig Jude, Europäer und ein universeller Mensch... Es ist gut, dass Europa Künstler zu Botschaftern macht und nicht die Bürokraten. Wir Künstler sind es gewohnt, mit Menschen zu arbeiten, wir hören ihnen zu, wir bringen sie zusammen und machen sie mit ihren jeweiligen Reichtümern bekannt."
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Europäische Online-Bibliothek
"Man könnte Patrick Lefèvre stundenlang zuhören. Der neue Direktor der Königlichen Belgischen Bibliothek ist ganz begeistert, wenn man mit ihm über die europäische Online-Bibliothek spricht, diese Waffe in der Gegenoffensive gegen die Ansprüche von Google, Microsoft und Yahoo, bei der das ganze Wissen auf ihre Weise digitalisiert werden soll", schreibt die Zeitung in einem Artikel, der sich mit dem belgischen Anteil an diesem europäischen Projekt befasst, das Ende 2006 starten soll. "Um glaubwürdig zu sein, müssen wir im Spitzenfeld der europäischen Bibliotheken sein", sagt Lefèvre. Aber die Zeitung bedauert, dass Belgien dazu nicht genug Mittel hat. "Das Budget ist nicht groß genug, um den enormen Anforderungen gerecht zu werden."
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