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Wolf, Laurent
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Anselm Kiefer als Welten-Häcksler
Das Pariser Museum Grand Palais will ein alljährliches Treffen moderner Kunst mit dem Titel "Monumenta" initiieren und hat dazu den deutschen Künstler Anselm Kiefer eingeladen. Laurent Wolf schreibt über Kiefers Werk: "Er ist in einem Deutschland aufgewachsen, das von nichts wissen wollte. Ein Deutschland mit entwertetem Gedächtnis. Es hat viele Jahre gedauert, bis es sich wieder erinnern konnte... Anselm Kiefer hat die deutsche Kultur nie geleugnet. Er hat sich in sie hineinbegeben - so sehr, dass man ihm manchmal zu Unrecht vorgeworfen hat, er mache sich zu ihrem Komplizen. So ist es nicht erstaunlich, dass es in seiner künstlerischen Welt vor Ruinen nur so wimmelt... Er malt riesige Leinwände voll, auf denen man aufgerissene Erde, zertrümmerte Steine und die Reste hitziger und starrsinniger Arbeit sieht. Gemälde? Nicht wirklich. Denn seine Arbeiten auf Leinwand sind mit Erde gemacht, seine Pflanzen wurden auf Feldern geerntet. Anselm Kiefer ist ein Welten-Häcksler. Man könnte fast meinen, er arbeite an einer Ästhetik der Zerstörung, wenn es da unter den toten Steinen nicht das fruchtbare Korn einer im Entstehen begriffenen Welt gäbe."
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Künstlerischer Konsens auf der Art Basel
Laurent Wolf zieht eine Bilanz der Kunstmesse Art Basel, die gestern zu Ende gegangen ist. "So viel Malerei hat es seit 20 Jahren nicht mehr gegeben. Und noch nie war das Verhältnis der Malerei zu den anderen Ausdrucksformen so klar und so friedlich. Man entdeckt überall dieselben Themen, man bedient sich derselben Motive: die Explosion der Städte, die Gewalt in den Vororten, die Natur und ihre Zerstörung, das Begehren, der Körper... Es ist, als wäre es wieder möglich, ein Motiv oder ein Werk über das Experimentieren zu stellen - entweder, weil die Künstler die neuen Techniken gut beherrschen, oder weil es die Weiterentwicklung der neuen Techniken leichter gemacht hat, sie einzusetzen. Der Versöhnung der Ausdrucksmittel entspricht eine politische und ideologische Kehrtwende... Offenbar geht es, in der Kunst wie anderswo, nicht mehr darum, die Welt zu verändern, sondern sie so zu sehen, wie sie ist. Es geht darum, die Welt zu interpretieren - manchmal mit einem Anflug von Revolte oder von Panik, oft aber sogar mit Melancholie. Die Kunst ist vollkommen konsensfähig geworden, sie hat aufgehört, aggressiv zu sein."
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Empörung über Idomeneo-Absetzung in Berlin
Laurent Wolf zieht eine Parallele zwischen der Affäre um die Absetzung des "Idomeneo" und der Situation des deutsch-syrischen Islamexperten Bassam Tibi. Tibi hat seine Integration in Europa als unmöglich bezeichnet und angekündigt, in die USA auszuwandern. "Die Selbstzensur eines Kunstwerkes und die Abscheu, die Bassam Tibi zur Auswanderung bewegt, haben etwas gemeinsam. Einerseits die Angst, die Vorwegnahme einer möglichen Reaktion, über deren Legitimität schon gar nicht mehr gestritten wird, sondern die sich durch ihre schädliche Macht einfach aufdrängt - man kritisiert doch keine Religion und schon gar nicht diese, oder? Auf der anderen Seite die Unmöglichkeit, mit Würde betrachtet und behandelt zu werden, das heißt als das, was man ist - denn Bassam Tibi und die meisten Muslime sagen und tun nichts, was den Argwohn rechtfertigen würde, der sie ausgesetzt sind."
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Französische Künstler-Szene
Der Schweizer Marc-Olivier Wahler übernimmt die Leitung des Palais de Tokyo in Paris, des größten französischen Museums für moderne Kunst. Im Gespräch äußert er sich zum angeblichen Niedergang der Kunst in Frankreich. "Das sagen die Franzosen. Wenn es ein Problem gibt, dann mit der künstlerischen Szene und damit, wie Kunst in Frankreich funktioniert. Viele französische Künstler machen bemerkenswerte Arbeit. Wir sind auf einem guten Weg. Manche sind bereit, bestimmte Errungenschaften aufzugeben. Sie sind bereit ins Ausland zu gehen und sich auf der internationalen Bühne zu bewähren. Ein untrügliches Zeichen ist, dass immer mehr von ihnen Englisch sprechen."
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Fiktion und Wirklichkeit in Spielbergs "München"
"Geht Unterhaltung vor Information?", fragt der Journalist Laurent Wolf anlässlich des Kinostarts von Steven Spielbergs Film "München", bei dem es um die blutige Geiselnahme während der Olympischen Spiele 1972 geht. "Bis wohin ist Interpretation erlaubt?... Für Spielberg besitzt Fiktion auch immer einen wahren Anteil, denn es ist unmöglich, die Welt zu zeigen, ohne einen Standpunkt zu beziehen... Es ist nichts verurteilenswert an den Freiheiten, die sich der Regisseur von 'München' herausnimmt, denn er tut nicht so, als sei er objektiv. Wenn im Gegenzug bei journalistischer Arbeit die Fiktion hinein spielt, muss man davon ausgehen, dass die Wirkung der Botschaft wichtiger ist als ihr Inhalt. Das stellt unser Gefühl von Realität in Frage. Das macht uns zu faszinierten Zuschauern von Nachrichten. Die aber nehmen für sich die selbe Freiheit in Anspruch wie die Kunst."
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