Angst vor nuklearer Katastrophe
Die schwer beschädigten Reaktoren des havarierten AKW Fukushima-1 sind noch immer nicht unter Kontrolle. Während die atomare Verseuchung in Japan zunimmt, versetzt die Gefahr einer Katastrophe wie in Tschernobyl die gesamte Welt in Schrecken. [letzter Beitrag vom 31.5.2011]

Mladá fronta Dnes - Tschechien | Donnerstag, 26. Mai 2011
In Deutschland mehren sich die politischen Anzeichen für einen baldigen Atomausstieg. Doch dieser kommt die Nachbarn teuer zu stehen, klagt die liberale Tageszeitung Mladá fronta dnes: » mehr
In Deutschland mehren sich die politischen Anzeichen für einen baldigen Atomausstieg. Doch dieser kommt die Nachbarn teuer zu stehen, klagt die liberale Tageszeitung Mladá fronta dnes: "Tschechien wird das schnell spüren. Die Entwicklung alternativer Energiequellen wird ernste Folgen haben. Schon jetzt destabilisieren diese alternativen Quellen die Stromleitungen in Teilen Europas stark. Damit es nicht zum Zusammenbruch der Netze kommt, werden die Nachbarn Milliarden in ihre Leitungen investieren müssen. Das wird die Energie verteuern. ... Hundertprozentig sicher ist zudem, dass die Abhängigkeit Europas von Erdgasimporten wachsen wird. Gazprom hat schon jetzt Preissteigerungen von derzeit 350 auf demnächst 500 Dollar für 1.000 Kubikmeter angekündigt. Mit der teurer werdenden Energie sinkt aber auch die Konkurrenzfähigkeit der europäischen Industrie. Dabei ist die Atomindustrie die einzige Branche weltweit, die systematisch alle Havarien analysiert und die Regeln für den Betrieb der Atommeiler aktualisiert. In der chemischen Industrie, die vergleichbar gefährlich ist, gibt es derlei nicht."
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Corriere del Ticino - Schweiz | Donnerstag, 26. Mai 2011
Die Schweizer Regierung hat am Mittwoch den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Die fünf bestehenden Atomkraftwerke sollen nach dem Ende ihrer Laufzeit ersatzlos vom Netz genommen werden, das letzte etwa 2034. Eine vorschnelle Entscheidung, kritisiert die liberale Tageszeitung Corriere del Ticinio: » mehr
Die Schweizer Regierung hat am Mittwoch den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Die fünf bestehenden Atomkraftwerke sollen nach dem Ende ihrer Laufzeit ersatzlos vom Netz genommen werden, das letzte etwa 2034. Eine vorschnelle Entscheidung, kritisiert die liberale Tageszeitung Corriere del Ticinio: "Die Aussicht auf umweltschädlichere Energiequellen und auf den Import von Atomstrom aus Frankreich, falls der Energiebedarf nicht zu erschwinglichen Preisen gedeckt wird, scheint keine gute Perspektive. ... Auf dem Spiel steht die Umstellung des Schweizer Energiesystems auf erneuerbare und sichere Energien. ... Das ist ein intelligentes Ziel. Es zeugt kaum von Weitsichtigkeit, Fristen und Vorgangweisen strikt festzusetzen und von vornherein die Möglichkeit auszuschließen, dass die Technologie, die heute mit Überschallgeschwindigkeit voranschreitet, in den nächsten zwei Jahrzehnten nicht auch neue Lösungen im Bereich der Kernenergie finden wird."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Montag, 23. Mai 2011
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Wochenende bestätigt, dass Deutschland in zehn Jahren ohne Atomstrom auskommen will. Gleichzeitig ist immer noch unklar, wie die nach dem Unfall in Fukushima angedachten Stresstests für die europäischen AKW aussehen sollen. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny hält beides für fragwürdig: » mehr
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Wochenende bestätigt, dass Deutschland in zehn Jahren ohne Atomstrom auskommen will. Gleichzeitig ist immer noch unklar, wie die nach dem Unfall in Fukushima angedachten Stresstests für die europäischen AKW aussehen sollen. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny hält beides für fragwürdig: "Existieren überhaupt Tests, die sämtliche Gefahren enthüllen und eliminieren können? Sicherheit ist am Ende immer ein Kompromiss zwischen dem technisch wie menschlich Möglichen und dem, was sich finanziell schultern lässt. Es stellt sich die Frage, inwieweit der derzeitige Widerstand gegen die Atomenergie nur kurzfristige politische Agitation ist oder eine langfristige politische Strategie. Wenn Europa ohne Atomenergie leben will, dann sollte es sich erst dann dafür entscheiden, wenn es sich die Frage beantworten kann, was diese Energie ersetzen soll. Versuche mit erneuerbaren Energien führen erkennbar ebenso in eine Sackgasse wie die Rückkehr zur Kohle."
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taz - Deutschland | Mittwoch, 18. Mai 2011
Keines der 17 deutschen AKW erfüllt laut des Berichts der Reaktorsicherheitskommission (RSK) die höchsten Anforderungen. Der Bericht nutzt nach Ansicht der linken tageszeitung in erster Linie der Atom-Lobby: » mehr
Keines der 17 deutschen AKW erfüllt laut des Berichts der Reaktorsicherheitskommission (RSK) die höchsten Anforderungen. Der Bericht nutzt nach Ansicht der linken tageszeitung in erster Linie der Atom-Lobby: "Die Autoren räumen selbst ein, dass die Zeit zu knapp, die Datenlage zu ungenügend war, um en detail zu analysieren, welches AKW wie unsicher ist. Entsprechend vage ist, was aus dem Bericht folgt - nichts Neues. Dass die meisten deutschen AKW gar nicht oder zu wenig gegen Flugzeugabstürze gesichert sind, wusste man seit Langem. Fukushima hat daran kein Jota geändert. ... Aber: Die RSK bescheinigt den hiesigen AKW bei allen Mängeln 'große Robustheit'. Muss man dann also so schnell aussteigen? Die Gefahr, dass die AKW-Lobby diesen eilig verfassten Bericht für ihre Zwecke nutzt, liegt auf der Hand."
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Le Monde - Frankreich | Mittwoch, 18. Mai 2011
Der plötzliche Sturz des französischen beinahe-Präsidentschaftskandidaten Dominique Strauss-Kahn ist ein ebenso unglaublicher Ausnahmefall wie die Atom-Katastrophe in Fukushima, meint Hervé Kempf in der linksliberalen Tageszeitung Le Monde. Beide Ereignisse lassen Rückschlüsse auf unsere Gesellschaft zu: » mehr
Der plötzliche Sturz des französischen beinahe-Präsidentschaftskandidaten Dominique Strauss-Kahn ist ein ebenso unglaublicher Ausnahmefall wie die Atom-Katastrophe in Fukushima, meint Hervé Kempf in der linksliberalen Tageszeitung Le Monde. Beide Ereignisse lassen Rückschlüsse auf unsere Gesellschaft zu: "Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen beiden unvorstellbaren Ereignissen? Ja, denn sie wirken an derselben Logik mit. Einer Logik der Maßlosigkeit oder Hybris, ein Konzept aus der griechischen Antike. Die Hybris bezeichnete den Stolz, der den Menschen dazu treibt, das rechte Maß zu überschreiten und Dinge zu wollen, die über das hinausgehen, was das Schicksal für ihn bestimmt hat. Diese Vorstellung entfaltet sich heute aufs Neue. Denn unsere Kultur legt eine unstillbare Gier an den Tag, während unser Lebensraum an Grenzen stößt, an denen er die Auswirkungen des menschlichen Handelns nicht länger auffangen kann, ohne selbst Schaden zu nehmen. ... Die Griechen assoziierten mit der Hybris eine eigene Strafe, die Nemesis oder Zerstörung: Das exzessive Verlangen nach Macht, Geld und Sex führt denjenigen in die Katastrophe, der Spielball dieses Verlangens ist."
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The Irish Times - Irland | Dienstag, 26. April 2011
Trotz der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima ist Kernkraft noch immer eine bedeutende Energiequelle, schreibt die liberale Tageszeitung The Irish Times: » mehr
Trotz der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima ist Kernkraft noch immer eine bedeutende Energiequelle, schreibt die liberale Tageszeitung The Irish Times: "Das Nuklearmaterial wird noch 100.000 Jahre strahlen. Solche Fakten waren ein großer Rückschlag für die Atomindustrie und führten dazu, dass in den 1990er Jahren weniger Anlagen gebaut wurden. ... Doch mit dem technologischen Fortschritt wurden diese Sorgen geringer. Zugleich wuchs das Bewusstsein, dass der Klimawandel durch Treibhausgase verursacht wird. Die schnelle wirtschaftliche Entwicklung in Asien und Lateinamerika basiert hauptsächlich auf fossilen Brennstoffen. Natürliche Energiequellen reichen nicht aus und Nuklearenergie erscheint daher als attraktive Alternative. In der ganzen Welt liefern rund 430 Nuklearreaktoren in 31 Staaten rund 15 Prozent des Strombedarfs. Die Atomindustrie muss aber eine skeptische Öffentlichkeit davon überzeugen, dass sie für Katastrophen nicht anfällig ist, wenn sie als effiziente, verantwortliche, kostengünstige und relativ saubere Technologie akzeptiert werden will."
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Karjalainen - Finnland | Dienstag, 26. April 2011
Zum 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl beklagt die liberale Tageszeitung Karjalainen die weiterhin große Abhängigkeit von der Kernkraft und fordert die Entwicklung alternativer Energiequellen: » mehr
Zum 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl beklagt die liberale Tageszeitung Karjalainen die weiterhin große Abhängigkeit von der Kernkraft und fordert die Entwicklung alternativer Energiequellen: "Das Unglück von Tschernobyl war Folge eines missglückten wissenschaftlichen Versuchs. ... Nach dem Unfall wurde der Welt versichert, dass sich vergleichbare Unfälle durch neue Reaktortypen, strengere Sicherheitsanforderungen und bessere Kontrollen vermeiden lassen. ... Aber wie das Unglück von Fukushima gezeigt hat, sind nicht alle Unfälle zu verhindern. ... Dennoch kann vorerst nicht auf Kernenergie verzichtet werden, denn die anderen vorhandenen Möglichkeiten der Energieerzeugung reichen einfach nicht aus, um den derzeitigen Energiebedarf der Welt zu decken. ... Auch weiterhin ist die Entwicklung von neuen und sichereren Formen der Energieproduktion nötig."
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Lidové noviny - Tschechien | Dienstag, 26. April 2011
Ungeachtet der Katastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren und des jüngsten Atomunfalls in Fukushima warnt die konservative Tagszeitung Lidové noviny vor Hysterie: » mehr
Ungeachtet der Katastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren und des jüngsten Atomunfalls in Fukushima warnt die konservative Tagszeitung Lidové noviny vor Hysterie: "Die ersten Befürchtungen nach Tschernobyl über hunderttausende Tote bestätigten sich nicht. Niemand kann behaupten, die Gegend sei heute eine Idylle. Aber die Natur dort hat sich schnell regeneriert. ... Die heutigen Reaktoren sind viel sicherer. Dennoch können wir nicht zufrieden sein. Über die Havarie in Fukushima wissen wir aus seriösen Quellen noch zu wenig, um ein abschließendes Urteil fällen zu können. Es gibt aber auch Studien darüber, wie viele Menschen an den Folgen der Emissionen aus Kohlekraftwerken sterben und wie viele Kumpel jährlich in Kohlegruben ums Leben kommen. Diesen Zahlen fehlt lediglich die spektakuläre Kulisse eines beschädigten Reaktors. Der individuelle Autoverkehr tötet jedes Jahr unvergleichlich mehr Menschen als eine atomare Havarie. Vielleicht sollten die Anti-Atom-Aktivisten besser für ein Verbot von Autos kämpfen."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Mittwoch, 20. April 2011
Italiens Regierung hat am Dienstag entschieden, die Pläne für einen Wiedereinstieg in die Atomenergie vorerst aufzugeben. Ende März war bereits ein Planungsmoratorium verkündet worden. Dem Land fehlt eine klare Energiepolitik, meint die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: » mehr
Italiens Regierung hat am Dienstag entschieden, die Pläne für einen Wiedereinstieg in die Atomenergie vorerst aufzugeben. Ende März war bereits ein Planungsmoratorium verkündet worden. Dem Land fehlt eine klare Energiepolitik, meint die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Bis gestern war die Atomenergie im Namen eines politischen wie technologischen Schuldeingeständnisses nach der Abkehr von 1987 ... ein klares Ziel. Heute ist sie ein aufzugebendes oder zumindest für die Regierung aufschiebbares Ziel, wegen einer Stimmung in der Bevölkerung, die von Fukushima ausgelöst wurde. ... Dieser verständliche Opportunismus, diese politische Vorsicht, lässt sich leicht mit den bevorstehenden Kommunalwahlen im Mai erklären. ... Von wissenschaftlicher Debatte und programmatischer Ernsthaftigkeit keine Spur. Wir sind in Italien. Im Land, in dem es schlicht und ergreifend keine Energiepolitik gibt."
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Diário Económico - Portugal | Freitag, 15. April 2011
Sowohl der Umgang mit dem Unglück im Kernkraftwerk von Fukushima als auch die Bewältigung der globalen Finanzkrise haben ein schlechtes globales Risikomanagement gezeigt, meint der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz in der Wirtschaftszeitung Diário Económico: » mehr
Sowohl der Umgang mit dem Unglück im Kernkraftwerk von Fukushima als auch die Bewältigung der globalen Finanzkrise haben ein schlechtes globales Risikomanagement gezeigt, meint der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz in der Wirtschaftszeitung Diário Económico: "Beide Ereignisse halten drastische Lehren über Risiken für uns parat, und wie schlecht Märkte und Gesellschaften mit diesen umgehen. Natürlich sind das tragische Erdbeben ... und die Finanzkrise ... in gewissem Sinne nicht vergleichbar. Doch was die Kernschmelze in Fukushima angeht, zieht sich ein gemeinsamer roter Faden durch diese beiden Ereignisse. ... Die wirtschaftswissenschaftliche und psychologische Forschung hilft uns, zu verstehen, warum wir beim Management dieser Risiken derart schlechte Arbeit leisten. Wir haben kaum eine empirische Grundlage für die Einschätzung seltener Ereignisse; ... Wir haben kaum Anreize, genau nachzudenken. Im Gegenteil, wenn andere die Kosten begangener Fehler tragen, begünstigen die bestehenden Anreize sogar Selbsttäuschungen. Ein System, dass die Verluste verstaatlicht und die Gewinne privatisiert, ist von vornherein zum Risiko-Missmanagement verurteilt."
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Libération - Frankreich | Montag, 18. April 2011
Am Wochenende hat der Konzernchef des Unglückskernkraftwerks in Fukushima angekündigt, dass es noch drei Monate dauern wird, bis die Kühlung der Reaktoren und des Abklingbeckens in Fukushima sichergestellt sein werden. Die linksliberale Tageszeitung Libération meint, dass es noch lange dauern wird, bis die Welt vollständig auf Kernenergie verzichten kann: » mehr
Am Wochenende hat der Konzernchef des Unglückskernkraftwerks in Fukushima angekündigt, dass es noch drei Monate dauern wird, bis die Kühlung der Reaktoren und des Abklingbeckens in Fukushima sichergestellt sein werden. Die linksliberale Tageszeitung Libération meint, dass es noch lange dauern wird, bis die Welt vollständig auf Kernenergie verzichten kann: "Das Drama nimmt kein Ende, der Notzustand hält an. Das Gefühl der Verlassenheit ist bei den Überlebenden in der Region und den 80.000 Menschen, die umsiedeln mussten, so stark wie nie zuvor. Sie wissen nicht, ob sie eines Tages nach Hause zurückkehren können. ... Dieser Countdown läuft nicht nur für die Japaner, sondern für alle Großmächte. Seriöse Forscher bestätigen, dass es mindestens drei bis vier Jahrzehnte dauern wird, um eine realistische Alternative zur Atomenergie zu etablieren. Niemand hat also mit der Kernenergie abgeschlossen. Und auch nicht mit Fukushima und seinen verheerenden Folgen."
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Kansan Uutiset - Finnland | Mittwoch, 13. April 2011
Die japanische Atomaufsichtsbehörde hat die Havarie im Atomkraftwerk Fukushima 1 auf die gleiche Stufe wie die Katastrophe in Tschernobyl gesetzt. Und noch immer ist das tatsächliche Ausmaß des Unglücks unklar, beklagt die linke Wochenzeitung Kansan Uutiset in ihrer Internetausgabe: » mehr
Die japanische Atomaufsichtsbehörde hat die Havarie im Atomkraftwerk Fukushima 1 auf die gleiche Stufe wie die Katastrophe in Tschernobyl gesetzt. Und noch immer ist das tatsächliche Ausmaß des Unglücks unklar, beklagt die linke Wochenzeitung Kansan Uutiset in ihrer Internetausgabe: "In Fukushima wurde wahr, was niemals hätte passieren dürfen. ... Die beschädigten Atomkraftwerke in Fukushima werden noch jahrelang strahlen. Auch wenn auf dem Gelände enorm geschuftet wird, um die Probleme zu verringern, so gibt es noch immer kein vollständiges Bild vom Ausmaß der Katastrophe. Der Betreiber Tepco hat jedoch davor gewarnt, dass die Strahlung noch höher ansteigen könnte, als die nach dem Unglück von Tschernobyl. Besorgniserregend ist zudem, dass die Rettungskräfte die Lage in den beschädigten Kraftwerken von Fukushima offensichtlich noch immer nicht völlig im Griff haben - leider."
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Der Standard - Österreich | Dienstag, 12. April 2011
Die japanische Regierung hat am Montag angekündigt die Evakuierungszone rund um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima 1 auszuweiten. Die linksliberale Tageszeitung Der Standard begrüßt diesen Schritt, kritisiert aber die Informationspolitik Japans hinsichtlich der Atomkatastrophe: » mehr
Die japanische Regierung hat am Montag angekündigt die Evakuierungszone rund um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima 1 auszuweiten. Die linksliberale Tageszeitung Der Standard begrüßt diesen Schritt, kritisiert aber die Informationspolitik Japans hinsichtlich der Atomkatastrophe: "Denn die Informationen, die in diesem einen Monat ... die Öffentlichkeit erreichten, dürften bei vielen Betroffenen mehr diffuse Unruhe als greifbare Angst hinterlassen haben, stellen doch die Angaben über Strahlenwerte, die der Kraftwerksbetreiber Tepco oder Behörden seither veröffentlichten, ob ständig wechselnder Messwerte selbst Atomenergieexperten immer wieder vor Rätsel. Zynisch gesagt: Panikmache kann man den Verantwortlichen nicht vorwerfen. Diese Art von Informationspolitik lädt aber dazu ein, sämtliche Angaben zur Lage anzuzweifeln. Sie gibt Grund zur Annahme, dass bei der Krisenkommunikation auch taktische Überlegungen mitspielen. Diese sind aber absolut fehl am Platz, wenn von Informationen die Gesundheit tausender Menschen abhängt."
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Le Quotidien - Luxemburg | Mittwoch, 6. April 2011
Die Atomkatastrophe in Japan hat der Ökologie-Bewegung in Luxemburg neuen Auftrieb verliehen, meint die Tageszeitung Le Quotidien, denn auch die Unternehmen erkennen nun die Vorteile einer nachhaltigen Entwicklung: » mehr
Die Atomkatastrophe in Japan hat der Ökologie-Bewegung in Luxemburg neuen Auftrieb verliehen, meint die Tageszeitung Le Quotidien, denn auch die Unternehmen erkennen nun die Vorteile einer nachhaltigen Entwicklung: "Umweltschützer liegen nicht nur voll im Trend, sondern verfügen nun auch über wirtschaftliche Argumente. Das lässt auch die Unternehmen aufhorchen. Lange hat man gedacht, bei den Umweltschützern handele es sich um eine Gruppe Erleuchteter, die zu allem bereit sind, um unseren Planeten zu retten. Jeder, der die Rettung der Erde mit wirtschaftlichen Interessen vereint, zeigt heute einen gewissen Pragmatismus. Die Forderungen der Umweltschützer, unsere exzessiven Konsumgewohnheiten radikal zu ändern und den verschwenderischen Lebensstil aufzugeben, scheinen in diesem Licht gar nicht mehr so schlimm. ... Manchmal bedarf es nicht viel, um weiterhin Gewinne einzufahren ohne die Umwelt in Mitleidenschaft zu ziehen. Auf globaler Ebene ist es sicherlich komplizierter. Doch das Bewusstsein dafür ist da."
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Financial Times Deutschland - Deutschland | Dienstag, 5. April 2011
Die Betreiberfirma Tepco des havarierten AKW Fukushima-1 hat rund 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik geleitet. Da ein Atomunfall immer internationale Auswirkungen hat, muss die Atomaufsichtsbehörde IAEA mehr Kompetenzen erhalten als bisher, fordert die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland, denn "sie darf nur aktiv werden, wenn die Nationalstaaten es ausdrücklich zulassen, zudem sind ihre Sicherheitsvorgaben unverbindlich. Dieser Mangel an Aufsicht steht in keinem Verhältnis zu dem Schaden, den ein Reaktorunfall global anrichten kann - wie die Verseuchung der Umwelt oder die Störung der Weltwirtschaft durch unterbrochene Lieferketten. Die G20-Staaten und die EU sollten deshalb mit gutem Beispiel vorangehen und Sicherheitsvorgaben verbindlich machen. Zudem sollte die IAEO mehr Rechte bekommen: » mehr
Die Betreiberfirma Tepco des havarierten AKW Fukushima-1 hat rund 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik geleitet. Da ein Atomunfall immer internationale Auswirkungen hat, muss die Atomaufsichtsbehörde IAEA mehr Kompetenzen erhalten als bisher, fordert die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland, denn "sie darf nur aktiv werden, wenn die Nationalstaaten es ausdrücklich zulassen, zudem sind ihre Sicherheitsvorgaben unverbindlich. Dieser Mangel an Aufsicht steht in keinem Verhältnis zu dem Schaden, den ein Reaktorunfall global anrichten kann - wie die Verseuchung der Umwelt oder die Störung der Weltwirtschaft durch unterbrochene Lieferketten. Die G20-Staaten und die EU sollten deshalb mit gutem Beispiel vorangehen und Sicherheitsvorgaben verbindlich machen. Zudem sollte die IAEO mehr Rechte bekommen: Sie sollte schon dann kontrollieren und eingreifen dürfen, wenn ein Störfall eingetreten ist, nicht erst auf ausdrückliche Einladung hin. Gerade jetzt, wo der Schock von Fukushima die öffentliche Meinung rund um die Welt aufrüttelt, ist die Chance gut, die Aufsicht über die Atomkraft dahin zu befördern, wohin sie gehört: auf internationale Ebene."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Dienstag, 5. April 2011
In der westlichen Berichterstattung über das havarierte AKW Fukushima-1 werden häufiger kulturelle Unterschiede im Umgang mit Katastrophen betont. Die deutsche Japanologin Lisette Gebhardt kritisiert in der liberal-konservativen Neuen Zürcher Zeitung das Kultivieren der Japan-Klischees von Gemeinschaftssinn und Leidensfähigkeit, weil sie unnötige Distanz schaffen: » mehr
In der westlichen Berichterstattung über das havarierte AKW Fukushima-1 werden häufiger kulturelle Unterschiede im Umgang mit Katastrophen betont. Die deutsche Japanologin Lisette Gebhardt kritisiert in der liberal-konservativen Neuen Zürcher Zeitung das Kultivieren der Japan-Klischees von Gemeinschaftssinn und Leidensfähigkeit, weil sie unnötige Distanz schaffen: "In einer globalisierten Welt sollten daher andere Fragen gestellt werden als solche nach kulturellen Verhaltensnormen im Umgang mit einer Naturkatastrophe. Gerade weil sich die westlichen Industriegesellschaften wie Japan dem Wohl und Wehe der Technik ausgeliefert haben, ist zu fragen: Welche Lehren sind aus Fukushima zu ziehen? ... Wie kann die Weltgemeinschaft Japan am besten helfen? Welche Alternativen gibt es zur Kernkraft in einem Land, in dem Politik und Atomlobby unter einer Decke steckten, das die alte Tugend des Energiesparens in sträflicher Weise vergass und das obendrein über ein grosses Potenzial an thermischer Energie verfügt? ... Wenn es in Bezug auf Fukushima einen Hoffnungshorizont gibt, dann jenen auf eine sachliche globale Debatte und eine Verständigung jenseits von Fremd- und Selbst-Exotisierung."
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Vilniaus diena - Litauen | Dienstag, 5. April 2011
In Litauen wächst die Skepsis gegenüber der Kernenergie und die Tageszeitung Vilniaus Diena findet das wenig erstaunlich: » mehr
In Litauen wächst die Skepsis gegenüber der Kernenergie und die Tageszeitung Vilniaus Diena findet das wenig erstaunlich: "Eine neue Umfrage zeigt, dass die beunruhigenden Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ihre Wirkung entfaltet haben: Neun von zehn Litauern möchten nicht, dass in ihrem Land ein neues Atomkraftwerk gebaut wird, nachdem sich Befürworter und Gegner eines solchen Projekts bislang ungefähr die Waage hielten. Die Angst vor radioaktiver Verstrahlung im Katastrophenfall hat damit den Wunsch nach energiepolitischer Unabhängigkeit überlagert. Gleichzeitig zeigen andere Umfragen, dass die Litauer russische und belarussische Pläne ablehnen, direkt an ihren Grenzen Atomkraftwerke zu errichten. ... Moskau und Minsk werden sich allerdings von dieser ablehnenden Haltung nicht beeinflussen lassen, wo sie doch schon der Meinung im eigenen Land kaum Aufmerksamkeit schenken."
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De Standaard - Belgien | Dienstag, 5. April 2011
Mehrere Fernsehsender in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben mit dem Hinweis auf das Reaktorunglück in Japan darauf verzichtet, Folgen der satirischen Zeichentrickserie The Simpsons über eine Nuklearkatastrophe auszustrahlen. Das ist eine falsche Entscheidung, meint der Vorsitzende der flämischen Nationalisten, Bart de Wever, in seiner festen Kolumne in der Tageszeitung De Standaard: » mehr
Mehrere Fernsehsender in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben mit dem Hinweis auf das Reaktorunglück in Japan darauf verzichtet, Folgen der satirischen Zeichentrickserie The Simpsons über eine Nuklearkatastrophe auszustrahlen. Das ist eine falsche Entscheidung, meint der Vorsitzende der flämischen Nationalisten, Bart de Wever, in seiner festen Kolumne in der Tageszeitung De Standaard: "Vielleicht prallen The Simpsons und Fukushima für die deutsche Öffentlichkeit hier ... zu sehr auf die Grenze zwischen Komödie und Tragödie. Die Einsicht, dass der japanische Reaktor ungestraft von solchen Leuten gemanagt wird, die mehr Ähnlichkeit mit Homer Simpson und Monty Burns haben, als wir für möglich hielten, ist zu schmerzlich. Wir wollen lieber die Tragödie der tapferen Japaner sehen, die auf eine übermenschliche Weise gegen das Schicksal kämpfen, das sie nicht durch den fehlbaren Menschen, sondern offensichtlich durch die Hand Gottes selbst getroffen hat. Wenn die Angst regiert, muss das Lachen weichen."
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Die Welt - Deutschland | Mittwoch, 30. März 2011
Knapp drei Wochen nach dem Reaktorunglück von Fukushima ist die Situation weiterhin kritisch, doch das Interesse der Welt erlahmt bereits, bemängelt die konservative Tageszeitung Die Welt: » mehr
Knapp drei Wochen nach dem Reaktorunglück von Fukushima ist die Situation weiterhin kritisch, doch das Interesse der Welt erlahmt bereits, bemängelt die konservative Tageszeitung Die Welt: "Noch immer ist Fukushima nicht mit Tschernobyl vergleichbar. ... Immer noch ist die Situation in Fukushima unklar, man kann auch sagen, unwägbar. Sie ist auf der Kippe. ... Vieles ist denkbar, natürlich auch eine allmähliche Kontrolle der Situation. Aber auch eine schleichende Erhitzung bis hin zur wirklichen Katastrophe, einer Explosion. Die betroffenen Japaner tragen eine schwere Bürde, viel mehr als die Deutschen, deren irrationaler Affektausschlag am anderen Ende der Welt unüberhörbar war. Nun hat die Politik eine Kehrtwende vollzogen und im Schweinsgalopp die Energiewende eingeläutet. Hauptsache, die Deutschen sind sauber. Schlimm für Fukushima ist das schleichende Desinteresse. Es hat schon begonnen."
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Diário de Notícias - Portugal | Dienstag, 29. März 2011
Der Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg unterstreicht die weltweite Vorreiterrolle der deutschen Umweltpartei, meint die Tageszeitung Diário de Notícias: » mehr
Der Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg unterstreicht die weltweite Vorreiterrolle der deutschen Umweltpartei, meint die Tageszeitung Diário de Notícias: "Als im Oktober 2010 eine Umfrage des Nachrichtenmagazins Stern ergab, dass bundesweit 24 Prozent die Grünen wählen würden, hat Deutschland ungläubig auf diese Zahlen geschaut. Doch bei der Wahl am Sonntag errangen die Grünen ebenjene 24 Prozent, wodurch sie eine Regierung mit ihren sozialdemokratischen Verbündeten bilden und die Christdemokraten zum ersten Mal seit über einem halben Jahrhundert von der Macht verdrängen können. Der Atomstreit hat Merkels Partei geschadet: Die Grünen wurden für ihre geradlinige Kritik an Atomkraftwerken auf deutschen Boden belohnt, während die CDU sich erst nach der Tragödie in Japan besorgt zeigte. ... Das Ergebnis in Baden-Württemberg ist ein schlechtes Zeichen für Merkel und ihre Koalitionsregierung mit den Liberalen in Berlin. Es bestätigt jedoch die grüne Partei Deutschlands als die weltweit bedeutendste."
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Élet és Irodalom - Ungarn | Freitag, 25. März 2011
Das Erdbeben in Japan und der anschließende Tsunami werden größere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben als die meisten bisherigen Naturkatastrophen, meint der Ökonom Miklós Losoncz in der linksliberalen Wochenzeitung Élet és Irodalom: » mehr
Das Erdbeben in Japan und der anschließende Tsunami werden größere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben als die meisten bisherigen Naturkatastrophen, meint der Ökonom Miklós Losoncz in der linksliberalen Wochenzeitung Élet és Irodalom: "Neben den japanischen Großkonzernen (Toyota, Suzuki usw.) und deren ausländischen Tochterunternehmen gibt es weltweit auch viele Großkonzerne (General Motors, Sony Ericsson, Volkswagen, Boeing usw.), deren Produktion von den ständigen Lieferungen von Bau- und Ersatzteilen aus Japan abhängig ist. Aufgrund der Naturkatastrophe sind diese Lieferungen ins Stocken geraten. Der Stillstand der Produktion in Japan könnte innerhalb kurzer Zeit auch die Dynamik der Industrieproduktion in anderen Ländern bremsen. Wenn sich die Situation über kurz oder lang nicht ändert, könnten die Konzerne nach anderen Zulieferern Ausschau halten, was mit einem gehörigen Marktverlust der japanischen Unternehmen verbunden wäre. ... Und auch für die Versicherungen sind die Schadenszahlungen nach der Naturkatastrophe enorm."
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The Guardian - Großbritannien | Freitag, 25. März 2011
Eine Studie der staatlichen Universität im US-amerikanischen Arizona befasst sich mit den Wurzeln des menschlichen Altruismus. Aktuelles Beispiel dafür sind die Arbeiter, die sich im japanischen Atomkraftwerk in Fukushima täglich hoher Strahlenbelastung aussetzen. Die Grundlage des Altruismus ist eher kulturell, denn genetisch, meint Johnjoe McFadden in der linksliberalen Tageszeitung The Guardian: » mehr
Eine Studie der staatlichen Universität im US-amerikanischen Arizona befasst sich mit den Wurzeln des menschlichen Altruismus. Aktuelles Beispiel dafür sind die Arbeiter, die sich im japanischen Atomkraftwerk in Fukushima täglich hoher Strahlenbelastung aussetzen. Die Grundlage des Altruismus ist eher kulturell, denn genetisch, meint Johnjoe McFadden in der linksliberalen Tageszeitung The Guardian: "Die meisten Individuen in modernen Jäger- und Sammlergruppen sind nicht miteinander verwandt. Sie sind eher Freunde als Familie. Natürlich wissen wir nicht, ob unsere frühen Vorfahren auf gleiche Art lebten, wie heutige Jäger und Sammler. Aber die Dominanz dieses Musters in vielen verschiedenen Gruppen legt nahe, dass es vermutlich angeboren ist und der mögliche Schlüssel zu dem, was uns zu Menschen macht. Die Forscher argumentieren, dass dieses weit verbreitete Muster menschlicher Beziehungen den frühen Menschen erlaubte, lockere und doch ausgedehnte Allianzen mit Freunden und Nachbarn benachbarter Gruppen einzugehen. Eine Schlüsselkomponente dieser Allianzen war wahrscheinlich die Entstehung von Freundlichkeit gegenüber Fremden. Nicht durch Gene, sondern als Produkt von Kultur."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Donnerstag, 24. März 2011
Infolge der Atomkatastrophe in Japan hat in verschiedenen europäischen Ländern eine Debatte über die Zukunft der Energieversorgung begonnen. Die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung weist darauf hin, dass auch erneuerbare Energien ihren Preis haben, selbst wenn der nicht immer in Zahlen zu fassen ist: » mehr
Infolge der Atomkatastrophe in Japan hat in verschiedenen europäischen Ländern eine Debatte über die Zukunft der Energieversorgung begonnen. Die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung weist darauf hin, dass auch erneuerbare Energien ihren Preis haben, selbst wenn der nicht immer in Zahlen zu fassen ist: "Es liegt an einer eingeübten Denkstruktur, dass wir Werten, die wir zahlenmässig erfassen können, ein höheres Gewicht geben. Heute, wo die Umweltgüter allgemein gefährdet sind, wird es zur Notwendigkeit, diesen auch dann, wenn sie nicht mit Zahlen erfasst und nicht mit Geld aufgewogen werden können, einen Wert zu geben, der genauso wie quantifizierbare materielle Werte in die Waagschale der Güterabwägung und der politischen Entscheidungsprozesse gelegt werden muss. Der Konflikt zwischen Energiegewinnung und Landschaftsschutz ist dafür nur ein Beispiel. Hier darf auch daran erinnert werden, dass der Ausbau der Wasserkraft im grossen Stil schon längst erfolgt ist und dass es nur noch wenige Fliessstrecken gibt, die ungenutzt und naturnah sind."
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The Daily Telegraph - Großbritannien | Mittwoch, 23. März 2011
Als Reaktion auf die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi hat Deutschland entschieden, sieben alte Reaktoren vorerst abzuschalten, und der Energiebeauftragte der Europäischen Union fordert den Ausstieg aus der Atomenergie. Die konservative Tageszeitung The Daily Telegraph hält das für Panikmache: » mehr
Als Reaktion auf die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi hat Deutschland entschieden, sieben alte Reaktoren vorerst abzuschalten, und der Energiebeauftragte der Europäischen Union fordert den Ausstieg aus der Atomenergie. Die konservative Tageszeitung The Daily Telegraph hält das für Panikmache: "Bei einem ernstzunehmenden nuklearen Zwischenfall wird Panik über Vernunft siegen, es sei denn es gibt jemanden, der vertrauenswürdig und kenntnisreich genug ist, um der Vernunft das Wort zu reden. Fälle wie dieser bedürfen einer guten Risikoanalyse, die an die Medien weitergereicht werden kann, um so die Debatte zu beruhigen. Was Japan, der Europäischen Kommission und Deutschland fehlte, war die Autorität eines wissenschaftlichen Beraters, der Panik unterdrücken und Probleme aufzeigen kann. Denn bevor wir diese nicht kennen kann niemand verstehen, wie mit Risiken umgegangen werden muss, die aus Katastrophen erwachsen - egal ob durch Menschen verursacht, die Natur oder beide."
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Les Echos - Frankreich | Dienstag, 22. März 2011
Die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I hat weltweit die Frage nach dem Atomausstieg neu aufgeworfen, auch in Frankreich, das rund 70 Prozent seines Stroms aus Kernenergie bezieht. Für die Wirtschaftszeitung Les Echos sollten gegen solche Unfälle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, deren Kosten den Strompreis allerdings enorm erhöhen: » mehr
Die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I hat weltweit die Frage nach dem Atomausstieg neu aufgeworfen, auch in Frankreich, das rund 70 Prozent seines Stroms aus Kernenergie bezieht. Für die Wirtschaftszeitung Les Echos sollten gegen solche Unfälle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, deren Kosten den Strompreis allerdings enorm erhöhen: "Sogenannte 'alternative' Szenarien gibt es reichlich. Die Verantwortungsvollsten stellen fest, dass die beste Energie diejenige ist, die man nicht verbraucht. Darauf gründen sie mühsame Programme 'energetischer Mäßigung'. Aber die Verbraucher und die Hersteller haben sich für einen uneingeschränkten Verbrauch billiger Energie entschieden. Das Szenario, welches das Problem an der Wurzel packt, müsste es zunächst wagen, den Richtpreis für Energie ungefähr zu verzehnfachen, um die Finanzierung umfassender Sicherheitsmaßnahmen für die Kernenergie zu garantieren (wenn es sie dann noch gäbe). ... Aber wer für solch eine Maßnahme einträte, würde zweifellos abgestraft. Da er die Wahrheit gesagt hat."
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Lietuvos rytas - Litauen | Montag, 21. März 2011
Das Reaktorunglück im japanischen Fukushima hat die Atomdebatte in Europa neu entfacht. Litauen will sein Kernkraftwerk in Ignalina durch ein neues ersetzen und muss deshalb erneut über Atomkraft debattieren, verlangt die Tageszeitung Lietuvos Rytas: » mehr
Das Reaktorunglück im japanischen Fukushima hat die Atomdebatte in Europa neu entfacht. Litauen will sein Kernkraftwerk in Ignalina durch ein neues ersetzen und muss deshalb erneut über Atomkraft debattieren, verlangt die Tageszeitung Lietuvos Rytas: "Die Sowjetmacht hat uns nicht gefragt, ob wir ein Atomkraftwerk wollten oder nicht. Es sollten sogar vier Reaktoren gebaut werden, am Ende waren es nur zwei. … Litauen wurde auf diese Weise gegen seinen Willen zum Atomstaat, und billigeren Strom hat uns das auch nicht eingebracht: Oft zahlten wir für eine Kilowattstunde mehr als in Lettland oder Estland, wo es keine Atomkraft gibt. Auch heute fragt uns niemand, ob wir wirklich ein solches Kraftwerk wollen, niemand hat eine Umfrage in Auftrag gegeben. Das Parlament ist nicht einmal auf die Idee gekommen, diese so wichtige Frage ernsthaft mit Experten und Vertretern der Öffentlichkeit zu diskutieren. ... Dabei könnte die Bevölkerung durchaus eine andere Meinung über ein neues AKW haben. Wir sind die Bürger unseres Landes, und keine amorphe, von Interessengruppen manipulierte Masse."
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Dagens Nyheter - Schweden | Montag, 21. März 2011
Die Lage im japanischen Kernkraftwerk Fukushima hat sich stabilisiert. Ingenieure konnten bis zum heutigen Montag alle Reaktorblöcke wieder ans Stromnetz anschließen. Auch wenn Kernkraft noch benötigt wird, müssen die Lehren aus Fukushima gezogen werden, fordert die Tageszeitung Dagens Nyheter: » mehr
Die Lage im japanischen Kernkraftwerk Fukushima hat sich stabilisiert. Ingenieure konnten bis zum heutigen Montag alle Reaktorblöcke wieder ans Stromnetz anschließen. Auch wenn Kernkraft noch benötigt wird, müssen die Lehren aus Fukushima gezogen werden, fordert die Tageszeitung Dagens Nyheter: "Wir werden auf absehbare Zeit mit der Kernkraft leben müssen. ... Es ist Fakt, dass die weitere Nutzung der Kernkraft eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist, dass der Ausstoß klimaschädlicher Gase zumindest nicht zunimmt. ... Der Unfall in Japan ist sehr ernst, aber bisher keine lebensbedrohliche Katastrophe. ... Allerdings gibt es aus globaler und schwedischer Perspektive leider eine anhaltende Bedrohung, nämlich die Kernkraftwerke in der alten Sowjetunion, die trotz Sicherheitsmängeln weiter in Betrieb sind. Es ist die wichtigste Aufgabe, daran mitzuarbeiten sie zu schließen oder zu ersetzen, um das Risiko eines neuen Reaktorunfalls zu minimieren."
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Népszabadság - Ungarn | Samstag, 19. März 2011
Das Seebeben vor Japan und die verheerenden Folgen haben gezeigt, wie ausgeliefert der Mensch gegenüber den Naturkräften ist, schreibt Miklós Hargitai in der linksliberalen Tageszeitung Népszabadság. Schon jetzt sei absehbar, dass die Menschheit durch eine Naturkatastrophe ausgelöscht wird: » mehr
Das Seebeben vor Japan und die verheerenden Folgen haben gezeigt, wie ausgeliefert der Mensch gegenüber den Naturkräften ist, schreibt Miklós Hargitai in der linksliberalen Tageszeitung Népszabadság. Schon jetzt sei absehbar, dass die Menschheit durch eine Naturkatastrophe ausgelöscht wird: "Am schnellsten könnte dies durch die globale Erderwärmung geschehen. Weil dann die Weltmeere durchschnittlich um zwei Meter steigen, werden mindestens ein Drittel der am dichtesten bevölkerten Erdteile und 20 bis 25 Prozent der heute bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen vom Wasser verschluckt. Dies wird auf jeden Fall apokalyptische Folgen haben. Der Vulkanausbruch auf Island im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass schon ein einziger Vulkan klimatische Veränderungen hervorrufen kann. ... Ein Gefahrenherd ist aber natürlich auch der Mensch. ... In Anbetracht der heutigen entfesselten Konsumgewohnheiten und der Rohstoffverschwendung wird die Erde dermaßen viele Menschen nicht mehr lange tragen können. Wir müssen uns wohl an einen Gedanken gewöhnen: Die seit der Neuzeit währende Phase des friedlichen Wachstums ist bloß ein vorübergehender Ausnahmezustand."
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Der Standard - Österreich | Freitag, 18. März 2011
Infolge der Atomkatastrophe in Japan wollen die deutschen und österreichischen Sozialdemokraten gemeinsam ein EU-weites Bürgerbegehren zum endgültigen Atomausstieg auf den Weg bringen. Wenn eine Million Bürgerinnen und Bürger aus mindestens sieben Mitgliedstaaten sich dafür aussprechen, muss die EU-Kommission dazu begründet Stellung nehmen. Doch diese Initiative ist sinnlos, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: » mehr
Infolge der Atomkatastrophe in Japan wollen die deutschen und österreichischen Sozialdemokraten gemeinsam ein EU-weites Bürgerbegehren zum endgültigen Atomausstieg auf den Weg bringen. Wenn eine Million Bürgerinnen und Bürger aus mindestens sieben Mitgliedstaaten sich dafür aussprechen, muss die EU-Kommission dazu begründet Stellung nehmen. Doch diese Initiative ist sinnlos, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Es wird momentan eine relativ leichte Übung sein, eine Million Europäer zu einer Unterschrift gegen AKWs in Europa zu bewegen, der Fukushima-Schock und die allgemeine Verunsicherung sitzen tief. Trotzdem wird das vorerst gar nichts bringen. Denn rechtlich möglich ist ein solches EU-weites Volksbegehren erst 2012 - da werden die Boulevardzeitungsleser ihr Mütchen schon längst wieder an einem anderen Reizthema kühlen. Zudem ist die EU-Kommission nicht verpflichtet, ein entsprechendes Gesetz gegen Atomkraft zu erlassen, nur weil eine Million EU-Bürger das wünschen. Zudem ist ein europaweiter Ausstieg aus der Atomkraft eine langwierige Angelegenheit - mit unsicheren Parametern, was die Alternativen betrifft. Solche zu entwickeln sind die Mühen der Ebene. Politische Schnellschüsse helfen gar nicht."
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Kauppalehti - Finnland | Freitag, 18. März 2011
Als Reaktion auf das Atomunglück in Japan hat Deutschland die Laufzeitverlängerung seiner Atomkraftwerke auf Eis gelegt und beschlossen, die sieben ältesten Meiler zur Sicherheitsüberprüfung vorübergehend vom Netz zu nehmen. Für die Wirtschaftszeitung Kauppalehti ist das lediglich Aktionismus vor den Landtagswahlen: » mehr
Als Reaktion auf das Atomunglück in Japan hat Deutschland die Laufzeitverlängerung seiner Atomkraftwerke auf Eis gelegt und beschlossen, die sieben ältesten Meiler zur Sicherheitsüberprüfung vorübergehend vom Netz zu nehmen. Für die Wirtschaftszeitung Kauppalehti ist das lediglich Aktionismus vor den Landtagswahlen: "In Deutschland finden in diesem Jahr sieben Landtagswahlen statt, die nächsten in rund einer Woche in Baden-Württemberg. Der Aktionismus von Merkel und ihren Waffenträgern ist Wahlkampf. ... Einer aktuellen Umfrage zufolge lehnen 70 Prozent der Deutschen Atomkraft ab. Durch das Abschalten von Kernkraftwerken und unterschiedliche 'Verlängerungen' versucht die Regierung zu retten, was zu retten ist. In jedem Fall zeigt es, welch einen Unsinn man den Wählern in Deutschland vor dem Erdbeben in Japan versucht hat weiszumachen. ... Nüchtern betrachtet hat Deutschland heute genauso viele Gründe, auf Atomkraft zu verzichten, wie vor dem Erdbeben in Japan. Einer davon ist die weiterhin ungeklärte Endlagerung des Atommülls. Dieses reale Risiko ist jedoch heruntergespielt worden."
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El Periódico de Catalunya - Spanien | Freitag, 18. März 2011
Die Einrichtung einer Flugverbotszone war noch das Mindeste, was von der internationalen Gemeinschaft zu erwarten war, zeigt sich die linksliberale Tageszeitung El Periódico de Catalunya erleichtert: » mehr
Die Einrichtung einer Flugverbotszone war noch das Mindeste, was von der internationalen Gemeinschaft zu erwarten war, zeigt sich die linksliberale Tageszeitung El Periódico de Catalunya erleichtert: "Die gestern Abend vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete Resolution hat das Gefühl beendet, dass die Katastrophe in Japan das wilde Morden in Libyen überschattet und Oberst Gaddafi bis zum letzten Mann straflos gegen die Opposition vorgehen konnte. ... Die verabschiedete Resolution ermächtigt die internationale Staatengemeinschaft dazu, jeglichen Versuch des libyschen Diktators zu unterbinden, weiterhin Bomben aus der Luft abzuwerfen. Gleichzeitig verpflichtet sie sich dazu, die Zivilbevölkerung zu schützen, sofern es in ihrer Macht steht, ohne das Territorium zu besetzen. Es ist das Mindeste, was von den großen Mächten zu erwarten war, um das Schlachten zu beenden. Vor allem, da auch die Arabische Liga die Uno um die Sperrung des Luftraums gebeten hatte."
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Eesti Päevaleht - Estland | Freitag, 18. März 2011
Erst berichteten alle Medien vor allem von den Unruhen in der arabischen Welt, jetzt steht fast ausschließlich Japan im Mittelpunkt, kritisiert die Tageszeitung Eesti Päevaleht: » mehr
Erst berichteten alle Medien vor allem von den Unruhen in der arabischen Welt, jetzt steht fast ausschließlich Japan im Mittelpunkt, kritisiert die Tageszeitung Eesti Päevaleht: "Das Erdbeben und die anschließende Atomkatastrophe stellen alles andere in den Schatten. So erhielt beispielsweise im gestrigen Nachrichtenstrom die Entwicklung in der Elfenbeinküste nur minimale Beachtung, obwohl das Land an der Schwelle zum Bürgerkrieg steht und 380.000 Menschen versuchen, vor der drohenden Gewalt zu fliehen. Dadurch bestätigt sich wieder einmal eine alte Weisheit: Die öffentliche Aufmerksamkeit konzentriert sich immer nur auf jeweils ein einziges großes Thema. Wenn die Menschen sich dann ausschließlich diesem Thema widmen, kann vieles andere Unangenehme im Verborgenen ablaufen, ohne dass es zu wesentlichen Reaktionen käme."
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Finance - Slowenien | Freitag, 18. März 2011
Seit der Atom-Katastrophe in Japan kündigen die Umweltschützer das Ende der Kernenergie an und preisen grüne Energiequellen. Doch erneuerbare Energien allein sind noch nicht die Lösung, findet die Wirtschaftszeitung Finance: » mehr
Seit der Atom-Katastrophe in Japan kündigen die Umweltschützer das Ende der Kernenergie an und preisen grüne Energiequellen. Doch erneuerbare Energien allein sind noch nicht die Lösung, findet die Wirtschaftszeitung Finance: "Wir wollen alles haben, auf nichts verzichten. Alle sind für eine intakte Natur, in der ausreichend Energie zu Verfügung steht und dass es genügend Straßen gibt, auf denen schnelle und umweltfreundliche Autos fahren. Es ist nicht alles schwarz oder weiß, aber bitte lasst uns vernünftig bleiben. Erneuerbare Energiequellen liefern noch nicht genug Energie für unsere Bedürfnisse. Ein weiteres Problem ist auch der viel höhere Preis. Ist Ihnen bewusst, dass ein Megawatt erneuerbarer Energie ohne staatliche Subventionen rund viermal teurer ist, als die gleiche Menge Strom aus einem Atomkraftwerk? Wenn Sie also in Zukunft jemanden hören, der ausschließlich für grüne Energie ist, dann fassen Sie erst einmal an ihren Geldbeutel."
» zum ganzen Artikel (externer Link, slowenisch)
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Sega - Bulgarien | Mittwoch, 16. März 2011
Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan hat EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Dienstag Stresstests für alle Kernkraftwerke in Europa angekündigt. Das ist pure Heuchelei, kritisiert die Tageszeitung Sega: » mehr
Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan hat EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Dienstag Stresstests für alle Kernkraftwerke in Europa angekündigt. Das ist pure Heuchelei, kritisiert die Tageszeitung Sega: "Wir brauchen uns nur die missglückten Banken-Stresstests vom vergangenen Jahr zu vergegenwärtigen, um zu wissen, wozu das Ganze führen wird. Kein einziger Reaktor wird abgeschaltet werden. ... Beim Sondertreffen in Brüssel ging es weniger darum, aus Sorge um die atomare Sicherheit gemeinsame Kriterien zu erarbeiten und anzuwenden, sondern es ging darum vorzuheucheln, dass 'hinsichtlich der Sicherheit Europa unteilbar ist', wie der deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger erklärte. Zugleich wurde deutlich, dass die Standardisierung freiwillig sein wird; dass die verschiedenen Kraftwerkstypen nicht einfach miteinander verglichen werden können; dass die einen von Meereswellen bedroht sind, andere von seismischen Gefahren; dass niemand mögliche terroristische Gefahren abschätzen kann und so weiter."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
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taz - Deutschland | Donnerstag, 17. März 2011
Die japanische Regierung hat um internationale Hilfe im Kampf gegen die außer Kontrolle geratenen Reaktoren gebeten. Noch ist unklar, wer bereit ist, sich für diesen lebensgefährlichen Kampf zu opfern. Deshalb hängt jetzt die Hoffnung der Welt an den heroischen Arbeitern im Atomkraftwerk Fukushima, meint die linke tageszeitung: » mehr
Die japanische Regierung hat um internationale Hilfe im Kampf gegen die außer Kontrolle geratenen Reaktoren gebeten. Noch ist unklar, wer bereit ist, sich für diesen lebensgefährlichen Kampf zu opfern. Deshalb hängt jetzt die Hoffnung der Welt an den heroischen Arbeitern im Atomkraftwerk Fukushima, meint die linke tageszeitung: "Man wünscht sich jetzt sehnlichst ein Wissen, ein Expertentum, das den entfesselten Energien Einhalt gebietet. Aber selbst das würde nicht reichen. Es braucht jetzt einen Einsatz, der darüber hinausgeht. Den leisten diese Arbeiter. Die ganze Welt weiß, wie übermüdet diese Menschen sein und unter welchem Stress sie stehen müssen. Wie stark sie den tödlichen Strahlen ausgesetzt sind. Und wie aussichtslos ihr Kampf wahrscheinlich ist. ... Nicht nur weil ihre Leistung enorm ist, sondern auch weil sie darüber hinaus auch noch ihre Gesundheit und ihr Leben einsetzen. Ohne Begrenzung. Übermenschlich ist es, den eigenen Selbsterhaltungstrieb zu überwinden. Deshalb hängt an ihnen die letzte Hoffnung, die den Japanern noch bleibt. Und deshalb sind diese Arbeiter Helden."
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Avgi - Griechenland | Mittwoch, 16. März 2011
Die Explosion eines Atomkraftwerks in Japan hat der Regisseur Akira Kurosawa 1990 in seinem Episodenfilm Träume vorweggenommen. Das Kapitel Fujiyama in Rot erzählt davon. Doch dieser kritische Hinweis auf die Gefahren der Kernkraft gehörte zu den wenigen, die es in Japan gab, bedauert die Kolumnistin Kaki Balli in der linken Tageszeitung Avgi: » mehr
Die Explosion eines Atomkraftwerks in Japan hat der Regisseur Akira Kurosawa 1990 in seinem Episodenfilm Träume vorweggenommen. Das Kapitel Fujiyama in Rot erzählt davon. Doch dieser kritische Hinweis auf die Gefahren der Kernkraft gehörte zu den wenigen, die es in Japan gab, bedauert die Kolumnistin Kaki Balli in der linken Tageszeitung Avgi: "In Japan hat die Erinnerung an Hiroshima tiefere Wunden hinterlassen als die fast alltäglichen Erdbeben. Selbst im Meer gab es damals kein Entkommen, nicht einmal für die Delphine, die weit schwimmen konnten. Die Radioaktivität ist schneller. ... Das Merkwürdige ist, dass Japan, obwohl es das einzige Land ist, dass Erfahrungen mit Atombomben hat, obwohl das atomare Trauma das Nachkriegsbewusstsein der Gesellschaft geprägt hat, nie die Sicherheit seiner Atomkraftwerke angezweifelt hat. ... Aufgrund eines Mangels an kritischen Medienberichten [über die Gefahren der Atomkraft] haben die Japaner nie erfahren, dass ihre Technologien nicht so perfekt sind, wie sie dachten. Jetzt lernen sie es auf die harte Weise. Mit einem Alptraum in Rot."
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Tages-Anzeiger - Schweiz | Mittwoch, 16. März 2011
Wenn sich Deutschland von der Atomenergie abwendet, werden auch andere europäische Länder mitziehen, ist der linksliberale Tages-Anzeiger überzeugt: » mehr
Wenn sich Deutschland von der Atomenergie abwendet, werden auch andere europäische Länder mitziehen, ist der linksliberale Tages-Anzeiger überzeugt: "Auch nach Ablauf des Moratoriums wird nichts mehr sein wie vorher. Berlin hat mit seiner raschen, brüsken Reaktion auf die Ereignisse in Japan eine energiepolitische Zeitenwende ausgelöst. Selbst die Physikerin Angela Merkel, eigentlich eine Freundin der Atomenergie, fragt sich inzwischen, ob der billige Strom aus den Meilern die potenziell tödliche Gefahr wert ist. Die Folge: Die Atomenergie ist in Deutschland unwiederbringlich auf dem absteigenden Ast. Wenn Deutschlands mächtige Industrie jetzt beginnt, ernsthaft nach Technologien für eine atomfreie Zukunft zu suchen, entsteht ein Sog, der den ganzen Kontinent mitzieht. Alle anderen Europäer sind gut beraten, diesen Zug nicht zu verpassen."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 16. März 2011
Mit der Ankündigung, sieben Atommeiler vom Netz zu nehmen und die Sicherheit aller Kernkraftwerke zu überprüfen, hat die bisher atomfreundliche deutsche Regierung die Energiewende eingeleitet, kommentiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: » mehr
Mit der Ankündigung, sieben Atommeiler vom Netz zu nehmen und die Sicherheit aller Kernkraftwerke zu überprüfen, hat die bisher atomfreundliche deutsche Regierung die Energiewende eingeleitet, kommentiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Die japanische Atomkatastrophe hat die Laufzeitverlängerungspolitik der Koalition in Makulatur verwandelt. Die amtierenden und künftigen Bundes- und Landesregierungen müssen die 'Energiewende' nun in kürzerer Zeit schaffen, ohne dabei die Energiesicherheit Deutschlands und seine Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden; der Glaube anderer Völker oder wenigstens ihrer Präsidenten an das Atom, auch der von Nachbarn, zeigt sich noch nicht ganz so stark erschüttert. Auch in Deutschland sollte man sich vor Übertreibungen hüten. Das Zeitalter der nur bei einer kurzsichtigen Betrachtung 'billigen' Energie ist aber in jedem Fall vorbei. Es verglüht im nuklearen Feuer der Atomruinen von Fukushima."
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La Repubblica - Italien | Mittwoch, 16. März 2011
Die vorübergehende Stilllegung von sieben Atomkraftwerken ist eine Sicherheitsmaßnahme, die Deutschland aus berechtigter Angst ergreift, findet die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: » mehr
Die vorübergehende Stilllegung von sieben Atomkraftwerken ist eine Sicherheitsmaßnahme, die Deutschland aus berechtigter Angst ergreift, findet die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Es gibt Momente in der Geschichte der Menschheit, in denen man nicht nur auf den Verstand, sondern auch auf das Gefühl hören muss. Denn das Gefühl mahnt zur Wachsamkeit. ... Es gibt Momente tiefer Verletzung der Welt - nicht nur physischer sondern auch psychischer - in denen auf verschiedene Heilmittel zurückgegriffen werden muss. Auf die Intelligenz, die öffentliche Debatte, aber auch auf die Angst. ... Zu Recht spricht der Philosoph Hans Jonas bei seiner Forderung nach Verantwortung für die Zukunft der Erde von heuristischer Angst. Es geht dabei nicht um die Angst, die die Handlung lähmt, sondern um die Angst, die versucht zu begreifen. ... Sie erweckt Neugier und beugt dem Übel durch Sorge vor, stellt Fragen und drängt darauf, das bisher Gedachte und Getane zu berichtigen."
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Les Echos - Frankreich | Mittwoch, 16. März 2011
Die Folgen von Erdbeben, Tsunami und Atomunfall in Japan schlagen sich weltweit an den Börsen nieder. Die Aktionäre suchen jetzt Sicherheiten, analysiert die Wirtschaftszeitung Les Echos: » mehr
Die Folgen von Erdbeben, Tsunami und Atomunfall in Japan schlagen sich weltweit an den Börsen nieder. Die Aktionäre suchen jetzt Sicherheiten, analysiert die Wirtschaftszeitung Les Echos: "Sobald auf globaler Ebene ein Ereignis mit potenziell bedeutsamen Folgen stattfindet, gehen die Aktionäre im Zweifel vom schlimmsten Szenario aus und wenden das Vorsichtsprinzip auf all ihre Anlagen in der ganzen Welt an. Daher suchen sie sofort nach einem Zufluchtsort, an dem sie kurzfristig ihr Kapital anlegen können. ... Es ist natürlich verlockend, diese Herdenbewegung zu verspotten. ... Man sollte jedoch erkennen, dass es in der gegenwärtigen Krise objektive Faktoren gibt, die die Flucht nach sichereren Aktiva rechtfertigen. Sollte es zur atomaren Katastrophe kommen, was hoffentlich nicht passiert, wären natürlich sowohl die menschlichen, aber auch die wirtschaftlichen Folgen gewaltig und dauerhaft - nicht nur in Japan, sondern weltweit."
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Rzeczpospolita - Polen | Mittwoch, 16. März 2011
Die Ankündigung der deutschen Regierung, sieben Atomkraftwerke vorübergehend abzuschalten, wird sich auf die politischen Kräfteverhältnisse in Deutschland auswirken, meint die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: » mehr
Die Ankündigung der deutschen Regierung, sieben Atomkraftwerke vorübergehend abzuschalten, wird sich auf die politischen Kräfteverhältnisse in Deutschland auswirken, meint die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: "Das ist nicht nur ein Einschnitt für die deutsche Energiepolitik, sondern auch eine empfindliche Niederlage für das Atomprogramm der Regierung. 'Der plötzliche Kurswechsel dürfte vom größten Teil der Wählerschaft der CDU negativ aufgenommen werden', erklärte [der Politikwissenschaftler] Professor Gerd Langguth. Die Opposition zweifelt nicht daran, dass die Kanzlerin aus wahltaktischen Gründen so handelt. Die Ereignisse in Japan haben direkten Einfluss auf das Kräfteverhältnis in Deutschland. Die Grünen fühlen sich schon als Sieger: Bereits seit Jahren fordern sie eine Abkehr vom Atomstrom in ganz Europa. Ihre Bedenken teilt der EU-Energiekommissar Günther Oettinger [CDU]. Er fordert eine stärkere Kontrolle der Atomkraftwerke."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Dienstag, 15. März 2011
Wegen der atomaren Katastrophe in Japan beginnen weltweit Politiker auf die Angst der Menschen vor der Kerntechnik zu reagieren, konstatiert die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: » mehr
Wegen der atomaren Katastrophe in Japan beginnen weltweit Politiker auf die Angst der Menschen vor der Kerntechnik zu reagieren, konstatiert die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: "Die deutsche Regierung nahm gestern ihre frühere Entscheidung zur Verlängerung der Laufzeiten der dortigen Atomkraftwerke zurück. Österreich fordert für die Meiler europaweit einen Stresstest und in Brüssel werden in dieser Woche noch Experten tagen. ... Auch die US-amerikanische Atom-Renaissance kann sehr schnell vorbei sein. ... Japan wird irgendwann die traurige Zahl seiner Opfer und die Folgen für die Wirtschaft berechnen können. Der dramatische Umschwung in der Haltung zur Kernenergie lässt sich nicht genau berechnen. Die Psychologie der Gesellschaften, die die Atomenergie nutzen, ist instabil wie das Atom selbst. Es genügt ein Neutron der Unsicherheit und die Kettenreaktion der Zweifel und der Angst lässt sich nur noch schwer stoppen."
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Polityka Online - Polen | Dienstag, 15. März 2011
Die Katastrophe in Japan hat nicht nur das Land schwer getroffen, sondern vor allem seine Wirtschaft, analysiert die Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins Polityka: » mehr
Die Katastrophe in Japan hat nicht nur das Land schwer getroffen, sondern vor allem seine Wirtschaft, analysiert die Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins Polityka: "Die Katastrophe trifft ein besonderes Land, das einerseits sehr reich ist und hervorragend ausgebildete Einwohner und innovative Unternehmen hat. Gleichzeitig befindet sich das Land seit zwei Jahren in der Stagnation, wo sich Phasen der Rezession mit kurzzeitigem Wachstum abwechseln. Japan wird wegen des Erdbebens offensichtlich später aus der gegenwärtigen Rezession herauskommen. Und das, obwohl es an Optimisten nicht mangelt, die davon überzeugt sind, dass die Anstrengungen des Wiederaufbaus der Wirtschaft einen beträchtlichen Impuls geben. Doch das ist zu wenig, um aus dem Teufelskreis von niedrigen Zinsen und fallenden Preisen herauszukommen. Das ist die wahre Katastrophe im Land der Kirschblüte."
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La Repubblica - Italien | Dienstag, 15. März 2011
Das deutsche Moratorium für die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken sollte sich Italien zum Vorbild nehmen, empfiehlt die linksliberale Tageszeitung La Repubblica, doch die italienische Atomdebatte geht in die völlig falsche Richtung: » mehr
Das deutsche Moratorium für die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken sollte sich Italien zum Vorbild nehmen, empfiehlt die linksliberale Tageszeitung La Repubblica, doch die italienische Atomdebatte geht in die völlig falsche Richtung: "Deutschland handelt im Namen der Sicherheit, das heißt der Gesundheit und des Überlebens der Gemeinschaft. Überraschend und bestürzend ist hingegen die Tatsache, dass in Italien ausgerechnet Umweltschutzministerin Stefania Prestigiacomo das Gebot der Vorsicht und Verantwortung missachtet, und mit nahezu herausforderndem Ton Roms Festhalten an seinem Nuklearprogramm kundtut. Es steht zu befürchten, dass die italienische Regierung beabsichtigt, wegen der Frage der friedlichen Nutzung der Atomenergie (über die ein Referendum entscheidet) einen atomaren Kreuzzug anzufangen, womit sie neue Spannungen und Brüche verursachen wird."
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Berliner Zeitung - Deutschland | Dienstag, 15. März 2011
Angesichts der Atomkatastrophe in Japan hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel die bereits beschlossene Laufzeitverlängerung der deutschen Atommeiler erst einmal für drei Monate ausgesetzt. Doch es ist nun endgültig an der Zeit, den Atomausstieg umzusetzen, meint die linksliberale Berliner Zeitung: » mehr
Angesichts der Atomkatastrophe in Japan hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel die bereits beschlossene Laufzeitverlängerung der deutschen Atommeiler erst einmal für drei Monate ausgesetzt. Doch es ist nun endgültig an der Zeit, den Atomausstieg umzusetzen, meint die linksliberale Berliner Zeitung: "Welche Erkenntnisse hat uns die schreckliche Katastrophe in Japan gebracht, die man nicht schon seit Tschernobyl besaß? Atomkraft ist nicht beherrschbar, egal wie hoch die jeweiligen Sicherheitsstandards liegen. ... Die schwarz-gelbe Atompolitik ist am Ende, und in einem hat die Kanzlerin völlig recht: Nach dem Moratorium wird nichts mehr so sein wie vorher. Die Bürger wissen nach drei Tagen Fernsehen und Internet so viel über Kühlsysteme, Kernschmelze und radioaktive Wolken wie man nur wissen kann. Zudem ist Japan - und darin liegt der Unterschied zu Tschernobyl vor 25 Jahren - Deutschland heute näher als damals Russland. ... Für alle, die es ernst meinen mit einem raschen Ausstieg aus der Atomkraft, öffnet sich in der jetzigen Dynamik ein Zeitfenster."
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De Standaard - Belgien | Dienstag, 15. März 2011
Die Katastrophe in Japan hat weltweit die Debatte um die Kernenergie angefacht. Dabei darf es aber nicht nur um die Sicherheit der Kraftwerke gehen, warnt die Tageszeitung De Standaard: » mehr
Die Katastrophe in Japan hat weltweit die Debatte um die Kernenergie angefacht. Dabei darf es aber nicht nur um die Sicherheit der Kraftwerke gehen, warnt die Tageszeitung De Standaard: "Beinahe jede Regierung verspricht nun, dass sie aus den Ereignissen in Japan 'lernen' werde. Das ist sehr redlich und verständlich. Aber zugleich droht die Diskussion für oder gegen Kernenergie, durch die Katastrophe in Japan auf eine Debatte eingeengt zu werden über den Schaden, der durch 'Vorfälle' wie Naturkatastrophen, abstürzende Flugzeuge oder terroristische Anschläge angerichtet werden kann. Vorfälle mit möglicherweise sehr großen Folgen, aber einer begrenzten Wahrscheinlichkeit. Dabei liegt das größte Sicherheitsrisiko der Kernenergie nicht dort, sondern beim Müll, den sie produziert. Dieser Atommüll ist eine Realität, keine Wahrscheinlichkeit. Und mehr als ein halbes Jahrhundert, nachdem der erste Atommeiler in Betrieb genommen wurde, haben wir immer noch keine Ahnung, was wir damit anfangen sollen."
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Õhtuleht - Estland | Montag, 14. März 2011
In Estland wird seit längerem der Bau eines Atomkraftwerks erwogen. Durch das Unglück im japanischen Fukushima müssen diese Pläne überdacht werden, da immer ein Restrisiko bleibt, meint die Boulevardzeitung Õhtuleht: » mehr
In Estland wird seit längerem der Bau eines Atomkraftwerks erwogen. Durch das Unglück im japanischen Fukushima müssen diese Pläne überdacht werden, da immer ein Restrisiko bleibt, meint die Boulevardzeitung Õhtuleht: "Wir erinnern uns an Tschernobyl. Die Behörden versuchten damals, den Vorfall geheim zu halten. Wir wussten offiziell noch gar nichts, während die Finnen schon den Sand auf den Kinderspielplätzen austauschten und hunderte junge Esten zu Rettungsarbeiten an die Unfallstelle gebracht wurden, wo sie ungefragt ihre Gesundheit opferten. Das Atomkraftwerk Fukushima ist mehrere Jahrzehnte alt, galt aber als wesentlich sicherer als Tschernobyl. Befürworter der Kernenergie verweisen darauf, dass sich die Technologie ständig weiterentwickelt und es schon längst eine neue, noch sicherere Generation von Reaktoren gibt. ... Aber hundertprozentige Sicherheit kann eben keine Technologie gewährleisten."
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The Observer - Großbritannien | Montag, 14. März 2011
Die drohende Kernschmelze im japanischen Atomkraftwerk Fukushima wird das Vertrauen in die Kernenergie endgültig erschüttern, prophezeit die Sonntagszeitung The Observer, warnt aber vor einem Atom-Ausstieg Großbritanniens: » mehr
Die drohende Kernschmelze im japanischen Atomkraftwerk Fukushima wird das Vertrauen in die Kernenergie endgültig erschüttern, prophezeit die Sonntagszeitung The Observer, warnt aber vor einem Atom-Ausstieg Großbritanniens: "Die Verlierer wären wir. Es gibt einen wichtigen Grund, an der Entwicklung einer verlässlichen, universal verfügbaren und CO2-armen Art der Energieerzeugung festzuhalten, die enorme Energiemengen produzieren kann. Ohne weitere Atomkraftwerke hat dieses Land keine Chance, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen, außer durch die gewaltige Einschränkung des Energieverbrauchs, worüber kein demokratischer Staat verfügen kann. Die Auswirkungen des Klimawandels sind hier noch immer wichtiger als die geringe Aussicht eines nuklearen Desasters."
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Welt am Sonntag - Deutschland | Sonntag, 13. März 2011
Angesichts der nuklearen Katastrophe in Japan muss die Frage nach der Sicherheit von Atomkraft auch in Deutschland neu diskutiert werden, meint die konservative Welt am Sonntag: » mehr
Angesichts der nuklearen Katastrophe in Japan muss die Frage nach der Sicherheit von Atomkraft auch in Deutschland neu diskutiert werden, meint die konservative Welt am Sonntag: "Die Beteuerung, bei uns sei so ein Szenario nicht vorstellbar, weil unsere AKWs nicht auf den Spalten tektonischer Platten errichtet wurden, ist wohlfeil. Denn Japan zeigt vor allem dies: Was schiefgehen kann, geht nicht nur schief, es kommt sogar noch schlimmer. Gegen Terrorangriffe aus der Luft sind viele deutsche AKWs nicht gesichert. Utopisch? Unvorstellbar? Nach dem 11. März kann kein Szenario verrückt genug sein. Diejenigen aber, die schon immer vor solchen GAUs gewarnt haben, sollten der Verlockung widerstehen, zu politischen Profiteuren einer Katastrophe zu werden. Über die Atomwirtschaft muss und wird man nach diesen Tagen neu verhandeln, es liegen zu viele Fragen auf dem Tisch. Mit den Antworten aber dürfen sich die Protagonisten ruhig etwas Zeit lassen. Sie sollten wahrhaftig sein - und nicht am nächsten Wahltermin orientiert."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Montag, 14. März 2011
Es wäre ein Fehler, unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan, die friedliche Nutzung von Kernenergie kategorisch auszuschließen, meint die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: » mehr
Es wäre ein Fehler, unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan, die friedliche Nutzung von Kernenergie kategorisch auszuschließen, meint die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: "Es klingt zynisch, aber es ist so: Je schlimmer die Auswirkungen der Havarien in den japanischen Atomkraftwerken sind, desto besser für die Gegner der Kernenergie. Doch ehe man die Kernkraft pauschal ablehnt, sollte man einige Dinge bedenken. Es gibt nicht allzu viele Alternativen. Gas und Öl kommen zumeist aus Konfliktregionen wie dem Nahen Osten oder Russland. Alternative Energiequellen sind bislang teuer und nicht konkurrenzfähig. Braunkohle ist zwar ein billiger, einheimischer Rohstoff, kann aber nur um den Preis einer brutalen Zerstörung der Landschaft und der Umsiedlung von Menschen gefördert werden. Die Atomenergie ist unter europäischen Bedingungen die Quelle, die wirtschaftlich und ökologisch ist, weil sie nicht zum globalen Klimawandel beiträgt. ... Die richtige Reaktion auf Fukushima besteht darin, die Sicherheitsstandards für die Atomkraftwerke zu erhöhen. Und zu erklären, welche Risiken und Vorzüge die Kernenergie gegenüber anderen Energien unter unseren Bedingungen hat."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 14. März 2011
Die Atomkatastrophe stellt die zukünftige Nutzung von Kernenergie grundsätzlich in Frage, schreibt die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: » mehr
Die Atomkatastrophe stellt die zukünftige Nutzung von Kernenergie grundsätzlich in Frage, schreibt die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Eine aufrichtige Diskussion über die Versorgungsstrategie … ist unausweichlich. Japan selbst, das rund ein Drittel seiner Energie aus Atomstrom bezieht, wird sich dieser Debatte nicht entziehen können - die viel beschriebene Renaissance des Atomstroms jedenfalls ist seit dem letzten Freitag sehr grundsätzlich in Frage gestellt. ... Dabei wird man bei aller Dramatik der Geschehnisse in Japan der unangenehmen Frage nicht ausweichen können, welche Interessen man höher gewichtet. Welches Restrisiko sind wir bereit zu schultern zur Befriedigung unseres ungehemmt steigenden Hungers nach Energie - bei immer enger gesteckten klimapolitischen Zielen und der Notwendigkeit, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern in den nächsten Jahrzehnten dramatisch zu reduzieren? Gut möglich, dass der 11. März 2011 hier eine Vorentscheidung erwirkt hat."
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