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Wiesel, Elie


In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Le Monde - Frankreich | 21.05.2009

Antisemit als neuer Unesco-Generaldirektor?

Wegen seiner anti-israelischen Haltung kritisieren der Philosoph Bernard-Henri Lévy, der Filmregisseur Claude Lanzmann und der Nobelpreisträger Elie Wiesel in der Tageszeitung Le Monde die mögliche Ernennung des ägyptischen Kulturministers Faruk Hosni zum Unesco-Generaldirektor: "Wer hat im Jahr 1997 erklärt und danach in allen Tonarten wiederholt, dass er 'ein hartnäckiger Feind' jeglicher Versuche sei, die Verhältnisse zwischen seinem Land und Israel zu normalisieren? Wer antwortete 2008 einem alarmierten Abgeordneten des ägyptischen Parlaments, der besorgt war, dass israelische Bücher in die Bibliothek von Alexandria überführt werden könnten: 'Lass uns diese Bücher abfackeln'? ... Noch schlimmer: Die von uns angeführten Sätze sind nur einige - und nicht die ekelerregendsten - unter unzähligen ähnlichen Erklärungen, die die Karriere von Faruk Hosni seit etwa fünfzehn Jahren begleiten. ... Es ist offensichtlich: Faruk Hosni verdient die Position [des Unesco-Chefs] nicht. Er ist das Gegenteil eines Mannes des Frieden, des Dialogs und der Kultur. Er ist ein gefährlicher Mann, ein Brandstifter der Herzen und Gemüter."

Corriere della Sera - Italien | 19.06.2007

Elie Wiesel gegen Hafterleichterung für Kriegsverbrecher

Der Schriftsteller Elie Wiesel beschäftigt sich im Interview mit Alessandra Farkas mit den Gefängnisstrafen für Naziverbrecher. Die italienische Justiz hat dem ehemaligen deutschen SS-Angehörigen Erich Priebke (93), der 1998 zu lebenslänglichem Hausarrest verurteilt wurde, Freigang gewährt. Gegen diese Hafterleichterung haben jüdische Organisationen und ehemalige Widerstandskämpfer protestiert. "Die Kriegsverbrecher, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, sollten bis zum Ende ihres Lebens hinter Gittern bleiben. Den Holocaust zu vergessen ist ein Verbrechen, und Verbrechen gegen die Erinnerung können verheerende Folgen haben. Ich bin selbst in diesen Fällen gegen die Todesstrafe, aber ich befürworte auch keinen Nachlass der Strafe... Den jungen wütenden Juden möchte ich sagen, dass ich ihren Schmerz und ihren Zorn verstehe und teile."

Le Point - Frankreich | 25.04.2006

Elie Wiesel über den Wahnsinn

Der Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel spricht mit Francois Dufay über den menschlichen Wahnsinn. "Zu allen Zeiten haben verschiedene Strömungen des Wahnsinns die Geschichte gestreift: Die Kreuzzüge waren der reine Wahnsinn, die Inquisition auch... Und im 20. Jahrhundert?... Nach meiner Rückkehr aus den Konzentrationslagern 1945 bin ich paradoxerweise Optimist geworden. Ich habe ernsthaft geglaubt, dass Antisemitismus und Rassismus der Vergangenheit angehören. Und dann gab es Ruanda und Bosnien... Am 31. Dezember 1999 war ich noch davon überzeugt, dass das 21. Jahrhundert besser werden würde, dass wir uns von einem verfluchten Jahrhundert verabschieden. Doch seitdem gab es Darfur, den Irak, Afghanistan, wiederauflebenden Hass und an Boden gewinnenden Antisemitismus. Ist das ein Überrest vom Wahnsinn des 20. Jahrhunderts? In der Psychiatrie spricht man von Latenz, wenn es einer Generation bedarf, damit die Folgen einer Ursache sichtbar werden."

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