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Wielinski, Bartosz
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Normale deutsch-polnische Beziehungen
Aus Anlass des gestrigen Treffens der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Polens Premier Donald Tusk in Danzig zieht die linksliberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza eine überwiegend positive Bilanz der deutsch-polnischen Beziehungen. Vor einem Jahr sei unter dem damaligen Premier Jarosław Kaczyński die jetzige Normalität nicht möglich gewesen. "Aus dieser Perspektive ist die Tatsache, dass Tusk in einem halben Jahr die Beziehungen zu Berlin in einen normalen Zustand zurückholte, eine Leistung. Dabei kehrte er keine Probleme unter den Teppich. ... Es ist eine Utopie, zu planen, dass beide Länder bald aus dem Schatten der Geschichte treten und die Gesellschaften Stereotypen überwinden. Der polnische Premier und die deutsche Kanzlerin werden sich mit diesen Fragen noch öfter befassen müssen. Dazu braucht man aber keinen Durchbruch. Man muss nur die Normalität pflegen. Dank solch einer Zusammenarbeit wächst die Bedeutung Polens in der EU."
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Streit um Zentrum gegen Vertreibungen beigelegt
Nach neunjähriger Debatte wurde gestern der Streit zwischen Deutschland und Polen um das Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin offiziell beigelegt. Polen wird sich an der geplanten Dokumentationsstätte in Berlin formal nicht beteiligen, eine Mitarbeit polnischer Historiker wurde aber nicht ausgeschlossen. Bartosz T. Wieliński bleibt skeptisch: "Der gestrige Kompromiss... hat die Diskussion über einen Erinnerungsort für die Vertreibungen nicht beendet. Der Streit dauerte zu lange. Zu viele Politiker in Polen und in Deutschland hegen gegenseitige Animositäten, als dass die gestrigen Vereinbarungen sie zum Schweigen bringen könnten. Politiker der [polnischen Partei] PiS werden die Regierung weiterhin an den Pranger stellen wegen einer angeblichen Kapitulation vor Deutschland. Der deutsche Bund der Vertriebenen wird aufschreien, dass er und nicht die deutsche Regierung diktieren will, wie man an Deportationen erinnert."
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Skepsis über Berliner Vertriebenen-Ausstellung
Der Berliner Korrespondent Bartosz T. Wielinski ist von der Berliner Ausstellung über Vertreibung in Europa alles andere als überzeugt: "Die Ausstellung 'Erzwungene Wege' setzt ein Gleichheitszeichen zwischen dem Blutbad an Armeniern, den Konflikten in Ex-Jugoslawien und den Dramen des Zweiten Weltkrieges, sie bringt also Ereignisse auf einen Nenner, die nicht vergleichbar sind. [Ausstellungsinitiatorin] Erika Steinbach versichert, dass sie objektiv die Opfer von Vertreibungen zeigen wollte. An der Objektivität kann man aber Zweifel hegen, denn die grafische Komposition der Ausstellung – also die Reihe der die Geschichte beschreibenden Tafeln bestätigt einen nur in der Überzeugung, dass alle Vertriebenen im gleichen Maße Opfer waren, nur die Schuld von Nazi-Deutschland am Entfesseln des Zweiten Weltkrieges verschwindet irgendwo. Auch die richtigen Proportionen sind verloren gegangen, denn dem Zweiten Weltkrieg wurde nur minimal mehr Platz gewidmet als dem Zypern-Konflikt und dem Krieg in Ex-Jugoslawien."
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Merkel in Moskau - Europa und Russland
Mit Genugtuung stellt Berlin-Korrespondent Bartosz Wielinski das Ende der Ära Putin-Schröder fest und sieht darin eine Chance für Europa. "Angela Merkel spricht anders mit Putin. Sie spricht Tschetschenien offen an, obwohl es für Putin ein Tabuthema ist. Sie setzt sich für russische Nichtregierungsorganisationen ein, die die Rolle der Opposition einnehmen... Für ganz Europa ist dies ein Signal, dass man autoritären Praktiken öffentlich Widerstand leisten muss – der Missachtung von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit. Dank dieser Werte konnte die Vereinigung Europas gelingen. Wir müssen diese Werte verteidigen und dürfen sie nicht zur Handelsware verkommen lassen – im Falle Russlands im Tausch gegen Erdöl und Gas, im Falle Chinas im Tausch gegen dessen Wirtschaftsangebote."
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