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Wolf, Martin
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Martin Wolfs Lob auf den Liberalismus in der EU
Der Wirtschaftsjournalist Martin Wolf preist den Liberalismus als etwas, das Europa zusammenhält. "Der großartige Erfolg der EU ist es, den kooperierenden 'Service-Staat' geschaffen zu haben. Ein solcher Staat sieht seinen Zweck darin, den Bürgern zu dienen, und nicht sie zu dominieren. Er kooperiert mit anderen Staaten statt ihnen etwas vorzuschreiben. Das Geniale an den EU-Gründern war ihre Erkenntnis, dass eine gesetzlich geregelte Marktwirtschaft das Mittel zu diesem Ziel ist... Das waren liberale Ideen (im traditionellen europäischen Sinne, nicht im seltsamen amerikanischen Verständnis)... Die größten Erfolge der EU waren Erfolge des Liberalismus: Die Zollunion, die Wettbewerbspolitik, der Binnenmarkt, die Abschaffung der Wechselkurskontrollen und die Schaffung einer Einheitswährung, geregelt von einer unabhängigen Zentralbank. Der Wirtschaftsliberalismus ist aber nicht der einzige liberale Gedanke, der in der EU enthalten ist. Dazu zählt auch ihre repräsentative Demokratie. Die EU hat die europäischen Länder aneinander gebunden - die bisher erfolgreichste Anstrengung einer normgeleiteten Zusammenarbeit unter Staaten."
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Integration von Immigranten
Michael Wolf hat nichts gegen gering qualifizierte Einwanderer in Europa, fragt aber nach den wirtschaftlichen Folgen: "Mit weniger Einwanderern würde die Wirtschaft langsamer wachsen. Aber die Frage für die Bürger der einzelnen Länder ist nicht, ob die Neuankömmlinge die Wirtschaft ankurbeln, sondern ob sie ihr eigenes Einkommen in die Höhe treiben... Die Öffnung des Welthandels begrenzt die Möglichkeiten für die Herstellung arbeitsintensiver Güter und Dienstleistungen in reichen Ländern. Gering qualifizierte Einheimische müssen sich in anderen Sektoren Arbeit suchen. Wenn gering qualifizierte Immigranten die Löhne auch dort nach unten drücken, dann entsteht unausweichlich eine Klasse von Benachteiligten. Darf das sein? Das hängt davon ab, ob man glaubt, dass extreme Ungleichheit mit einer funktionierenden Demokratie vereinbar ist."
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Kritik am europäischen Sozialmodell
Martin Wolf weist darauf hin, dass die Mängel der europäischen Wohlfahrtsstaaten größer sind als ihr Nutzen. "Für die Europäer ist die Zeit gekommen, über das Undenkbare nachzudenken: Kann ihr vielgerühmtes Sozialmodell überleben? Der europäische Sozialstaat ist wie eine Mutter: er beschützt, aber er schränkt auch ein. Seine hohen Steuern und Sozialabgaben halten alle davon ab, zu erfolgreich zu sein. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass es niemandem allzu schlecht geht. Seine Leistungen sind für alle da, dafür sind sie aber mittelmäßig und unflexibel... Trotz ihrer viel diskutierten Unzulänglichkeiten hat sich die Marktwirtschaft nach dem Prinzip 'probieren, Fehler machen, wieder probieren' als effektiver erwiesen als die sowjetische Planwirtschaft, weil die Marktwirtschaft kreativer und flexibler ist. Obwohl die europäische soziale Demokratie das weitaus kleinere Übel ist, scheint sie auf Dauer zunehmend unpraktikabel."
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