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Wenzel, Uwe Justus


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 06.09.2007

Uwe Justus Wenzel über die Warnung der Chimären

Uwe Justus Wenzel glossiert die Nachricht, dass die zuständigen Behörden in Großbritannien die Herstellung hybrider Embryonen erlaubt haben. Er warnt davor, menschliches Erbmaterial in tierische Eizellen zu injizieren, damit neue Stammzellen entstehen, und verweist auf die Mythologie: "Auch die Chimäre, die hier naturgemäß als Auskunftsperson noch in Betracht zu ziehen ist, mahnt zur Vorsicht. Auch sie präsentiert sich als göttliche Strafe, genauer: als mittelbares Erzeugnis innergöttlicher Rachsucht. Die 'Chimaira' - ein dreiköpfiges Monstrum, teils Löwe, teils Ziege, teils Schlange - entsprang einem Inzest zwischen Typhon, einem riesenhaften Ungeheuer mit Drachen- und Schlangenköpfen, und Echidna, einem Scheusal, das laut Hesiod 'halb schönäugiges Mädchen, halb grausige Schlange' war. Beide aber waren Gaia entsprossen, die sich mit Tartaros, der dunklen Unterwelt, gepaart hatte, um andere ihrer zahlreichen Kinder, die Titanen und Giganten, zu rächen, die Zeus im Kampf um die Macht unterlegen waren. Die 'Chimaira' wurde schließlich von einem Enkel des Sisyphos, von Bellerophon, beseitigt. Es klingelt in den Ohren: Gaia, die irdische Urmutter, rächt sich! - Rührt sie sich auch in der Petrischale?"

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 29.11.2006

Uwe Justus Wenzel über Glaube und Vernunft

Der Feuilletonist Uwe Justus Wenzel denkt anlässlich des Papst-Besuches in der Türkei noch einmal über das Verhältnis von Glauben und Vernunft nach, das Benedikt XVI. in seiner umstrittenen Regensburger Vorlesung problematisiert hatte. "Ins Auge sticht aus einigem Abstand, dass Benedikt den Protestantismus derselben Verfehlung zeiht, die er - durch den Mund des byzantinischen Kaisers Manuel - den Anhängern Mohammeds vorhält: Religion und Vernunft auseinanderzureißen. Die Folge im einen, im islamischen Fall, so legt der Redetext nahe, sei das Schwert, mit dem der vermeintlich rechte Glaube verbreitet werde; im anderen Fall sei es der Subjektivismus des Gewissens, die 'Beliebigkeit' des individuellen Gottesverhältnisses, die dem Relativismus des modernen Lebens kaum noch etwas - jedenfalls keine 'gemeinschaftsbildende Kraft' mehr - entgegenzusetzen habe. Protestantismus und Islamismus als zwei Seiten derselben Medaille? Das wäre wohl eine Zuspitzung des Gedankens, aber es wäre noch derselbe Gedanke."

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