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Winkler, Heinrich August
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Heinrich August Winkler über die Ängste der Osteuropäer
Adam Krzeminski befragt in der Gazeta Wyborcza den deutschen Historiker Heinrich August Winkler, der sich unter anderem zu den Ängsten der Osteuropäer äußert: "Wichtiger als nationalistische Ressentiments einiger polnischer Politiker scheint mir die Angst vor dem Verlust eines Teils der von Polen gerade wiedergewonnenen Souveränität zugunsten einer EU zu sein, die ein supranationaler Verbund von Staaten ist, die ihre Souveränität zum Teil gemeinsam, zum Teil sogar über supranationale Institutionen ausüben. Diese Ängste gibt es auch in anderen neuen Mitgliedstaaten der EU. Und die Altmitglieder sollten sehr behutsam mit diesen Ängsten umgehen. Deswegen finde ich auch, dass der Begriff 'europäische Verfassung' nicht wirklich durchdacht war. Er musste Widerstände nicht nur in Polen oder Großbritannien hervorrufen. Wenn man die für das Funktionieren der EU notwendigen institutionellen Reformen durchführen will, darf man solche Ängste nicht provozieren."
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50 Jahre Römische Verträge
"Anlass zur Selbstzufriedenheit hat die EU aber nicht", stellt der Historiker Heinrich August Winkler fest. "Europa und der Westen haben immer wieder gegen die Werte verstoßen, zu denen sie sich bekennen. Europa hat nicht nur hohe Kulturwerte hervorgebracht, sondern auch Nationalismus, Rassismus, Kolonialismus und Imperialismus. Es hat sich über Jahrhunderte hinweg in Kriegen zerfleischt, die uns im Rückblick als Bruderkriege erscheinen. Europäische und westliche Selbstkritik müssen deshalb ein fester Bestandteil der Erinnerung an das gemeinsame Erbe sein. Aus gutem Grund stand denn auch am Beginn der westeuropäischen Einigungsbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg die Absicht, Europa künftig vor selbstzerstörerischen Katastrophen wie der zuletzt erlebten zu bewahren."
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Europas Überdehnung
Der Historiker Heinrich August Winkler erklärt in einem Grundsatzbeitrag, warum die Europäische Union eine Wertegemeinschaft bleiben muss, die der politischen Kultur des Westens verpflichtet ist - und die die Türkei nicht aufnehmen sollte: "Die EU tritt in die Phase der Überdehnung ein, wenn sie große Gebiete umfasst, die sich der politischen Kultur des Westens noch nicht geöffnet haben und in denen es keine Ansätze für ein europäisches 'Wir-Gefühl' gibt. Ein 'Wir-Gefühl', das von Lappland bis Kurdistan reicht, ist einstweilen schwer vorstellbar. Es gibt viele Großmächte, die an Überdehnung zugrunde gegangen sind. Aber die Geschichte kennt kein Beispiel, dass eine Großmacht durch Überdehnung entstanden ist."
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