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Weill, Claude
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Claude Weill über Ansprüche und Pflichten von NGOs
Claude Weill stellt fest, dass "seit einigen Jahren eine herrliche Revolution im Gang ist: die Geburt einer internationalen Zivilgesellschaft. Die Zeiten, in denen die Mächtigen die Angelegenheiten dieser Welt still und heimlich unter sich ausgemacht haben, sind vorbei. Sie müssen künftig mit jener couragierten, engagierten und wachsamen Internationale rechnen, aus der sich der Planet NGO (Non-governmental Organisation) zusammensetzt. Die Welt ist ein moderner Marktplatz auf CNN und im Internet. Diese Revolution bedeutet einen Fortschritt für die Demokratie. Doch wir müssen darauf achten, dass sie nicht zu einem Rückgang des globalen Engagements führt. Denn es reicht nicht, dagegen zu sein, weil man sich im Recht glaubt. Es reicht auch nicht, sich auf die Moral zu berufen, um Gutes zu tun... Falls die NGOs anstelle der Staaten handeln wollen, müssen sie auch bereit sein, Rechenschaft abzulegen."
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Claude Weill fürchtet Diskriminierung durch Gentests
Die französischen Abgeordneten haben einen Zusatz zum Immigrationsgesetz verabschiedet, das versuchsweise DNS-Tests bei Immigranten zulässt, die einen Antrag auf Familienzusammenführung stellen. Claude Weill erläutert: "In Frankreich sind Gentests nur auf Anordnung eines Richters erlaubt, wenn es zur Beweisführung eines Prozesses oder der Klärung der Vaterschaft dient. Die Gesetzesänderung hat also für die Ausländer eine diskriminierende Komponente, die laut einiger Juristen verfassungswidrig ist. Das Problem ist, dass die Kosten der Untersuchung (zu Lasten des Antragstellers) für viele ein echtes Hindernis darstellen. Das ist doppelte Diskriminierung... Man hat uns erklärt, dieses Verfahren werde nur mit Zustimmung des Antragstellers in die Wege geleitet. Was glauben Sie, welche Chancen auf ein Visum die Antragsteller haben, die sich weigern, sich einem solchen Test zu unterziehen?"
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Claude Weil gegen die Instrumentalisierung von Geschichte
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat angeordnet, den Abschiedsbrief des am 22. Oktober 1941 von den Deutschen hingerichteten kommunistischen Widerstandskämpfers Guy Môquet an seine Eltern in allen Gymnasien Frankreichs lesen zu lassen. Kommentator Claude Weil findet diesen Brief "zwar erschütternd, aber er trägt wenig zum Verständnis von Geschichte bei. Er sagt nichts über Môquets Engagement, nichts über seine Ideale als junger Kommunist, nichts über den historischen Kontext aus. Es leuchtet nicht ein, was diese Lektüre bei den Schülern von heute bewirken soll – außer einem kurzen emotionalen Schauder, ein kurzes patriotisches Gemeinschaftserlebnis, das rein gefühlsmäßig und völlig unhistorisch ist. Bedeutet das nicht, Geschichte zu instrumentalisieren?"
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Die Debatte über französische Identität
Nicolas Sarkozy, der Kandidat der Rechten bei den französischen Präsidentschaftswahlen, hat in Frankreich eine lebhafte Debatte ausgelöst, als er vorschlug, ein "Ministerium für Einwanderung und nationale Identität" zu schaffen. Für Claude Weill gibt es "keine klare Definition des 'Französisch-Seins'... In Frankreich ist die Bevölkerung und die Beziehung zum Rest der Welt ständig von der Geschichte verändert worden. Nationale Identität ist also stets in Bewegung, vielfältig und sehr relativ. Identität entsteht aus den Fragen an die Vergangenheit, sie ist Gegenstand der Reflexion von Philosophen und Bürgern und ein unerschöpfliches Thema für ideologische Konfrontationen. Aber keine Naturgegebenheit... Jeder kann die nationale Identität auf seine Weise ausfüllen, und das ist gut so. Sie gehört allen. Es steht keinem Minister - und übrigens auch keiner politischen Partei oder augenblicklichen Mehrheit - zu festzulegen, 'was Französisch-Sein bedeutet'."
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