Europa und der Islam
Rechtspopulisten feiern Erfolge, die Angst vor dem Islam wächst und ganz Europa diskutiert über Integration. Verfolgen Sie die Debatte mit uns [letzter Beitrag vom 14.12.2010].

The Sun - Großbritannien | Dienstag, 14. Dezember 2010
Der mutmaßliche Attentäter von Stockholm hat im nördlich von London gelegenen Luton gewohnt und auch dort studiert. Dass die muslimische Gemeinde dort nichts mit ihm zu tun haben wollte, freut die Boulevardzeitung The Sun: » mehr
Der mutmaßliche Attentäter von Stockholm hat im nördlich von London gelegenen Luton gewohnt und auch dort studiert. Dass die muslimische Gemeinde dort nichts mit ihm zu tun haben wollte, freut die Boulevardzeitung The Sun: "Der in Luton ansässige Selbstmordbomber, der sich in Schweden in die Luft sprengte, war eindeutig ein gefährlicher Fanatiker. Aber es gibt eine positive Seite zu den Enthüllungen über Taimour Abdulwahab al-Abdaly. Es hat sich herausgestellt, dass die große Mehrheit der normalen Gläubigen in seiner Lutoner Moschee nichts übrig hatte für seinen Extremismus. Die Gemeindeführer schickten ihn weg und sagten, dass sie mit seinem Extremismus nichts zu tun haben wollten. Gut für sie. Luton hat einige islamische Hitzköpfe und Anti-Kriegs-Demonstranten. Es gibt aber auch viele weise und verantwortliche Gemeindeführer."
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Jyllands-Posten - Dänemark | Dienstag, 14. Dezember 2010
Nach dem Selbstmordanschlag in Stockholm, der mutmaßlich von Taimour Abdulwahab al-Abdaly begangen wurde, fordert die liberal-konservative Tageszeitung Jyllands-Posten mehr Aktivismus der friedlichen Muslime gegen Islamisten in Europa: » mehr
Nach dem Selbstmordanschlag in Stockholm, der mutmaßlich von Taimour Abdulwahab al-Abdaly begangen wurde, fordert die liberal-konservative Tageszeitung Jyllands-Posten mehr Aktivismus der friedlichen Muslime gegen Islamisten in Europa: "Natürlich sollen die Muslime Europas nicht für die Tat eines Verrückten verantwortlich gemacht werden. Viele muslimische Organisationen haben auch schon Abstand genommen von Taimour Abdulwahab al-Abdaly. Nichtsdestotrotz ist es notwendig, dass die Millionen von friedlichen und integrationswilligen Muslimen in Europa sich noch viel deutlicher von dieser fanatischen Minderheit distanzieren, die Hass sät. ... Es ist mit großen Risiken verbunden, aber zwingend notwendig, dass die friedlichen Muslime sich nicht bloß laut dagegen aussprechen, sondern aktiv zu verhindern versuchen, dass Islamisten Fuß fassen und ihre Hassbotschaft verbreiten."
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Die Weltwoche - Schweiz | Mittwoch, 1. Dezember 2010
Eine europäische Leitkultur basiert vor allem auf griechisch-römischen Werten und weniger auf dem Christentum, meint der Professor an der Universität Bern Beda M. Stadler in der Wochenzeitung Weltwoche mit Blick auf die Sarrazin-Debatte: » mehr
Eine europäische Leitkultur basiert vor allem auf griechisch-römischen Werten und weniger auf dem Christentum, meint der Professor an der Universität Bern Beda M. Stadler in der Wochenzeitung Weltwoche mit Blick auf die Sarrazin-Debatte: "Messen wir also die christliche Kultur an der Realität, an ihren geschaffenen materiellen Gütern und, als vielleicht wichtigstes Kulturgut, an der Anhäufung wissenschaftlicher Erkenntnis. Seit der kulturellen Wiege der Menschheit bei den Assyrern steigerten die darauf folgenden Hochkulturen der Ägypter, Griechen und Römer ihre Kulturleistungen. Was folgte darauf? Ein tausend Jahre währendes Kulturloch. Die Christen waren Meister im Schleifen von Vorgängerkulturen. Mancher Tempelfries ziert noch heute eine hässliche Kirchenfassade. Gemessen an dem, was vorher an Kultur vorhanden war, sind die ersten tausend Jahre Christentum eine Katastrophe, die erst mit der Aufklärung gestoppt werden konnte. Sogenannt christliche Kulturgüter entstanden erst dank neuer säkularer Werte, basierend auf Wissenschaft und Philosophie, welche bis heute unser Leben prägen. Die europäische Leitkultur baut somit weiterhin auf den Werten des einstigen Abendlandes, etwa der griechischen Philosophie und dem römischen Recht, nicht aber auf Judentum und Christentum."
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Die Presse - Österreich | Montag, 29. November 2010
In der Schweiz haben am Sonntag 53 Prozent in einem Referendum für die automatische Ausweisung straffällig gewordener Ausländer gestimmt. Das Referendum war eine Initiative der Schweizer Volkspartei (SVP). Das verdeutlicht eine schizophrene Haltung der Schweizer, kritisiert die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: » mehr
In der Schweiz haben am Sonntag 53 Prozent in einem Referendum für die automatische Ausweisung straffällig gewordener Ausländer gestimmt. Das Referendum war eine Initiative der Schweizer Volkspartei (SVP). Das verdeutlicht eine schizophrene Haltung der Schweizer, kritisiert die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: "Dieses populistische Motiv ist es auch, das - bei allen nachvollziehbaren Argumenten - die Ausschaffungsinitiative durchzieht und damit auch ein gewisses Klima in der Schweiz offenbart, etwa diese verbissene 'Wir sind besser als alle anderen'-Attitüde. Die wachsende Anti-Ausländer-Haltung, bei der es nicht nur gegen Afrikaner und Osteuropäer geht, sondern auch gegen Deutsche oder Österreicher, legt auch eine gewisse Schizophrenie bloß: Auf der einen Seite sollen ausländische Mörder, Räuber und Dealer aus der Schweiz geworfen werden, andererseits wurden und werden dort Gewaltherrscher, Diktatoren, Mafiosi und schwindlige Geschäftemacher, deren Geld oft fragwürdiger Herkunft ist, mit einem 'Grüezi' aufgenommen."
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Politiken - Dänemark | Freitag, 26. November 2010
Aktuellen Meinungsumfragen zufolge lehnen immer mehr Dänen die von der Politik geplante Verschärfung der Ausländergesetze ab. Weder das Punktesystem der bürgerlichen Regierungsparteien für Einwanderer noch das der linken Opposition findet breite Zustimmung, freut sich die sozialdemokratisch orientierte Tageszeitung Politiken: » mehr
Aktuellen Meinungsumfragen zufolge lehnen immer mehr Dänen die von der Politik geplante Verschärfung der Ausländergesetze ab. Weder das Punktesystem der bürgerlichen Regierungsparteien für Einwanderer noch das der linken Opposition findet breite Zustimmung, freut sich die sozialdemokratisch orientierte Tageszeitung Politiken: "Die liberalen Stimmen können endlich wieder gehört werden und taktisches Verhalten bewirkt nichts mehr. Während die Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei, Helle Thorning-Schmidt, und die Vorsitzende der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei, Pia Kjærsgaard, gerade über Dänischsein und die Wertepolitik der Vergangenheit diskutieren, sind die Wähler auf dem Weg in eine neue Richtung. ... Dieser Wähleraufstand ermöglicht es den Parteien, sich wieder in ihren Anschauungen zu unterscheiden und schafft Platz, damit die Politiker - im Gegensatz zum taktischen Mummenschanz der vergangenen Jahre - wieder Positionen diskutieren können. Die Stimmung kann sich ändern, aber die Protestwelle aus dem Wählermeer ist nicht länger aufzuhalten."
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Die Presse - Österreich | Freitag, 26. November 2010
Am kommenden Sonntag sind die Schweizer zu Volksabstimmung über die schnellere Abschiebung straffällig gewordener Ausländer aufgerufen. Die "Ausschaffungsinitiative" stammt von der rechtsnationalen Schweizer Volkspartei (SVP). Doch der Vorschlag dient nur der Volksverhetzung, meint die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse, denn rechtlich ist er nicht umsetzbar: » mehr
Am kommenden Sonntag sind die Schweizer zu Volksabstimmung über die schnellere Abschiebung straffällig gewordener Ausländer aufgerufen. Die "Ausschaffungsinitiative" stammt von der rechtsnationalen Schweizer Volkspartei (SVP). Doch der Vorschlag dient nur der Volksverhetzung, meint die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse, denn rechtlich ist er nicht umsetzbar: "Was für ein schönes Land könnte die Schweiz sein, wären da nicht all die kriminellen Ausländer! So die Botschaft auf den Plakaten der notorisch fremdenfeindlichen Schweizer Volkspartei. ... Die Initiative hat freilich einen Haken: Sie kann nicht umgesetzt werden. Der Text bricht das Freizügigkeitsabkommen mit der EU und gleich auch das Völkerrecht. Dass das Land des Sitzes des UN-Menschenrechtsrats künftig auch in Länder abschiebt, in denen den Betroffenen Folter droht, glaubt die SVP ja wohl selbst nicht. Doch ihr geht es nicht um die Sache, sondern nur darum, jene Ressentiments am Köcheln zu halten, von denen sie sich seit Jahren so gut nährt."
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To Vima Online - Griechenland | Donnerstag, 18. November 2010
Athen ist die einzige europäische Hauptstadt, in der es keine offizielle Moschee gibt. Deshalb haben dort am Dienstag Tausende Muslime das islamische Opferfest im Freien gefeiert. Die linksliberale Tageszeitung To Vima kritisiert die seit bald vierzig Jahren währende Diskussion um den Bau einer Moschee und die heuchlerische Haltung des Staats: » mehr
Athen ist die einzige europäische Hauptstadt, in der es keine offizielle Moschee gibt. Deshalb haben dort am Dienstag Tausende Muslime das islamische Opferfest im Freien gefeiert. Die linksliberale Tageszeitung To Vima kritisiert die seit bald vierzig Jahren währende Diskussion um den Bau einer Moschee und die heuchlerische Haltung des Staats: "Es gibt eine große Heuchelei was die Angelegenheit der Moschee in Athen angeht. Die einzigen, die Klartext reden, sind diejenigen, die sie nicht möchten. … Die Diskussion dauert seit Anfang der 1970er Jahre. In diesem Zeitraum gab es viele Verzögerungen von Seiten des Staates und der Kirche. Und wenn der Bau einer Moschee in den 1970ern ein Akt der Höflichkeit der Junta gegenüber den Regierungen der arabischen Länder gewesen wäre, so ist er heute eine soziale Notwendigkeit. ... Immerhin gibt es in allen anderen westlichen Hauptstädten Moscheen, und in vielen muslimischen Hauptstädten christliche Kirchen."
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De Telegraaf - Niederlande | Dienstag, 16. November 2010
Der Rechtspopulist Geert Wilders hat entschieden, dass der wegen eines Sexualdelikts vorbestrafte Abgeordnete seiner Partei für die Freiheit (PVV), Eric Lucassen, in der Fraktion bleiben darf. Damit ist der von der PVV geduldeten Minderheitsregierung ihre Mehrheit weiterhin sicher. Aber die Entscheidung ist falsch, meint die Boulevardzeitung De Telegraaf: » mehr
Der Rechtspopulist Geert Wilders hat entschieden, dass der wegen eines Sexualdelikts vorbestrafte Abgeordnete seiner Partei für die Freiheit (PVV), Eric Lucassen, in der Fraktion bleiben darf. Damit ist der von der PVV geduldeten Minderheitsregierung ihre Mehrheit weiterhin sicher. Aber die Entscheidung ist falsch, meint die Boulevardzeitung De Telegraaf: "Der Abgeordnete weigert sich offenbar, sein Mandat und die damit verbundene lukrative Vergütung aufzugeben. Damit werden alle Vorurteile bestätigt, gegen die sich PVV-Führer Wilders und seine Fraktion seit der Gründung seiner Partei wehren. Der PVVler hat nach dieser Geschichte im Parlament nichts mehr zu suchen. ... Für das Kabinett ist die Gefahr vorüber, die Mehrheit im Parlament zu verlieren. Das wiegt allerdings nicht die Tatsache auf, dass ein total unzuverlässiger Abgeordneter, der sich als Politiker ausgibt, nicht den Mut hat, selbst die Konsequenzen zu ziehen. Das ist feige und eines Abgeordneten unwürdig."
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Upsala Nya Tidning - Schweden | Mittwoch, 10. November 2010
Auch in Schweden wird den Pogromen gegen jüdische Mitbürger am 9. November 1938 in Nazi-Deutschland gedacht. Die liberale Tageszeitung Upsala Nya Tidning zieht Parallelen zum Umgang mit Muslimen heutzutage in Schweden: » mehr
Auch in Schweden wird den Pogromen gegen jüdische Mitbürger am 9. November 1938 in Nazi-Deutschland gedacht. Die liberale Tageszeitung Upsala Nya Tidning zieht Parallelen zum Umgang mit Muslimen heutzutage in Schweden: "Die Judenhetze gibt es seit Jahrhunderten und die Muster sind wohlbekannt. Dennoch gibt es Autoren und Journalisten, die anscheinend diese sehr offensichtlichen Formen der Verdächtigung nicht wiedererkennen. Die Hetze gegen Muslime ist lange Zeit eher im Verborgenen geschehen, aber jetzt gehört sie zum politischen Arsenal einer im Reichstag vertretenen Partei. Trotzdem gibt es Kommentatoren, die nicht die Parallelen zu der jahrhundertelangen Judenhetze erkennen. Die Praxis der Schwedendemokraten, die Menschheit nach willkürlichen ethnischen, religiösen oder 'kulturellen' Kriterien einzuteilen und zu bewerten, empört zu Recht. Aber es manifestiert sich generell eine ähnliche Denkweise, in der die 'multikulturelle' Gesellschaft umgewandelt wird von einer trivialen Beschreibung der Vielfalt auf der Welt zu einer politischen Ideologie, die vor den Individuen und den menschlichen Gemeinsamkeiten die Augen verschließt und lediglich 'die Gruppe', 'die ethnische Zugehörigkeit' und 'die Kultur' sieht."
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Göteborgs-Posten - Schweden | Freitag, 5. November 2010
Schweden muss sich nicht um junge Arbeitslose sorgen, sondern vielmehr darum, wer die vorhandene Arbeit erledigen soll wenn in den nächsten Jahren fast die Hälfte aller Arbeitnehmer in Rente gehen, meint die Tageszeitung Göteborgs-Posten und fordert, die Integrationshürden für Ausländer abzubauen: » mehr
Schweden muss sich nicht um junge Arbeitslose sorgen, sondern vielmehr darum, wer die vorhandene Arbeit erledigen soll wenn in den nächsten Jahren fast die Hälfte aller Arbeitnehmer in Rente gehen, meint die Tageszeitung Göteborgs-Posten und fordert, die Integrationshürden für Ausländer abzubauen: "Schweden steht vor einem gigantischen Generationenwechsel. Mehr als 1,5 Millionen Menschen gehen in den nächsten 15 Jahren in Rente. Das sind rund 44 Prozent derjenigen, die jetzt auf dem Arbeitsmarkt sind. ... Diejenigen, die sie ersetzen sollen, sind natürlich die Jungen. Aber das reicht nicht. Es gibt nicht genug 20- bis 30-Jährige in Schweden, die die Aufgaben übernehmen können. Schweden muss auch Arbeitskräfte importieren. ... Alle Menschen, die arbeiten können und wollen, werden in Schweden gebraucht, egal woher sie kommen. ... Ein anderer wichtiger Aspekt ist es, die Kompetenzen jener Menschen, die aus anderen Ländern nach Schweden kommen, zu überprüfen und es ihnen so leicht wie möglich zu machen, eine Ausbildung zu komplettieren oder zu vertiefen."
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The Guardian - Großbritannien | Donnerstag, 4. November 2010
Die britische Regierung will weißen Paaren die Adoption schwarzer und asiatischer Kinder erleichtern. Der Entschluss ignoriert, dass ein Bewusstsein der eigenen Herkunft wichtig ist, schreibt Joseph Harker, der als schwarzes Kind weißer Eltern aufwuchs, in der linksliberalen Tageszeitung The Guardian: » mehr
Die britische Regierung will weißen Paaren die Adoption schwarzer und asiatischer Kinder erleichtern. Der Entschluss ignoriert, dass ein Bewusstsein der eigenen Herkunft wichtig ist, schreibt Joseph Harker, der als schwarzes Kind weißer Eltern aufwuchs, in der linksliberalen Tageszeitung The Guardian: "Rasse wird immer eine wichtige Rolle im Leben eines schwarzen oder asiatischen Kindes spielen. Einen Elternteil zu haben, der das aufgrund seiner eigenen, direkten Lebenserfahrung versteht, ist ein Riesenvorteil. Man braucht sich nicht einmal den Kopf darüber zu zerbrechen, ob die Rasse der Eltern haargenau zur Rasse des Kindes passt, was oft kompliziert ist. Ob das Paar schwarz ist, gemischt-rassig oder asiatisch: es wird mit großer Sicherheit die kulturellen Bedürfnisse eines nicht weißen Kindes verstehen. Ja, ein gefestigtes Zuhause ist stets besser als in Pflege zu leben. Aber die Bedeutung von Rasse zu leugnen, beleidigt nicht nur Minderheiten. Es schafft auch das Risiko unnötiger Verwirrung und Not für verletzliche Kinder, die auf staatlichen Schutz hoffen."
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Berlingske - Dänemark | Dienstag, 26. Oktober 2010
Der dänische Premier Lars Løkke Rasmussen hat am Dienstag Einzelheiten einer neuen "Wertepolitik" bekannt gegeben. Dazu gehört auch der teilweise Abriss von Einwanderer-Ghettos. Für die rechtsliberale Tageszeitung Berlingske Tidende ist Rasmussen damit auf dem richtigen Weg: » mehr
Der dänische Premier Lars Løkke Rasmussen hat am Dienstag Einzelheiten einer neuen "Wertepolitik" bekannt gegeben. Dazu gehört auch der teilweise Abriss von Einwanderer-Ghettos. Für die rechtsliberale Tageszeitung Berlingske Tidende ist Rasmussen damit auf dem richtigen Weg: "Die Ausländer- und Integrationspolitik war zum Großteil ein Erfolg. Heute sehen wir weniger Zwangsehen, mehr junge Einwanderer der zweiten Generation - vor allem Frauen - eine Ausbildung machen, und mehr Neudänen mit eigener Wohnung. Das ist alles positiv. Aber die übrigen Probleme werden nur gelöst, wenn der Kampf um die Werte sowohl lokal als auch global geführt wird, an der Basis und ideologisch. Ohne diese Perspektiven macht der Kampf um die Werte keinen Sinn, weil er dann nicht auf der Seite von Freiheit und Demokratie stehen würde."
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Kurier - Österreich | Montag, 25. Oktober 2010
Um die Integrationsdebatte sinnvoll führen zu können, muss auch das Ziel der Integration bestimmt werden, also das, was Identität stiften kann, schreibt Helmut Brandstätter in der Tageszeitung der Kurier und schlägt einen zeitgemäßen Patriotismus vor: » mehr
Um die Integrationsdebatte sinnvoll führen zu können, muss auch das Ziel der Integration bestimmt werden, also das, was Identität stiften kann, schreibt Helmut Brandstätter in der Tageszeitung der Kurier und schlägt einen zeitgemäßen Patriotismus vor: "Womit identifizieren wir uns heute? Mit der EU - wenig. ... Aber wer ist überhaupt Österreicher? Wohl jeder, der hier Heimat spürt, auf Dauer da leben will, Gesetze und Traditionen akzeptiert und bereit ist, etwas für die Allgemeinheit, für Österreich beizutragen. Patriotismus als positives Wir-Gefühl kann aber nur aus einem Zukunftsprojekt entstehen. Das müssen Bund und Länder entwickeln, statt sinnlose Revierkämpfe aufzuführen. Und das Projekt kann nur ein Ziel haben: Wie fördern Leistungen in Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Kultur und Sport und stellen diese international so dar, dass Österreich attraktiv bleibt: für Menschen, die daran glauben, dass sie hier ihre Begabungen ausleben können, dass sie hier mehr erreichen können als anderswo. Das wäre ein zeitgemäßer Patriotismus, ein Österreich-Bewusstsein mit Zukunftschancen."
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Libération - Frankreich | Dienstag, 26. Oktober 2010
Fünf Jahre nach den gewalttätigen Ausschreitungen in den Vororten französischer Großstädte analysiert der Soziologe Didier Lapeyronnie in der linksliberalen Tageszeitung Libération die heutige Lage in diesen Vierteln: » mehr
Fünf Jahre nach den gewalttätigen Ausschreitungen in den Vororten französischer Großstädte analysiert der Soziologe Didier Lapeyronnie in der linksliberalen Tageszeitung Libération die heutige Lage in diesen Vierteln: "Die Banlieues verwahrlosen, seit 2005 ist nichts getan worden. Die Stadtentwicklung hat sich in der Krise aufgelöst, die Stadterneuerung ist gescheitert. Mehr als ein Drittel der Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen wächst rapide. ... Die Ghettoisierung nimmt zu und wird durch eine Mischung aus Untätigkeit, Stigmatisierung und Unterdrückung zu politischen Zwecken genährt sowie durch die zunehmende Trennung der Ethnien und sozialer Gruppen in Städten. Viele Stadtviertel gleiten ab, da sich dort eine arme und hauptsächlich aus Zuwanderern bestehende Bevölkerung konzentriert. Auch wenn das Ghetto der französischen Gesellschaft lange Zeit fremd war - es existiert sehr wohl. Es ist weniger ein Ort als vielmehr eine andere soziale Organisationsform."
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Delo - Slowenien | Montag, 25. Oktober 2010
Zum ersten Mal in der Geschichte Sloweniens wurde am Sonntag ein Schwarzer zum Bürgermeister gewählt. Der aus Ghana stammende Arzt Peter Bossman setzte sich in der Küstenstadt Piran im zweiten Wahlgang durch. Die Tageszeitung Delo kritisiert, dass es in den Medien zuletzt fast ausschließlich um seine Hautfarbe ging: » mehr
Zum ersten Mal in der Geschichte Sloweniens wurde am Sonntag ein Schwarzer zum Bürgermeister gewählt. Der aus Ghana stammende Arzt Peter Bossman setzte sich in der Küstenstadt Piran im zweiten Wahlgang durch. Die Tageszeitung Delo kritisiert, dass es in den Medien zuletzt fast ausschließlich um seine Hautfarbe ging: "Die Öffentlichkeit hat am meisten interessiert, ob Slowenien demokratisch genug ist und man sich traut, in einer der Gemeinden einen Schwarzen zum Bürgermeister zu wählen. Das ist traurig. Doch die meisten Bewohner Pirans haben diese Sorge nicht geteilt. Sie hat vor allem interessiert, welchen Bürgermeister sie wählen sollen, um besser zu leben. ... Unter diesem Blickwinkel bleibt die ach so interessante politische Frage im Land unwichtig, nämlich ob es richtig sei, dass in der Gemeinde Piran ein Schwarzer zum Bürgermeister gewählt wurde. Die Piraner sagen darauf: Was geht uns die Farbe der Katze an? Es ist nur wichtig, dass sie Mäuse fängt."
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Die Zeit - Deutschland | Freitag, 22. Oktober 2010
Ob Integration oder Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, die öffentlichen Debatten in Deutschland wirken hektisch und unsouverän, meint Matthias Krupa in der liberalen Wochenzeitung Die Zeit, was der politischen Ordnung schadet: » mehr
Ob Integration oder Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, die öffentlichen Debatten in Deutschland wirken hektisch und unsouverän, meint Matthias Krupa in der liberalen Wochenzeitung Die Zeit, was der politischen Ordnung schadet: "Mag sein, dass alle Erregung aus derselben Quelle sprudelt: aus einem tief empfundenen Ungenügen an der herrschenden Politik ... . Doch die Proteste und die Debatten dieses Herbstes ... haben zugleich etwas Haltloses, Überschießendes. Sie treten auf in einem Land, das bei aller Unvollkommenheit vergleichsweise gut dasteht. Die Integration von Millionen Menschen führt zu Konflikten, aber in den deutschen Großstädten brennen bislang - zum Glück - nur ein paar Mülleimer. Die Zahl der Arbeitslosen ist von mehr als fünf auf drei Millionen gesunken. ... Heute befördert der Zorn der Bürger die Erosion einer politischen Ordnung, die ohnehin labil geworden ist. Viele tun dabei so, als ließe sich dieses Spiel beliebig oft wiederholen. Als gebe es immer noch eine Partei oder einen Kandidaten in der Hinterhand. Doch die politischen Ressourcen sind begrenzt, und das Vertrauen, das einmal verloren ist, kann man nicht beliebig nachfüllen. Auch Bürger tragen in der Demokratie Verantwortung."
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taz - Deutschland | Mittwoch, 20. Oktober 2010
Als erstes deutsches Staatsoberhaupt hat Bundespräsident Christian Wulff eine Rede im türkischen Parlament gehalten. Er bezeichnete Migranten in Deutschland als eine Bereicherung und erinnerte an die Rechte der christlichen Minderheit in der Türkei. Die linke tageszeitung lobt Wulffs Auftritt: » mehr
Als erstes deutsches Staatsoberhaupt hat Bundespräsident Christian Wulff eine Rede im türkischen Parlament gehalten. Er bezeichnete Migranten in Deutschland als eine Bereicherung und erinnerte an die Rechte der christlichen Minderheit in der Türkei. Die linke tageszeitung lobt Wulffs Auftritt: "Bis dahin umwehte Wulff die Langeweile eines Traumschwiegersohns. Doch auf einmal legt der CDU-Spitzenpolitiker los - und ruderte bisher auch nicht zurück, obwohl er für seine Aussage, der Islam ist Teil Deutschlands, viel Kritik aus den eigenen Reihen erntete. Dass er es außerdem vor dem türkischen Parlament gewagt hat, sowohl die Probleme bei der Integration ('das Verharren in Staatshilfe, Kriminalitätsraten, Machogehabe, Bildungs- und Leistungsverweigerung') anzusprechen wie den immer noch schäbigen Umgang des türkischen Staats mit den so harmlosen Forderungen der winzigen christlichen Minorität in der Türkei - beides zollt einem dann doch Respekt ab. Wenn sich Wulff weiterhin so unerwartet mannhaft gegen die gefährlichen Polemiken à la Sarrazin und Seehofer als Integrator und Aufklärer beweist, darf man schon jetzt von einer wichtigen Präsidentschaft reden."
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Blog Del alfiler al elefante - Spanien | Mittwoch, 20. Oktober 2010
Die Multikulturalität Europas ist bereits Wirklichkeit, und die sollte man akzeptieren statt gegen sie Stimmung zu machen, schreibt Lluís Bassets in seinem Blog Del Alfiler al Elefante: » mehr
Die Multikulturalität Europas ist bereits Wirklichkeit, und die sollte man akzeptieren statt gegen sie Stimmung zu machen, schreibt Lluís Bassets in seinem Blog Del Alfiler al Elefante: "Die Grundfrage ist, ob Europa es akzeptiert, ein Kontinent der Einwanderung zu sein, nachdem er fast zwei Jahrhunderte lang ein Kontinent der Auswanderung war. Es geht nicht darum, irgendeine Entscheidung zu treffen. ... Weder diejenigen, die die Idee einer bunten und multikulturellen Welt ablehnen, noch diejenigen, die diese Mischung als das Beste für die Gesellschaft halten, können viel daran ändern, weil es sich bereits um die Wirklichkeit handelt, die sich nicht mehr umkehren lässt. ... Nun kann man entscheiden, mit welcher Einstellung man dieser neuen Wirklichkeit begegnet: Man kann sie als Folge einer unumkehrbaren Entwicklung akzeptieren und das Beste aus dieser neuen gesellschaftlichen Dynamik machen. Oder man kann die Spannungen, die dieser Wandel zwangsläufig mit sich bringt, weiter anheizen, … oder sogar eine Art gesellschaftlichen und kulturellen 'Kalten Krieg' zwischen Christentum und Islam erklären."
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Sme - Slowakei | Dienstag, 19. Oktober 2010
Die Aussage der deutschen Kanzlerin Angela Merkel über das Scheitern des Multikulti-Ansatzes gilt nach Überzeugung von Petr Morvay in der liberalen Tageszeitung Sme nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa: » mehr
Die Aussage der deutschen Kanzlerin Angela Merkel über das Scheitern des Multikulti-Ansatzes gilt nach Überzeugung von Petr Morvay in der liberalen Tageszeitung Sme nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa: "Multikulti musste gesetzmäßig scheitern, weil es auf Irrtümern und Illusionen beruhte. Vor allem, weil es die grundlegenden kulturellen Unterschiede negierte. Natürlich ist es eine wichtige Bedingung, die Sprache des Gastlands zu beherrschen, um eine vernünftige Ausbildung zu bekommen und Arbeit zu finden, die die Familie ernährt. Am Ende ist aber wichtiger, worüber die Einwanderer reden und zu welchen Werten sie sich bekennen. Das Problem ist nicht, dass in einer europäischen Stadt neben christlichen Kirchen auch eine Moschee steht, sondern was in diesen Gotteshäusern gepredigt wird: Liebe zum Nachbarn, auch wenn er an etwas anderes glaubt, oder im Gegenteil Hass. Multikulti scheitert daran, dass ein Teil der Zuwanderer kein Verständnis für das demokratische System aufbringt, für die Freiheit des Einzelnen, für die Gleichberechtigung der Geschlechter und für die für alle gleichermaßen geltenden Gesetze. Ein Konsens über diese gemeinsamen Werte ist aber die Bedingung für jedes multikulturelle Zusammenleben."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Dienstag, 19. Oktober 2010
Der deutsche Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat in der aktuellen Integrationsdebatte ein Punktesystem zur Einwanderung vorgeschlagen. Es spricht einiges dafür, den Zuzug von Fachkräften auf diese Weise zu steuern, lobt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: » mehr
Der deutsche Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat in der aktuellen Integrationsdebatte ein Punktesystem zur Einwanderung vorgeschlagen. Es spricht einiges dafür, den Zuzug von Fachkräften auf diese Weise zu steuern, lobt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Schon jetzt ist der Fachkräftemangel in einigen Branchen deutlich sichtbar. Und in einem Land mit einer schrumpfenden Bevölkerung wird er sich noch verschärfen. In einer solchen Situation ist es vernünftig, auf Arbeitskräfte aus dem Ausland zu setzen und diese nach Qualifikation, Sprachkenntnissen und dem aktuellen Bedarf ins Land zu lassen. Im Koalitionsvertrag taucht der Begriff Punktesystem zwar nicht auf. Sehr wohl ist dort aber die Rede davon, den Zuzug systematisch an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes auszurichten, nach klaren, transparenten Kriterien. Ein Punktesystem aber ist genau das: klar und transparent. Wenn von Anfang an für jeden Bewerber erkennbar ist, welche Qualifikationen notwendig sind für ein Arbeitsvisum, fallen komplizierte nachträgliche Prüfungen von Auslandsabschlüssen weg. Statt sich in ideologischen Debatten zu verheddern, sollte die Regierung endlich den Mut für eine pragmatische Lösung aufbringen."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Sonntag, 17. Oktober 2010
Die Islamfeindlichkeit ist auf dem Vormarsch in Europa, doch die Scharfmacher begehen grobe Fehler, meint Kolumnist Eric Gujer in der konservativen Neuen Zürcher Zeitung: » mehr
Die Islamfeindlichkeit ist auf dem Vormarsch in Europa, doch die Scharfmacher begehen grobe Fehler, meint Kolumnist Eric Gujer in der konservativen Neuen Zürcher Zeitung: "Zu den Lebenslügen von Geert Wilders und anderen Populisten gehört der Glaube, man könne die ungeliebten Muslime wieder loswerden. Dies ist illusorisch und schon wegen des demografischen Wandels nicht wünschbar. Im Gegenteil, die überalterten Gesellschaften Europas benötigen Einwanderung, wollen sie ihren Lebensstandard halten. Die muslimischen Migranten haben ihren Platz in Europa gefunden, und damit auch der Islam. Diese simple Feststellung sagt allerdings noch nichts darüber aus, in welchem Mass sich der Islam mit den Werten der europäischen Aufklärung verträgt. Darüber kann und soll gestritten werden. Zu den Minimalstandards der Demokratie gehören aber Differenzierungsvermögen und rationaler Diskurs. Wer diese Mindestanforderungen als elitär denunziert und stattdessen empfiehlt, mehr auf des Volkes Stimme und Stimmungen zu hören, macht vernünftige Politik unmöglich."
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Trouw - Niederlande | Montag, 18. Oktober 2010
In der deutschen Integrationsdebatte muss besonders über die Rolle gesellschaftlicher Werte gesprochen werden, meint die Tageszeitung Trouw: » mehr
In der deutschen Integrationsdebatte muss besonders über die Rolle gesellschaftlicher Werte gesprochen werden, meint die Tageszeitung Trouw: "Es gibt es keinen Grund, die Integrationsdebatte zu scheuen. Wie viel Einwanderung wollen wir, welche Bedingungen müssen Immigranten erfüllen und gibt es Werte, die man nicht aufgeben kann? Das sind Fragen, die in einer Integrationsdebatte behandelt werden können. Und zu dieser in einem immer größeren Teil von Europa geführten Debatte hat Deutschland etwas beizutragen. ... Deutschland hat vor einigen Jahren bereits eine Debatte über die 'Leitkultur' begonnen. ... Sie berührte vielleicht sogar den Kern des Problems. Kann unter dem Einfluss von Einwanderung eine Gesellschaft entstehen, in der ganz andere Werte gelten? Oder gibt es unabdingbare Werte, die für jeden, der hier wohnen will, feststehen? Einwanderung führt zu Unsicherheit und daher ist es klug, darüber zu reden."
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Pravda - Slowakei | Montag, 18. Oktober 2010
Die Frage des Zusammenlebens mit Zuwanderern muss dringend diskutiert werden, meint die linke Tageszeitung Pravda angesichts der deutschen Integrationsdebatte: » mehr
Die Frage des Zusammenlebens mit Zuwanderern muss dringend diskutiert werden, meint die linke Tageszeitung Pravda angesichts der deutschen Integrationsdebatte: "Ein Teil der Zuwanderer besteht aus gesuchten, qualifizierten Arbeitskräften, andere belasten die Sozialsysteme. Sie alle bringen bereichernde Traditionen mit, aber auch Gewohnheiten, die Misstrauen erregen. Die Zuwanderer sind somit zugleich vorteilhaft wie problembehaftet. ... Wenn die Politiker aus Angst davor, als Rassisten etikettiert zu werden, nicht auf die Befürchtungen der Gesellschaft vor den Einwanderern reagieren, dann erweisen sie den tatsächlichen Rassisten einen Dienst. ... Mit ihrer Bemerkung, dass Multikulti gescheitert sei, eröffnet Angela Merkel eine Debatte, der sich auch die Slowaken nicht verschließen sollten, trotzdem wir noch wenig Erfahrung mit Zuwanderern haben."
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The Independent - Großbritannien | Montag, 18. Oktober 2010
Mit Blick auf die Äußerungen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, wonach der deutsche Integrationsansatz gescheitert sei, sieht die liberale Tageszeitung The Independent eine europaweite Tendenz: » mehr
Mit Blick auf die Äußerungen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, wonach der deutsche Integrationsansatz gescheitert sei, sieht die liberale Tageszeitung The Independent eine europaweite Tendenz: "Deutschland schließt sich jetzt Frankreich, Belgien, den Niederlanden und - in geringerem Maße - Großbritannien an. Die Regierungen dort stellen ebenfalls den multikulturellen Ansatz in Frage, der jahrelang verfolgt worden ist. Wenn nun der Fokus auf der Integration liegen soll, muss der Wille dazu jedoch auf beiden Seiten vorhanden sein. Nicht nur von den Migranten muss verlangt werden, mehr zu tun. Auch die Regierungen und die einheimische Bevölkerung müssen sich mehr anstrengen. Und dafür braucht man finanzielle Mittel - für Sprachunterricht, bessere Schulbildung und Häuser - und das zu einer Zeit, in der Geld Mangelware ist."
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Dziennik Gazeta Prawna - Polen | Montag, 18. Oktober 2010
Trotz der harten Integration in den USA funktioniert sie dort besser als in Deutschland, meint die Tageszeitung Dziennik Gazeta Prawna und zieht einen Vergleich: » mehr
Trotz der harten Integration in den USA funktioniert sie dort besser als in Deutschland, meint die Tageszeitung Dziennik Gazeta Prawna und zieht einen Vergleich: "In den Schulen bringen sie den Deutschen etwas über Otto I. von Sachsen bei, doch die Schüler interessiert das einfach nicht, denn sie sehen ihn nicht als ihren Vorfahren. In den USA behandeln die staatlichen sozialen Dienste die Einwanderer sehr schlecht - in Deutschland hingegen sehr gut. In Amerika ist die Bildung nicht besonders. Und die zahlreichen Universitäten nehmen zu allem Überfluss auch noch Hochschulgebühren. In den USA verläuft Integration brutal, in Deutschland hingegen milde. Und im Ergebnis gelingt den Deutschen die Integration schlechter als den Amerikanern."
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Lapin Kansa - Finnland | Donnerstag, 14. Oktober 2010
Die Integrationsdebatten in zahlreichen europäischen Ländern sind die Rechnung für eine verfehlte Politik, schreibt der in den USA lehrende Politologe Keijo Korhonen in der Tageszeitung Lapin Kansa: » mehr
Die Integrationsdebatten in zahlreichen europäischen Ländern sind die Rechnung für eine verfehlte Politik, schreibt der in den USA lehrende Politologe Keijo Korhonen in der Tageszeitung Lapin Kansa: "Es ist 50 Jahre her, seit Deutschland für sein 'Wirtschaftswunder' billige und demütige Arbeiter für eine als befristet gedachte Zeit aus Südosteuropa und vor allem der Türkei geholt hat. … In den Vereinigten Staaten ist die dritte Generation der Migranten bereits vollständig amerikanisiert, aber in Deutschland sieht das ganz anders aus. Die Bürger mit Migrationshintergrund haben sich noch nicht mit den Deutschen verschmolzen, ihr Bildungsniveau ist miserabel geblieben und es gibt doppelt so viele Arbeitslose unter ihnen wie unter der Stammbevölkerung. Der deutsche Bankmanager und frühere sozialdemokratische Politiker Thilo Sarrazin hat vor kurzem in ein Wespennest gestochen, als er die Diskussion über Integration in Deutschland angefacht hat. … Er hat eine ernsthafte Debatte über das unzweifelhafte Scheitern der Integrationspolitik in seinem Land begonnen. Wenn wir in Finnland schlau wären, würden wir aus den Fehlern anderer - Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Schweden - lernen. ... Wir können noch eine vernünftige Migrationspolitik entwickeln, von der sowohl die Migranten als auch die einheimische Bevölkerung profitieren."
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Der Standard - Österreich | Dienstag, 12. Oktober 2010
Der Wahlerfolg der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei (FPÖ) bei den Wiener Gemeinderats- und Landtagswahlen zeigt klar, dass Zuwanderung das wichtigste Thema auf der politischen Tagesordnung sein wird, schreibt die liberale Tageszeitung Der Standard: » mehr
Der Wahlerfolg der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei (FPÖ) bei den Wiener Gemeinderats- und Landtagswahlen zeigt klar, dass Zuwanderung das wichtigste Thema auf der politischen Tagesordnung sein wird, schreibt die liberale Tageszeitung Der Standard: "Vielleicht hat es den Schock des Wiener Wahlergebnisses und der 27 Prozent für Straches FPÖ gebraucht, um der Stadt und dem Land endlich klar und unmissverständlich vor Augen zu führen: Zuwanderung ist das Thema - und wie man damit umgeht, ist die Aufgabe der nächsten Jahre. Soll man sie in der Migrantenstadt Wien mit einer RotSchwarz-Koalition angehen, die auf Bundesebene an dieser Frage jämmerlich scheitert? Es wäre zwar mühsam, aber realistischerweise bietet nur eine Koalition aus Rot und Grün die Chance, auf diese Herausforderung einigermaßen adäquat zu reagieren. … Und es ist keineswegs gesagt, dass sie das traditionell gute Verhältnis der Stadtverwaltung mit der Wirtschaft, die auch an Integration interessiert ist, ernsthaft stören würde. Der alte Haudegen Häupl [sozialdemokratischer Bürgermeister] müsste sich nur trauen. Sonst könnte der nächste Wahlerfolg der Strachetruppe noch drastischer ausfallen."
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Bild - Deutschland | Montag, 11. Oktober 2010
Horst Seehofer, der Chef der konservativen Koalitionspartei CSU aus Bayern, hat am vergangenen Freitag eine Zuwanderungsstopp für Türken und Araber gefordert. Damit irrt er gewaltig, meint das Boulevardblatt Bild: » mehr
Horst Seehofer, der Chef der konservativen Koalitionspartei CSU aus Bayern, hat am vergangenen Freitag eine Zuwanderungsstopp für Türken und Araber gefordert. Damit irrt er gewaltig, meint das Boulevardblatt Bild: "Mit seiner Forderung nach einem Zuwanderungsstopp für Ausländer hat sich der CSU-Chef ... verzockt! Selbst die wichtige Lufthoheit über den Stammtischen wird er so nicht zurückerobern. Dafür ist der Stammtisch zu klug! Es geht nicht darum, KEINE Ausländer mehr ins Land zu lassen. Es geht darum, WER zu uns kommt und wie sehr er bereit ist, sich zu integrieren. Seinen neuen Kreuzzug für das christliche Abendland startete Seehofer bewusst an dem Wochenende, als Kanzlerin Merkel den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan traf. Diese gezielte Provokation lässt nur den Schluss zu: Seehofer steht innerparteilich das Wasser bis zum Hals! Die CSU nur bei 38 Prozent, mit [Verteidigungsminister] Guttenberg ein starker Konkurrent im Nacken - da greift man nach jedem Strohhalm."
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Sme - Slowakei | Freitag, 8. Oktober 2010
In Bratislava ist der Bau einer Moschee geplant. Die liberale Tageszeitung Sme vergleicht die slowakische Debatte über den Islam als Teil der westlichen Zivilisation mit der deutschen Diskussion: » mehr
In Bratislava ist der Bau einer Moschee geplant. Die liberale Tageszeitung Sme vergleicht die slowakische Debatte über den Islam als Teil der westlichen Zivilisation mit der deutschen Diskussion: "Der Satz des deutschen Bundespräsidenten Wulff über die Zugehörigkeit des Islam zur deutschen Gesellschaft, der wie eine unschuldige Einladung zum Dialog klang, hat eine stürmische Debatte ausgelöst. Kanzlerin Merkel ergänzte sofort, dass in Deutschland immer noch das Grundgesetz gilt, nicht die Scharia. Aber der Geist war da schon aus der Flasche. ... Die Mehrheit der Deutschen glaubt nicht an Multikulti und fürchtet die Muslime. Das ist kein geeigneter Boden für einen Dialog. ... In der Slowakei beginnt die Debatte über die Moschee in Bratislava und gleichzeitig gibt es nicht genügend Platz für eine Diskussion darüber, ob das Land ausreichend modern und tolerant ist. Man kann nicht nach Toleranz rufen und zugleich die diffamieren, die an dieser Toleranz zweifeln. Wenn in Bratislava einst die Moschee stehen wird, dann sollte sich niemand vor ihr fürchten müssen. Den Deutschen ist dieser Spagat nicht gelungen."
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Blog Del alfiler al elefante - Spanien | Donnerstag, 7. Oktober 2010
Die neue Regierungskoalition in den Niederlanden aus Christdemokraten und Rechtsliberalen ist auf die Unterstützung durch die islamfeindliche Partei für die Freiheit von Geert Wilders angewiesen. Lluís Bassets beschreibt in seinem Blog Del Alfiler al Elefante das zentrale Dilemma in der politischen Debatte des Landes: » mehr
Die neue Regierungskoalition in den Niederlanden aus Christdemokraten und Rechtsliberalen ist auf die Unterstützung durch die islamfeindliche Partei für die Freiheit von Geert Wilders angewiesen. Lluís Bassets beschreibt in seinem Blog Del Alfiler al Elefante das zentrale Dilemma in der politischen Debatte des Landes: "Es ist in der Tat eine Schande, dass eine aus demokratischen und zivilisierten Parteien bestehende Regierung nur mithilfe der Unterstützung durch eine Partei bestehen kann, die sich grundsätzlich gegen Einwanderung ausspricht und gegen eine Religion, den Islam, die sie für gefährlich und zerstörerisch hält. Aber es ist ebenfalls eine Schande, dass es als Delikt gilt, sich kritisch über den Islam zu äußern oder ihn für eine gefährliche oder zerstörerische Religion zu halten, so wie viele andere das von anderen Religionen oder sogar von der Religion als solcher denken mögen. Die Summe dieser beiden unglücklichen Umstände ist alarmierend und macht gleichzeitig die Stärke von Wilders aus. Eine Gesellschaft, die nicht davor zurückschreckt, einen Rassisten oder einen Ausländerfeind als Regenten zuzulassen und gleichzeitig das Recht auf Gotteslästerung zurückweist, steuert direkt auf einen unkontrollierbaren Konflikt zu."
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Dnevnik - Slowenien | Mittwoch, 6. Oktober 2010
Bei den Kommunalwahlen in Slowenien kandidiert zum ersten Mal in der Geschichte Sloweniens ein Schwarzer für das Amt des Bürgermeisters. Der Arzt Peter Bossman tritt in der Küstenstadt Piran an. Das ist eine Chance für Slowenien, meint die links-liberale Tageszeitung Dnevnik: » mehr
Bei den Kommunalwahlen in Slowenien kandidiert zum ersten Mal in der Geschichte Sloweniens ein Schwarzer für das Amt des Bürgermeisters. Der Arzt Peter Bossman tritt in der Küstenstadt Piran an. Das ist eine Chance für Slowenien, meint die links-liberale Tageszeitung Dnevnik: "Die Slowenen lehnen Menschen wegen ihrer Hautfarbe nicht a priori auf allen Gebieten ab. Im sozialistischen Slowenien gab es viele Ärzte unterschiedlicher Herkunft ... Doch es ist eine Sache, Arzt zu sein, und eine andere, nach den Insignien der Macht und der Entscheidungsgewalt über die 'richtigen Einheimischen' zu greifen. ... Wenn Bossman gewählt wird, bedeutet das für Slowenien unaufhaltsame Veränderungen. Dann würde nicht nur Bossman seine Konkurrenten besiegen. Slowenien würde sich selbst, seine Vorurteile und Stereotype besiegen."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Dienstag, 5. Oktober 2010
Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders steht seit Montag in Amsterdam vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Anstachelung zum Rassenhass und Diskriminierung von Muslimen vor. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny fragt nach den Gründen, warum Rechtspopulisten so erfolgreich sind: » mehr
Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders steht seit Montag in Amsterdam vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Anstachelung zum Rassenhass und Diskriminierung von Muslimen vor. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny fragt nach den Gründen, warum Rechtspopulisten so erfolgreich sind: "Sie brauchen für ihr Wirken ein passendes Umfeld wie die Wirtschaftskrise oder die Bilder von Terroranschlägen. Und natürlich den täglichen Kontakt mit der zunehmenden Zahl von Zuwanderern. ... Und es braucht jemanden, der die Ängste der Öffentlichkeit so anspricht, dass ein überzeugendes Feindbild entsteht. ... Der dritte Teil der Antwort liegt im Versagen der etablierten Parteien, ... die sich um die Integration der Zuwanderer bemüht und dabei die Sorgen der Mehrheitsgesellschaft vergessen haben. ... Wilders lässt sich jetzt die Unterstützung der Regierung bezahlen. Wie erfolgreich er sein wird, liegt auch an den Parteien, die ihm bislang ratlos gegenüber stehen."
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The Sunday Times - Großbritannien | Montag, 4. Oktober 2010
Das jahrzehntelange Bestreben um Multikulturalität in Großbritannien hat den Rassismus nicht etwa verschwinden lassen, sondern noch verstärkt, meint Minette Marrin in der konservativen Sonntagszeitung The Sunday Times: » mehr
Das jahrzehntelange Bestreben um Multikulturalität in Großbritannien hat den Rassismus nicht etwa verschwinden lassen, sondern noch verstärkt, meint Minette Marrin in der konservativen Sonntagszeitung The Sunday Times: "Das offizielle Beharren auf einer multikulturellen Gesellschaft, auf positiver Diskriminierung und darauf, den überall präsenten 'institutionellen Rassismus' aufzudecken, haben zu einer Befangenheit gegenüber Ethnien geführt und damit zu einer Apartheid- und Opferrollen-Kultur für viele Gruppen. ... Viele Menschen, ich eingeschlossen, sagen seit Jahren, dass uns Multikulturalität und positive Diskriminierung entzweit haben. Sie haben unsere gemeinsame Kultur sowie unsere gemeinsamen Bindungen geschwächt und statt ihrer durch alle öffentliche Einrichtungen und über sie hinaus eine Kultur von Angst und Ablehnung gegenüber Ethnien geschaffen. Die idiotischen Beispiele von Grundschullehrern, die sich weigern, Geschichten über Schweine vorzulesen aus Furcht, sie könnten Muslime beleidigen, sind die Spitze eines Eisbergs von Angst und Schuld, der unter der Oberfläche der Gesellschaft lauert."
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Trouw - Niederlande | Freitag, 1. Oktober 2010
In den Niederlanden haben der designierte Ministerpräsident Mark Rutte von der rechtsliberalen VVD und der Christdemokrat Maxime Verhagen von der CDA das Programm ihrer geplanten Minderheitsregierung vorgestellt, die Geert Wilders tolerieren will. Dabei zeigte der Rechtspopulist seine zerstörerische Kraft, schreibt die Tageszeitung Trouw: » mehr
In den Niederlanden haben der designierte Ministerpräsident Mark Rutte von der rechtsliberalen VVD und der Christdemokrat Maxime Verhagen von der CDA das Programm ihrer geplanten Minderheitsregierung vorgestellt, die Geert Wilders tolerieren will. Dabei zeigte der Rechtspopulist seine zerstörerische Kraft, schreibt die Tageszeitung Trouw: "Sogar die angekündigten Maßnahmen rund um Immigration und Integration kann man nicht als extrem qualifizieren. Die Niederlande werden mit diesem Koalitionsvertrag nicht zum Außenseiter in Europa, was Spitzenpolitiker der Nachbarländer befürchten. ... [Mit der Programmvorstellung] reichten Rutte und Verhagen der gesamten Gesellschaft die Hand. Die Tücke lag in den Bemerkungen von Geert Wilders. ... Er sagte, dass er von Begriffen wie 'verbinden' und 'Brücken bauen' nichts hält. Er kündigte außerdem an, den Islam weiter als eine gefährliche politische Ideologie zu bekämpfen. Die Geste von Rutte und Verhagen wurde so in ein paar Sätzen zur Makulatur. Das zeigt erneut, wie unglücklich die gewählte Konstruktion dieser Minderheitsregierung ist."
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Jyllands-Posten - Dänemark | Donnerstag, 30. September 2010
Heute vor fünf Jahren hat die dänische Tageszeitung Jyllands-Posten zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und damit in der muslimischen Welt gewaltsame Proteste ausgelöst. Jetzt fragt die rechtsliberale Zeitung, auf welche Weise man sich der neuen Situation zunehmend multikultureller Gesellschaften und einer weltweiten Vernetzung von Informationen stellen kann: » mehr
Heute vor fünf Jahren hat die dänische Tageszeitung Jyllands-Posten zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und damit in der muslimischen Welt gewaltsame Proteste ausgelöst. Jetzt fragt die rechtsliberale Zeitung, auf welche Weise man sich der neuen Situation zunehmend multikultureller Gesellschaften und einer weltweiten Vernetzung von Informationen stellen kann: "Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine ist, der Devise zu folgen: Wenn du mein Tabu akzeptierst, akzeptiere ich deines. ... Wenn es verboten ist, religiöse Gefühle zu verletzten, muss auch die Verletzung der Gefühle von Atheisten strafbar werden. In einer solchen Welt wird es bald schwierig, überhaupt etwas zu sagen, was nicht mit der Begründung, irgend jemand könne sich gekränkt fühlen, verboten werden kann. Die zweite Möglichkeit besteht darin, darauf zu drängen, dass in einer zivilisierten Gesellschaft niemand das Sonderrecht einfordern darf, nicht gekränkt zu werden. In einer solchen Rechtsgesellschaft ist die Anwendung von Gewalt die natürliche Grenze der Meinungsfreiheit, wenn man in Frieden und Sicherheit leben will. Leider bevorzugen viele die Perspektive des gekränkten Fundamentalisten - oft mit hehren Motiven, aber blind dafür, dass dies dramatische Folgen für die Freiheit hat. Diese Debatte ist wichtiger als je zuvor."
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Dnevnik - Slowenien | Donnerstag, 23. September 2010
Immer wenn Europa in der Krise steckt, sind in den Augen der Politiker die Ausländer an allem schuld, kritisiert die linke Tageszeitung Dnevnik mit Blick auf den Erfolg rechter Populisten wie zuletzt in Schweden: » mehr
Immer wenn Europa in der Krise steckt, sind in den Augen der Politiker die Ausländer an allem schuld, kritisiert die linke Tageszeitung Dnevnik mit Blick auf den Erfolg rechter Populisten wie zuletzt in Schweden: "Dies gilt für arme wie reiche Länder. Letztes Jahr war es noch Mode über die Schweiz die Nase zu rümpfen, weil man dort bei einem Referendum ein Gesetz angenommen hat, dass den Bau von Minaretten verbietet ... . Interessant. 20 Prozent der Bewohner der Schweiz sind Einwanderer. Die Schweiz, die nicht zur EU gehört, wirkt noch liberal gegenüber Ausländern. In Italien, das auf dem Hass gegen Ausländer ein modernes politisches System aufgebaut hat, gibt es nur sechs Prozent Ausländer. In Großbritannien sind es nur zehn Prozent. In Schweden, dem neuesten Land, das diesen Modetrend entdeckt hat, sind neun Prozent der Bewohner nicht skandinavischer Herkunft. Immer wenn der Kontinent in der Krise steckt, sind die Ausländer schuld und man macht sie systematisch fertig. Sie sind so handlich, weil es nur wenige gibt."
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La Repubblica - Italien | Donnerstag, 23. September 2010
Mit Blick auf die Roma-Abschiebungen aus Frankreich ruft der französische Historiker Jacques Le Goff in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica zum Dialog auf und bezieht sich dabei auf die Wurzeln Europas: » mehr
Mit Blick auf die Roma-Abschiebungen aus Frankreich ruft der französische Historiker Jacques Le Goff in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica zum Dialog auf und bezieht sich dabei auf die Wurzeln Europas: "Als Historiker glaube ich, dass die tausendjährige Geschichte Europas von der Vielfalt der Völker, der Vermischung der Kulturen und ihrer fortschreitenden Integration geprägt war. Europa ist aus der Verschmelzung der so genannten römischen, gallisch-römischen oder spanisch-römischen Völker ... mit den so genannten Barbaren entstanden, ein Wort, das heute aus dem Wortschatz der Historiker verbannt ist. Heute verachten wir zum Glück niemanden mehr, der nicht einer so genannten höheren Kultur angehört: Historiker und all diejenigen, die gesellschaftlichen Einfluss haben, sollten zeigen, dass das besondere Merkmal Europas seine Fähigkeit zur Integration unter Berücksichtigung der Andersartigkeit ist. Sicher, die Probleme der Integration von Ausländern, die sich heute in ganz Europa zeigen, hängen auch von der gestiegenen Zahl der Migranten der letzten Jahre ab. Aber wir sollten nicht vergessen, dass in der Spätantike und im Mittelalter die jeweiligen Zahlen der so genannten Barbaren - Kelten, Germanen und Slawen - die durch Europa zogen, weit höher waren."
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Ta Nea - Griechenland | Dienstag, 21. September 2010
Albanische Migranten, die seit mehreren Jahren in Griechenland leben, äußern sich immer öfter rassistisch gegenüber asiatischen Migranten, und es gibt Vermutungen, dass sie jüngst an rassistischen Übergriffen gegen afghanische Flüchtlinge in Athen teilgenommen haben. Der albanische Kolumnist Gazmend Kaplani analysiert in der linksliberalen Tageszeitung Ta Nea die Hintergründe: » mehr
Albanische Migranten, die seit mehreren Jahren in Griechenland leben, äußern sich immer öfter rassistisch gegenüber asiatischen Migranten, und es gibt Vermutungen, dass sie jüngst an rassistischen Übergriffen gegen afghanische Flüchtlinge in Athen teilgenommen haben. Der albanische Kolumnist Gazmend Kaplani analysiert in der linksliberalen Tageszeitung Ta Nea die Hintergründe: "Wahrscheinlich ist der Rassismus wie verdorbenes Essen, das den Organismus vergiftet. Diejenigen, die davon gegessen haben, kotzen meistens andere Menschen voll. Solche, die sich unterscheiden und die schwächer sind als sie selbst. Und während man kotzt, sagt man: 'Wir waren anders. Wir waren nicht wie diese.' Damit einem so etwas nicht passiert, muss man an sich selbst hart und viel arbeiten und sich an die eigene Vergangenheit erinnern. ... Je unsicherer man sich fühlt, desto weiter unten befindet man sich in der Gesellschaft, und desto mehr sucht man nach einem Sündenbock. Und desto leichter kann man rassistischen und faschistischen Ideen verfallen."
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Berlingske - Dänemark | Montag, 20. September 2010
Der Einzug der rechtspopulistischen Schwedendemokraten in den Reichstag hängt nach Ansicht der liberalen Tageszeitung Berlingske Tidende mit der fehlenden Diskussion über Integration von Einwanderern zusammen: » mehr
Der Einzug der rechtspopulistischen Schwedendemokraten in den Reichstag hängt nach Ansicht der liberalen Tageszeitung Berlingske Tidende mit der fehlenden Diskussion über Integration von Einwanderern zusammen: "Allzu lang wurde die Integration von Einwanderern - eines der dringendsten Probleme Schwedens - unterdrückt. Für den ausländischen Beobachter ist es erstaunlich gewesen, dass Schweden soviel politische Korrektheit besitzt, dass eine Debatte über die Einwanderung nicht zum 'guten Ton' gehört. Dies lähmt die grundlegende Diskussion darüber, wie man bestmögliche Integration erreicht. Diese Debatte ist für Schweden eine gewaltige Last, wie man sehen kann, wenn man die Migrantenghettos in Malmö, Göteborg und die Satellitenstädte um Stockholm besucht. Integration ist ein unbekannter Begriff, und genau an dieser Stelle entsteht eine Parallelgesellschaft."
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Jornal de Negócios - Portugal | Mittwoch, 8. September 2010
Die Thesen des Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin stellen nach Meinung der Wirtschaftszeitung Jornal de Negócios einen Fall intellektueller Eitelkeit und moralischer Würdelosigkeit dar, schneiden aber ernste Probleme an: » mehr
Die Thesen des Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin stellen nach Meinung der Wirtschaftszeitung Jornal de Negócios einen Fall intellektueller Eitelkeit und moralischer Würdelosigkeit dar, schneiden aber ernste Probleme an: "Sarrazin hat mit einer Verschleierungstaktik gebrochen, die angesichts des wachsenden Widerstands in Berlin gegen den EU-Beitritt der Türkei ohnehin nicht sehr viel länger gehalten hätte. Die politischen Rechtfertigungen neigen dazu, sich mit dem Erhalt einer laizistischen oder auf christlichen Wurzeln aufbauenden Europäischen Union zu vermischen. Damit ist die EU aber in beiden Fällen zur Aufnahme eines Landes mit mehr als 70 Millionen mehrheitlich sunnitischen und alevitischen Muslimen unfähig. ... Der Fall Sarrazin eröffnet eine polemische Diskussion, die durch die Verweigerung der deutschen Parteien, Fragen der Integration muslimischer Einwanderer zu diskutieren, hinausgezögert wurde."
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Der Standard - Österreich | Donnerstag, 9. September 2010
Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hat am Mittwoch das neue Integrationsprogramm der Bundesregierung vorgestellt. Integration kann aber nicht von oben befohlen werden, meint die Tageszeitung Der Standard: » mehr
Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hat am Mittwoch das neue Integrationsprogramm der Bundesregierung vorgestellt. Integration kann aber nicht von oben befohlen werden, meint die Tageszeitung Der Standard: "Das Thema Integration wird die Deutschen noch jahrelang beschäftigen. Sie selbst bekommen immer weniger Kinder, sie sind auf Zuwanderung angewiesen. Viele Jahre lang dominierte dabei jedoch der Familiennachzug bei den Zuwanderern. Auf Facharbeiter wurde kaum Wert gelegt. Das rächt sich nun, da im Ingenieursland Deutschland Facharbeitermangel herrscht. Umso mehr muss sich die Politik anstrengen, weitere Hilfen zu geben. Mehr Migranten als Lehrer und Islam-Unterricht an staatlichen Schulen sind konsequente Schritte. Aber es ist - leider - keine Lösung, die binnen weniger Monate alle Missstände beseitigt. Das Versäumte nachzuholen dauert und braucht seine Zeit. Integration kann man nicht mit schrillen Tönen von oben verordnen."
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Népszabadság - Ungarn | Dienstag, 7. September 2010
Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin artikuliert mit seinen Thesen über muslimische Einwanderer bestehende Ängste in Deutschland und Europa, schreibt die linksliberale Tageszeitung Népszabadság, auch wenn er stark verallgemeinert: » mehr
Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin artikuliert mit seinen Thesen über muslimische Einwanderer bestehende Ängste in Deutschland und Europa, schreibt die linksliberale Tageszeitung Népszabadság, auch wenn er stark verallgemeinert: "Sarrazin provoziert nicht nur meisterhaft, sondern er jongliert auch gekonnt mit Halbwahrheiten und Verallgemeinerungen. ... Das Problem, das er anspricht, ist dennoch real: Nicht bloß in Deutschland, sondern in ganz Europa geht die Angst vor den Minderheiten um, deren Geburtenraten höher sind als jene der Mehrheitsgesellschaften, und die die kulturellen Werte ihrer Gastländer nicht immer teilen. ... Fast jedes Land hat seine eigene Minderheit, seien es Türken, Araber oder Zigeuner. Und jedes Land hat oder wird seinen Sarrazin haben, der den politisch korrekten, öffentlichen Diskurs torpediert. Es ist keine gute Strategie, die Probleme zu verdrängen und unter den Teppich zu kehren. Wir müssen der Realität ins Auge blicken."
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Financial Times Deutschland - Deutschland | Freitag, 3. September 2010
Skandalautor Thilo Sarrazin muss die Deutsche Bundesbank verlassen. Der Vorstand nennt als Grund mangelnde politische Mäßigung. So richtig die Trennung von ihrem allseits kritisierten Vorstandsmitglied ist, so marionettenhaft erschien die Bundesbank, meint die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland: » mehr
Skandalautor Thilo Sarrazin muss die Deutsche Bundesbank verlassen. Der Vorstand nennt als Grund mangelnde politische Mäßigung. So richtig die Trennung von ihrem allseits kritisierten Vorstandsmitglied ist, so marionettenhaft erschien die Bundesbank, meint die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland: "Die Bundesbank ist ein Mythos. Sie gilt als unabhängig und unbestechlich, verpflichtet allein dem Ziel der Preisstabilität. Doch in dieser quälend langen Woche wirkte ihr Präsident alles andere als unabhängig. Das lag vor allem an der Politik, die zwar lauthals Sarrazins Abberufung forderte, aber gleichzeitig so tat, als hätte sie mit der ganzen Sache nicht das Geringste zu tun. Angesichts der guten Ratschläge von Kanzlerin, Opposition und sogar vom Bundespräsidenten schien [Bundesbankpräsident] Weber passiv und getrieben. Daran ändert auch der jetzige Vorstandsbeschluss wenig. Die einst so stolze Bundesbank steht da als Marionette der Politik. ... Wenn die Politik etwas aus dem Fall Sarrazin mitnehmen kann, dann den Auftrag, endlich klare Verantwortlichkeiten zu schaffen. Wer eine unabhängige Bundesbank will, der sollte ihr auch eine eigene Personalpolitik zugestehen."
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nrc.next - Niederlande | Donnerstag, 2. September 2010
Die Rechtspopulisten sind auf den Vormarsch in den USA, Frankreich, den Niederlanden und nun auch in Deutschland, meint der Kolumnist Bas Heijne in der Tageszeitung nrc.next. Er sieht eine größer werdende kulturelle Kluft zwischen verunsicherten, wütenden Bürgern und einer aufgeklärten Elite: » mehr
Die Rechtspopulisten sind auf den Vormarsch in den USA, Frankreich, den Niederlanden und nun auch in Deutschland, meint der Kolumnist Bas Heijne in der Tageszeitung nrc.next. Er sieht eine größer werdende kulturelle Kluft zwischen verunsicherten, wütenden Bürgern und einer aufgeklärten Elite: "So vorhersehbar die Rhetorik der Rechtspopulisten inzwischen ist, so nichtssagend ist auch die prinzipielle Empörung, mit der darauf reagiert wird. Es bleibt bei schönen Worten. ... Die eine Gruppe strebt in ihrer Sprache nachdrücklich Objektivität an (der Rechtsstaat, der Gleichheitsgrundsatz). Die andere ist unbekümmert subjektiv ('echte und unechte Franzosen'), romantisch ('Restoring Honor'), dramatisch (der Anti-Islamfilm 'Fitna') und unheilverheißend ('Deutschland schafft sich ab'). Es ist nicht schwer festzustellen, welche Sprache in unserer Medienkultur die meisten anspricht. ... Wer dagegen angehen will, muss eine neue, attraktive Sprache lernen. Sie muss, genau wie die der Populisten, vom täglichen Leben ausgehen, spielerisch und herausfordernd sein, werbend und angreifend. Weniger Prinzipien bitte und mehr Leidenschaft."
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taz - Deutschland | Donnerstag, 2. September 2010
Das neue Buch von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin wird von den etablierten Medien meist als islamfeindlich und populistisch abgelehnt. Markus Linden hält die einseitig negative Sichtweise auf das Phänomen des Populismus aber für falsch und schreibt in der linken tageszeitung: » mehr
Das neue Buch von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin wird von den etablierten Medien meist als islamfeindlich und populistisch abgelehnt. Markus Linden hält die einseitig negative Sichtweise auf das Phänomen des Populismus aber für falsch und schreibt in der linken tageszeitung: "Die öffentliche Auseinandersetzung über politische Streitfragen - seien es Moscheebauten, die Integrationspolitik oder Bildungsgutscheine für Hartz-IV-Empfänger - ist oft geradezu eine Grundvoraussetzung dafür, die Positionen von Minderheiten überhaupt erst ins allgemeine Bewusstsein zu bringen. In solchen Fällen erweist der Populist seiner eigenen Haltung oft einen Bärendienst, die Demokratie wird hingegen befördert. ... Der Populismus erhebt sich und politisiert die Gesellschaft. Wenn richtig auf ihn reagiert wird, schwindet aber auch seine Unterstützung in der Bevölkerung. Der Populist schafft quasi seine eigenen Grundlagen ab. Dieser Prozess ist natürlich kein Selbstläufer, wie die Beispiele erfolgreicher rechtspopulistischer Parteien in Österreich und den Niederlanden zeigen. Die Alternative - eine Entpolitisierung, die das Ökonomische zum entscheidenden Ausschlusskriterium werden und die Intoleranz geräuschlos glimmen lässt - ist indes wenig wünschenswert. ... In jedem Fall befördert Sarrazins völkisch inspirierter Amoklauf die politisierte Diskussion. Und das ist gut so."
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Financial Times Deutschland - Deutschland | Dienstag, 31. August 2010
Die islamfeindlichen Äußerungen des Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin beschädigen auch das Image seines Arbeitgebers, meint die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland: » mehr
Die islamfeindlichen Äußerungen des Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin beschädigen auch das Image seines Arbeitgebers, meint die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland: "Um sein Buch zu vermarkten, hat er seine altbekannten Thesen von der Verdummung Deutschlands noch einmal zugespitzt und sich so noch stärker in die Nähe von Ausländerfeinden gerückt. Wäre Sarrazin immer noch Landespolitiker, wäre dies nur ein Fall für die Parteigremien. Die Öffentlichkeit könnte sich an den Thesen reiben, wie sie es in seiner Berliner Zeit [als Finanzsenator] immer getan hat. Doch Sarrazin ist seit Mai 2009 kein Politiker mehr, sondern Bundesbanker. Und als solcher muss er sich laut internem Ethikkodex 'jederzeit in einer Weise verhalten, die das Ansehen der Bundesbank und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Bundesbank aufrechterhält und fördert'. Diese Regel hat Sarrazin verletzt - ganz bewusst und zum wiederholten Male."
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Público - Spanien | Dienstag, 31. August 2010
Die Europäische Union muss für eine klare Linie in Sachen Migration und Staatsbürgerschaft sorgen, sonst führt das zu einer Verschärfung der Migrationspolitik der einzelnen Mitgliedsstaaten, befürchtet der Politologe Alfonso Egea de Haro in der linken Tageszeitung Público: » mehr
Die Europäische Union muss für eine klare Linie in Sachen Migration und Staatsbürgerschaft sorgen, sonst führt das zu einer Verschärfung der Migrationspolitik der einzelnen Mitgliedsstaaten, befürchtet der Politologe Alfonso Egea de Haro in der linken Tageszeitung Público: "Man könnte meinen, dass die EU-Staaten und die Europäische Union eine bessere Integrationspolitik machen müssten. Schließlich basiert die EU ja auf der Bewegungsfreiheit der Personen (und nicht nur auf dem freien Warenverkehr). Ein Konzept, das außerdem der europäischen Staatsbürgerschaft einen Sinn verleiht. Aber das Fehlen einer einheitlichen Migrationspolitik und einer gemeinsamen Staatsbürgerschaft führen zu einer zunehmenden Verschärfung der Politik in den einzelnen Staaten. Auf der einen Seite nutzen sie die Beispiele anderer Länder als Vorwand (Italien hat in Bezug auf die Roma-Viertel ähnliche Maßnahmen wie Frankreich angekündigt). Auf der anderen Seite schürt die Bewegungsfreiheit die Angst davor an, dass eine zu laxe Politik dazu führen könnte, zum Hauptziel der Migrationsströme zu werden."
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Berlingske - Dänemark | Dienstag, 31. August 2010
Vor den Parlamentswahlen in Schweden am 19. September hat der schwedische Fernsehsehsender TV4 den rechtspopulistischen Schwedendemokraten die Ausstrahlung eines Werbespots mit islamfeindlichem Inhalt verweigert. Die konservative Tageszeitung Berlingske Tidende sieht dies als symptomatisch für eine unterdrückte, jedoch längst fällige Debatte über Einwanderung: » mehr
Vor den Parlamentswahlen in Schweden am 19. September hat der schwedische Fernsehsehsender TV4 den rechtspopulistischen Schwedendemokraten die Ausstrahlung eines Werbespots mit islamfeindlichem Inhalt verweigert. Die konservative Tageszeitung Berlingske Tidende sieht dies als symptomatisch für eine unterdrückte, jedoch längst fällige Debatte über Einwanderung: "Tatsache ist, dass die EU-Länder von alternden Bevölkerungen beherrscht sind. Wir brauchen Menschen, die willens und in der Lage sind, zu Wachstum und Wohlstand beizutragen, und die geistig und kulturell Teil der westlichen Gesellschaft sein möchten. Dänemark und die anderen Länder, die die Bremsen gezogen und dringliche Debatten zugelassen haben, können die übrige EU lehren, dass Einwanderung gesteuert werden muss. So lassen sich Probleme lösen, ehe sie groß werden. Gewiss können Debatten unbequem sein, zu Vereinfachungen führen und man kann daran Anstoß nehmen. Aber was ist die Alternative zu einer freien, offenen Demokratie? Die Abwesenheit einer offenen Debatte ist weitaus schlimmer."
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La Stampa - Italien | Dienstag, 31. August 2010
Das islamkritische Buch des SPD-Mitglieds Thilo Sarrazin wirft das Licht auf eine dunkle Seite Deutschlands, die nicht verschwiegen werden darf, meint die liberale Tageszeitung La Stampa: » mehr
Das islamkritische Buch des SPD-Mitglieds Thilo Sarrazin wirft das Licht auf eine dunkle Seite Deutschlands, die nicht verschwiegen werden darf, meint die liberale Tageszeitung La Stampa: "Jetzt ist die Aufgabe Thilo Sarrazin zugefallen, das Schweigen zu brechen. ... Sarrazin wird dafür wohl mit dem Ausschluss aus der sozialdemokratischen Partei und möglicherweise auch aus der Bundesbank büßen müssen. Aber Vorsicht, denn wer genau hinhört, vernimmt Ansichten, die weit mehr als nur Sarrazin teilen. ... Soziologen beschreiben eine Parallelgesellschaft mit ganzen Stadtvierteln, die ein Eigenleben führen, mit Einwohnern, die nur untereinander heiraten, nur ihre eigene Sprache sprechen, nur zu ihren Ärzten gehen, ihre Kreditinstitute haben und religiöse Schulen besuchen, jedoch den Kontakt mit dem Land meiden, in dem sie leben. Irgendetwas hat im deutschen Integrationsmodell nicht funktioniert. Auch wenn Thilo Sarrazin die schlimmsten Worte gewählt hat, um es zu sagen, so bleibt das Problem bestehen."
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Kurier - Österreich | Montag, 30. August 2010
Kritik an der deutschen Integrationspolitik ist durchaus berechtigt, schreibt die Tageszeitung Der Kurier, doch darf sie nicht so verletzend daher kommen wie im Buch von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin: » mehr
Kritik an der deutschen Integrationspolitik ist durchaus berechtigt, schreibt die Tageszeitung Der Kurier, doch darf sie nicht so verletzend daher kommen wie im Buch von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin: "Das meiste, was Sarrazin ausspricht, ist bekannt. Er hat die Fakten, leicht überspitzt formuliert, zusammengestellt und zieht eigene Schlussfolgerungen: Die Politik lügt sich aus ideologischen Gründen - nicht nur in Deutschland - die Probleme muslimischer Immigration schön. Und gefährdet damit die Zukunft. Auch wenn die meisten Fachleute ihm im Befund überwiegend recht geben (seinen dramatischen Folgerungen nicht), wäre Sarrazin wohl ein wenig beachteter Warner geblieben, von denen es wissenschaftlich seriösere gibt. ... Dass eine ehrlichere Diskussion fällig ist, beweist auch der Mediensturm nach dem geschickten Vorabdruck von Sarrazins Buch in Spiegel und Bild. Eine offene Gesellschaft (und nicht nur die SPD, wie ihr oberstes Parteigericht befand) muss die aushalten, ja hat sie sogar nötig. Nicht aber verletzende Provokation aus höchst bequemer Position und intellektueller Eitelkeit."
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Blog Achse des Guten - Deutschland | Sonntag, 29. August 2010
Am heutigen Montag stellt Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin sein umstrittenes Buch Deutschland schafft sich ab vor. Ihm zufolge wird Deutschland durchschnittlich dümmer, weil die Geburtenrate in der Unterschicht und bei meist schlecht qualifizierten muslimischen Migranten höher ist als unter Akademikern. Ein wichtiger Beitrag zur Debatte um Einwanderer, meint Richard Wagner im Blog Achse des Guten: » mehr
Am heutigen Montag stellt Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin sein umstrittenes Buch Deutschland schafft sich ab vor. Ihm zufolge wird Deutschland durchschnittlich dümmer, weil die Geburtenrate in der Unterschicht und bei meist schlecht qualifizierten muslimischen Migranten höher ist als unter Akademikern. Ein wichtiger Beitrag zur Debatte um Einwanderer, meint Richard Wagner im Blog Achse des Guten: "Es geht um die Frage, ob wir für dieses Deutschland als Teil des Westens und der europäischen Idee, als Verbündeter der Vereinigten Staaten und Israels, weiterhin wirken wollen, oder ob wir uns der 'multikulturellen Demokratie' zuwenden, dem Kulturrelativismus, und den Rechtsstaat zu Gunsten einer anatolischen Basargesellschaft mit religiösen Faustregeln aufgeben wollen, die aller christlichen Theologie widersprechen. ... Es geht darum, ob wir weiterhin die Freiheit als Zentrum unserer Lebensweise betrachten wollen, von der Meinungsfreiheit bis zur Unternehmensfreiheit, die Gleichstellung der Geschlechter, die Selbstverantwortung der Bürgerschaft, oder ob wir uns mit der 'kultursensiblen' Transformation unserer Gesellschaft abfinden wollen, mit der Enteuropäisierung unseres Landes. Der Sozialdemokrat Sarrazin hat mit seinen Äußerungen den Blick der Öffentlichkeit auf ein Thema gelenkt, über das man nicht mehr hinwegsehen kann."
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Le Jeudi - Luxemburg | Donnerstag, 26. August 2010
In Luxemburg leben Menschen verschiedener Nationalitäten, aber nicht zusammen, meint die Wochenzeitung Le Jeudi und übt Kritik an der luxemburgischen Gesellschaft: » mehr
In Luxemburg leben Menschen verschiedener Nationalitäten, aber nicht zusammen, meint die Wochenzeitung Le Jeudi und übt Kritik an der luxemburgischen Gesellschaft: "Man sagt, sie sei glücklich und wohlhabend. Aber dahinter sieht man ein Land, in dem Chancengleichheit für den Hauptteil der Ausländer Wunschdenken bleibt. ... Die verschiedenen Gruppen leben mehr oder weniger gut zusammen und vermischen sich wenig. Freunde, Ehemänner und sogar Arbeitgeber werden aus einem Kreis gleicher Staatsangehörigkeit, Sprache oder Kultur ausgewählt. Mehr als 90 Prozent der Luxemburger haben einen luxemburgische Ehegatten. Das gleiche gilt für die Portugiesen. Das 'Multikulti' zeigt sich gern an Feiertagen, aber man erlebt es viel seltener im Alltag. Unter solchen Bedingungen ist es schwierig, 'die Gesellschaft' Luxemburgs einzuschätzen."
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Der Standard - Österreich | Freitag, 27. August 2010
Das neue Buch Deutschland schafft sich ab des deutschen Bundesbankers und SPD-Politikers Thilo Sarrazin sorgt für Schlagzeilen. Die Tageszeitung Der Standard kritisiert das Werk insbesondere wegen seiner Darstellung muslimischer Zuwanderer: » mehr
Das neue Buch Deutschland schafft sich ab des deutschen Bundesbankers und SPD-Politikers Thilo Sarrazin sorgt für Schlagzeilen. Die Tageszeitung Der Standard kritisiert das Werk insbesondere wegen seiner Darstellung muslimischer Zuwanderer: "Muslime in Deutschland sind faule Säcke, die nur zwei Lebensziele haben: den deutschen Sozialstaat auszuplündern und pausenlos für die Vermehrung ihrer ohnehin unnützen Spezies zu sorgen. Das sind - grob zusammengefasst - die Thesen des deutschen Bundesbankers Thilo Sarrazin, vormals SPD-Finanzsenator in Berlin, die er nun in einem Buch postuliert. ... Man muss auch kein Psychologiestudium vorweisen, um zu wissen, dass bloßes Draufhauen nicht viel Mut macht. Bei Sarrazin gibt es ja nicht mal Schwarz-Weiß, es gibt nur Schwarz. Die vielen positiven Beispiele von Integration ignoriert er schlicht. Es riecht stark nach Selbstdarstellung und Lust an der Provokation auf Kosten anderer. Wäre Sarrazin tatsächlich an besserer Integration interessiert, dann wäre er heute noch Politiker und nicht Bundesbanker."
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Le Monde - Frankreich | Dienstag, 24. August 2010
Die These vom Kampf der Kulturen des US-amerikanischen Politologen Samuel P. Huntington bietet den Vorteil, mit ihr die gegenwärtige Weltlage besser begreifen zu können, meint die ehemalige niederländische Abgeordnete und Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali in der Tageszeitung Le Monde: » mehr
Die These vom Kampf der Kulturen des US-amerikanischen Politologen Samuel P. Huntington bietet den Vorteil, mit ihr die gegenwärtige Weltlage besser begreifen zu können, meint die ehemalige niederländische Abgeordnete und Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali in der Tageszeitung Le Monde: "Wo liegen die Gemeinsamkeiten bei der Auseinandersetzung um das Bauprojekt einer Moschee zwei Häuserblocks von Ground Zero entfernt, der Abschiebung US-amerikanischer Missionare aus Marokko Anfang des Jahres, dem Minarett-Verbot in der Schweiz letztes Jahr und dem aktuellen Burka-Verbot in Frankreich? Diese vier Ereignisse werden in westlichen Medien als Problem religiöser Toleranz dargestellt. Aber darum geht es nicht. In Wirklichkeit sind es Symptome, die Samuel Huntington ... als 'Kampf der Kulturen' bezeichnete, insbesondere zwischen dem Islam und der westlichen Welt. ... Der größte Vorteil des Huntington-Modells der internationalen Beziehungen ist, dass es die Welt so widerspiegelt wie sie ist, und nicht wie wir sie gern hätten. Es ermöglicht uns, zwischen unseren Freunden und Feinden zu unterscheiden. Und es hilft uns, die inneren Konflikte verschiedener Kulturen einzuordnen."
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România Liberă - Rumänien | Freitag, 20. August 2010
Frankreich hat am Donnerstag mit der Abschiebung von Roma nach Rumänien begonnen. Die konservative Tageszeitung România Liberă sucht in diesem Zusammenhang nach Gründen für die gescheiterte Integration in Rumänien: » mehr
Frankreich hat am Donnerstag mit der Abschiebung von Roma nach Rumänien begonnen. Die konservative Tageszeitung România Liberă sucht in diesem Zusammenhang nach Gründen für die gescheiterte Integration in Rumänien: "Auch wir verteidigten die kulturelle Identität der Zigeuner mittels eines fadenscheinigen Anfalls von Multikulturalismus. Die Behörden in Bukarest, allen voran Staatschef Băsescu, sprachen vom 'nomadenhaften' Charakter der Zigeunerkultur und von der Ungerechtigkeit kollektiver Lösungen. Doch ist genau das der Grund, warum die Integrationsprogramme nicht funktionieren: Es reicht nämlich nicht aus, ein paar Uniplätze [für Roma] zu reservieren, Sozialwohnungen zu finanzieren und ein paar Dutzend ansehnliche Seminare pro Jahr zu organisieren. Wenn man jemanden integrieren will, geht es nicht um die Idee, die Freuden der 'nomadenhaften' Kulturen zu kultivieren, sondern sie abzuändern, so unerhört das auch klingen mag. Multikulturalismus ist nichts anderes als ein ungeheurer geistiger Betrug, der nichts mit 'Toleranz' und 'Offenheit' zu tun hat, der aber sehr viel dazu beiträgt, die eigene Kultur auszuhöhlen."
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