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Walther, Rudolf


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Der Freitag - Deutschland | 26.02.2009

Rudolf Walther über den Antimodernismus des Papstes

"Der Katholizismus leidet im Kern an Modernitätsdefiziten" schreibt Rudolf Walther in der linken Wochenzeitung Der Freitag. "Und das betrifft nicht das mediale Auftreten des Papstes [Benedikt XVI.] und der Kurie. Es geht um altes Denken und unerfüllte Versprechen. Entgegen dem 'Geist des Konzils' vertritt der Papst rigide den Vorrang der katholischen Kirche vor den anderen Religionen. Er beruft sich dabei auf die vermeintliche Einheit von Vernunft und Glauben und plädiert für eine Überlegenheit Roms dank der privilegierten Nähe des katholischen Glaubens zur Vernunft. Damit operiert er mit einem voraufklärerischen Begriff von Vernunft. Der Aufklärung ging es nicht um eine Verdammung oder Beschimpfung der Religion, sondern darum, eine Grenze zwischen Glauben und Wissen zu ziehen, also Wissen vor religiösen Übergriffen und den Glauben von rationalistischen Zumutungen zu schützen. ... Unter dem Druck von Befreiungstheologie, Frauenemanzipation und anderen modernen Bewegungen rückt [Joseph] Ratzinger dem Antimodernismus immer näher - und immer weiter ins Abseits."

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