Neue Spannungen im Gaza-Konflikt
Nach dem israelischen Angriff auf einen Hilfskonvoi für Gaza im Juni haben die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel einen Tiefstand erreicht. Wie Europas Presse sich mit den Folgen des Angriffs wochenlang beschäftigte, erfahren Sie hier. [letzter Beitrag vom 17.8.2010]

Eleftherotypia - Griechenland | Dienstag, 17. August 2010
Als erster israelischer Ministerpräsident ist Benjamin Netanjahu am Montag nach Griechenland gereist. Die linke Tageszeitung Eleftherotypia analysiert die Annäherung beider Länder und warnt vor möglichen Gefahren: » mehr
Als erster israelischer Ministerpräsident ist Benjamin Netanjahu am Montag nach Griechenland gereist. Die linke Tageszeitung Eleftherotypia analysiert die Annäherung beider Länder und warnt vor möglichen Gefahren: "Dieser plötzliche (?) Flirt zwischen den zwei Regierungen ist auf den Bruch in der türkisch-israelischen Achse zurückzuführen. Israel braucht die guten Beziehungen zu Griechenland, da es zurzeit keine anderen freundlich gesinnten Länder um sich hat. ... Die Kooperation Griechenlands mit Israel ... könnte im wirtschaftlichen Sektor (Tourismus und so weiter) enger werden. Aber auch die mögliche Erweiterung der Zusammenarbeit auf andere sensiblere Bereiche gewinnt an Bedeutung. ... Die gemeinsamen militärischen Flugübungen, die wegen des israelischen Angriffs auf die nach Gaza fahrenden Schiffe eingestellt wurden, werden höchstwahrscheinlich im September erneut beginnen. ... Griechenland muss aufpassen, dass bei den Entscheidungen in erster Linie nationale Interessen bedient werden und das Land nicht für die Bestrebungen anderer benutzt wird."
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La Vanguardia - Spanien | Dienstag, 10. August 2010
In Israel hat eine international zusammengesetzte Uno-Untersuchungskommission begonnen, die Hintergründe des Angriffs auf den Hilfskonvoi für Gaza im Mai dieses Jahres aufzuklären. Allerdings hat Israel angekündigt, die Kommission zu boykottieren, falls Soldaten befragt werden. Die liberale Tageszeitung La Vanguardia lobt die Kommission: » mehr
In Israel hat eine international zusammengesetzte Uno-Untersuchungskommission begonnen, die Hintergründe des Angriffs auf den Hilfskonvoi für Gaza im Mai dieses Jahres aufzuklären. Allerdings hat Israel angekündigt, die Kommission zu boykottieren, falls Soldaten befragt werden. Die liberale Tageszeitung La Vanguardia lobt die Kommission: "Die Befugnisse dieser Kommission sind zwar begrenzt, weil sie nicht die Aufgabe hat, Politiker oder Soldaten zur Verantwortung zu ziehen, sondern die Tatsachen aufzuklären. Aber es ist der Anfang einer Serie von Handlungen, die dazu dienen werden, zumindest ethisch und moralisch die übertriebene und gewalttätige Aggression des israelischen Heeres zu bewerten, das in internationalen Gewässern gegen eine Gruppe von Schiffen vorgegangen ist, auf dem sich propalästinensische Sympathisanten mit humanitärem Hilfsmaterial befanden, die über internationale Gewässer die eiserne Isolation durchbrechen wollten, unter der der Gazastreifen leidet."
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taz - Deutschland | Mittwoch, 4. August 2010
Nach wochenlangem Widerstand hat Israel einer UN-Untersuchung des Angriffs auf eine Gaza-Hilfsflotte zugestimmt. Eine gute Entscheidung, meint die linke tageszeitung, die aber unter Druck zustande kam: » mehr
Nach wochenlangem Widerstand hat Israel einer UN-Untersuchung des Angriffs auf eine Gaza-Hilfsflotte zugestimmt. Eine gute Entscheidung, meint die linke tageszeitung, die aber unter Druck zustande kam: "Die internationale Isolation, der Druck des Weißen Hauses und die Furcht vor einem erneuten imageschädigenden Bericht. ... Der Goldstone-Report nach dem Gazakrieg war verheerend für das Ansehen des Staates. Über Kriegsverbrechen und gar Verbrechen gegen die Menschlichkeit berichtete das von der UN eingesetzte Team. Ein Zutun Israels bei der Untersuchung hätte den Schaden mildern können. Ihn ganz abzuwenden war von vornherein aussichtslos, denn es sind Verbrechen begangen worden. Auch die UN-Kommission, die untersucht, wie es zur Tötung der neun propalästinensischen Aktivisten gekommen ist, wird Israel nicht reinwaschen. ... Zu der UN-Kommission soll ein Israeli und ein Türke gehören. Seite an Seite demonstrieren die beiden Staaten guten Willen, die Fehler zu finden und daraus zu lernen."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Dienstag, 6. Juli 2010
Die Türkei droht Israel mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen, sollte Israel eine Entschuldigung für den Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte und die Zustimmung zu einer internationalen Untersuchungskommission verweigern. Die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore kritisiert die türkische Haltung: » mehr
Die Türkei droht Israel mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen, sollte Israel eine Entschuldigung für den Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte und die Zustimmung zu einer internationalen Untersuchungskommission verweigern. Die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore kritisiert die türkische Haltung: "Beide Seiten haben sich für die harte Linie entschieden und eröffnen damit beunruhigende Szenarien für die Beilegung von Konflikten in der Region, von Palästina bis Syrien, vom Libanon über den Irak bis hin zur iranischen Nuklearkrise. … Der Abbruch diplomatischer Beziehungen bedeutet die Aufkündigung der Militärabkommen von 1996, die entscheidend waren für die technologische Erneuerung der türkischen Arsenale und für die Lösung regionaler Konflikte, ganz abgesehen von der wichtigen Rolle, die der Informationsaustausch in der Krise zwischen der Türkei und Syrien der 1990er Jahre gespielt hat. Doch leidet die Türkei heute an einem neuen Syndrom: Israel ist zum Feind geworden, der eben auf Grund seiner tiefen Kenntnisse des Verteidigungsapparats die Sicherheit der Nation gefährden kann."
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Berlingske - Dänemark | Freitag, 18. Juni 2010
Israel hat beschlossen, die Blockade des Gazastreifens zu lockern. Ein notwendiger Schritt, meint die Tageszeitung Berlingske Tidende und mahnt, den Druck auf die Führung der radikalislamischen Hamas beizubehalten: » mehr
Israel hat beschlossen, die Blockade des Gazastreifens zu lockern. Ein notwendiger Schritt, meint die Tageszeitung Berlingske Tidende und mahnt, den Druck auf die Führung der radikalislamischen Hamas beizubehalten: "Die Hamas will Israels Existenzrecht nicht anerkennen und ihre Verbindungen zu anderen Terrororganisationen sind wohlbekannt. Zu ihren Freunden gehört die Hisbollah im Libanon und darüber schwebt das iranische Regime, das alles tun will, um Israel vom Erdboden zu tilgen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass Israel und die palästinensischen Behörden im Westjordanland den Friedensdialog fortsetzen. Das ist die einzige Chance, einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Und die einzige Chance sicherzustellen, dass die Hamas in einem künftigen Palästina lediglich eine Fußnote der allzu blutigen palästinensischen Geschichte bleibt."
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Jyllands-Posten - Dänemark | Montag, 14. Juni 2010
Die Türkei hat neue UN-Sanktionen gegen den Iran stark kritisiert und den israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte scharf verurteilt. Das sind deutliche Anzeichen für eine Neuausrichtung Ankaras, schreibt die Tageszeitung Jyllands-Posten: » mehr
Die Türkei hat neue UN-Sanktionen gegen den Iran stark kritisiert und den israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte scharf verurteilt. Das sind deutliche Anzeichen für eine Neuausrichtung Ankaras, schreibt die Tageszeitung Jyllands-Posten: "Eine stetig erstarkende Türkei mit Kurs auf regionale Vorherrschaft und mit guten Verbindungen zu ihren islamischen Nachbarländern ist nicht nur ein Schlüssel zum Nahen Osten, sondern auch ein wichtiger Alliierter für die USA, die den Hauptteil des Nachschubs für ihre Truppen im Irak über die Türkei transportieren. Ein neuer Naher Osten und ein israelischer Alptraum sind im Entstehen, und mit gutem Grund fürchtet Israel die russisch gestützte Konstellation Türkei - Syrien - Iran, die beginnt Form anzunehmen und die droht, Israel zu isolieren. Die USA, Europa und Israel müssen einsehen, dass gegenüber der Türkei eine neue Strategie vonnöten ist. Ansonsten werden sie zu Verlierern in der Arena, die sich nunmehr von Ankara bis nach Kabul erstreckt."
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Trouw - Niederlande | Freitag, 11. Juni 2010
Der Konflikt um den israelischen Angriff auf den Hilfsgüterkonvoi für Gaza zeigt die neuen Machtverhältnisse im Nahen Osten. Israel verlässt sich nur auf den Verbündeten USA und begeht damit einen Fehler, meint der Experte für Internationale Politik, Rob de Wijk, in der Tageszeitung Trouw: » mehr
Der Konflikt um den israelischen Angriff auf den Hilfsgüterkonvoi für Gaza zeigt die neuen Machtverhältnisse im Nahen Osten. Israel verlässt sich nur auf den Verbündeten USA und begeht damit einen Fehler, meint der Experte für Internationale Politik, Rob de Wijk, in der Tageszeitung Trouw: "Damit stellt sich das Land außerhalb der internationalen Ordnung. Israel gehört immer mehr zu den Parias dieser Welt und platziert sich selbst in die Kategorie von Nordkorea. ... Israels Haltung ist unhaltbar. Denn sie geht an den großen internationalen Veränderungen vorbei. ... Die Karten im Nahen Osten werden neu gemischt. Die USA bleiben als Akteur erhalten, aber sie müssen ihre Macht mit Ländern teilen, die andere Prioritäten setzen. Die Türkei und Russland ergreifen die Initiative und wollen einen Frieden, der nicht zulasten des Irans gehen darf. Der US-amerikanische Machtverlust kann für Israel zum existentiellen Problem werden. Denn für die Türkei und Russland steht das Wohlergehen des jüdischen Volkes nicht an erster Stelle."
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Irish Independent - Irland | Dienstag, 8. Juni 2010
In Irland häufen sich Proteste und Demonstrationen gegen Israel und dessen Blockade des Gazastreifens. Doch bei allem Mitleid für die Palästinenser darf man die Kollektivschuld gegenüber den Juden nicht vergessen, mahnt die liberale Tageszeitung Irish Independent: » mehr
In Irland häufen sich Proteste und Demonstrationen gegen Israel und dessen Blockade des Gazastreifens. Doch bei allem Mitleid für die Palästinenser darf man die Kollektivschuld gegenüber den Juden nicht vergessen, mahnt die liberale Tageszeitung Irish Independent: "Als das jüdische Volk in Gefahr war, total ausgelöscht und in Europa komplett vernichtet zu werden, rührte Irland … nicht einen Finger, um ihm zu helfen. Wenn also die Iren den Palästinensern eine helfende Hand reichen, sollten sie sich nicht auch besinnen, wie sie ihrerseits versagten, den Juden zu helfen, als sie dringend Hilfe brauchten? Denn der Charakter Israels - dieser berühmte Ruf diamantener Härte der in Israel geborenen Menschen - ist die direkte Folge des jüdischen Diaspora-Erlebnisses. ... Israel macht es seinen Freunden nicht leicht. Aber wir sollten verstehen, warum es ist, wie es ist. Natürlich ist Mitleid für die Palästinenser nur gerecht. Doch schulden wir auch den Juden eine historische Verbindlichkeit."
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Berlingske - Dänemark | Montag, 7. Juni 2010
Der Angriff Israels gegen den Schiffskonvoi für Gaza hat laut der konservativen Tageszeitung Berlingske Tidende dazu geführt, dass in der Türkei islamistische Kräfte zunehmend Gehör finden: » mehr
Der Angriff Israels gegen den Schiffskonvoi für Gaza hat laut der konservativen Tageszeitung Berlingske Tidende dazu geführt, dass in der Türkei islamistische Kräfte zunehmend Gehör finden: "Wenn [Premierminister Recep Tayyip] Erdoğan vorhat, bis zu den Wahlen im nächsten Jahr die islamistische Karte zu spielen, bekommt die Türkei einen politischen Wahlkampf, der entscheidend für die Zukunft des Landes als Bindeglied zwischen dem Westen und dem Nahen Osten wird. Die Türkei hat vorbildlich reagiert, indem sie den Botschafter heimberufen und eine Reihe von Kooperationsabkommen mit Israel eingefroren hat. Aber diese mehr oder weniger normalen Maßnahmen, derer sich Staaten in solchen Krisen bedienen, und die alle nachvollziehen können, wurden von einer beinharten Rhetorik begleitet, die keinen Zweifel daran lässt, dass Erdoğan nicht nur auf Seiten der Palästinenser steht, sondern auch Partei für die weitaus radikaleren Palästinenser ergreift."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 7. Juni 2010
Die Autopsie der Opfer des israelischen Militärangriffs auf ein Hilfsschiff hat in der Türkei erneut für Empörung gesorgt. Demnach starben neun Menschen durch 30 Schüsse. Die linksliberale Süddeutsche Zeitung warnt, dass die Türkei nicht zu lange auf der Welle der nationalistischen Empörung reiten darf, wenn sie ihre Rolle als Beobachter und Vermittler nicht verlieren will: » mehr
Die Autopsie der Opfer des israelischen Militärangriffs auf ein Hilfsschiff hat in der Türkei erneut für Empörung gesorgt. Demnach starben neun Menschen durch 30 Schüsse. Die linksliberale Süddeutsche Zeitung warnt, dass die Türkei nicht zu lange auf der Welle der nationalistischen Empörung reiten darf, wenn sie ihre Rolle als Beobachter und Vermittler nicht verlieren will: "Was die Türkei bislang so wertvoll machte, auch für die Vereinigten Staaten, auch für die Europäische Union, war die Tatsache, dass sie eben nicht Partei war. Dass sie Kontakt hatte zu Palästinensern wie Israelis. ... Nun könnte die Türkei sich umgekehrt beweisen. Wenn durch die traurigen Ereignisse der letzten Woche das Prestige der Türkei unter den Palästinensern tatsächlich gewachsen ist - dann sollte die Türkei ihren Einfluss nun nutzen, der Hamas endlich die Zugeständnisse abzuringen, die Israel zu Recht verlangt: eine Anerkennung seines Existenzrechts, ein Ende der Raketenangriffe."
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The Irish Times - Irland | Montag, 7. Juni 2010
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hat in der vergangenen Woche den israelischen Angriff auf das Hilfsschiff für Gaza scharf verurteilt. Erdoğans Kritik ist kein Ausdruck von Antisemitismus, sondern eines neuen türkischen Selbstbewusstseins, meint die Tageszeitung The Irish Times: » mehr
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hat in der vergangenen Woche den israelischen Angriff auf das Hilfsschiff für Gaza scharf verurteilt. Erdoğans Kritik ist kein Ausdruck von Antisemitismus, sondern eines neuen türkischen Selbstbewusstseins, meint die Tageszeitung The Irish Times: "Der Hauptgrund, dass die Türkei Israel mehr denn je trotzt, ist, dass sie ein verändertes Land ist. Sie ist wesentlich stolzer auf ihre muslimisch-ottomanische Identität als zuvor. Sie wird nicht mehr länger von ultrasäkularen Generälen regiert, so dass ihre Identität über demokratische Kanäle auch ihre Außenpolitik beeinflusst. Die Türkei ist außerdem eine wachsende Wirtschaftsmacht, was sie zu einem einflussreichen Strippenzieher in der gesamten Region macht. … Das Einzige, was die Beziehungen reparieren könnte, wäre die Auferstehung eines neuen Israel, das Gaza und alle besetzten Gebiete befreit und aufhört, unschuldige Zivilisten zu töten."
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Die Presse - Österreich | Freitag, 4. Juni 2010
Durch seine sture Haltung im Konflikt um den blutigen Armeeeinsatz im Mittelmeer droht Israel seine Glaubwürdigkeit zu verlieren, schreibt die Tageszeitung Die Presse: » mehr
Durch seine sture Haltung im Konflikt um den blutigen Armeeeinsatz im Mittelmeer droht Israel seine Glaubwürdigkeit zu verlieren, schreibt die Tageszeitung Die Presse: "Israel macht mit dieser Politik vergessen, dass es von einer radikalen Hamas bedroht wird, dass es mit dem Hamas-Verbündeten Iran einen noch mächtigeren Gegner hat, vor dem es sich schützen muss. Die Regierung unter Benjamin Netanjahu betreibt eine haarsträubende Öffentlichkeitsarbeit, die nur darauf angelegt ist, Feindbilder zu pflegen. Zu denen ist nun auch die Türkei hinzugekommen, die bisher auf Verständigung mit Jerusalem gesetzt hat. In Wirklichkeit müsste es Israel ein Anliegen sein, nicht nur den Tod der neun Aktivisten umfassend aufzuklären, sondern auch ähnliche Vorkommnisse zu verhindern. Es geht um die Glaubwürdigkeit in einem der schwierigsten internationalen Konflikte."
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Blog Europe - Italien | Freitag, 4. Juni 2010
Der UN-Menschenrechtsrat will den israelischen Angriff auf einen Hilfskonvoi von einer unabhängigen Kommission untersuchen lassen. Aber nicht Israel sondern Europa sei nach der Abstimmung der eigentliche Verlierer, schreibt Andrea Bonanni in seinem Blog Europe bei der linksliberalen La Repubblica: » mehr
Der UN-Menschenrechtsrat will den israelischen Angriff auf einen Hilfskonvoi von einer unabhängigen Kommission untersuchen lassen. Aber nicht Israel sondern Europa sei nach der Abstimmung der eigentliche Verlierer, schreibt Andrea Bonanni in seinem Blog Europe bei der linksliberalen La Repubblica: "Im UN-Menschenrechtsrat sind derzeit acht Länder der Europäischen Gemeinschaft vertreten. Einige haben für die Verurteilung gestimmt, andere enthielten sich (Frankreich, Belgien, Großbritannien). Nur Italien und die Niederlande haben gemeinsam mit den USA dagegen gestimmt. Laut EU-Vertrag müssen sich die Mitgliedsstaaten in allen internationalen Institutionen beraten und untereinander koordinieren, vor allem bei den Vereinten Nationen. Das ist offenkundig nicht geschehen. Die Sensibilität der europäischen Regierungen in der Nahostfrage mag noch so unterschiedlich sein, aber war es wirklich nicht möglich, sich notfalls auf eine Stimmenthaltung zu einigen, statt erneut Uneinigkeit zur Schau zu stellen? Nach dieser Abstimmung kann EU-Außenministerin Catherine Ashton getrost auf Missionen im Nahen Osten verzichten und Reisekosten sparen."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 4. Juni 2010
Mit der Weigerung, eine unabhängige Kommission zur Untersuchung der Militäraktion im Mittelmeer zuzulassen, reizt Israel seine Verbündeten, warnt die linksliberale Süddeutsche Zeitung: » mehr
Mit der Weigerung, eine unabhängige Kommission zur Untersuchung der Militäraktion im Mittelmeer zuzulassen, reizt Israel seine Verbündeten, warnt die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Schon einmal ist das Land damit durchgekommen - nach dem Gaza-Krieg vor anderthalb Jahren, als der Armee Kriegsverbrechen vorgeworfen wurden. Doch diesmal liegen die Dinge anders: Der Gegner war nicht die terroristische Hamas, sondern es geht jetzt - selbst wenn auch Krawallmacher an Bord waren - um eine Flotte politischer Aktivisten aus vielen Ländern. Der Überfall fand statt in internationalen Gewässern, und getötet wurden wahrscheinlich neun türkische Staatsbürger. Es wäre also absurd, die Aufklärung dieses Falles allein jenen zu überlassen, die nun von verschiedenen Seiten für die Toten und Verletzten verantwortlich gemacht werden. Wenn Israel nichts zu verbergen hat, wie es die Regierung und das Militär seit Tagen beteuern, dann dürfte es eigentlich auch nichts gegen eine internationale Untersuchungskommission haben. ... Wer sich verweigert und alle Welt für parteiisch erklärt, macht sich nur verdächtig. ... Und je hartleibiger sich Israel gibt, desto größer könnte der Druck werden, und desto mehr könnte das Land am Ende verlieren."
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Alle verfügbaren Texte von » Peter Münch
Der Standard - Österreich | Donnerstag, 3. Juni 2010
Die US-Regierung hat lange gebraucht, sich zu dem israelischen Angriff auf einen Hilfskonvoi im Mittelmeer zu äußern. Die Tageszeitung Der Standard fordert, dass die USA jetzt diplomatischen Druck auf Israel ausüben müssen: » mehr
Die US-Regierung hat lange gebraucht, sich zu dem israelischen Angriff auf einen Hilfskonvoi im Mittelmeer zu äußern. Die Tageszeitung Der Standard fordert, dass die USA jetzt diplomatischen Druck auf Israel ausüben müssen: "Was jetzt hermuss, sind politische Integrität und diplomatischer Druck, der Jerusalem und Ramallah dazu veranlasst, mit ehrlichen Absichten an jenen Tisch zu kommen, an dem schmerzhafte Entscheidungen für beide Seiten fallen müssen. Ein erster Schritt, diesen Druck aufzubauen, ist eine internationale und unabhängige Untersuchung des Flottenvorfalls. Dafür müssen auch die USA unmissverständlich eintreten. Ein zweiter Schritt muss die Revidierung der Politik gegenüber der Hamas in Gaza sein. Wer vom Frieden spricht, muss diesen wohl mit seinen Feinden schließen. Das gilt für die Israelis wie für die Hamas. Wenn Obama diese Neuorientierung in die Wege leitet, dann hatte es einen Sinn, bis an den Nullpunkt zu gehen. Wenn nicht, dann werden wir alle noch sehr ernüchternde Zeiten in Nahost erleben."
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Alle verfügbaren Texte von » Christoph Prantner
El País - Spanien | Donnerstag, 3. Juni 2010
Nach Israels Angriff auf einen Hilfskonvoi für den Gazastreifen kritisiert der israelische Schriftsteller Amos Oz in der linksliberalen Tageszeitung El País Israels unkontrollierten Einsatz von Gewalt: » mehr
Nach Israels Angriff auf einen Hilfskonvoi für den Gazastreifen kritisiert der israelische Schriftsteller Amos Oz in der linksliberalen Tageszeitung El País Israels unkontrollierten Einsatz von Gewalt: "In der Periode vor der Staatsgründung verstand ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung in Palästina nicht die Grenzen der Gewalt und dachte, dass man sie anwenden kann um jedes Ziel zu erreichen. Zum Glück gab es in den ersten Jahren des Staates Israel politische Führer wie David Ben-Gurion und Levi Esh-kol, die genau wussten, dass die Gewalt Grenzen hat und die darauf achteten, diese Grenzen nicht zu überschreiten. Doch seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 ist Israel von der militärischen Gewalt besessen. Das Motto lautet: Was man nicht mit Gewalt erreichen kann, kann man durch den Einsatz von noch mehr Gewalt lösen. Der Druck, mit dem Israel den Gazastreifen behandelt, ist eine der abscheulichen Folgen dieser Einstellung. Man geht von der falschen Vorstellung aus, dass es möglich ist, Hamas mit Waffen zu besiegen, oder allgemeiner, dass man das palästinensische Problem niederwalzen kann, anstatt es zu lösen."
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ABC - Spanien | Mittwoch, 2. Juni 2010
Die Türkei handelt gegen die Interessen Europas und muss sich über ihre zukünftige Entwicklung im klar werden, meint die konservative Tageszeitung ABC in Bezug auf die Unterstützung des Hilfskonvois für den Gazastreifen und die Vermittlerrolle der Türkei im Konflikt mit dem Iran: » mehr
Die Türkei handelt gegen die Interessen Europas und muss sich über ihre zukünftige Entwicklung im klar werden, meint die konservative Tageszeitung ABC in Bezug auf die Unterstützung des Hilfskonvois für den Gazastreifen und die Vermittlerrolle der Türkei im Konflikt mit dem Iran: "Natürlich ist die Türkei ein großes Land mit einer Vergangenheit als Großreich, was man nicht vergessen sollte. Als unabhängige Nation kann sie die Prioritäten ihrer Außenpolitik selbst wählen. Aber als Kandidat für die Aufnahme in die europäische Familie darf sie nicht vergessen, dass es Werte und Interessen gibt, die sie nicht ignorieren darf. Wenn es ihr Ziel ist, zu einer Regionalmacht in der Tradition ihrer osmanischen Vergangenheit zu werden, muss sie sich entscheiden, welche ihrer zwei Essenzen sie vorzieht: eine Entwicklung in Richtung Europa oder in Richtung Vergangenheit."
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La Stampa - Italien | Mittwoch, 2. Juni 2010
Die Türkei entfernt sich kontinuierlich vom Westen und sorgt innerhalb des atlantischen Bündnisses für eine geopolitische Verschiebung, meint die liberale Tageszeitung La Stampa: » mehr
Die Türkei entfernt sich kontinuierlich vom Westen und sorgt innerhalb des atlantischen Bündnisses für eine geopolitische Verschiebung, meint die liberale Tageszeitung La Stampa: "Nach knapp 60 Jahren eines wirtschaftlichen, politischen und gar militärischen Bündnisses haben sich die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei dramatisch verschlechtert. Dabei geht es jedoch nicht um den Beginn sondern den Höhepunkt einer seit geraumer Zeit negativen Entwicklung in den Beziehungen Ankaras nicht nur zum Nachbarstaat Israel sondern zum Westen insgesamt. Mit dem tödlichen Zwischenfall in internationalen Gewässern nimmt eine umfassende Verschiebung, ein geopolitischer Umsturz Gestalt an: die Loslösung eines Landes mit 80 Millionen Bürgern aus der atlantischen Bündniszone, das ... jahrzehntelang Bollwerk der Nato war. ... Wir stehen vor einer tiefen Krise der einst soliden und fruchtbaren Beziehungen der Türkei zum Westen."
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Lietuvos rytas - Litauen | Mittwoch, 2. Juni 2010
Den Äußerungen der Türkei über Israels Militärschlag gegen einen Schiffskonvoi im Mittelmeer liegt eine Doppelmoral zugrunde, kritisiert die Tageszeitung Lietuvos Rytas: » mehr
Den Äußerungen der Türkei über Israels Militärschlag gegen einen Schiffskonvoi im Mittelmeer liegt eine Doppelmoral zugrunde, kritisiert die Tageszeitung Lietuvos Rytas: "Hat Ankara das Recht, die Israelis als Piraten und Banditen zu bezeichnen? Warum nennen die Türkei und die EU nicht Ägypten so, das ebenfalls mit militärischen Mitteln den Gazastreifen blockiert? Und wie soll man den Krieg der Türken gegen ihre eigenen kurdischen Mitbürger bezeichnen, die nach mehr Autonomie streben? In dem seit Jahrzehnten andauernden Konflikt hat es bereits 40.000 Tote gegeben. Und wie soll man den kategorischen Unwillen der Türkei nennen, die Tatsache des Völkermords an den Armeniern anzuerkennen? Ja, Israels Führung hat sich schändlich verhalten, und das ist zu kritisieren. ... Aber das Recht Israels auf Selbstverteidigung und die Legitimität des Staates in Frage zu stellen, wie dies der türkische Außenminister getan hat, ist nichts anderes als Heuchelei und Doppelmoral."
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Helsingin Sanomat - Finnland | Dienstag, 1. Juni 2010
Israel hat sich mit dem Angriff auf einen Hilfskonvoi international isoliert, meint die Tageszeitung Helsingin Sanomat: » mehr
Israel hat sich mit dem Angriff auf einen Hilfskonvoi international isoliert, meint die Tageszeitung Helsingin Sanomat: "Die Blockade von Gaza und das gewaltsame Aufbringen des Schiffskonvois verdeutlicht die Gleichgültigkeit der nationalistischen Mitglieder der jetzigen Regierung Israels gegenüber den Gedanken, Interessen und Regeln der übrigen Welt. Die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sind bereits abgekühlt. Jetzt sind die Beziehungen von Israel zur Türkei, dem wichtigsten Sympathisanten in der Region, in größter Gefahr. Weiterhin besteht die große Gefahr einer neuen Phase der Gewalt in den palästinensischen und auch in den arabischen Gebieten von Israel. ... Der Angriff gibt zudem den aufgekommenen Fragen über die israelische Gewaltanwendung bei den militärischen Operationen in Gaza im vergangenen Jahr neue Nahrung. Selbst wenn die Schiffsbesatzung gewalttätig gewesen sein sollte, zeugt die große Zahl Toter und Verletzter von einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Mission oder eben von Gleichgültigkeit."
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De Standaard - Belgien | Dienstag, 1. Juni 2010
Nach dem Angriff auf den Schiffstransport mit Hilfsgütern für den Gazastreifen muss die internationale Gemeinschaft den Druck auf Israel erhöhen, schreibt die Tageszeitung De Standaard: » mehr
Nach dem Angriff auf den Schiffstransport mit Hilfsgütern für den Gazastreifen muss die internationale Gemeinschaft den Druck auf Israel erhöhen, schreibt die Tageszeitung De Standaard: "Seit mehr als drei Jahren wird eine Bevölkerung kollektiv für einen Machtkampf zwischen palästinensischen Fraktionen untereinander bestraft - das ist eine Verletzung des internationalen humanitären Rechts. Israel hat das Recht, sich gegen die Hamas zu verteidigen, aber nicht, um die 1,5 Millionen Einwohner im Gazastreifen zur Armut zu verurteilen. ... Es ist zu einfach, Empörung zu äußern. Israel muss kollektiv unter Druck gesetzt werden, um die Blockade des Gazastreifens für humanitäre Hilfe und kommerzielle Güter aufzuheben. Und der UN-Sicherheitsrat muss eine unabhängige Untersuchung einleiten. ... Wenn die Untersuchung der UN ergibt, dass die israelische Armee voreilig und übermäßig viel Gewalt eingesetzt hat, wird das niemanden überraschen. Dann müssen diesmal damit auch Konsequenzen verbunden werden."
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Alle verfügbaren Texte von » Bart Beirlant
Berlingske - Dänemark | Dienstag, 1. Juni 2010
Nach dem israelischen Militäreinsatz gegen eine Hilfsflotte für den Gazastreifen fordert die konservative Tageszeitung Berlingske Tidende eine unabhängige internationale Untersuchung: » mehr
Nach dem israelischen Militäreinsatz gegen eine Hilfsflotte für den Gazastreifen fordert die konservative Tageszeitung Berlingske Tidende eine unabhängige internationale Untersuchung: "Israels Versuch, einen Hilfskonvoi zu stoppen, endete in einer Katastrophe. Was auch immer geschah, als israelische Truppen im internationalen Fahrwasser eines der Boote stürmten: Die Umstände sind so unklar, dass eine unabhängige und möglichst internationale Kommission eingesetzt werden sollte, die die näheren Zusammenhänge untersucht. Das ist nicht nur notwendig, damit die Welt Klarheit darüber gewinnt, was tatsächlich passiert ist. ... Auch die Israelis brauchen eine Antwort. Keinem ist damit gedient, wenn eine solche Angelegenheit - mit solchen Konsequenzen für den Frieden in der Region - unbeantwortete Fragen offen lässt. So werden Mythen gebildet. Und davon gibt es im Nahen Osten bereits ausreichend."
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Dnevnik - Slowenien | Dienstag, 1. Juni 2010
Die internationale Gemeinschaft muss Israel nach dem Angriff auf einen Hilfskonvoi für den Gazastreifen zur Verantwortung ziehen, fordert die Tageszeitung Dnevnik: » mehr
Die internationale Gemeinschaft muss Israel nach dem Angriff auf einen Hilfskonvoi für den Gazastreifen zur Verantwortung ziehen, fordert die Tageszeitung Dnevnik: "Den Piraten des Heiligen Landes muss vor dem internationalen Gerichtshof der Prozess gemacht werden. Auf die Anklagebank gehören auch alle US-amerikanischen, europäischen und arabischen Politiker, die vier Jahre lang die Isolation Gazas befürwortet haben und nur den Dialog mit den ergrauten, ideenlosen und korrupten Freiheitskämpfern der Fatah unterstützt haben - in der Hoffnung, dass die Bewohner Gazas, während ihnen der Magen knurrt, zur Vernunft kommen. Das Morden in internationalen Gewässern des Mittelmeers dürfte die internationale Gemeinschaft nicht überraschen, denn sie erlaubt Israel schon seit Jahrzehnten ungestraft gegen internationales Recht zu verstoßen. ... Eine derartige Unantastbarkeit verleitet natürlich zu immer gewagteren Handlungen."
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