Fußball-WM bewegt Europa
Bei der Fußball-WM in Südafrika standen vor allem lärmende Vuvuzelas, schlechte Teamleistungen und die positive Wirkung des Turniers auf das Gastgeberland im Blickpunkt. Lesen Sie die Kommentare zur ersten WM in Afrika. [letzter Beitrag vom 13.7.2010]

Helsingin Sanomat - Finnland | Dienstag, 13. Juli 2010
Nach Abschluss der Fußball-WM in Südafrika meint die Tageszeitung Helsingin Sanomat, dass auch das Gastgeberland langfristigen Nutzen aus dem Sportereignis zieht: » mehr
Nach Abschluss der Fußball-WM in Südafrika meint die Tageszeitung Helsingin Sanomat, dass auch das Gastgeberland langfristigen Nutzen aus dem Sportereignis zieht: "Ein Wettbewerb kann nicht Südafrikas, geschweige denn Afrikas Probleme lindern. Trotzdem kann man sagen, dass dem Gastgeberland von dem Wettbewerb viel geblieben ist. Dauerhafte Zeichen sind ein verbessertes Straßennetz, leuchtende Flughäfen und ein besser funktionierender öffentlicher Verkehr. Die gelungene Organisation hat den Ruf des Landes verbessert, das könnte Investoren und Touristen anlocken. Der größte Sieg aber war der während des Wettbewerbs erreichte nationale Zusammenhalt. Alle Volksgruppen haben sich unabhängig von der Hautfarbe fröhlich unter das Fanpublikum gemischt. Südafrika wirkte verbundener als während der ersten demokratischen Wahlen 1994. Dem früheren Präsidenten Nelson Mandela zufolge, kann Sport Hoffnung dorthin bringen, wo früher nur Verzweiflung war. Südafrikas Erfolg hat dem ganzen Kontinent begründete Hoffnung auf Olympische Sommerspiele gemacht."
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De Volkskrant - Niederlande | Montag, 12. Juli 2010
Zum dritten Mal in der Geschichte der Fußball-WM haben die Niederlande im Finale verloren. Trotz der verständlichen Enttäuschung hat diese Weltmeisterschaft dem Land sehr gut getan, meint die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: » mehr
Zum dritten Mal in der Geschichte der Fußball-WM haben die Niederlande im Finale verloren. Trotz der verständlichen Enttäuschung hat diese Weltmeisterschaft dem Land sehr gut getan, meint die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: "Für eine Weile sahen die Niederländer sich als Teilhaber des Erfolgs von Oranje, und nicht als Bewohner eines Landes, dass in sich zerstritten ist. Die WM war eine Erfahrung, die die Niederländer miteinander verband. Und danach hatten sie ein großes Bedürfnis. ... Über die Dauer der Hurrastimmung brauchen wir uns keine Illusionen zu machen. ... Dennoch ist es unbestritten, dass die vergangenen Wochen von einer seltenen, kollektiven Stimmung geprägt waren. ... Es gibt nur wenige Erfahrungen, die Millionen Niederländer miteinander teilen. Auch in vielen Jahren wird sich fast jeder Niederländer noch genau daran erinnern, wo und mit wem er Zeuge des Spektakels war, und was er beim Abpfiff gefühlt hat. Früher brachten Kriege und Belagerungen Menschen zueinander. Jetzt kann das ein Fußballspiel bewerkstelligen."
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Dagens Nyheter - Schweden | Montag, 12. Juli 2010
Die Fußball-WM lässt Afrika in besserem Licht erscheinen, meint die Tageszeitung Dagens Nyheter: » mehr
Die Fußball-WM lässt Afrika in besserem Licht erscheinen, meint die Tageszeitung Dagens Nyheter: "Das Bild von Afrika als einem Kontinent geprägt von Krieg, Chaos und Armut ist nicht länger das einzig mögliche. Sicher ist die Armut immer noch weit verbreitet und in manchen Regionen scheinen die Konflikte unlösbar. Aber viele afrikanische Länder haben es relativ gut. … Beschwerliche Reformen haben viele dieser Länder auf den richtigen Kurs gebracht. Eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung scheint in Afrika auch wieder möglich zu sein. Und selbstverständlich auch, dass die Afrikaner selbst das Ruder in der Hand halten und in die richtige Richtung steuern können. Die Fußball-WM hat gezeigt, wie weit man mit Entschlossenheit kommen kann."
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ABC - Spanien | Montag, 12. Juli 2010
Spanien hat mit seinem Sieg am Sonntag erstmals eine Fußball-WM gewonnen. Die konservative Tageszeitung ABC wünscht sich auf politischer Ebene ein ebenso harmonisches Zusammenspiel wie im Stadion: » mehr
Spanien hat mit seinem Sieg am Sonntag erstmals eine Fußball-WM gewonnen. Die konservative Tageszeitung ABC wünscht sich auf politischer Ebene ein ebenso harmonisches Zusammenspiel wie im Stadion: "Fußball ist ein Mannschaftssport und die spanische Nationalmannschaft hat wie eine gut geölte Maschine funktioniert, in der jedes Teilchen seine Aufgabe erfüllt und sogar noch dieses Quäntchen draufgelegt hat, das dann schließlich zum Sieg führte. Und das ist so ungewöhnlich im aktuellen Spanien, in dem jedes Teil seinen eigenen Vorteil sucht, dass dieses Zusammenspiel mehr wert ist als alle WM-Pokale. Dass Spieler aus unterschiedlichen Mannschaften und Regionen so gut zusammenspielen. Dass sie sich so gut verstehen und gemeinsam für die Farben der Nationalelf fiebern, hat uns gezeigt, dass der Fußball die Grenzen des Sports überschritten hat und zum positiven Beispiel für das bürgerliche Zusammenleben wird."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Montag, 12. Juli 2010
Mit Spanien, den Niederlanden und Deutschland haben drei europäische Mannschaften bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika die Medaillenränge belegt. Wenigstens ein Grund zur Freude für den alten Kontinent, meint die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: » mehr
Mit Spanien, den Niederlanden und Deutschland haben drei europäische Mannschaften bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika die Medaillenränge belegt. Wenigstens ein Grund zur Freude für den alten Kontinent, meint die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: "In Europa geht das Gespenst des Niedergangs um. Der Euro ist in der Krise. Frankreich und Deutschland, traditionell die politischen und wirtschaftlichen Motoren der Union, können sich nicht einigen, wie man den Finanzsektor saniert und die Wirtschaft aus der Rezession holt. Außerhalb der Grenzen des alten Kontinents redet und schreibt man darüber, dass Europa die beste Zeit hinter sich hat und global seinen politischen und wirtschaftlichen Einfluss verliert. Immerhin können die Europäer für sich reklamieren, den besten Fußball zu spielen. ... Gerade beim Fußballgeschäft in der EU wird das Ideal eines grenzenlos offenen Marktes sichtbar. ... Wenn Europa etwas vom Fußball lernt, kann es auch einen Grund für einen langfristigen Optimismus finden."
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As - Spanien | Donnerstag, 8. Juli 2010
Nach dem Halbfinalsieg über Deutschland steht Spanien erstmals bei einer Fußballweltmeisterschaft im Finale. Zu Ehren des Siegtreffers des katalanischen Spielers Carles Puyol titelt die Sportzeitung AS - halb auf Katalan, halb auf Spanisch - "Visca España", es lebe Spanien: » mehr
Nach dem Halbfinalsieg über Deutschland steht Spanien erstmals bei einer Fußballweltmeisterschaft im Finale. Zu Ehren des Siegtreffers des katalanischen Spielers Carles Puyol titelt die Sportzeitung AS - halb auf Katalan, halb auf Spanisch - "Visca España", es lebe Spanien: "Puyol, es lebe die Mutter, die dich geboren hat. ... Der Kapitän des FC Barcelona hat vor, die Nationalmannschaft zu verlassen. Aber der Moment ist noch nicht gekommen. Er muss uns helfen, wenn der Erfolg in Südafrika erreicht ist. Er muss bis zur EM 2012 weitermachen. Weil er mit seinem Charakter die anderen mit sich zieht. Weil sich die Neuen wie Javi Martínez oder die, die noch kommen werden, von seinem Einsatz anstecken lassen müssen und von seinem Gefühl für die Farben des Nationaltrikots."
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nrc.next - Niederlande | Mittwoch, 7. Juli 2010
Die Niederlande haben am Dienstag mit einem Sieg über Uruguay zum dritten Mal das Finale der Fußball-WM erreicht. Das Image der Spieler hat sich dadurch vollkommen verändert, schreibt die Tageszeitung Nrc.next: » mehr
Die Niederlande haben am Dienstag mit einem Sieg über Uruguay zum dritten Mal das Finale der Fußball-WM erreicht. Das Image der Spieler hat sich dadurch vollkommen verändert, schreibt die Tageszeitung Nrc.next: "Oranjes Fußballer waren zwischen 1990 und 2008 vor allem verwöhnte Jungs der Frittengeneration. Kerle mit zu wenig Disziplin, zu vielen Sprüchen und viel zu viel Geld. Schönwetterspieler, die scheiterten, wo ein echter Mann kaltblütig gewesen wäre. ... Und dann gewannen wir. ... Jetzt stehen wir einfach im Finale. Das Wörtchen 'einfach' ist symbolisch für unsere neue Realität. ... Nicht das Heldentum bestimmt den Erfolg, sondern der Erfolg bestimmt das Heldentum. Wenn die Niederlande das Finale am Sonntag nicht auf schlimme Art und Weise verlieren, dann werden wir miterleben, wie das Bild von den verwöhnten, beleidigten Jungs in unserer Erinnerung durch ein Team aus Helden ersetzt wird."
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Heti Világgazdaság - Ungarn | Mittwoch, 7. Juli 2010
Die Vuvuzela nervt immer noch viele Fußballfans, weshalb die linksliberale Wochenzeitung Heti Világgazdaság ihre gar nicht so fernen Ursprünge erforscht und ein interessantes Geschäftsmodell entdeckt: » mehr
Die Vuvuzela nervt immer noch viele Fußballfans, weshalb die linksliberale Wochenzeitung Heti Világgazdaság ihre gar nicht so fernen Ursprünge erforscht und ein interessantes Geschäftsmodell entdeckt: "Sogar das Mediengetöse rund um die Fußball-WM in Südafrika wird von ihr übertönt, der Vuvuzela. Hier ist die Rede von jenem bunten 'Instrument' aus Plastik, das für sich schon ohrenbetäubend laut ist. Wird sie von Zehntausenden Schlachtenbummlern im Stadion benutzt, leiden nicht nur die Mannschaften darunter, sondern auch die Trainer (die mit den Spielern auf dem Feld nicht kommunizieren können), die Fernsehkommentatoren und natürlich die Zuschauer. Nicht zu reden von den Sponsoren. ... Aber was soll's: Die Vuvuzela ist heilig, ... ist doch hier von Tradition die Rede. Schließlich sind wir in Südafrika. ... Der Witz an der Sache ist, dass wir gar nicht von Tradition sprechen können: Im Gegensatz zum wahrlich traditionellen Kudu-Horn ist das einen Meter lange Wespenhorn aus Plastik erst seit zehn Jahren in den südafrikanischen Stadien zu finden. Die Vuvuzela wird von jenem glücklichen Monopolisten hergestellt, Neil van Sharkwijk, der auch das 'Gegenmittel", die Anti-Vuvuzela-Ohrstöpsel, in den Stadien verkauft."
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Fakt - Polen | Dienstag, 6. Juli 2010
Der aus Polen stammende deutsche Fußballnationalstürmer Miroslav Klose konnte nur in Deutschland Karriere machen, weil der polnische Fußballverband nach wie vor zu schlecht organisiert ist, schreibt die Boulevardzeitung Fakt: » mehr
Der aus Polen stammende deutsche Fußballnationalstürmer Miroslav Klose konnte nur in Deutschland Karriere machen, weil der polnische Fußballverband nach wie vor zu schlecht organisiert ist, schreibt die Boulevardzeitung Fakt: "Jan Furtok (48 Jahre), der viele große Spiele in den Farben von Eintracht Frankfurt und vom Hamburger SV gemacht hat, meint: 'Bestenfalls hätte er zwei polnische Meistertitel mit Wisła Kraków oder Lech Poznań auf seinem Konto. Und jetzt hätte er mit Sicherheit seine Lorbeeren geerntet und würde noch irgendwo auf Zypern rumkicken oder in irgendwelchen unteren griechischen Spielklassen.' Das ist traurig. Doch hat Furtok in vielem, was er sagt, Recht. Klose hätte nie eine so große Karriere gemacht, wenn er in Polen geblieben wäre. Als er mit seiner Mutter nach Deutschland auswanderte, war unser Ausbildungssystem auf einem sehr niedrigen Niveau. In dieser Frage hinken wir übrigens Deutschland immer noch 20 Jahre hinterher."
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Jyllands-Posten - Dänemark | Freitag, 2. Juli 2010
Heute beginnt bei der Fußball-WM in Südafrika das Viertelfinale. In ihrem Blog bei der rechtsliberalen Tageszeitung Jyllands-Posten machen sich Troels Heeger und Søren Villemoes über Sportkommentatoren lustig, die den Erfolg einer Nationalmannschaft mit den jeweiligen Integrationsmodellen vergleichen: » mehr
Heute beginnt bei der Fußball-WM in Südafrika das Viertelfinale. In ihrem Blog bei der rechtsliberalen Tageszeitung Jyllands-Posten machen sich Troels Heeger und Søren Villemoes über Sportkommentatoren lustig, die den Erfolg einer Nationalmannschaft mit den jeweiligen Integrationsmodellen vergleichen: "Die Debatte in Dänemark zeigt deutlich, dass Multikulturalismus die große Variable ist, die alle zu definieren versuchen. ... Der Multikulturalismus hat einerseits die französische Nationalmannschaft von innen aufgefressen. ... Das größte Problem des dänischen Fußballs ist hingegen unser mangelhafter Einsatz für die Integration. Der dänische Rassismus erklärt also, warum wir nicht besser spielen. ... Und Politikens Kommentator Lars Trier Mogensen erklärt uns mit seinem imponierenden Wissen das Geheimnis hinter dem deutschen WM-Erfolg. Ja, richtig geraten: Multikulturalismus! ... Der Kampf um den Multikulturalismus hat in der dänischen Debatte eine neuen Tiefpunkt erreicht."
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Litera - Ungarn | Donnerstag, 1. Juli 2010
Über die Defensiv-Taktik des Catenaccio bei der Fußball-WM in Südafrika äußert sich der Literaturkritiker József Tamás Reményi kritisch auf dem Literaturportal Litera: » mehr
Über die Defensiv-Taktik des Catenaccio bei der Fußball-WM in Südafrika äußert sich der Literaturkritiker József Tamás Reményi kritisch auf dem Literaturportal Litera: "Perfektionismus (versus Kunst), Effektivität (versus Spielwitz), Kraft (versus Finesse) und Hinterfotzigkeit (versus Fairness) sind das A und O des modernen Fußballs. Eine intelligente Mannschaft spielt, wie wir wissen, auf Konter. Sprich: sie betoniert sich hinten ein. Der Catenaccio ist also mit dem Sonett vergleichbar. Er kommt den Untalentierten und Meistern gleichermaßen zugute. Mit dem nötigen Willen und Glück können Erstgenannte ihr Unvermögen verbergen und der Schande entgehen. Die Zweitgenannten wiederum können ihn zum Zweck des Kräftesparens anwenden (es sei nur an das spielzerstörende Zeitschinden der Holländer gegen die Slowaken erinnert). ... Er kann aber auch mit hier und da eingestreuten Geniestreichen verbunden werden (so spielen die Brasilianer bei dieser WM). Die Spanier sahen sich mit beiden Typen konfrontiert: Die aus Kleinhandwerkern bestehende Schweiz konnte ihnen sogar ein Bein stellen. Den Meistern der Verteidigung wiederum, den Portugiesen, ist es fast gelungen, sie einzusäuseln. ... Einige unglaubliche Einlagen, ... danach gähnende Langeweile."
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NRC Handelsblad - Niederlande | Freitag, 2. Juli 2010
Bei der Fußball-WM in Südafrika treffen am heutigen Freitag die Niederlande im Viertelfinale auf Brasilien. Die niederländische Mannschaft (Oranje) zeigt mit ihrem defensiven Spiel dieselbe Mentalität wie das Land, meint der Publizist Auke Kok in der Tageszeitung NRC Handelsblad: » mehr
Bei der Fußball-WM in Südafrika treffen am heutigen Freitag die Niederlande im Viertelfinale auf Brasilien. Die niederländische Mannschaft (Oranje) zeigt mit ihrem defensiven Spiel dieselbe Mentalität wie das Land, meint der Publizist Auke Kok in der Tageszeitung NRC Handelsblad: "Wenige Wochen nach dem Wahlsieg des [Rechtspopulisten] Geert Wilders zeigt Oranje ein Spiel, das meilenweit von der progressiven Bravur entfernt ist, mit der ganze Generationen aufgewachsen sind. ... Als wir Johan Cruyff und Marco van Basten zusahen, wurden wir selbst ein wenig größer - ein Modellland mit der richtigen Moral, liberaler und fortschrittlicher als der Rest. Fußball-Intellektuelle im Ausland sahen es genauso, als ob es eine direkte Verbindung gäbe zwischen unserem Umgang mit Drogen, Abtreibung oder Sterbehilfe und der spielerischen Freimütigkeit von Dennis Bergkamp. Mit all dem muss nun offenbar abgerechnet werden: Hört das Wort Disziplin beim Bondscoach [Trainer der niederländischen Elf]. Seht die Abkehr von Europa, den Ruf nach Zucht. Hört Wilders zu. Fühlt die Neigung, sich nach innen zu kehren, die Gardinen zu schließen, vor der großen bösen Außenwelt."
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România Liberă - Rumänien | Dienstag, 29. Juni 2010
Der frühere niederländische Fußballtrainer Rinus Michels prägte Mitte der 1970er Jahre den berühmten Spruch "Spitzenfußball ist wie Krieg". Der Schriftsteller Ian Buruma gibt Michels in der Tageszeitung România Liberă Recht, auch wenn die laufende Weltmeisterschaft eine Ausnahme ist: » mehr
Der frühere niederländische Fußballtrainer Rinus Michels prägte Mitte der 1970er Jahre den berühmten Spruch "Spitzenfußball ist wie Krieg". Der Schriftsteller Ian Buruma gibt Michels in der Tageszeitung România Liberă Recht, auch wenn die laufende Weltmeisterschaft eine Ausnahme ist: "Sicher, Fußballkriege sind selten. ... Doch die Idee, dass der internationale Sportvergleich unausweichlich zu Brüderlichkeit anregt, so wie es einst Pierre de Coubertin, der Gründer der modernen Olympischen Spiele befürwortete, ist eine romantische Fiktion. Die Gewalt der britischen Hooligans zum Beispiel spiegelt eine eigentümliche Sehnsucht nach Krieg wieder. ... Fußball ist eine Gelegenheit, um seinen Kampfgeist zu testen, ohne mehr zu riskieren, als ein paar Knochen zu brechen. Und selbst wenn der Fußball nicht zum echten Blutvergießen führt, inspiriert er starke, primitive Stammesgefühle, beschwört die Tage herauf, als die Krieger ihr Gesicht bemalten und zu kriegerischen Tanzrhythmen sprangen - und dabei kreischten wie die Affen. Die Natur des Spiels verstärkt das: Geschwindigkeit, kollektive Aggressivität. ... Doch nicht alle Spiele sind voller negativer und gewalttätiger Gefühle. Die diesjährige Weltmeisterschaft scheint ein Fest der Brüderlichkeit und des Friedens zu sein."
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Blog Aktuálně.cz - Tschechien | Samstag, 26. Juni 2010
Die nationale Begeisterung der Deutschen ist bei großen Fußballturnieren besonders ausgeprägt, schreibt Martin Krafl, Leiter des tschechischen Zentrums in Berlin, in seinem Blog bei Aktuálně.cz: » mehr
Die nationale Begeisterung der Deutschen ist bei großen Fußballturnieren besonders ausgeprägt, schreibt Martin Krafl, Leiter des tschechischen Zentrums in Berlin, in seinem Blog bei Aktuálně.cz: "Deutsche Fähnchen findet man auch an Stellen, wo man sie nicht vermutet - eingesteckt in Marzipankuchen oder als Bekleidung für Hunde. Bäckereien offerieren Süßes mit schwarz-rot-goldener Marmelade. Fußbälle gibt es nicht nur in allen Größen als Souvenir, sondern auch in der Form von Rührkuchen, Brot oder als Behältnisse für Parfüm. Wenn Frauen in diesen Tagen modische Accessoires in den Nationalfarben tragen, sind sie 'in', gar nicht zu reden von schwarz-rot-gold lackierten Fingernägeln. ... Wenn die Deutschen so stolz sind, dann ist das etwas Positives. In den letzten Jahrzehnten hatten sie in Erinnerung an den Krieg wenig Grund, stolz zu sein. Einen Umschwung brachten die Weltmeisterschaften im eigenen Land vor vier Jahren. Die brachten den Deutschen das Gefühl des Stolzes zurück. Aber nur bei dieser Gelegenheit. Wenn die WM endet, verschwinden die Fahnen, die Deutschen beruhigen sich wieder und kehren zurück zu ihrer Disziplin."
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La Vanguardia - Spanien | Montag, 28. Juni 2010
Im Achtelfinale der Fußball-WM haben die Schiedsrichter in zwei Spielen offensichtliche Fehlentscheidungen getroffen. Während England ein eindeutiges Tor aberkannt wurde, erzielte Argentinien das 1: » mehr
Im Achtelfinale der Fußball-WM haben die Schiedsrichter in zwei Spielen offensichtliche Fehlentscheidungen getroffen. Während England ein eindeutiges Tor aberkannt wurde, erzielte Argentinien das 1:0 nach einer klaren Abseitsposition. Die liberale Tageszeitung La Vanguardia fordert den Einsatz von Computertechnologie zur Unterstützung der Schiedsrichter: "Dass die Schiedsrichter Fehler begehen können, so wie es die ganze Welt tut und so wie es die Torwarte, Verteidiger und Stürmer tun, ist menschlich. Aber es gibt verschiedene Arten von Fehlern. Für die von gestern gibt es eine Lösung. ... Das Merkwürdige an der Sache ist auch, dass es noch immer große Spieler dieses Sports gibt, die sich gegen die neuen Technologien wehren, mit denen man die Regeln mit mehr Gerechtigkeit durchsetzen könnte. Bei diesem Thema hinkt der Fußball hinterher und ist nicht den Beispielen aus anderen Sportarten wie Tennis, Basketball, Radsport oder Leichtathletik gefolgt."
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Fakt - Polen | Freitag, 25. Juni 2010
Die afrikanischen Mannschaften konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllen, die viele Experten und Anhänger vor der Fußball-WM in Südafrika an sie gestellt hatten, bilanziert der ehemalige polnische Nationalspieler Włodzimierz Lubański in der Boulevardzeitung Fakt nach Abschluss fast aller Vorrundenspiele: » mehr
Die afrikanischen Mannschaften konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllen, die viele Experten und Anhänger vor der Fußball-WM in Südafrika an sie gestellt hatten, bilanziert der ehemalige polnische Nationalspieler Włodzimierz Lubański in der Boulevardzeitung Fakt nach Abschluss fast aller Vorrundenspiele: "Die größte Überraschung ist das schwache Abschneiden der Mannschaften aus Afrika. Ich bin deswegen enttäuscht, weil es deshalb so viel Brimborium und Kommentare gegeben hat. Und letztlich ist es so ausgegangen wie immer. Es hat sich die alte Wahrheit bestätigt, dass diese Spieler nur in der europäischen Disziplin in ihren Klubs hervorragend funktionieren - in den Nationalmannschaften hingegen nicht unbedingt. Außer einer physischen Vorbereitung haben sie nichts gezeigt. Es fehlen ihnen die Frechheit und taktischen Fertigkeiten. Zudem konnten sie nichts damit anfangen, dass sie zu Hause gespielt haben."
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Sme - Slowakei | Freitag, 25. Juni 2010
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat ihre bislang größte Sensation: » mehr
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat ihre bislang größte Sensation: Die bisher enttäuschenden WM-Neulinge aus der Slowakei besiegten am Donnerstag Italien mit 3:2 und schickten damit den amtierenden Weltmeister nach Hause. Vergessen sind damit auch die verbalen Attacken des slowakischen Trainers gegen die einheimischen Journalisten. Die liberale Tageszeitung Sme ist voll des Lobes: "Die Slowakei hat sich noch nie in einem wichtigen Spiel als wirklich große Mannschaft präsentiert. Bis zum Donnerstag, bis zu einem Augenblick, da das niemand erwartet hat. ... Aus Spielern, die gestern noch Nobodys waren, sind Helden geworden. In diesem Augenblick gehört es sich auch nicht, dem Trainer seine Unerzogenheit vorzuwerfen. Seine Tränen nach Spielende zeigten, dass er auch zu anderen Emotionen fähig ist. ... Der slowakische Fußball erntete gestern weltweit Anerkennung. Auch im nächsten Spiel brauchen wir ein großes Herz und Verstand gleichermaßen, Verantwortung und Geschick. Dann gesellt sich dazu auch das Glück."
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Le Temps - Schweiz | Mittwoch, 23. Juni 2010
Frankreichs Fußballnationalmannschaft ist am Dienstag bei der WM in Südafrika ausgeschieden. Die Mannschaft wird nach mehreren Skandalen während des Turniers heftig kritisiert. Schuld an der Affäre ist nach Ansicht der Tageszeitung Le Temps ein Gemisch aus Arroganz und Missmanagement: » mehr
Frankreichs Fußballnationalmannschaft ist am Dienstag bei der WM in Südafrika ausgeschieden. Die Mannschaft wird nach mehreren Skandalen während des Turniers heftig kritisiert. Schuld an der Affäre ist nach Ansicht der Tageszeitung Le Temps ein Gemisch aus Arroganz und Missmanagement: "Die Gründe für dieses traurige Spektakel, das viele Franzosen oder Liebhaber der 'Blauen' [französische Nationalelf] dazu bringt, sich für die französische Mannschaft zu schämen, sind nicht die hohen Gehälter der Spieler, Angeberei oder die Konsumgesellschaft. ... Mit etwas mehr Abstand erscheint das Problem eher wie das Ergebnis eines großen, multipolaren und chaotischen Konflikts: zwischen einem autistischen und selbstverliebten Trainer, der von sich eingenommen ist und die Provokation liebt, sowie arroganten und eitlen Spielern, die den Bezug zur Realität verloren haben, Cliquen bilden und sich verschanzen. Dann ist da noch eine Bande französischer Fußballfunktionäre ..., die heimlich einen großen Kuchen verwalten, nämlich die Gewinne aus den ruhmreichen Siegen von 1998 und 2000."
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Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 22. Juni 2010
Die Leistungen bei der Fußball-WM in Südafrika haben die Fans bisher enttäuscht. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Spieler sich kaum noch mit ihren Ländern identifizieren, da sie normalerweise in internationalen Vereinen spielen, glaubt die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: » mehr
Die Leistungen bei der Fußball-WM in Südafrika haben die Fans bisher enttäuscht. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Spieler sich kaum noch mit ihren Ländern identifizieren, da sie normalerweise in internationalen Vereinen spielen, glaubt die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: "Vielleicht daher die Enttäuschung: Dass Brasilien bisher keinen Samba im Strafraum getanzt hat. Und dass Frankreich bisher so gekämpft hat, als ob es lieber verlieren wolle. ... Wie doch eigentlich alle mehr Fehler machen und steifer wirken als normalerweise. ... Vielleicht ist die Pflicht, sein Land zu repräsentieren, nur ein Echo aus einer versunkenen Welt, in der die Staatsgrenzen tatsächlich noch etwas bedeutet haben: Identifikation, Sicherheit und ein gemeinsames gesellschaftliches Ziel. Doch spielen die größten Stars der Meisterschaften tagtäglich in Klubs, wo nur der Fußball und das Geld zählen, nicht aber die Nationalität."
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Die Presse - Österreich | Dienstag, 22. Juni 2010
Die aktuellen Berichte von der Fußball-WM zeigen, dass die Europäer immer noch auf Afrika hinabschauen, bemängelt die bürgerlich-konservative Tageszeitung Die Presse: » mehr
Die aktuellen Berichte von der Fußball-WM zeigen, dass die Europäer immer noch auf Afrika hinabschauen, bemängelt die bürgerlich-konservative Tageszeitung Die Presse: "Manchmal kann Lob die schlimmste Form der Beleidigung sein. Bei der Fußballweltmeisterschaft zum Beispiel loben die Fernseh- und Zeitungsreporter die afrikanischen Spieler über alle Maßen. Da wird so viel gelobhudelt, dass man meinen könnte, der afrikanische Fußball spiele alles an die Wand. Tatsächlich spielt er rein sportlich betrachtet keine Rolle. ... Tatsächlich unterscheiden sich die Spielsysteme der afrikanischen Mannschaften kaum von den europäischen. Ist ja auch kein Wunder. Immerhin werden die meisten Teams von Europäern trainiert. ... Doch das unprofessionelle Umfeld können weder sie noch Superstars wie Didier Drogba, Samuel Eto'o oder Steven Pienaar wettmachen. Drogba und Co. sind nämlich deswegen Superstars, weil sie nicht mehr in Afrika Fußball spielen. Das kann man auch sagen, ohne geheuchelte Lobhudelei. ... Denn manchmal kann schonungslose Kritik die ehrlichste Form der Anerkennung sein."
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L'Equipe - Frankreich | Sonntag, 20. Juni 2010
Aus Protest gegen die Suspendierung des Fußballers Nicolas Anelka hat das französische Nationalteam am Sonntag das Training bei der Weltmeisterschaft in Südafrika verweigert. Anelka war am Tag zuvor aus dem WM-Kader ausgeschlossen worden, weil er Trainer Raymond Domenech beleidigt hatte. Die Sportzeitung L'Equipe findet das Verhalten der Spieler unverantwortlich: » mehr
Aus Protest gegen die Suspendierung des Fußballers Nicolas Anelka hat das französische Nationalteam am Sonntag das Training bei der Weltmeisterschaft in Südafrika verweigert. Anelka war am Tag zuvor aus dem WM-Kader ausgeschlossen worden, weil er Trainer Raymond Domenech beleidigt hatte. Die Sportzeitung L'Equipe findet das Verhalten der Spieler unverantwortlich: "Nun wurde die Nichtigkeit von der Unwürdigkeit eingeholt. Indem die französische Mannschaft das Training verweigerte, ... hat sie unter den Augen eines überforderten Managements die Grenzen des Anstands und der Dummheit überschritten. Geht ihr, aufgeplustert durch ihre Schulhof-Prinzipen, der Verräter nicht aus dem Sinn, der mit der Presse spricht? Ihr sollte das bevorstehende Spiel nicht aus dem Sinn gehen und die winzige Chance, sich noch zu qualifizieren. Das ist sie den Fans schuldig, die sie verraten hat."
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Delfi - Estland | Donnerstag, 17. Juni 2010
Nicht nur Männer interessieren sich für Fußball, erläutert Ene Poll in der Tageszeitung Postimees und wehrt sich gegen allzu verbreitete Vorurteile: » mehr
Nicht nur Männer interessieren sich für Fußball, erläutert Ene Poll in der Tageszeitung Postimees und wehrt sich gegen allzu verbreitete Vorurteile: "Zum Beispiel lädt ein Moderator eine Frau ins Fernsehstudio ein und beginnt seine Frage mit den Worten: 'Wie ist es passiert, das diese Männerdomäne... .' Oder irgendein Neunmalkluger versucht das unglückliche Leben von Müttern zu beschreiben, die jetzt einen Monat lang kein Fernsehen gucken könnten, weil nur Fußball läuft und der stereotype Mann die ganze Zeit vor dem Fernseher sitzt, mit einem Bier in der Hand. Hilfe, hört auf! Alle gucken Fußball. Bei der WM vor vier Jahren war ich auf Malta, wo ich mit einer jungen Französin jeden Abend in den zum Pub umfunktionierten Hof ging, um die Spiele zu sehen. Und ich bin überzeugt, dass auch die guten estnischen Mütter ihre Putz- und Backarbeit beiseite legen und die Spiele genießen. Denn Fußball ist ein geniales Spiel, das nicht größer als das Leben ist, sondern das Leben selbst."
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Helsingin Sanomat - Finnland | Mittwoch, 16. Juni 2010
Sportliche Großveranstaltungen können einen positiven Einfluss auf das Gastgeberland haben, schreibt die Tageszeitung Helsingin Sanomat mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika: » mehr
Sportliche Großveranstaltungen können einen positiven Einfluss auf das Gastgeberland haben, schreibt die Tageszeitung Helsingin Sanomat mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika: "Das Land hat sich innerhalb von 16 Jahren von einem düsteren Apartheid-Staat zum Symbol der Hoffnung für Afrika entwickelt. Jetzt will es die demokratischen Veränderungen ... für einen greifbaren und nachhaltigen Anstieg des Wohlstands nutzen. ... Afrika braucht Erfolgsgeschichten. In diesem Bemühen ist Fußball eher nebensächlich, obwohl allein der Erfolg des Gastlandes bei der Organisation der Wettbewerbe starke Emotionen überall in Afrika ausgelöst hat. ... Geben die laufenden WM-Wettbewerbe Südafrika einen solchen Kick, dass es Anschluss an eine immer bessere Entwicklung findet? Oder stimmen die Argumente der Skeptiker, dass man die Milliarden, die man in die Organisation gesteckt hat, besser hätte nutzen können, indem man sich um die Probleme [des Landes] gekümmert hätte? Leider kann man die Einflüsse des Wettbewerbs nicht eindeutig messen. Es ist allerdings klar, dass eine vernünftige Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik der Schlüssel zum Erfolg ist, in Afrika wie anderswo. Daran ändert auch der WM-Rausch nichts."
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Alle verfügbaren Texte von » Olli Kivinen
Mediapart.fr - Frankreich | Montag, 14. Juni 2010
Die südafrikanische WM-Fantrompete Vuvuzela ist so laut, dass manche Ohrenärzte fordern sie zu verbieten. Während viele Zeitungen über das südafrikanische Instrument herziehen, macht sich das Nachrichtenportal Mediapart für sie stark: » mehr
Die südafrikanische WM-Fantrompete Vuvuzela ist so laut, dass manche Ohrenärzte fordern sie zu verbieten. Während viele Zeitungen über das südafrikanische Instrument herziehen, macht sich das Nachrichtenportal Mediapart für sie stark: "Unentschieden des Gastgebers zum Auftakt, nervige französische Mannschaft, Hampelei des britischen Torhüters, deutscher Blitzkrieg gegen Australien - die WM 2010 ging ihren Gang. Es war zum Gähnen. Da sagte mein Freund Pierre ... plötzlich: 'Hörst du nicht dieses Brummen?' ... Die Vuvuzela-Affäre übertrifft in ihrem Ausmaß die mörderische Ölpest im Golf von Mexiko oder den Untergang des französischen Sozialversicherungssystems. Es ist höchste Zeit, dass Mediapart sich äußert. Der redaktionelle Standpunkt dazu ist einfach: Die ganze Welt ist dagegen, wir sind dafür. ... Wenn unsere Webseite das Sammelbecken aller Gegenmeinungen ist, dann soll das Fußballstadion dasjenige des brüderlichen Ausdrucks aller Unterschiede sein."
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Blog Vidas - Portugal | Freitag, 11. Juni 2010
Die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika ist bereits jetzt ein historisches Ereignis, weil sie zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet. Doch ist der auch bereit dafür, fragt Vítor Rainho in seinem Blog Vidas bei der Wochenzeitung Sol: » mehr
Die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika ist bereits jetzt ein historisches Ereignis, weil sie zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet. Doch ist der auch bereit dafür, fragt Vítor Rainho in seinem Blog Vidas bei der Wochenzeitung Sol: "Werden sich die Rassenprobleme bemerkbar machen? Bislang haben die Südafrikaner eine außergewöhnliche Gastfreundschaft an den Tag gelegt. Auf keinem anderen Kontinent wurden die Mannschaften so freudig empfangen. Die FIFA hat ein Land für diese WM ausgesucht, wo vor 20 Jahren Weiße und Schwarze nicht im selben Bus fahren durften, wo keine Mischehen erlaubt waren. ... Seitdem sind noch nicht viele Jahre vergangen, aber Mandela wird für immer in die Geschichte eingehen. Es besteht die Hoffnung, dass diese WM auch zur Annäherung sehr unterschiedlicher Kulturen auf den verschiedenen Kontinenten beitragen kann. Und wenn wir schon mal dabei sind: dass sie Balsam für die weltweite Depression ist. Fußball ist Magie. Hoffen wir, dass es funktioniert."
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La Croix - Frankreich | Freitag, 11. Juni 2010
Die Fußballweltmeisterschaft kann die Probleme Südafrikas nicht lösen, dennoch ist sie ein Grund zur Freude, meint die katholische Tageszeitung La Croix: » mehr
Die Fußballweltmeisterschaft kann die Probleme Südafrikas nicht lösen, dennoch ist sie ein Grund zur Freude, meint die katholische Tageszeitung La Croix: "Die notwendige Infrastruktur und Organisation sowie die finanziellen Mittel, die für das Großereignis aufgewendet wurden, entsprechen nicht dem üblichen Bild von Afrika - auch wenn das Land von Nelson Mandela für Reichtum und Energie steht. Die ganze Welt wird auf den Schwarzen Kontinent blicken. Es werden für alle Afrikaner Tage des Stolzes sein. Zwar können enorme Ungleichheiten, ganz gleich ob sie alt oder neu sind, Gewalt, enttäuschte Träume, Armut und gesellschaftliche Spaltungen nicht einfach weggezaubert werden. Vielleicht wird es Misserfolge geben. Aber wir sollten uns mit diesem Volk und dieser Nation freuen, die für ihre Fähigkeit bekannt ist, Herausforderungen anzunehmen."
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Latvijas Avīze - Lettland | Freitag, 11. Juni 2010
Für die Tageszeitung Latvijas Avīze ist die Fußball-WM nicht nur von Bedeutung für den Sport, sondern auch für die Politik: » mehr
Für die Tageszeitung Latvijas Avīze ist die Fußball-WM nicht nur von Bedeutung für den Sport, sondern auch für die Politik: "Schon im alten Rom gab sich das Volk mit Brot und Spielen zufrieden. Das größte Ereignis unserer Zeit ist der Fußball, und darum lassen sich die Menschen kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft auch leichter unangenehme Beschlüsse ihrer Machthaber gefallen. In Deutschland beispielsweise glauben Kritiker, das Sparpaket von Kanzlerin Angela Merkel habe nur deshalb keine Welle der Empörung ausgelöst, weil sich die Deutschen eher über die Verletzung von Kapitän Michael Ballack Sorgen machen und weniger über den Rücktritt von Bundespräsident Köhler. Und in Frankreich wird gerade über eine Rentenreform debattiert, und darum ist Präsident Nicolas Sarkozy wie jeder Staatsführer in einer ähnlichen Lage daran interessiert, dass die französische Mannschaft möglichst weit kommt, denn dies würde die Stimmung in der Bevölkerung verbessern und seine Popularität erhöhen."
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El Correo - Spanien | Freitag, 11. Juni 2010
Die am Freitag in Südafrika beginnende Fußballweltmeisterschaft ist eine Chance für Afrika. Und Spanien lässt sie für einige Tage die Krise vergessen, hofft die Tageszeitung El Correo: » mehr
Die am Freitag in Südafrika beginnende Fußballweltmeisterschaft ist eine Chance für Afrika. Und Spanien lässt sie für einige Tage die Krise vergessen, hofft die Tageszeitung El Correo: "Die Fußballweltmeisterschaft, die heute in Südafrika beginnt, ist ein Meilenstein in der Geschichte eines Kontinents, der von Armut und Gewalt gebeutelt ist, der aber auch die Chance hat, seinen Enthusiasmus und Stolz in Solidarität, Frieden und Entwicklung münden zu lassen. Die erste WM, die auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen wird, ist ein Erfolg der friedlichen Revolution von Nelson Mandela und bestätigt das enorme Potenzial einer Weltregion, die Vertrauen in ihre Zukunft benötigt sowie weitere Infrastruktur und eine stärkere Öffnung nach außen. Für die spanische Gesellschaft, die mit ihrer Nationalmannschaft dem Pokalsieg entgegen fiebert, lässt die WM zumindest für einige Tage den Alptraum der Wirtschaftskrise in den Hintergrund treten."
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Dnevnik - Slowenien | Freitag, 11. Juni 2010
Slowenien kann stolz sein, an der Fußballweltmeisterschaft teilnehmen zu dürfen, weil sie nicht nur ein Sportereignis ist, meint die Onlineausgabe der Zeitung Dnevnik: » mehr
Slowenien kann stolz sein, an der Fußballweltmeisterschaft teilnehmen zu dürfen, weil sie nicht nur ein Sportereignis ist, meint die Onlineausgabe der Zeitung Dnevnik: "Obwohl viele Fans wegen der Angst um ihre eigene Sicherheit den Besuch der Weltmeisterschaft abgesagt haben, steht uns trotzdem das bevor, weshalb der Fußball der König unter den Sportarten ist. Es wird wieder deutlich werden, dass es sich nicht nur um ein Spiel von 22 Männern auf dem Platz, sondern vor allem um ein großes Geschäft, eine moderne Religion, nationale Identifikation, um eine der meist beachteten Herausforderungen der modernen Zeit und um Prestige unter den Völkern und Ländern handelt. In Slowenien sind wir uns nicht ganz bewusst, dass unsere Nationalmannschaft in der 19-jährigen Geschichte als selbstständiger Staat bereits zum zweiten Mal ein gleichberechtigter Teil des Klubs von 32 Nationalmannschaften ist, die sich dieses Recht durch das extrem schwierige Qualifikationssystem erkämpft haben."
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Público - Spanien | Donnerstag, 10. Juni 2010
Mit der Fußballweltmeisterschaft will sich Südafrika als moderne Nation von der Rangordnung Brasiliens präsentieren. Dies wird kaum gelingen, meint die linke Tageszeitung Público: » mehr
Mit der Fußballweltmeisterschaft will sich Südafrika als moderne Nation von der Rangordnung Brasiliens präsentieren. Dies wird kaum gelingen, meint die linke Tageszeitung Público: "Der Film Invictus von Clint Eastwood zeigte dem breiten Publikum, wie Nelson Mandela aus der Rugby-WM 1995 das Symbol eines neuen demokratischen, multiethnischen und versöhnten Südafrikas machte. Nun stellt die Fußball-WM eine ähnliche Chance für Jacob Zuma dar. Nicht nur um zu zeigen, dass das System noch immer funktioniert, sondern um sein Land als Supermacht zu präsentieren, die eine ähnliche Rolle anstrebt, wie [Luiz Inácio] Lula in Brasilien. Aber ob er das schafft, ist zweifelhaft. Denn obwohl es 40 Prozent des Bruttosozialprodukts der Region unterhalb der Sahara ausmacht, riesige Mengen an Bodenschätzen hat und Teil der G20-Gruppe ist, ist Südafrika dennoch nicht wie Brasilien. ... Außerdem ist Zuma nicht Lula, und erst recht nicht Mandela."
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Original in Deutsch
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