Atomenergie auf dem Prüfstand
Nach der Atomkatastrophe in Fukushima haben Deutschland, Italien und die Schweiz sich von der Kernkraft verabschiedet, andere Länder diskutieren ihren Nutzen. Wird Europa nun sicherer oder nur der Strom teurer?

Financial Times Deutschland - Deutschland | Freitag, 30. März 2012
Nach dem politisch erzwungenen Atomausstieg in Deutschland haben die Stromkonzerne RWE und Eon auch ihre internationalen Pläne für AKW-Neubauten aufgegeben und verkaufen ihre gemeinsame britische ... » mehr
Nach dem politisch erzwungenen Atomausstieg in Deutschland haben die Stromkonzerne RWE und Eon auch ihre internationalen Pläne für AKW-Neubauten aufgegeben und verkaufen ihre gemeinsame britische Atomtochter Horizon Nuclear Power. Der Entschluss birgt mehr Chancen als Risiken, meint die liberale Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland. "Vor allem verschafft er RWE und Eon, den viel gescholtenen Atomdinosauriern, einen Glaubwürdigkeitsgewinn in der Energiewende. Beide Unternehmen polieren inzwischen kräftig ihr Image, nicht nur wie angeblich Eon mit neuer Farbe beim Logo. Die neue Fokussierung auf Erneuerbare, dezentrale Erzeugung und Energieeffizienz kann sich noch als Wettbewerbsvorteil entpuppen – sogar im Atomstromland Großbritannien. Denn selbst dort gibt es ambitionierte Zielvorgaben für den Umbau der Energiewirtschaft, zum Beispiel was den Anteil der Erneuerbaren angeht. Das könnte mehr als eine Nische für RWE und Eon werden."
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Tageswoche - Schweiz | Donnerstag, 8. März 2012
Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht hat am Mittwoch dem Atomkraftwerk Mühleberg die unbefristete Betriebsbewilligung entzogen. Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit der fehlenden Sicherheit der Anlage. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, meint die Wochenzeitung Tages-Woche: » mehr
Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht hat am Mittwoch dem Atomkraftwerk Mühleberg die unbefristete Betriebsbewilligung entzogen. Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit der fehlenden Sicherheit der Anlage. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, meint die Wochenzeitung Tages-Woche: "Ob und wie sicher der Atommeiler in Mühleberg ist, lässt sich vom journalistischen Schreibtisch aus nicht beurteilen. Selbst Experten streiten sich. Sicherheit ist auch eine Glaubens- und Interessenfrage. Trotzdem lässt sich sagen: Das Urteil des BVG ist richtig und logisch. Denn es entbehrt jeder Logik, für Anlagen, die ständig überwacht und kontrolliert werden müssen, unbefristete Betriebsbewilligungen zu erteilen. ... Selbst wenn 'Mühleberg' sofort abgestellt wird, gehen die Lichter nicht aus. Denn in Mitteleuropa gibt es seit 2009 Strom im Überfluss. ... Entsprechend tief sind die Preise auf dem europäischen Strommarkt. Darum empfiehlt sich eine vorzeitige Stilllegung des KKW Mühleberg nicht nur aus Gründen der Sicherheit, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht."
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taz - Deutschland | Mittwoch, 7. März 2012
Die Stromerzeugung aus Braunkohle ist in Deutschland im vergangenen Jahr um fünf Prozent gestiegen. Die Kohle hat damit, laut der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, neben den erneuerbaren Energien am meisten vom Ausstieg aus der Kernkraft profitiert. Doch der eigentliche Grund für diese Entwicklung ist der lahmende Emissionshandel, kritisiert die linke Tageszeitung taz: » mehr
Die Stromerzeugung aus Braunkohle ist in Deutschland im vergangenen Jahr um fünf Prozent gestiegen. Die Kohle hat damit, laut der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, neben den erneuerbaren Energien am meisten vom Ausstieg aus der Kernkraft profitiert. Doch der eigentliche Grund für diese Entwicklung ist der lahmende Emissionshandel, kritisiert die linke Tageszeitung taz: "Denn das Plus bei der Braunkohleverstromung hängt allein zusammen mit einer Verschiebung innerhalb der fossilen Energien. … Die Energiewirtschaft hat von klimafreundlicheren Rohstoffen wie Erdgas zum dreckigsten gewechselt, was die Erde zu bieten hat, zur Braunkohle. Für jede Tonne Kohlendioxid, die ein Kraftwerk ausstößt, muss es derzeit nur zwischen 7 und 9 Euro bezahlen - erst ab 25 Euro pro Tonne haben die Unternehmen jedoch ausreichend Anreiz, klimafreundlichere Brennstoffe zu wählen. Wer die Braunkohle zurückdrängen will, hat also am Emissionshandel anzusetzen. Die Zertifikate, die europaweit in zu üppigen Mengen ausgegeben wurden, müssen dringend verknappt werden."
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Turun Sanomat - Finnland | Dienstag, 14. Februar 2012
Russland will finnischen Medienberichten zufolge sein erstes Endlager für schwach und mittelradioaktive Abfälle bauen und dort auch geringe Mengen hochradioaktives Plutonium deponieren. Das Endlager soll neben dem Atomkraftwerk Sosnovyi Bor 80 Kilometer westlich von St. Petersburg entstehen. Die finnische Atomaufsicht begrüßt den Entschluss, doch es sind noch viele Fragen ungeklärt, mahnt die liberale Tageszeitung Turun Sanomat: » mehr
Russland will finnischen Medienberichten zufolge sein erstes Endlager für schwach und mittelradioaktive Abfälle bauen und dort auch geringe Mengen hochradioaktives Plutonium deponieren. Das Endlager soll neben dem Atomkraftwerk Sosnovyi Bor 80 Kilometer westlich von St. Petersburg entstehen. Die finnische Atomaufsicht begrüßt den Entschluss, doch es sind noch viele Fragen ungeklärt, mahnt die liberale Tageszeitung Turun Sanomat: "Sowohl der finnische Naturschutzverband als auch die an der Umweltverträglichkeitsprüfung beteiligte Umweltorganisation Green World sind sehr viel skeptischer. Sie würden das Endlager weiter von der Ostseeküste entfernt bauen und alle hochradioaktiven Stoffe separat lagern. Die Haltung der Organisationen zeugt von Misstrauen, das historische Gründe hat. Zu Zeiten der Sowjetunion waren die russischen Behörden bei der Atom-Kontrolle gelinde gesagt nachlässig. Diese Altlast zeigt sich auch daran, dass die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll in Russland weiterhin ungeklärt ist, obwohl die Lagerbecken für die verbrauchten Brennstäbe des Atomkraftwerks Sosnovyi Bori randvoll sind."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Mittwoch, 8. Februar 2012
Tschechien verzichtet auf den Bau 18 neuer Kernreaktoren bis 2060 und will nur noch das Atomkraftwerk Temelín ausbauen. Das sagte Tschechiens neuer Wirtschaftsminister Martin Kuba am Dienstag auf seiner ersten Pressekonferenz und distanzierte sich damit von entsprechenden Plänen seines Vorgängers Martin Kocourek, der wegen zweifelhafter Finanzgeschäfte zurückgetreten war. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny tritt nach: » mehr
Tschechien verzichtet auf den Bau 18 neuer Kernreaktoren bis 2060 und will nur noch das Atomkraftwerk Temelín ausbauen. Das sagte Tschechiens neuer Wirtschaftsminister Martin Kuba am Dienstag auf seiner ersten Pressekonferenz und distanzierte sich damit von entsprechenden Plänen seines Vorgängers Martin Kocourek, der wegen zweifelhafter Finanzgeschäfte zurückgetreten war. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny tritt nach: "Wie viel Energie brauchen wir überhaupt? Was heißt es, weniger als geplant auf Atomkraft zu setzen? Wie werden sich die Preise für Energie entwickeln? ... Kocourek plante ernsthaft 18 neue Meiler, ohne seriös über die Kosten zu reden. Und das neben einem Deutschland, das sich gerade von der Atomkraft verabschiedet hat und neben einem Österreich, das allergisch auf alles reagiert, was in Tschechien mit Atomkraft zu tun hat. Es ist ein Unding, dass Kocourek erst aufgrund seines Finanzgebarens aus der Regierung flog."
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Eesti Päevaleht - Estland | Montag, 9. Januar 2012
Deutschland hat im vergangenen Jahr den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Nach diesem Vorbild sollte auch Estland seine Energieversorgung neu ausrichten, empfiehlt die Tageszeitung Eesti Päevaleht: » mehr
Deutschland hat im vergangenen Jahr den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Nach diesem Vorbild sollte auch Estland seine Energieversorgung neu ausrichten, empfiehlt die Tageszeitung Eesti Päevaleht: "Estland hat im Vergleich zu Deutschland sogar die deutlich besseren Ressourcen in Bezug auf Windenergie, Biomasse und Speicherkraftwerke, und es fallen weniger Investitionen in moderne Übertragungsnetze an. … In der deutschen Gesellschaft herrscht kein Konsens bezüglich der Energiewende, denn bei der Umstellung gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer. Aber eines ist klar: Wenn Deutschland seine Rolle als eine der führenden Industrienationen der Welt behalten will, geht das nicht ohne dramatische Veränderungen bei der Energieversorgung. Der Anstieg der globalen Nachfrage bedeutet höhere Preise und mehr Abhängigkeit von importierter Energie, hinzu kommen die Kosten zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels - das ist eine kurze Liste der wichtigsten Gründe, warum Deutschland nicht wettbewerbsfähig bliebe, würde es weitermachen wie bisher."
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Le Monde - Frankreich | Donnerstag, 5. Januar 2012
Frankreichs Atomsicherheitsbehörde hat am Mittwoch ihren Abschlussbericht über die französischen Atomkraftwerke vorgelegt und fordert Sanierungsarbeiten im Wert von 10 bis 15 Milliarden Euro. Die Behörde hatte nach der Katastrophe in Fukushima die Kernkraftwerke des Landes überprüft. In diesem Licht muss die Frage nach der Atomkraft in Frankreich neu gestellt werden, meint die linksliberale Tageszeitung Le Monde: » mehr
Frankreichs Atomsicherheitsbehörde hat am Mittwoch ihren Abschlussbericht über die französischen Atomkraftwerke vorgelegt und fordert Sanierungsarbeiten im Wert von 10 bis 15 Milliarden Euro. Die Behörde hatte nach der Katastrophe in Fukushima die Kernkraftwerke des Landes überprüft. In diesem Licht muss die Frage nach der Atomkraft in Frankreich neu gestellt werden, meint die linksliberale Tageszeitung Le Monde: "Es brechen neue Zeiten an. Endlich wird über die tatsächlichen Kosten der Atomkraft gesprochen, eine Debatte, die man zu lange hinausgeschoben hat. ... Die Mentalitäten entwickeln sich weiter. Natürlich hat die französische Elektrizitätsunion, ein Dachverband der in diesem Sektor tätigen Firmen, im Herbst 2011 einen Bericht über die Kosten des Atomausstiegs veröffentlicht. Aber in diesem Dokument wurden auch die Kosten der Erhaltung genannt. Denn um ernsthafte Überlegungen anstellen zu können, gibt es nur diesen einen Weg: die beiden Möglichkeiten müssen gegeneinander abgewogen werden. Stromkosten, Beschäftigung, der Kampf gegen Treibhausgase, Energieunabhängigkeit, alternative Energien - alles muss neu aufgerollt werden."
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Blog Del alfiler al elefante - Spanien | Mittwoch, 28. Dezember 2011
So wie man von den Menschen über die Geschichte hinweg nur wenige in Erinnerung behält, so ist es auch bei den Jahren, meint Lluís Bassets in seinem Blog Del Alfiler al Elefante, und findet das Jahr 2011 historischer als den Zusammenfall des Ostblocks: » mehr
So wie man von den Menschen über die Geschichte hinweg nur wenige in Erinnerung behält, so ist es auch bei den Jahren, meint Lluís Bassets in seinem Blog Del Alfiler al Elefante, und findet das Jahr 2011 historischer als den Zusammenfall des Ostblocks: "Und so folgt dieses Jahr 2011 dem Jahr 1989 nach und übertrifft es sogar in allen Gesichtspunkten. Eine revolutionäre Welle hat die Grundfesten der Macht und die Allianzen der gesamten arabischen Welt erschüttert. Die erwartete atomare Renaissance ist im Tsunami und der Katastrophe von Fukushima erstickt. Die an die Wohlstandsjahre gewöhnten Generationen von Konformisten haben sich in empörte Demonstranten verwandelt und die Straßen und Plätze von Spanien bis in die USA besetzt, wie wir es seit 1968 nicht mehr gesehen hatten. Europa hat letztendlich auf die Finanzkrise reagiert, allerdings musste es dabei die Briten zurücklassen - ein Bruch mit historischen Folgen und der größte in der Geschichte der stürmischen Beziehung zwischen dem Königreich und dem europäischen Kontinent seit dem Beitritt Großbritanniens im Jahr 1973."
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Lidové noviny - Tschechien | Donnerstag, 10. November 2011
Die Internationale Energie-Agentur der OECD hat am Mittwoch in London eine zügige Wende in der Energiepolitik verlangt, damit der Klimawandel nicht außer Kontrolle gerät. Insbesondere kritisierte die Energieagentur den deutschen Atomausstieg. Dem schließt sich die konservative Tageszeitung Lidové noviny an: » mehr
Die Internationale Energie-Agentur der OECD hat am Mittwoch in London eine zügige Wende in der Energiepolitik verlangt, damit der Klimawandel nicht außer Kontrolle gerät. Insbesondere kritisierte die Energieagentur den deutschen Atomausstieg. Dem schließt sich die konservative Tageszeitung Lidové noviny an: "Der Anstieg beim Ausstoß der Treibhausgase, so die Agentur, muss bis spätestens 2017 gestoppt werden. Anders könne der Anstieg der Temperatur nicht unter zwei Grad Celsius gehalten werden. Sollten China und andere Schwellenländer ihre Emissionen wie bisher in die Luft blasen, haben wir uns auf einen Temperaturanstieg um sechs Grad einzustellen. ... Im Grunde wiederholte die Agentur nur das, was schon lange klar ist. Der Kampf gleichzeitig gegen Atom- und Kohleenergie führt bestenfalls zu einer Kontingentierung von Energie und zu täglichen Ausfällen der Netze. Es wird Zeit, das kleinere Übel zu akzeptieren: die Atomenergie."
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Le Soir - Belgien | Dienstag, 1. November 2011
Belgien will ab 2015 aus der Atomkraft aussteigen. Darauf einigte sich die künftige Regierungskoalition in Belgien unter dem wallonischen Sozialdemokraten Elio di Rupo am Sonntag bei ihren Verhandlungen und bestätigte damit ein Gesetz von 2003. Dafür wurde es auch Zeit, meint die Tageszeitung Le Soir, ist aber skeptisch, ob der Ausstieg wirklich kommt: » mehr
Belgien will ab 2015 aus der Atomkraft aussteigen. Darauf einigte sich die künftige Regierungskoalition in Belgien unter dem wallonischen Sozialdemokraten Elio di Rupo am Sonntag bei ihren Verhandlungen und bestätigte damit ein Gesetz von 2003. Dafür wurde es auch Zeit, meint die Tageszeitung Le Soir, ist aber skeptisch, ob der Ausstieg wirklich kommt: "Toll. Über 3.000 Tage nach der Verabschiedung erfährt der Bürger, dass der Text 'beibehalten' wird. Und was steht drin? Nur zur Erinnerung: Das Gesetz sieht die schrittweise Abschaltung der sieben belgischen Reaktoren zwischen 2015 und 2025 vor. Die ersten drei sollen 2015 vom Netz gehen. Doel 1 und 2 sowie Tihange 1 werden also in vier Jahren schließen. Oder auch nicht. ... Die Planung könnte entsprechend den Ergebnissen einer Studie, einer von sehr vielen zu diesem Thema, die noch angefertigt werden muss, noch einmal revidiert werden. ... Das 'Abkommen' vom Sonntagabend riecht nach politischer Rhetorik und faulem Kompromiss. Nach acht Jahren weiß Belgien immer noch nicht genau, wie seine energiepolitische Zukunft aussehen soll."
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Les Echos - Frankreich | Mittwoch, 26. Oktober 2011
Die grüne Präsidentschaftskandidatin Eva Joly hat am Dienstag in einem Interview erklärt, eine Koalition mit den Sozialisten sei nur möglich, wenn sie einem Atomausstieg nach deutschem Vorbild zustimmen. Die Wirtschaftszeitung Les Echos hält einen Ausstieg für unmöglich: » mehr
Die grüne Präsidentschaftskandidatin Eva Joly hat am Dienstag in einem Interview erklärt, eine Koalition mit den Sozialisten sei nur möglich, wenn sie einem Atomausstieg nach deutschem Vorbild zustimmen. Die Wirtschaftszeitung Les Echos hält einen Ausstieg für unmöglich: "Nach der Katastrophe von Fukushima nimmt die gesellschaftliche Akzeptanz der Atomenergie in Frankreich stark ab, und die Führungskräfte in Politik und Wirtschaft zeigen sich beunruhigt darüber, dass die deutsche Entscheidung in Frankreich und anderen Ländern Anhänger findet. Die Atomkraft wird tatsächlich zum Wahlkampfthema, denn der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande hat angekündigt, den Anteil der Atomenergie an der Stromerzeugung auf 50 Prozent reduzieren zu wollen. ... Aber auch wenn Frankreich sich eine energiepolitische Kehrtwende anders als Deutschland wirtschaftlich nicht leisten kann, wäre es doch falsch, die Entscheidung des alten Verbündeten gering zu schätzen. Die beiden Länder können sich ergänzen, wie schon aus dem Anstieg der Stromexporte von Frankreich nach Deutschland deutlich wird."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Mittwoch, 14. September 2011
Während Deutschland sich von der Atomenergie verabschiedet, plant Tschechien deren Ausbau. Bis 2060 sollen 80 Prozent des tschechischen Stroms aus Atomkraftwerken kommen. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny sieht Prag auf dem falschen Weg: » mehr
Während Deutschland sich von der Atomenergie verabschiedet, plant Tschechien deren Ausbau. Bis 2060 sollen 80 Prozent des tschechischen Stroms aus Atomkraftwerken kommen. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny sieht Prag auf dem falschen Weg: "Die deutsche Haltung verdient eine viel tiefere Diskussion, als wir sie führen. Es ist ja keine Tradition der Deutschen, wirtschaftliche Entscheidungen irrational und populistisch zu treffen. ... Weshalb unterstützt die tschechische Regierung den weiteren Bau von Atomkraftwerken und vertraut zugleich auf die Dividende des Energieriesen ČEZ? Woher speist sich das Selbstbewusstsein des ČEZ-Managements und der Regierung, dass sich diese Investition auszahlen wird? ... ČEZ muss nicht ewig eine Quelle für die Finanzierung des Staatshaushaltes bleiben. Der Konzern könnte angesichts dieser teuren Pläne sogar eines Tages auf die Hilfe des Staats angewiesen sein."
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WOZ - Die Wochenzeitung - Schweiz | Donnerstag, 8. September 2011
Der Ständerat, die zweite Kammer des Schweizer Parlaments, hat am Montag den vom Nationalrat bereits beschlossenen Atomausstieg abgelehnt. Die linke Wochenzeitung WOZ hofft, dass der Ausstieg trotzdem noch kommt: » mehr
Der Ständerat, die zweite Kammer des Schweizer Parlaments, hat am Montag den vom Nationalrat bereits beschlossenen Atomausstieg abgelehnt. Die linke Wochenzeitung WOZ hofft, dass der Ausstieg trotzdem noch kommt: "Wir haben nichts. Weil eben Schweizer AKWs kein Verfallsdatum haben. Ohne Verfallsdatum dürfen sie am Netz bleiben, solange ihre Sicherheit gewährleistet ist. Nur lässt sich das schwer festmachen, weil man erst sicher weiss, dass etwas nicht mehr sicher war, wenn es kaputt ist. Wie bei der Wurst, die man nach diesem Prinzip so lange im Regal liesse, bis sie nachweislich verdorben wäre. Das wäre ein umweltfreundlicher Akt, müsste man doch viel weniger Lebensmittel entsorgen, die noch bekömmlich sind. Menschenfreundlich wäre es nicht, denn Lebensmittelvergiftungen sind fatal. Kernschmelzen auch. In Deutschland hat man den Ausstieg, weil jedes Atomkraftwerk eine klar definierte Laufzeitbeschränkung hat. Das ist gut, denn so kann man sich vernünftig auf die Zeit danach vorbereiten. Einen solchen Ausstieg bräuchte die Schweiz."
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Expansión - Spanien | Dienstag, 13. September 2011
In der südfranzösischen Atomanlage Marcoule ist am Montag ein Ofen zum Einschmelzen schwach radioaktiver Abfälle explodiert, wobei ein Mensch umkam. Obwohl durch den Unfall laut Behörden keine radioaktive Strahlung austrat, werden Kernkraftgegner ihn als billiges Argument für den Ausstieg nutzen, fürchtet die Wirtschaftszeitung Expansión: » mehr
In der südfranzösischen Atomanlage Marcoule ist am Montag ein Ofen zum Einschmelzen schwach radioaktiver Abfälle explodiert, wobei ein Mensch umkam. Obwohl durch den Unfall laut Behörden keine radioaktive Strahlung austrat, werden Kernkraftgegner ihn als billiges Argument für den Ausstieg nutzen, fürchtet die Wirtschaftszeitung Expansión: "Die Gegner der Kernenergie fanden gestern in dem Unfall in der französischen Anlage Marcoule neuen Stoff, um auf ihre Gefahren hinzuweisen und einen Ausstieg zu fordern. Sie taten das in dem Wissen, dass nach der Episode im japanischen Fukushima ihre alarmierenden Botschaften viel stärker ankommen, sowohl bei der Bevölkerung als auch bei den Politikern, die Angst davor haben, dass ihnen die Unterstützung der Kernkraft Wählerstimmen kosten könnte. ... Die europäischen Politiker begehen einen Fehler, sollten sie den Vorfall dazu nutzen, die Bürger gegen eine Energiequelle aufzuwiegeln, die - ob es nun gefällt oder nicht - den Bedarf sichert und wirtschaftlich akzeptabel ist."
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Bild - Deutschland | Donnerstag, 11. August 2011
Deutschlands größter Energiekonzern Eon prüft die Entlassung von bis zu 11.000 Mitarbeitern weltweit. Der deutsche Atomausstieg habe zu Gewinneinbußen geführt, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen am Mittwoch, weshalb der Konzern jetzt sparen müsse. Die Boulevardzeitung Bild kritisiert, dass die Regierung den Bürgern die Folgen des abrupten Atomausstiegs nicht klar gemacht hat: » mehr
Deutschlands größter Energiekonzern Eon prüft die Entlassung von bis zu 11.000 Mitarbeitern weltweit. Der deutsche Atomausstieg habe zu Gewinneinbußen geführt, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen am Mittwoch, weshalb der Konzern jetzt sparen müsse. Die Boulevardzeitung Bild kritisiert, dass die Regierung den Bürgern die Folgen des abrupten Atomausstiegs nicht klar gemacht hat: "Das ganze Manöver hat einen deftigen Preis: 11.000 Jobs sind kein Pappenstiel - auch wenn nicht jeder Einzelne 1:1 am Atomausstieg hängt. Aber: Jeder Verlust schmerzt, und noch ist längst nicht klar, ob die grünen Energien das irgendwann auch auffangen können. Sicher ist dagegen: Verbraucher und Unternehmen zahlen die Zeche - 32 Milliarden laut neuester Studie. Natürlich kann jede Ära mal ein Ende haben, auch die Atom-Ära. Unter Rot-Grün wäre es ja auch so gekommen. Aber der schwarz-gelbe Hauruck-Ausstieg aus einer Hochtechnologie wird jetzt für viele Tausend Familien zum bitteren persönlichen Schicksal. Vielleicht haben die regierenden Politiker das ja auch bedacht. Aber gesagt haben sie es nicht."
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Blog A Europa desalinhada - Portugal | Donnerstag, 4. August 2011
Die nukleare Katastrophe in Fukushima hat das Interesse an der Atomkraft in vielen Ländern gedämpft. Da die erneuerbaren Energien den Energiebedarf noch nicht decken können, wenden viele europäische Länder sich wieder stärker der Kohle zu, meint Marco Zatterin im Blog A Europa desalinhada in der Wochenzeitung Expresso: » mehr
Die nukleare Katastrophe in Fukushima hat das Interesse an der Atomkraft in vielen Ländern gedämpft. Da die erneuerbaren Energien den Energiebedarf noch nicht decken können, wenden viele europäische Länder sich wieder stärker der Kohle zu, meint Marco Zatterin im Blog A Europa desalinhada in der Wochenzeitung Expresso: "Kohle feiert ihr Comeback. Zur Zeit der industriellen Revolution verdunkelte sie die dichten Nebelschleier und bevölkerte die realistischen Romane von Emile Zola und die Albträume der Kinder, die von Wallonien bis Sardinien ins Erdreich geschickt wurden. ... Mit der Katastrophe in Fukushima wiederholt sich die Geschichte allerdings und es wird eine Ressource wiederbelebt, mit der Europa eigentlich in 50 Jahren endgültig Schluss machen wollte. Alle Staaten weltweit schmieden neue Pläne. Unter dem Druck der Öffentlichkeit streichen sie ihre Atomprogramme zusammen. Und bis die erneuerbaren Energien wirklich rentabel sind, greifen sie auf das erste schwarze Gold zurück, das zwar als überholt gilt, mit dem jedoch auch heute noch rund die Hälfte unseres Stroms erzeugt wird."
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The Irish Times - Irland | Donnerstag, 21. Juli 2011
Der japanische Premier Naoto Kan hat seinem Land den Atomausstieg empfohlen, was angesichts der starken Atomlobby seine Halbwertszeit als Premier verringern dürfte, vermutet die liberale Tageszeitung The Irish Times: » mehr
Der japanische Premier Naoto Kan hat seinem Land den Atomausstieg empfohlen, was angesichts der starken Atomlobby seine Halbwertszeit als Premier verringern dürfte, vermutet die liberale Tageszeitung The Irish Times: "Er hat sich dem öffentlichen Druck gebeugt und vergangene Woche die Atomlobby mit einer Rede verärgert, in der er sagte, dass Japan erstens seine Pläne aufgeben sollte, 14 neue Reaktoren bis 2030 zu bauen, und zweitens seine Abhängigkeit von der Atomkraft schrittweise reduzieren sollte. Er stellte auch in Frage, ob Privatfirmen Atomkraftwerke betreiben sollten. Er sagte: 'Aufgrund des Unfalls vom 11. März habe ich erkannt, dass die Risiken der Nuklearenergie zu groß sind. ... Wir sollten letztlich eine Gesellschaft schaffen, die ohne Atomenergie auskommen kann.' Das ist eine kühne Politik für Japan, das jetzt schon weit verbreitete Energie-Engpässe erlebt aufgrund der 'vorübergehenden' Schließung von 35 seiner 54 Reaktoren. Da der Premier in der Regierung umstritten ist und außerhalb der politisch einflussreichen Atomlobby steht, könnte diese Politik sich als ebenso kurzlebig herausstellen, wie Kans eigene politische Karriere wahrscheinlich ist."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 14. Juli 2011
Rund vier Monate nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima hat Japans Premier Naoto Kan einen schrittweisen Atomausstieg in Aussicht gestellt. Das ist in erster Linie politisches Kalkül mit Blick auf die nächsten Wahlen, analysiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: » mehr
Rund vier Monate nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima hat Japans Premier Naoto Kan einen schrittweisen Atomausstieg in Aussicht gestellt. Das ist in erster Linie politisches Kalkül mit Blick auf die nächsten Wahlen, analysiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Man kann ... sagen, dass Kan ohne die Katastrophe vom 11. März schon nicht mehr im Amt wäre. Insofern kann er jetzt leicht über seine neuen Überzeugungen zum Thema Atomkraft sprechen. Seine Botschaft dürfte sich vor allem an die eigene Partei richten. Die Demokraten haben aus ihrem überragenden Wahlsieg von 2009 bisher nicht viel gemacht. Mit dem Atomthema hätten sie womöglich ein zugkräftiges Argument für den nächsten Wahlkampf. Naoto Kans Erklärung ist ein hellleuchtender Versuchsballon. Jetzt braucht seine Partei noch jemand, den sie selbst für gut genug hält, die Botschaft an die Wähler zu bringen."
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e-vestnik - Bulgarien | Sonntag, 26. Juni 2011
Bulgariens Premier Bojko Borisov hat Stresstests für zwei Reaktorblöcke des bulgarischen AKW Kosloduj angekündigt, die als Voraussetzung für den EU-Beitritt Bulgariens bereits 2007 abgeschaltet worden sind. Es soll ein verspäteter Sicherheitsbeweis werden. Doch das Verhalten des Premiers ist fahrlässig, empört sich das Onlineportal e-vestnik: » mehr
Bulgariens Premier Bojko Borisov hat Stresstests für zwei Reaktorblöcke des bulgarischen AKW Kosloduj angekündigt, die als Voraussetzung für den EU-Beitritt Bulgariens bereits 2007 abgeschaltet worden sind. Es soll ein verspäteter Sicherheitsbeweis werden. Doch das Verhalten des Premiers ist fahrlässig, empört sich das Onlineportal e-vestnik: "Was will er damit erreichen? Europa eins auswischen? Die Stresstests für die abgeschalteten Reaktorblöcke sind doch völlig überflüssig. Sie sind schon von ihrer Konstruktion her unsicher, da sie keine Schutzkuppeln haben. ... Es fehlt in Bulgarien jegliche Angst vor Atomkraft. Auch sorgt sich niemand um die neuen Sicherheitsanforderungen nach dem Fukushima-Unfall, die den Atomstrom außerordentlich teuer machen werden und ebenso den Bau neuer AKW. Trotzdem belügt Borisov das Volk, dass er es mit billigem Atomstrom versorgen wird und schürt die Angst vor Ökostrom, der teuer sei und darum geradezu schädlich. Bulgarien hat einen erklärt umweltfeindlichen Premier."
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WOZ - Die Wochenzeitung - Schweiz | Donnerstag, 23. Juni 2011
Der sozialdemokratische Bürgermeister von Bern hat in der Nacht zu Dienstag ein Protest-Zeltlager vor dem Firmensitz des Atomkonzerns BKW räumen lassen. Das ist Verrat, meint die linke Wochenzeitung WOZ: » mehr
Der sozialdemokratische Bürgermeister von Bern hat in der Nacht zu Dienstag ein Protest-Zeltlager vor dem Firmensitz des Atomkonzerns BKW räumen lassen. Das ist Verrat, meint die linke Wochenzeitung WOZ: "Allen kann man es nie recht machen! Also muss man sich entscheiden, wem man es recht machen will. Klären, wo man steht. Auf der Seite jener, die das Bewohnen eines Zeltlagers für einen unzumutbaren Affront gegenüber Recht und Ordnung halten ('Und wenn ich einmal falsch parkiere ...', 'Wer bezahlt das eigentlich alles?') oder auf der Seite jener, die sich mit grossem Einsatz seit Wochen aktivistisch wie inhaltlich mit dem Phänomen der Atomwirtschaft auseinandersetzen, die erreicht haben, was Leute in Ämtern wie dem Ihrigen nie schaffen: dass sich Jugendliche politisieren. Nun ziehen Fünfzehn-, Sechzehn-, Siebzehnjährige halt durch Berns Gassen und rufen: 'Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!' Und glauben Sie ja nicht, die hätten das morgen wieder vergessen."
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El País - Spanien | Mittwoch, 22. Juni 2011
Mit ihrem Atomausstieg sichern die Deutschen sich Vorteile auf dem Weltmarkt für Zukunftstechnologien, erläutert der Soziologe Ulrich Beck in der linksliberalen Tageszeitung El País: » mehr
Mit ihrem Atomausstieg sichern die Deutschen sich Vorteile auf dem Weltmarkt für Zukunftstechnologien, erläutert der Soziologe Ulrich Beck in der linksliberalen Tageszeitung El País: "Wer nach Tschernobyl und Fukushima noch immer behauptet, dass Kernkraftwerke - französische, britische, US-amerikanische, chinesische oder andere - sicher seien, der übersieht, dass empirisch gesehen der gegenteilige Schluss gezogen werden muss: Das einzige, was sicher ist, ist der nächste Super-Gau. ... Handelt es sich beim Ausstieg um eine übertriebene Panikreaktion? Nein. Es ist nicht die Angst der Deutschen. It's the economy, stupid! Die Kernenergie wird auf Dauer immer kostspieliger werden, die erneuerbaren Energien immer billiger. Die Deutschen treibt eine listige Angst an. Sie wittern die wirtschaftlichen Vorteile des Weltmarkts der Zukunft. Auf Deutsch ist die Energiewende ein Synonym für Arbeitsplätze. Ein Zyniker könnte sagen: Lasst die Anderen doch weiter stolz auf ihre Angstlosigkeit sein - das mündet in technologische Stagnation und Fehlinvestitionen. Die Verteidiger der Kernkraft versperren sich selbst den Weg in die Zukunftsmärkte, da sie nicht in energiesparende Produkte und erneuerbare Energien investieren und ebenso wenig in 'grüne' Universitäten, Studiengänge und Forschungsinstitute."
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Lietuvos rytas - Litauen | Montag, 20. Juni 2011
Die litauische Regierung hat erneut Verhandlungen mit Investoren begonnen über den Bau eines geplanten Atomkraftwerks. Die Tageszeitung Lietuvos Rytas misstraut dem Großprojekt: » mehr
Die litauische Regierung hat erneut Verhandlungen mit Investoren begonnen über den Bau eines geplanten Atomkraftwerks. Die Tageszeitung Lietuvos Rytas misstraut dem Großprojekt: "Aus irgendeinem Grund gilt dieses Projekt immer als Grundlage für die energiepolitische Unabhängigkeit Litauens. Aber hierfür bräuchte es nicht unbedingt ein neues Atomkraftwerk oder eine andere Quelle zur Energieerzeugung. Viel wichtiger wäre es, dass unser Land seine energiepolitische Isolation in der Europäischen Union überwindet, und darum sollten Stromleitungen nach Schweden und nach Polen Priorität genießen. Denn was würde der Bau eines neuen Atomkraftwerks tatsächlich für Litauen bedeuten? Es wäre in erster Hinsicht ein kommerzielles Projekt, um die bestehende Infrastruktur am Standort Ignalina zu nutzen. Es wäre aber eben auch keine gewöhnliche Investition, und das nicht nur wegen der Milliardenkosten: Ein neues Atomkraftwerk hätte Auswirkungen auf die gesamte litauische Wirtschaft. Für ein solches Projekt müsste man im Voraus wissen, wie sich der Strompreis entwickeln wird, andernfalls gibt es eine Behinderung des Wettbewerbs auf dem Strommarkt."
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Berliner Zeitung - Deutschland | Freitag, 17. Juni 2011
Schuldenkrise in Griechenland, Atomkraft, Ehec - warum haben die Deutschen nur vor allem Angst, fragt der Trendforscher Matthias Horx in der linksliberalen Berliner Zeitung und nennt zwei Gründe: » mehr
Schuldenkrise in Griechenland, Atomkraft, Ehec - warum haben die Deutschen nur vor allem Angst, fragt der Trendforscher Matthias Horx in der linksliberalen Berliner Zeitung und nennt zwei Gründe: "In ihrer Kindheit durch Gewalt oder Missbrauch traumatisierte Kinder, so sagen uns die Epigenetik-Forscher, können ihre Angstbereitschaft tatsächlich auf genetischem Wege an ihre Nachkommen weitergeben. ... Millionen von Deutschen, die in den Weltkriegen Erfahrungen von Flucht, Zusammenbruch, Vermögensverlust und Krieg erleiden mussten, haben die erlittenen Ängste auf ihre Kinder übertragen - und nun binden sich diese Ängste an aktuelle Phänomene. Griechenland ist Weimar. ... Die simpelste Antwort hat jedoch noch niemand formuliert. ... Wer Angst hat, genießt Privilegien. Er kann nie unrecht haben, denn wenn es nicht so schlecht kommt, wie er befürchtete, lag es daran, dass er so gut gewarnt hat. Angst adelt. Angst autorisiert. Wer Angst hat, trägt für nichts Verantwortung. Entweder die Anthropologen können uns das als altes Schamanen-Phänomen erklären, wonach die 'Schwarzseher' immer schon die beste Hütte und das beste Fleisch bekamen. Oder in unserer Gesellschaft wird schlichtweg kindliche Regression belohnt. Mit Sendezeit, Aufmerksamkeit und dem wohligen Gefühl der Schicksalsgemeinschaft."
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Svobodata - Bulgarien | Mittwoch, 15. Juni 2011
Ein aktueller Bericht russischer Wissenschaftler, der zurzeit im russischen Staatsrat diskutiert wird, beschreibt gravierende Mängel beim Erdbebenschutz russischer Atomkraftwerke. Edvin Sugarev findet das besorgniserregend, da Bulgarien auf bestem Weg ist, einen Meiler russischen Typs in einem Erdbebengebiet in der Nähe des Donauorts Belene zu bauen: » mehr
Ein aktueller Bericht russischer Wissenschaftler, der zurzeit im russischen Staatsrat diskutiert wird, beschreibt gravierende Mängel beim Erdbebenschutz russischer Atomkraftwerke. Edvin Sugarev findet das besorgniserregend, da Bulgarien auf bestem Weg ist, einen Meiler russischen Typs in einem Erdbebengebiet in der Nähe des Donauorts Belene zu bauen: "Die Risiken, einen zweiten Atommeiler in Belene zu bauen, wurden schon 1991 von Experten der bulgarischen Akademie der Wissenschaften erkannt und trugen damals maßgeblich dazu bei, dass das Projekt eingefroren wurde. ... Die Tatsache, dass das Atomkraftwerk nun doch und genau an diesem Ort gebaut werden soll, ist gelinde gesagt zynisch. Man bedenke nur, dass 1977 in der nur wenige Kilometer entfernten Stadt Swischtow ein Erdbeben ein neunstöckiges Wohnhaus zerstörte und hunderten Menschen das Leben nahm. ... Das ist aber Leuten wie [dem Energie-Oligarchen] Mantschew und den KGB-Seilschaften völlig egal. Sie haben Bulgariens Energiewirtschaft dermaßen fest im Griff, dass keine Regierung während der gesamten Transformation in diesem Bereich etwas ausrichten konnte."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 16. Juni 2011
Italien, Deutschland und die Schweiz haben sich von der Atomkraft abgewendet, in anderen westlichen Ländern wird der Ausstieg diskutiert und der Bau neuer AKW verzögert. In Demokratien und Marktwirtschaften hat die Kernkraft keine Zukunft, schlussfolgert der Kolumnist Karl-Heinz Büschemann in der linksliberalen Süddeutschen Zeitung: » mehr
Italien, Deutschland und die Schweiz haben sich von der Atomkraft abgewendet, in anderen westlichen Ländern wird der Ausstieg diskutiert und der Bau neuer AKW verzögert. In Demokratien und Marktwirtschaften hat die Kernkraft keine Zukunft, schlussfolgert der Kolumnist Karl-Heinz Büschemann in der linksliberalen Süddeutschen Zeitung: "Auffällig ist, dass vor allem in Ländern gebaut wird, die Diktaturen sind oder nur Scheindemokratien. China, der größte Energieverbraucher der Zukunft, arbeitet gerade an 27 Meilern, in Russland sind es elf neue Kernkraftwerke. In diesen Ländern ist die Energiewirtschaft klare Staatsaufgabe. Widerstand der Menschen ist unwahrscheinlich. ... In Großbritannien, wo Premierminister Tony Blair schon 2006 reihenweise neue Atommeiler versprach, gibt es bis heute kein neues Projekt. In den USA, wo das letzte Kernkraftwerk 1973 in Betrieb ging, verlangte schon Präsident George W. Bush 2001 den Ausbau der Nuklearenergie. Doch nur an einem einzigen AKW wird inzwischen gebaut. ... Billige und saubere Atomkraft war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Traum der Menschheit. Er hat sich nicht erfüllt."
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El País - Spanien | Dienstag, 14. Juni 2011
Der Volksentscheid gegen drei Projekte, hinter denen Premier Silvio Berlusconi stand, zeigt die enormen Diskrepanzen zwischen ihm und dem Volk, meint die linksliberale Tageszeitung El País: » mehr
Der Volksentscheid gegen drei Projekte, hinter denen Premier Silvio Berlusconi stand, zeigt die enormen Diskrepanzen zwischen ihm und dem Volk, meint die linksliberale Tageszeitung El País: "Dass der Premier auf Atomenergie gesetzt hat, war ausschlaggebend für die Entscheidung der Italiener. Der an Einfluss verlierende Berlusconi war der schlechteste Werbeträger für eine Sache, die nach Fukushima wieder einmal umstritten ist. Die anderen beiden Ablehnungen, die sich auf die Verwaltung des Wassers beziehen [und eine Schutzklausel für Politiker vor Gericht], stellen ebenfalls eine Niederlage für die Regierung dar. Jedes mal, wenn Berlusconi von Privatisierung spricht, verstehen die Italiener es so, dass er ein neues Feld für Korruption eröffnet. Abgesehen von der klaren politischen Botschaft des Referendums haben sich die Italiener für die erneuerbaren Energien ausgesprochen."
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La Repubblica - Italien | Freitag, 10. Juni 2011
Die Italiener stimmen am kommenden Sonntag und Montag in einem Referendum über den von Silvio Berlusconis Regierung geplanten Wiedereinstieg in die Atomenergie ab. Die linksliberale Tageszeitung La Repubblica ist deshalb erfreut, dass sich Papst Benedikt XVI. bei einer Audienz gegen Atomenergie ausgesprochen hat: » mehr
Die Italiener stimmen am kommenden Sonntag und Montag in einem Referendum über den von Silvio Berlusconis Regierung geplanten Wiedereinstieg in die Atomenergie ab. Die linksliberale Tageszeitung La Repubblica ist deshalb erfreut, dass sich Papst Benedikt XVI. bei einer Audienz gegen Atomenergie ausgesprochen hat: "Sie wurde unerwartet zum Anlass einer Reflexion des Papstes über die Katastrophen, die in den vergangenen sechs Monaten 'die Natur, die Technik und die Völker' heimgesucht haben. In seiner Mahnung vermeidet Ratzinger die apokalyptischen Töne einer gewissen konservativen Kultur, die den Tsunami in Japan als 'Strafe Gottes' auslegt. Er ruft zur Verantwortung auf. Dabei wird vor allem seine Forderung nach sauberer Energie deutlich, die er vorzieht, um die Integrität der Natur zu bewahren und das Überleben der Menschen auf dem Planeten nicht zu gefährden. Katastrophen müssen laut Benedikt XVI. zum Instrument politischen Umdenkens, einer radikalen Revision des Entwicklungsmodells und neuer Lebensstile werden."
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Tages-Anzeiger - Schweiz | Donnerstag, 9. Juni 2011
Der Schweizer Nationalrat hat am Mittwoch dem schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie zugestimmt. Der Beschluss beruht aber nicht auf wirklicher Überzeugung, kritisiert der liberale Tages-Anzeiger: » mehr
Der Schweizer Nationalrat hat am Mittwoch dem schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie zugestimmt. Der Beschluss beruht aber nicht auf wirklicher Überzeugung, kritisiert der liberale Tages-Anzeiger: "So atomkritisch sich viele Politiker neuerdings geben, den echten Ausstieg wollen sie nicht. Der Nationalrat hat nur beschlossen, dass die Schweiz auf ein neues AKW verzichten soll - dessen Bau seit Fukushima ohnehin fiktiv ist. Die fünf bestehenden AKW hingegen will die Ratsmehrheit so lange wie betriebstechnisch möglich laufen lassen. ... Egal, wie voll die Politiker in diesen Tagen den Mund nehmen, egal auch, wie oft sie wiederholen, der Ausstiegsentscheid sei 'historisch': Man sollte ihnen erst glauben, wenn sie energisch genug die Alternativen zum Atomstrom vorantreiben. Ernst wird die Ausstiegsdiskussion also erst, wenn der Bundesrat 2012 seine Vorschläge für die neue Energiepolitik präsentiert und anschliessend das Parlament darüber befindet. Bis dahin ist alles Geplänkel."
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Ekonomika - Litauen | Donnerstag, 9. Juni 2011
Die litauische Regierung hat angekündigt, erneut nach Investoren für den Bau eines neuen Atomkraftwerks zu suchen. Die Wirtschaftszeitung Ekonomika warnt vor allzu großer Euphorie: » mehr
Die litauische Regierung hat angekündigt, erneut nach Investoren für den Bau eines neuen Atomkraftwerks zu suchen. Die Wirtschaftszeitung Ekonomika warnt vor allzu großer Euphorie: "Das Vorhaben ist wichtig, aber noch wichtiger ist, unter welchen Bedingungen es zustande kommt. Ein verantwortungslos durchgeführtes Projekt hat langfristige Folgen und zieht zahlreiche finanzielle Verpflichtungen nach sich. Die Haltung, dass um jeden Preis ein neues Atomkraftwerk gebaut werden muss, ist ebenso unverantwortlich wie kurzsichtig angesichts der Dimensionen. Die Finanzierung und der Bau eines solchen Kraftwerks sind zweifelsohne komplizierte Prozesse, und zwar von Anfang an. Auch wird ein Atomkraftwerk nicht im luftleeren Raum betrieben. Denn der erzeugte Strom muss verkauft werden, und das bedeutet, dass Abnehmer gefunden werden müssen. Dafür aber muss der Strom billiger sein als bei anderen Anbietern. Wenn das nicht geht, wird es Proteste und die Frage geben, warum das Kraftwerk dann überhaupt nötig ist."
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Le Figaro - Frankreich | Dienstag, 7. Juni 2011
Am Montag hat die deutsche Regierung das Gesetz zum Atomausstieg im Jahr 2022 unterzeichnet. Das wird sich bald als Fehler herausstellen, meint die konservative Tageszeitung Le Figaro: » mehr
Am Montag hat die deutsche Regierung das Gesetz zum Atomausstieg im Jahr 2022 unterzeichnet. Das wird sich bald als Fehler herausstellen, meint die konservative Tageszeitung Le Figaro: "Generell gilt: Durch einen vollkommenen Atomausstieg werden die Karten in der Energiepolitik neu verteilt. Die Energie-Studie der Unternehmensberatung Capgemini bezifferte vor zwei Jahren den Investitionsaufwand, der bis 2030 nötig sein wird, um den Energie-Konsum zu decken, mit einer Billion Euro. Dieser Betrag, der nach wie vor aktuell ist, würde viel schneller steigen, wenn alle Atommeiler abgeschaltet werden. Bedenkt man Faktoren wie den Anstieg der Energiepreise und die verstärkte Ressourcen-Abhängigkeit sowie die Gefährdung umweltpolitischer Ziele, bereitet der Atomausstieg, der gerade so in Mode ist, letztendlich sogar den Umweltschützern schnell Kopfzerbrechen."
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Népszabadság - Ungarn | Mittwoch, 1. Juni 2011
Die konservativ-liberale Regierung in Deutschland hat sich auf einen Atomausstieg bis 2022 geeinigt. Durch den Beschluss zeichnet sich in Deutschland eine mögliche Koalition von Konservativen und Grünen ab, meint die linksliberale Tageszeitung Népszabadság: » mehr
Die konservativ-liberale Regierung in Deutschland hat sich auf einen Atomausstieg bis 2022 geeinigt. Durch den Beschluss zeichnet sich in Deutschland eine mögliche Koalition von Konservativen und Grünen ab, meint die linksliberale Tageszeitung Népszabadság: "Im Jahr 2013 sind die nächsten Bundestagswahlen, und Angela Merkel möchte wieder gewinnen. ... Allerdings benötigt sie hierzu einen dritten Koalitionspartner. Der jetzige Juniorpartner, die liberale FDP, befindet sich im Umfragetief. Die Große Koalition zuvor mit den Sozialdemokraten hat zwar gut funktioniert, doch weint ihr niemand eine Träne nach. Aber da gibt es noch die Grünen, deren Umfragewerte in den vergangenen Monaten bei knapp zwanzig Prozent lagen. Sie seien 'Erzfeinde', hieß es früher über CDU und Grüne. Spießbürger hier, Alternative dort. Merkel hat nun eine politische Geste gemacht: Sie hat nicht nur den Wunsch der Wähler verstanden, nach Fukushima der Atomenergie den Rücken zu kehren, sondern sie hat zugleich auch das größte Hindernis für eine Zusammenarbeit der beiden Parteien aus dem Weg geräumt."
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Svobodata - Bulgarien | Dienstag, 31. Mai 2011
Während Deutschland und andere europäische Länder aus der Atomkraft aussteigen, will Bulgarien ein Atomkraftwerk russischen Typs in Belene bauen, das es nicht einmal braucht, kritisiert Edvin Sugarev im Meinungsportal Svobodata: » mehr
Während Deutschland und andere europäische Länder aus der Atomkraft aussteigen, will Bulgarien ein Atomkraftwerk russischen Typs in Belene bauen, das es nicht einmal braucht, kritisiert Edvin Sugarev im Meinungsportal Svobodata: "Bulgarien ist das Land mit dem EU-weit größten Energieverbrauch gemessen an der Produktivität. Die Einführung energiesparender Technologien würde also alle derzeitigen Energieprobleme lösen. Vor diesem Hintergrund ist es merkwürdig, dass das ärmste Land der EU sich trotz der Fukushima-Tragödie anschickt, einen Atomreaktor im Wert von mindestens zehn Milliarden Euro zu bauen. Ein Meiler, der für den heimischen Markt absolut überflüssig ist und dessen Strom für den Export bestimmt ist, ohne reale Absatzmärkte zu haben. Ein Meiler, der mehrere Generationen von Verbrauchern durch höhere Stromrechnungen werden abbezahlen müssen. Ein Meiler, durch den bei einigen wenigen Energie-Mafiosi zwar der Rubel rollen wird, der Bulgarien aber energiepolitisch gänzlich von Moskau abhängig macht."
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Blog Géopolitique - Frankreich | Dienstag, 31. Mai 2011
Der Atomausstieg Deutschlands ist wahlkampfbedingt, scheinheilig und wird Europa schwächen, meint Pierre Rousselin in seinem Blog Géopolitique: » mehr
Der Atomausstieg Deutschlands ist wahlkampfbedingt, scheinheilig und wird Europa schwächen, meint Pierre Rousselin in seinem Blog Géopolitique: "Angela Merkel setzt angesichts des Absturzes ihres Koalitionspartners, der liberalen FDP, auf eine Zusammenarbeit mit den Grünen. Dieses politische Kalkül hat Auswirkungen auf ganz Europa. Unser Kontinent gibt seine gesamte energiepolitische Unabhängigkeit für geraume Zeit auf. Wir werden noch abhängiger von Russland und seinem Erdgas. Frankreich wird noch mehr Strom exportieren, und das ist der Gipfel der Scheinheiligkeit: Unsere Atomkraftwerke werden bei den deutschen Ökos für Licht und Wärme sorgen. Ganz zu schweigen von der Reduktion der Treibhausgase, die schon niemand mehr für wichtig hält."
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Aftonbladet - Schweden | Dienstag, 31. Mai 2011
Mit dem Atomausstieg übernimmt Deutschland wenigstens in der Energiefrage die Vorreiterposition, die dem Land in Europa zukommt, lobt die linke Boulevardzeitung Aftonbladet: » mehr
Mit dem Atomausstieg übernimmt Deutschland wenigstens in der Energiefrage die Vorreiterposition, die dem Land in Europa zukommt, lobt die linke Boulevardzeitung Aftonbladet: "Deutschland ist die viertgrößte Industrienation der Welt, die größte Wirtschaft in Europa, und die hat sich entschieden nun voranzugehen. Die gestrige Entscheidung enthält einen Vorstoß für erneuerbare Energien sowie Energie-Effizienz, der ohnegleichen ist. Die Financial Times schreibt, dass die deutsche Abwicklung der Atomkraft einen europäischen Boom für die Nutzung erneuerbarer Energien und für Energieeinsparungen auslösen wird. ... Die Umstellung erfordert massive Investitionen, wird aber auch zu höheren Strompreisen führen. Energie-Effizienz ist deshalb besonders wichtig. Forschungen zeigen, dass Deutschland seine Energiekosten um 10 bis 20 Prozent senken kann durch Effizienzsteigerungen. ... Deutschland hat in der jüngsten Vergangenheit immer häufiger abgewartet und sich geweigert, die führende Rolle zu übernehmen, die Europa von seinem stärksten Akteur erwartet. Jetzt tut das Land genau das in der Energiefrage."
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De Tijd - Belgien | Dienstag, 31. Mai 2011
Die Entscheidung Deutschlands für den Atomausstieg ist legitim, bedeutet aber auch eine Herausforderung für die Wirtschaft, meint die Wirtschaftszeitung De Tijd: » mehr
Die Entscheidung Deutschlands für den Atomausstieg ist legitim, bedeutet aber auch eine Herausforderung für die Wirtschaft, meint die Wirtschaftszeitung De Tijd: "Der Unfall in Fukushima hat gezeigt, dass Kernenergie nie hundert Prozent sicher ist. Stresstests können das Risiko von Atomkatastrophen im besten Falle nur verringern, aber nie ganz ausschließen. Dass die deutsche Bevölkerung nicht bereit ist, dieses Risiko einzugehen, ist ihr gutes Recht. Aber das Land muss dann auch alle Folgen akzeptieren. Es wird eine große Herausforderung, die Energieversorgung zu einem akzeptablen Preis zu sichern, ohne dass die Wettbewerbsposition der deutschen Unternehmen geschwächt wird. Die Entscheidung, 2022 aus der Kernenergie auszusteigen, bietet den Vorteil der Deutlichkeit. Das kann den Sektor der erneuerbaren Energien enorm stimulieren und die Suche nach Techniken fördern, um konventionelle Kraftwerke umweltfreundlicher zu machen. Wenn Deutschland das gelingt, kann es einen Vorsprung gegenüber anderen Ländern erreichen."
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Polityka - Polen | Dienstag, 31. Mai 2011
Der Atomausstieg Deutschlands bis zum Jahr 2022 ist durchaus mutig, aber aufgrund seiner innovativen Wirtschaft machbar, findet die Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins Polityka: » mehr
Der Atomausstieg Deutschlands bis zum Jahr 2022 ist durchaus mutig, aber aufgrund seiner innovativen Wirtschaft machbar, findet die Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins Polityka: "Deutschland hat sich also entschlossen, die Atom-Ära in seinem Land zu beenden - und das, obwohl sie 17 Kraftwerke gebaut haben und mit ihnen 23 Prozent des notwendigen Strombedarfs im Land decken. Sie haben für diesen gewaltigen Schritt den Mut gehabt, doch es bleibt die Frage: Wie geht es jetzt weiter? Das Ziel ist klar und übrigens schon längst genau beschrieben: auf Grüne Energie setzen. Geht das denn? Es sieht so aus, dass es im Fall von Deutschland möglich ist. Schon heute ist Deutschland der unangefochtene Marktführer in Europa bei der Nutzung erneuerbarer Energiequellen."
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Corriere del Ticino - Schweiz | Donnerstag, 26. Mai 2011
Die Schweizer Regierung hat am Mittwoch den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Die fünf bestehenden Atomkraftwerke sollen nach dem Ende ihrer Laufzeit ersatzlos vom Netz genommen werden, das letzte etwa 2034. Eine vorschnelle Entscheidung, kritisiert die liberale Tageszeitung Corriere del Ticinio: » mehr
Die Schweizer Regierung hat am Mittwoch den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Die fünf bestehenden Atomkraftwerke sollen nach dem Ende ihrer Laufzeit ersatzlos vom Netz genommen werden, das letzte etwa 2034. Eine vorschnelle Entscheidung, kritisiert die liberale Tageszeitung Corriere del Ticinio: "Die Aussicht auf umweltschädlichere Energiequellen und auf den Import von Atomstrom aus Frankreich, falls der Energiebedarf nicht zu erschwinglichen Preisen gedeckt wird, scheint keine gute Perspektive. ... Auf dem Spiel steht die Umstellung des Schweizer Energiesystems auf erneuerbare und sichere Energien. ... Das ist ein intelligentes Ziel. Es zeugt kaum von Weitsichtigkeit, Fristen und Vorgangweisen strikt festzusetzen und von vornherein die Möglichkeit auszuschließen, dass die Technologie, die heute mit Überschallgeschwindigkeit voranschreitet, in den nächsten zwei Jahrzehnten nicht auch neue Lösungen im Bereich der Kernenergie finden wird."
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Mladá fronta Dnes - Tschechien | Donnerstag, 26. Mai 2011
In Deutschland mehren sich die politischen Anzeichen für einen baldigen Atomausstieg. Doch dieser kommt die Nachbarn teuer zu stehen, klagt die liberale Tageszeitung Mladá fronta dnes: » mehr
In Deutschland mehren sich die politischen Anzeichen für einen baldigen Atomausstieg. Doch dieser kommt die Nachbarn teuer zu stehen, klagt die liberale Tageszeitung Mladá fronta dnes: "Tschechien wird das schnell spüren. Die Entwicklung alternativer Energiequellen wird ernste Folgen haben. Schon jetzt destabilisieren diese alternativen Quellen die Stromleitungen in Teilen Europas stark. Damit es nicht zum Zusammenbruch der Netze kommt, werden die Nachbarn Milliarden in ihre Leitungen investieren müssen. Das wird die Energie verteuern. ... Hundertprozentig sicher ist zudem, dass die Abhängigkeit Europas von Erdgasimporten wachsen wird. Gazprom hat schon jetzt Preissteigerungen von derzeit 350 auf demnächst 500 Dollar für 1.000 Kubikmeter angekündigt. Mit der teurer werdenden Energie sinkt aber auch die Konkurrenzfähigkeit der europäischen Industrie. Dabei ist die Atomindustrie die einzige Branche weltweit, die systematisch alle Havarien analysiert und die Regeln für den Betrieb der Atommeiler aktualisiert. In der chemischen Industrie, die vergleichbar gefährlich ist, gibt es derlei nicht."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Montag, 23. Mai 2011
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Wochenende bestätigt, dass Deutschland in zehn Jahren ohne Atomstrom auskommen will. Gleichzeitig ist immer noch unklar, wie die nach dem Unfall in Fukushima angedachten Stresstests für die europäischen AKW aussehen sollen. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny hält beides für fragwürdig: » mehr
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Wochenende bestätigt, dass Deutschland in zehn Jahren ohne Atomstrom auskommen will. Gleichzeitig ist immer noch unklar, wie die nach dem Unfall in Fukushima angedachten Stresstests für die europäischen AKW aussehen sollen. Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny hält beides für fragwürdig: "Existieren überhaupt Tests, die sämtliche Gefahren enthüllen und eliminieren können? Sicherheit ist am Ende immer ein Kompromiss zwischen dem technisch wie menschlich Möglichen und dem, was sich finanziell schultern lässt. Es stellt sich die Frage, inwieweit der derzeitige Widerstand gegen die Atomenergie nur kurzfristige politische Agitation ist oder eine langfristige politische Strategie. Wenn Europa ohne Atomenergie leben will, dann sollte es sich erst dann dafür entscheiden, wenn es sich die Frage beantworten kann, was diese Energie ersetzen soll. Versuche mit erneuerbaren Energien führen erkennbar ebenso in eine Sackgasse wie die Rückkehr zur Kohle."
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taz - Deutschland | Mittwoch, 18. Mai 2011
Keines der 17 deutschen AKW erfüllt laut des Berichts der Reaktorsicherheitskommission (RSK) die höchsten Anforderungen. Der Bericht nutzt nach Ansicht der linken tageszeitung in erster Linie der Atom-Lobby: » mehr
Keines der 17 deutschen AKW erfüllt laut des Berichts der Reaktorsicherheitskommission (RSK) die höchsten Anforderungen. Der Bericht nutzt nach Ansicht der linken tageszeitung in erster Linie der Atom-Lobby: "Die Autoren räumen selbst ein, dass die Zeit zu knapp, die Datenlage zu ungenügend war, um en detail zu analysieren, welches AKW wie unsicher ist. Entsprechend vage ist, was aus dem Bericht folgt - nichts Neues. Dass die meisten deutschen AKW gar nicht oder zu wenig gegen Flugzeugabstürze gesichert sind, wusste man seit Langem. Fukushima hat daran kein Jota geändert. ... Aber: Die RSK bescheinigt den hiesigen AKW bei allen Mängeln 'große Robustheit'. Muss man dann also so schnell aussteigen? Die Gefahr, dass die AKW-Lobby diesen eilig verfassten Bericht für ihre Zwecke nutzt, liegt auf der Hand."
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Corriere del Ticino - Schweiz | Freitag, 6. Mai 2011
die Schweizer Atomaufsichtsbehörde hat am Donnerstag die Ergebnisse seiner AKW-Überprüfungen präsentiert und fordert nun zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Das ist kein Grund für einen Ausstieg aus der Kernenergie, meint die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino, der der Schweiz sowieso nichts brächte: » mehr
die Schweizer Atomaufsichtsbehörde hat am Donnerstag die Ergebnisse seiner AKW-Überprüfungen präsentiert und fordert nun zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Das ist kein Grund für einen Ausstieg aus der Kernenergie, meint die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino, der der Schweiz sowieso nichts brächte: "Nur einen Steinwurf von den Landesgrenzen entfernt stehen zwei französische Kernkraftwerke, deren Explosion verheerende Folgen für die Schweizer Bevölkerung hätte. Die eventuelle Entscheidung eines Ausstiegs liegt also nicht allein im Schweizer Ermessensbereich, sondern zumindest im europäischen und muss von daher gemeinsam diskutiert werden. ... Eine im Wesentlichen ideologische und von der Welle der Gefühle der japanischen Ereignisse geprägte Flucht nach vorn würde unser Land abhängig machen von der Kernenergie oder dem Erdgas anderer Länder und sowohl unsere Wirtschaft als auch unseren Wohlstand schwer in Mitleidenschaft ziehen. Es ist zu bezweifeln, dass das dem Willen der Mehrheit der Bürger unseres Landes entspricht."
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Lidové noviny - Tschechien | Dienstag, 26. April 2011
Ungeachtet der Katastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren und des jüngsten Atomunfalls in Fukushima warnt die konservative Tagszeitung Lidové noviny vor Hysterie: » mehr
Ungeachtet der Katastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren und des jüngsten Atomunfalls in Fukushima warnt die konservative Tagszeitung Lidové noviny vor Hysterie: "Die ersten Befürchtungen nach Tschernobyl über hunderttausende Tote bestätigten sich nicht. Niemand kann behaupten, die Gegend sei heute eine Idylle. Aber die Natur dort hat sich schnell regeneriert. ... Die heutigen Reaktoren sind viel sicherer. Dennoch können wir nicht zufrieden sein. Über die Havarie in Fukushima wissen wir aus seriösen Quellen noch zu wenig, um ein abschließendes Urteil fällen zu können. Es gibt aber auch Studien darüber, wie viele Menschen an den Folgen der Emissionen aus Kohlekraftwerken sterben und wie viele Kumpel jährlich in Kohlegruben ums Leben kommen. Diesen Zahlen fehlt lediglich die spektakuläre Kulisse eines beschädigten Reaktors. Der individuelle Autoverkehr tötet jedes Jahr unvergleichlich mehr Menschen als eine atomare Havarie. Vielleicht sollten die Anti-Atom-Aktivisten besser für ein Verbot von Autos kämpfen."
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Karjalainen - Finnland | Dienstag, 26. April 2011
Zum 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl beklagt die liberale Tageszeitung Karjalainen die weiterhin große Abhängigkeit von der Kernkraft und fordert die Entwicklung alternativer Energiequellen: » mehr
Zum 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl beklagt die liberale Tageszeitung Karjalainen die weiterhin große Abhängigkeit von der Kernkraft und fordert die Entwicklung alternativer Energiequellen: "Das Unglück von Tschernobyl war Folge eines missglückten wissenschaftlichen Versuchs. ... Nach dem Unfall wurde der Welt versichert, dass sich vergleichbare Unfälle durch neue Reaktortypen, strengere Sicherheitsanforderungen und bessere Kontrollen vermeiden lassen. ... Aber wie das Unglück von Fukushima gezeigt hat, sind nicht alle Unfälle zu verhindern. ... Dennoch kann vorerst nicht auf Kernenergie verzichtet werden, denn die anderen vorhandenen Möglichkeiten der Energieerzeugung reichen einfach nicht aus, um den derzeitigen Energiebedarf der Welt zu decken. ... Auch weiterhin ist die Entwicklung von neuen und sichereren Formen der Energieproduktion nötig."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Mittwoch, 20. April 2011
Italiens Regierung hat am Dienstag entschieden, die Pläne für einen Wiedereinstieg in die Atomenergie vorerst aufzugeben. Ende März war bereits ein Planungsmoratorium verkündet worden. Dem Land fehlt eine klare Energiepolitik, meint die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: » mehr
Italiens Regierung hat am Dienstag entschieden, die Pläne für einen Wiedereinstieg in die Atomenergie vorerst aufzugeben. Ende März war bereits ein Planungsmoratorium verkündet worden. Dem Land fehlt eine klare Energiepolitik, meint die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Bis gestern war die Atomenergie im Namen eines politischen wie technologischen Schuldeingeständnisses nach der Abkehr von 1987 ... ein klares Ziel. Heute ist sie ein aufzugebendes oder zumindest für die Regierung aufschiebbares Ziel, wegen einer Stimmung in der Bevölkerung, die von Fukushima ausgelöst wurde. ... Dieser verständliche Opportunismus, diese politische Vorsicht, lässt sich leicht mit den bevorstehenden Kommunalwahlen im Mai erklären. ... Von wissenschaftlicher Debatte und programmatischer Ernsthaftigkeit keine Spur. Wir sind in Italien. Im Land, in dem es schlicht und ergreifend keine Energiepolitik gibt."
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Alle verfügbaren Texte von » Federico Rendina
Libération - Frankreich | Montag, 18. April 2011
Am Wochenende hat der Konzernchef des Unglückskernkraftwerks in Fukushima angekündigt, dass es noch drei Monate dauern wird, bis die Kühlung der Reaktoren und des Abklingbeckens in Fukushima sichergestellt sein werden. Die linksliberale Tageszeitung Libération meint, dass es noch lange dauern wird, bis die Welt vollständig auf Kernenergie verzichten kann: » mehr
Am Wochenende hat der Konzernchef des Unglückskernkraftwerks in Fukushima angekündigt, dass es noch drei Monate dauern wird, bis die Kühlung der Reaktoren und des Abklingbeckens in Fukushima sichergestellt sein werden. Die linksliberale Tageszeitung Libération meint, dass es noch lange dauern wird, bis die Welt vollständig auf Kernenergie verzichten kann: "Das Drama nimmt kein Ende, der Notzustand hält an. Das Gefühl der Verlassenheit ist bei den Überlebenden in der Region und den 80.000 Menschen, die umsiedeln mussten, so stark wie nie zuvor. Sie wissen nicht, ob sie eines Tages nach Hause zurückkehren können. ... Dieser Countdown läuft nicht nur für die Japaner, sondern für alle Großmächte. Seriöse Forscher bestätigen, dass es mindestens drei bis vier Jahrzehnte dauern wird, um eine realistische Alternative zur Atomenergie zu etablieren. Niemand hat also mit der Kernenergie abgeschlossen. Und auch nicht mit Fukushima und seinen verheerenden Folgen."
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Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung - Deutschland | Sonntag, 17. April 2011
Vergangenen Woche hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer getroffen, um über einen möglichen Atomausstieg in Deutschland zu reden. Die konservative Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vergleicht die Ausstiegsdebatte mit der Diskussion über die von Merkels Vorgänger Gerhard Schröder durchgesetzten Sozialreformen: » mehr
Vergangenen Woche hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer getroffen, um über einen möglichen Atomausstieg in Deutschland zu reden. Die konservative Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vergleicht die Ausstiegsdebatte mit der Diskussion über die von Merkels Vorgänger Gerhard Schröder durchgesetzten Sozialreformen: "Die aktuelle Lage erinnert stark an die Frühphase der Debatte um Sozialreformen. ... In der späten Regierungszeit von Helmut Kohl war der abstrakte Wunsch nach einem Umbau des Sozialstaats fast so unbestritten wie heute die Energiewende. Erst als es unter Gerhard Schröder konkret wurde und der Fragebogen in die Bedarfsgemeinschaft flatterte, kamen die Proteste. Nicht anders wird es sein, wenn die Bagger für den Staudamm anrücken, der Strompreis steigt oder eine Glühbirne ins Flackern kommt. Da unterscheidet sich die Energiereform nicht von anderen Veränderungsprozessen. ... Der Fortschritt bleibt immer eine Schnecke."
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Alle verfügbaren Texte von » Ralph Bollmann
Kansan Uutiset - Finnland | Mittwoch, 13. April 2011
Die japanische Atomaufsichtsbehörde hat die Havarie im Atomkraftwerk Fukushima 1 auf die gleiche Stufe wie die Katastrophe in Tschernobyl gesetzt. Und noch immer ist das tatsächliche Ausmaß des Unglücks unklar, beklagt die linke Wochenzeitung Kansan Uutiset in ihrer Internetausgabe: » mehr
Die japanische Atomaufsichtsbehörde hat die Havarie im Atomkraftwerk Fukushima 1 auf die gleiche Stufe wie die Katastrophe in Tschernobyl gesetzt. Und noch immer ist das tatsächliche Ausmaß des Unglücks unklar, beklagt die linke Wochenzeitung Kansan Uutiset in ihrer Internetausgabe: "In Fukushima wurde wahr, was niemals hätte passieren dürfen. ... Die beschädigten Atomkraftwerke in Fukushima werden noch jahrelang strahlen. Auch wenn auf dem Gelände enorm geschuftet wird, um die Probleme zu verringern, so gibt es noch immer kein vollständiges Bild vom Ausmaß der Katastrophe. Der Betreiber Tepco hat jedoch davor gewarnt, dass die Strahlung noch höher ansteigen könnte, als die nach dem Unglück von Tschernobyl. Besorgniserregend ist zudem, dass die Rettungskräfte die Lage in den beschädigten Kraftwerken von Fukushima offensichtlich noch immer nicht völlig im Griff haben - leider."
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Le Quotidien - Luxemburg | Mittwoch, 6. April 2011
Die Atomkatastrophe in Japan hat der Ökologie-Bewegung in Luxemburg neuen Auftrieb verliehen, meint die Tageszeitung Le Quotidien, denn auch die Unternehmen erkennen nun die Vorteile einer nachhaltigen Entwicklung: » mehr
Die Atomkatastrophe in Japan hat der Ökologie-Bewegung in Luxemburg neuen Auftrieb verliehen, meint die Tageszeitung Le Quotidien, denn auch die Unternehmen erkennen nun die Vorteile einer nachhaltigen Entwicklung: "Umweltschützer liegen nicht nur voll im Trend, sondern verfügen nun auch über wirtschaftliche Argumente. Das lässt auch die Unternehmen aufhorchen. Lange hat man gedacht, bei den Umweltschützern handele es sich um eine Gruppe Erleuchteter, die zu allem bereit sind, um unseren Planeten zu retten. Jeder, der die Rettung der Erde mit wirtschaftlichen Interessen vereint, zeigt heute einen gewissen Pragmatismus. Die Forderungen der Umweltschützer, unsere exzessiven Konsumgewohnheiten radikal zu ändern und den verschwenderischen Lebensstil aufzugeben, scheinen in diesem Licht gar nicht mehr so schlimm. ... Manchmal bedarf es nicht viel, um weiterhin Gewinne einzufahren ohne die Umwelt in Mitleidenschaft zu ziehen. Auf globaler Ebene ist es sicherlich komplizierter. Doch das Bewusstsein dafür ist da."
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Eesti Päevaleht - Estland | Mittwoch, 6. April 2011
Angesichts der Atomkatastrophe in Japan fordert die Tageszeitung Eesti Päevaleht, auf den zur Diskussion stehenden Bau eines Kernkraftwerks in Estland zu verzichten: » mehr
Angesichts der Atomkatastrophe in Japan fordert die Tageszeitung Eesti Päevaleht, auf den zur Diskussion stehenden Bau eines Kernkraftwerks in Estland zu verzichten: "Die Gräber der verstrahlten Japaner sind noch frisch, die missgebildeten Kinder sind noch nicht einmal geboren, und schon wird erneut die Forderung nach dem Bau eines Atomkraftwerks in Estland erhoben. Warum? Schließlich haben wir genug Strom, denn wir verfügen über Ölschiefer, unser Wald wächst weiter, und wir haben es bislang auch ohne Kernkraft geschafft. ... Wie viele Tage war Estland in den vergangenen fünfzig Jahren ohne Elektrizität? Dabei wäre ein stromfreier Tag pro Woche nicht einmal ein sonderlich großes Unglück, sondern eine angenehme Erholungspause. Die Menschheit hat große Werke bei Sonnen- und Kerzenlicht verfasst, doch ohne Klugheit nützen auch das beste Papier und elektrisches Licht nichts. Ein großes Land mag sich indes den Tod von einer Million Menschen und eine Verseuchung großer Flächen seines Territoriums leisten können, aber das kleine Estland darf dieses Risiko nicht eingehen, denn ein Fehler würde das ganze Volk auslöschen."
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Delo - Slowenien | Mittwoch, 6. April 2011
Die Katastrophe von Japan bietet die Chance, die Welt endgültig von den gefahren der Kernenergie zu überzeugen, meint der Politologe und Autor des Buchs Contesting the Future of Nuclear Power, Benjamin K. Sovacool, in einem Gastkommentar für die Tageszeitung Delo: » mehr
Die Katastrophe von Japan bietet die Chance, die Welt endgültig von den gefahren der Kernenergie zu überzeugen, meint der Politologe und Autor des Buchs Contesting the Future of Nuclear Power, Benjamin K. Sovacool, in einem Gastkommentar für die Tageszeitung Delo: "Die aktuelle japanische Atomkrise ist ein wahrer Alptraum, doch keine Besonderheit. Sie ist nur die neueste Katastrophe unter den zahlreichen Atomunfällen, bei denen es zu Explosionen, Kernschmelzen, Bränden und Defekten des Kühlsystems gekommen ist. Das sind Unfälle, die sich sowohl bei normalem Betrieb als auch bei Erdbeben ereignet haben. ... Die Befürworter der Atomenergie haben in den vergangenen Jahren erfolgreich ihre Standpunkte politisch in der ganzen Welt geltend gemacht. Sie haben die Atomenergie als sichere, saubere und zuverlässige Energiequelle gepriesen. Doch die historischen Daten beweisen das Gegenteil. Die Tragödie von Fukushima wird die Menschen möglicherweise endgültig davon überzeugen, die Konjunktur der Atomenergie zu verhindern."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 6. April 2011
Laut Bundesnetzagentur müsste Deutschland durch das endgültige Abschalten von sieben Kernkraftwerken Atomstrom aus Nachbarländern wie Frankreich und Tschechien importieren. Die Menge soll der Kapazität von drei Kernkraftwerken entsprechen. Nun muss die Politik der Industrie Innovationsanreize geben, um die Energiewende schnell zu bewältigen, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: » mehr
Laut Bundesnetzagentur müsste Deutschland durch das endgültige Abschalten von sieben Kernkraftwerken Atomstrom aus Nachbarländern wie Frankreich und Tschechien importieren. Die Menge soll der Kapazität von drei Kernkraftwerken entsprechen. Nun muss die Politik der Industrie Innovationsanreize geben, um die Energiewende schnell zu bewältigen, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Ein Land, das durch seinen Ausstieg aus der Kernenergie zum Fortschritt verdammt ist, könnte auch Vorbild in politischer Phantasie werden. Denn es wird schwierig, den Bürgern steigende Energiekosten, Eingriffe in die Natur und Investitionen schmackhaft zu machen, die sich vielleicht erst in 20 Jahren rechnen. Es müssen Förderinstrumente, Vermittlungsprozesse, Anreize und vieles mehr entwickelt werden, um die Menschen bei der Energiewende mitzunehmen. Die Deutschen haben sich jahrelang gerne Exportweltmeister genannt. Jetzt können sie sich als bester Exporteur grüner Ideen behaupten."
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De Standaard - Belgien | Dienstag, 5. April 2011
Mehrere Fernsehsender in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben mit dem Hinweis auf das Reaktorunglück in Japan darauf verzichtet, Folgen der satirischen Zeichentrickserie The Simpsons über eine Nuklearkatastrophe auszustrahlen. Das ist eine falsche Entscheidung, meint der Vorsitzende der flämischen Nationalisten, Bart de Wever, in seiner festen Kolumne in der Tageszeitung De Standaard: » mehr
Mehrere Fernsehsender in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben mit dem Hinweis auf das Reaktorunglück in Japan darauf verzichtet, Folgen der satirischen Zeichentrickserie The Simpsons über eine Nuklearkatastrophe auszustrahlen. Das ist eine falsche Entscheidung, meint der Vorsitzende der flämischen Nationalisten, Bart de Wever, in seiner festen Kolumne in der Tageszeitung De Standaard: "Vielleicht prallen The Simpsons und Fukushima für die deutsche Öffentlichkeit hier ... zu sehr auf die Grenze zwischen Komödie und Tragödie. Die Einsicht, dass der japanische Reaktor ungestraft von solchen Leuten gemanagt wird, die mehr Ähnlichkeit mit Homer Simpson und Monty Burns haben, als wir für möglich hielten, ist zu schmerzlich. Wir wollen lieber die Tragödie der tapferen Japaner sehen, die auf eine übermenschliche Weise gegen das Schicksal kämpfen, das sie nicht durch den fehlbaren Menschen, sondern offensichtlich durch die Hand Gottes selbst getroffen hat. Wenn die Angst regiert, muss das Lachen weichen."
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Vilniaus diena - Litauen | Dienstag, 5. April 2011
In Litauen wächst die Skepsis gegenüber der Kernenergie und die Tageszeitung Vilniaus Diena findet das wenig erstaunlich: » mehr
In Litauen wächst die Skepsis gegenüber der Kernenergie und die Tageszeitung Vilniaus Diena findet das wenig erstaunlich: "Eine neue Umfrage zeigt, dass die beunruhigenden Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ihre Wirkung entfaltet haben: Neun von zehn Litauern möchten nicht, dass in ihrem Land ein neues Atomkraftwerk gebaut wird, nachdem sich Befürworter und Gegner eines solchen Projekts bislang ungefähr die Waage hielten. Die Angst vor radioaktiver Verstrahlung im Katastrophenfall hat damit den Wunsch nach energiepolitischer Unabhängigkeit überlagert. Gleichzeitig zeigen andere Umfragen, dass die Litauer russische und belarussische Pläne ablehnen, direkt an ihren Grenzen Atomkraftwerke zu errichten. ... Moskau und Minsk werden sich allerdings von dieser ablehnenden Haltung nicht beeinflussen lassen, wo sie doch schon der Meinung im eigenen Land kaum Aufmerksamkeit schenken."
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Financial Times Deutschland - Deutschland | Dienstag, 5. April 2011
Die Betreiberfirma Tepco des havarierten AKW Fukushima-1 hat rund 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik geleitet. Da ein Atomunfall immer internationale Auswirkungen hat, muss die Atomaufsichtsbehörde IAEA mehr Kompetenzen erhalten als bisher, fordert die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland, denn "sie darf nur aktiv werden, wenn die Nationalstaaten es ausdrücklich zulassen, zudem sind ihre Sicherheitsvorgaben unverbindlich. Dieser Mangel an Aufsicht steht in keinem Verhältnis zu dem Schaden, den ein Reaktorunfall global anrichten kann - wie die Verseuchung der Umwelt oder die Störung der Weltwirtschaft durch unterbrochene Lieferketten. Die G20-Staaten und die EU sollten deshalb mit gutem Beispiel vorangehen und Sicherheitsvorgaben verbindlich machen. Zudem sollte die IAEO mehr Rechte bekommen: » mehr
Die Betreiberfirma Tepco des havarierten AKW Fukushima-1 hat rund 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik geleitet. Da ein Atomunfall immer internationale Auswirkungen hat, muss die Atomaufsichtsbehörde IAEA mehr Kompetenzen erhalten als bisher, fordert die wirtschaftsliberale Financial Times Deutschland, denn "sie darf nur aktiv werden, wenn die Nationalstaaten es ausdrücklich zulassen, zudem sind ihre Sicherheitsvorgaben unverbindlich. Dieser Mangel an Aufsicht steht in keinem Verhältnis zu dem Schaden, den ein Reaktorunfall global anrichten kann - wie die Verseuchung der Umwelt oder die Störung der Weltwirtschaft durch unterbrochene Lieferketten. Die G20-Staaten und die EU sollten deshalb mit gutem Beispiel vorangehen und Sicherheitsvorgaben verbindlich machen. Zudem sollte die IAEO mehr Rechte bekommen: Sie sollte schon dann kontrollieren und eingreifen dürfen, wenn ein Störfall eingetreten ist, nicht erst auf ausdrückliche Einladung hin. Gerade jetzt, wo der Schock von Fukushima die öffentliche Meinung rund um die Welt aufrüttelt, ist die Chance gut, die Aufsicht über die Atomkraft dahin zu befördern, wohin sie gehört: auf internationale Ebene."
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Welt am Sonntag - Deutschland | Sonntag, 27. März 2011
Mehr als 200.000 Menschen haben am Samstag in Berlin, Hamburg, Köln und München gegen Atomkraft protestiert. Nirgendwo in Europa ist diese Bewegung so stark wie in Deutschland, meint die konservative Welt am Sonntag und zeigt Verständnis für die Motive der Demonstranten: » mehr
Mehr als 200.000 Menschen haben am Samstag in Berlin, Hamburg, Köln und München gegen Atomkraft protestiert. Nirgendwo in Europa ist diese Bewegung so stark wie in Deutschland, meint die konservative Welt am Sonntag und zeigt Verständnis für die Motive der Demonstranten: "Die Kritik an der Nutzung der Kernenergie ist nicht irrational, sondern spätestens seit Tschernobyl wohlbegründet. Vielerorts erinnerten die Protestmärsche zudem eher an fröhliche Familienausflüge als an die verbissenen Gefechte, die sich einst in Brokdorf oder Gorleben zutrugen. Die in die Jahre gekommene Babyboomer-Generation musste ihr Leben gleich zweimal neu ausrichten: nach dem 9. November 1989 und nach dem 11. September 2001. Da erscheint der Anti-AKW-Protest als eine der wenigen politischen Konstanten, die sich als tragfähig erwiesen haben. ... Der Wunsch nach Sicherheit bezieht sich eben nicht nur auf Kriminalität, einträchtiges Zusammenleben zwischen Einwanderern und Einheimischen - sondern auch auf Umwelt und Natur."
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Alle verfügbaren Texte von » Claus Christian Malzahn
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Donnerstag, 24. März 2011
Infolge der Atomkatastrophe in Japan hat in verschiedenen europäischen Ländern eine Debatte über die Zukunft der Energieversorgung begonnen. Die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung weist darauf hin, dass auch erneuerbare Energien ihren Preis haben, selbst wenn der nicht immer in Zahlen zu fassen ist: » mehr
Infolge der Atomkatastrophe in Japan hat in verschiedenen europäischen Ländern eine Debatte über die Zukunft der Energieversorgung begonnen. Die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung weist darauf hin, dass auch erneuerbare Energien ihren Preis haben, selbst wenn der nicht immer in Zahlen zu fassen ist: "Es liegt an einer eingeübten Denkstruktur, dass wir Werten, die wir zahlenmässig erfassen können, ein höheres Gewicht geben. Heute, wo die Umweltgüter allgemein gefährdet sind, wird es zur Notwendigkeit, diesen auch dann, wenn sie nicht mit Zahlen erfasst und nicht mit Geld aufgewogen werden können, einen Wert zu geben, der genauso wie quantifizierbare materielle Werte in die Waagschale der Güterabwägung und der politischen Entscheidungsprozesse gelegt werden muss. Der Konflikt zwischen Energiegewinnung und Landschaftsschutz ist dafür nur ein Beispiel. Hier darf auch daran erinnert werden, dass der Ausbau der Wasserkraft im grossen Stil schon längst erfolgt ist und dass es nur noch wenige Fliessstrecken gibt, die ungenutzt und naturnah sind."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Mittwoch, 23. März 2011
Italien wird seinen Plan, wieder in die Atomenergie einzusteigen, für ein Jahr aussetzen. Das gab das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung am Dienstag bekannt. Eine Denkpause ist durchaus akzeptabel, birgt in Italien jedoch die Gefahr, dass sie nicht zu einer Entscheidung führt, sondern zu endlosem Aufschieben, beklagt die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: » mehr
Italien wird seinen Plan, wieder in die Atomenergie einzusteigen, für ein Jahr aussetzen. Das gab das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung am Dienstag bekannt. Eine Denkpause ist durchaus akzeptabel, birgt in Italien jedoch die Gefahr, dass sie nicht zu einer Entscheidung führt, sondern zu endlosem Aufschieben, beklagt die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Das Moratorium wurde unter dem Druck der Gefühlswelle, der Zuspitzung politischer Instrumentalisierungen und dank der seit Jahrhunderten von Italien erfolgreich praktizierten Kunst des Aufschubs beschlossen. Es bringt einen Zeitgewinn, der möglicherweise die von den Kernenergie-Gegnern geforderte Volksbefragung vermeiden hilft, die für die Regierung mehr als problematisch zu werden droht. ... Eine Denkpause ist durchaus angebracht, denn eine Entscheidung über die Zukunft, die unter dem Eindruck starker Emotionen zustande kommt, ist weder eine logische noch eine ratsame Lösung. Es sollte tunlichst vermieden werden, hier zu pfuschen und ein Ja zur Kernkraft unter dem Deckmantel des Jein zu verstecken."
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Alle verfügbaren Texte von » Guido Gentili
The Daily Telegraph - Großbritannien | Mittwoch, 23. März 2011
Als Reaktion auf die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi hat Deutschland entschieden, sieben alte Reaktoren vorerst abzuschalten, und der Energiebeauftragte der Europäischen Union fordert den Ausstieg aus der Atomenergie. Die konservative Tageszeitung The Daily Telegraph hält das für Panikmache: » mehr
Als Reaktion auf die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi hat Deutschland entschieden, sieben alte Reaktoren vorerst abzuschalten, und der Energiebeauftragte der Europäischen Union fordert den Ausstieg aus der Atomenergie. Die konservative Tageszeitung The Daily Telegraph hält das für Panikmache: "Bei einem ernstzunehmenden nuklearen Zwischenfall wird Panik über Vernunft siegen, es sei denn es gibt jemanden, der vertrauenswürdig und kenntnisreich genug ist, um der Vernunft das Wort zu reden. Fälle wie dieser bedürfen einer guten Risikoanalyse, die an die Medien weitergereicht werden kann, um so die Debatte zu beruhigen. Was Japan, der Europäischen Kommission und Deutschland fehlte, war die Autorität eines wissenschaftlichen Beraters, der Panik unterdrücken und Probleme aufzeigen kann. Denn bevor wir diese nicht kennen kann niemand verstehen, wie mit Risiken umgegangen werden muss, die aus Katastrophen erwachsen - egal ob durch Menschen verursacht, die Natur oder beide."
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Les Echos - Frankreich | Dienstag, 22. März 2011
Die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I hat weltweit die Frage nach dem Atomausstieg neu aufgeworfen, auch in Frankreich, das rund 70 Prozent seines Stroms aus Kernenergie bezieht. Für die Wirtschaftszeitung Les Echos sollten gegen solche Unfälle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, deren Kosten den Strompreis allerdings enorm erhöhen: » mehr
Die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I hat weltweit die Frage nach dem Atomausstieg neu aufgeworfen, auch in Frankreich, das rund 70 Prozent seines Stroms aus Kernenergie bezieht. Für die Wirtschaftszeitung Les Echos sollten gegen solche Unfälle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, deren Kosten den Strompreis allerdings enorm erhöhen: "Sogenannte 'alternative' Szenarien gibt es reichlich. Die Verantwortungsvollsten stellen fest, dass die beste Energie diejenige ist, die man nicht verbraucht. Darauf gründen sie mühsame Programme 'energetischer Mäßigung'. Aber die Verbraucher und die Hersteller haben sich für einen uneingeschränkten Verbrauch billiger Energie entschieden. Das Szenario, welches das Problem an der Wurzel packt, müsste es zunächst wagen, den Richtpreis für Energie ungefähr zu verzehnfachen, um die Finanzierung umfassender Sicherheitsmaßnahmen für die Kernenergie zu garantieren (wenn es sie dann noch gäbe). ... Aber wer für solch eine Maßnahme einträte, würde zweifellos abgestraft. Da er die Wahrheit gesagt hat."
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Dagens Nyheter - Schweden | Montag, 21. März 2011
Die Lage im japanischen Kernkraftwerk Fukushima hat sich stabilisiert. Ingenieure konnten bis zum heutigen Montag alle Reaktorblöcke wieder ans Stromnetz anschließen. Auch wenn Kernkraft noch benötigt wird, müssen die Lehren aus Fukushima gezogen werden, fordert die Tageszeitung Dagens Nyheter: » mehr
Die Lage im japanischen Kernkraftwerk Fukushima hat sich stabilisiert. Ingenieure konnten bis zum heutigen Montag alle Reaktorblöcke wieder ans Stromnetz anschließen. Auch wenn Kernkraft noch benötigt wird, müssen die Lehren aus Fukushima gezogen werden, fordert die Tageszeitung Dagens Nyheter: "Wir werden auf absehbare Zeit mit der Kernkraft leben müssen. ... Es ist Fakt, dass die weitere Nutzung der Kernkraft eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist, dass der Ausstoß klimaschädlicher Gase zumindest nicht zunimmt. ... Der Unfall in Japan ist sehr ernst, aber bisher keine lebensbedrohliche Katastrophe. ... Allerdings gibt es aus globaler und schwedischer Perspektive leider eine anhaltende Bedrohung, nämlich die Kernkraftwerke in der alten Sowjetunion, die trotz Sicherheitsmängeln weiter in Betrieb sind. Es ist die wichtigste Aufgabe, daran mitzuarbeiten sie zu schließen oder zu ersetzen, um das Risiko eines neuen Reaktorunfalls zu minimieren."
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Lietuvos rytas - Litauen | Montag, 21. März 2011
Das Reaktorunglück im japanischen Fukushima hat die Atomdebatte in Europa neu entfacht. Litauen will sein Kernkraftwerk in Ignalina durch ein neues ersetzen und muss deshalb erneut über Atomkraft debattieren, verlangt die Tageszeitung Lietuvos Rytas: » mehr
Das Reaktorunglück im japanischen Fukushima hat die Atomdebatte in Europa neu entfacht. Litauen will sein Kernkraftwerk in Ignalina durch ein neues ersetzen und muss deshalb erneut über Atomkraft debattieren, verlangt die Tageszeitung Lietuvos Rytas: "Die Sowjetmacht hat uns nicht gefragt, ob wir ein Atomkraftwerk wollten oder nicht. Es sollten sogar vier Reaktoren gebaut werden, am Ende waren es nur zwei. … Litauen wurde auf diese Weise gegen seinen Willen zum Atomstaat, und billigeren Strom hat uns das auch nicht eingebracht: Oft zahlten wir für eine Kilowattstunde mehr als in Lettland oder Estland, wo es keine Atomkraft gibt. Auch heute fragt uns niemand, ob wir wirklich ein solches Kraftwerk wollen, niemand hat eine Umfrage in Auftrag gegeben. Das Parlament ist nicht einmal auf die Idee gekommen, diese so wichtige Frage ernsthaft mit Experten und Vertretern der Öffentlichkeit zu diskutieren. ... Dabei könnte die Bevölkerung durchaus eine andere Meinung über ein neues AKW haben. Wir sind die Bürger unseres Landes, und keine amorphe, von Interessengruppen manipulierte Masse."
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Alle verfügbaren Texte von » Vytautas Plečkaitis
Der Standard - Österreich | Freitag, 18. März 2011
Infolge der Atomkatastrophe in Japan wollen die deutschen und österreichischen Sozialdemokraten gemeinsam ein EU-weites Bürgerbegehren zum endgültigen Atomausstieg auf den Weg bringen. Wenn eine Million Bürgerinnen und Bürger aus mindestens sieben Mitgliedstaaten sich dafür aussprechen, muss die EU-Kommission dazu begründet Stellung nehmen. Doch diese Initiative ist sinnlos, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: » mehr
Infolge der Atomkatastrophe in Japan wollen die deutschen und österreichischen Sozialdemokraten gemeinsam ein EU-weites Bürgerbegehren zum endgültigen Atomausstieg auf den Weg bringen. Wenn eine Million Bürgerinnen und Bürger aus mindestens sieben Mitgliedstaaten sich dafür aussprechen, muss die EU-Kommission dazu begründet Stellung nehmen. Doch diese Initiative ist sinnlos, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Es wird momentan eine relativ leichte Übung sein, eine Million Europäer zu einer Unterschrift gegen AKWs in Europa zu bewegen, der Fukushima-Schock und die allgemeine Verunsicherung sitzen tief. Trotzdem wird das vorerst gar nichts bringen. Denn rechtlich möglich ist ein solches EU-weites Volksbegehren erst 2012 - da werden die Boulevardzeitungsleser ihr Mütchen schon längst wieder an einem anderen Reizthema kühlen. Zudem ist die EU-Kommission nicht verpflichtet, ein entsprechendes Gesetz gegen Atomkraft zu erlassen, nur weil eine Million EU-Bürger das wünschen. Zudem ist ein europaweiter Ausstieg aus der Atomkraft eine langwierige Angelegenheit - mit unsicheren Parametern, was die Alternativen betrifft. Solche zu entwickeln sind die Mühen der Ebene. Politische Schnellschüsse helfen gar nicht."
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Alle verfügbaren Texte von » Petra Stuiber
Finance - Slowenien | Freitag, 18. März 2011
Seit der Atom-Katastrophe in Japan kündigen die Umweltschützer das Ende der Kernenergie an und preisen grüne Energiequellen. Doch erneuerbare Energien allein sind noch nicht die Lösung, findet die Wirtschaftszeitung Finance: » mehr
Seit der Atom-Katastrophe in Japan kündigen die Umweltschützer das Ende der Kernenergie an und preisen grüne Energiequellen. Doch erneuerbare Energien allein sind noch nicht die Lösung, findet die Wirtschaftszeitung Finance: "Wir wollen alles haben, auf nichts verzichten. Alle sind für eine intakte Natur, in der ausreichend Energie zu Verfügung steht und dass es genügend Straßen gibt, auf denen schnelle und umweltfreundliche Autos fahren. Es ist nicht alles schwarz oder weiß, aber bitte lasst uns vernünftig bleiben. Erneuerbare Energiequellen liefern noch nicht genug Energie für unsere Bedürfnisse. Ein weiteres Problem ist auch der viel höhere Preis. Ist Ihnen bewusst, dass ein Megawatt erneuerbarer Energie ohne staatliche Subventionen rund viermal teurer ist, als die gleiche Menge Strom aus einem Atomkraftwerk? Wenn Sie also in Zukunft jemanden hören, der ausschließlich für grüne Energie ist, dann fassen Sie erst einmal an ihren Geldbeutel."
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Alle verfügbaren Texte von » Jurij Šimac
Kauppalehti - Finnland | Freitag, 18. März 2011
Als Reaktion auf das Atomunglück in Japan hat Deutschland die Laufzeitverlängerung seiner Atomkraftwerke auf Eis gelegt und beschlossen, die sieben ältesten Meiler zur Sicherheitsüberprüfung vorübergehend vom Netz zu nehmen. Für die Wirtschaftszeitung Kauppalehti ist das lediglich Aktionismus vor den Landtagswahlen: » mehr
Als Reaktion auf das Atomunglück in Japan hat Deutschland die Laufzeitverlängerung seiner Atomkraftwerke auf Eis gelegt und beschlossen, die sieben ältesten Meiler zur Sicherheitsüberprüfung vorübergehend vom Netz zu nehmen. Für die Wirtschaftszeitung Kauppalehti ist das lediglich Aktionismus vor den Landtagswahlen: "In Deutschland finden in diesem Jahr sieben Landtagswahlen statt, die nächsten in rund einer Woche in Baden-Württemberg. Der Aktionismus von Merkel und ihren Waffenträgern ist Wahlkampf. ... Einer aktuellen Umfrage zufolge lehnen 70 Prozent der Deutschen Atomkraft ab. Durch das Abschalten von Kernkraftwerken und unterschiedliche 'Verlängerungen' versucht die Regierung zu retten, was zu retten ist. In jedem Fall zeigt es, welch einen Unsinn man den Wählern in Deutschland vor dem Erdbeben in Japan versucht hat weiszumachen. ... Nüchtern betrachtet hat Deutschland heute genauso viele Gründe, auf Atomkraft zu verzichten, wie vor dem Erdbeben in Japan. Einer davon ist die weiterhin ungeklärte Endlagerung des Atommülls. Dieses reale Risiko ist jedoch heruntergespielt worden."
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Sega - Bulgarien | Mittwoch, 16. März 2011
Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan hat EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Dienstag Stresstests für alle Kernkraftwerke in Europa angekündigt. Das ist pure Heuchelei, kritisiert die Tageszeitung Sega: » mehr
Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan hat EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Dienstag Stresstests für alle Kernkraftwerke in Europa angekündigt. Das ist pure Heuchelei, kritisiert die Tageszeitung Sega: "Wir brauchen uns nur die missglückten Banken-Stresstests vom vergangenen Jahr zu vergegenwärtigen, um zu wissen, wozu das Ganze führen wird. Kein einziger Reaktor wird abgeschaltet werden. ... Beim Sondertreffen in Brüssel ging es weniger darum, aus Sorge um die atomare Sicherheit gemeinsame Kriterien zu erarbeiten und anzuwenden, sondern es ging darum vorzuheucheln, dass 'hinsichtlich der Sicherheit Europa unteilbar ist', wie der deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger erklärte. Zugleich wurde deutlich, dass die Standardisierung freiwillig sein wird; dass die verschiedenen Kraftwerkstypen nicht einfach miteinander verglichen werden können; dass die einen von Meereswellen bedroht sind, andere von seismischen Gefahren; dass niemand mögliche terroristische Gefahren abschätzen kann und so weiter."
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Alle verfügbaren Texte von » Swetoslaw Tersiew
Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 16. März 2011
Mit der Ankündigung, sieben Atommeiler vom Netz zu nehmen und die Sicherheit aller Kernkraftwerke zu überprüfen, hat die bisher atomfreundliche deutsche Regierung die Energiewende eingeleitet, kommentiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: » mehr
Mit der Ankündigung, sieben Atommeiler vom Netz zu nehmen und die Sicherheit aller Kernkraftwerke zu überprüfen, hat die bisher atomfreundliche deutsche Regierung die Energiewende eingeleitet, kommentiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Die japanische Atomkatastrophe hat die Laufzeitverlängerungspolitik der Koalition in Makulatur verwandelt. Die amtierenden und künftigen Bundes- und Landesregierungen müssen die 'Energiewende' nun in kürzerer Zeit schaffen, ohne dabei die Energiesicherheit Deutschlands und seine Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden; der Glaube anderer Völker oder wenigstens ihrer Präsidenten an das Atom, auch der von Nachbarn, zeigt sich noch nicht ganz so stark erschüttert. Auch in Deutschland sollte man sich vor Übertreibungen hüten. Das Zeitalter der nur bei einer kurzsichtigen Betrachtung 'billigen' Energie ist aber in jedem Fall vorbei. Es verglüht im nuklearen Feuer der Atomruinen von Fukushima."
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Alle verfügbaren Texte von » Berthold Kohler
Tages-Anzeiger - Schweiz | Mittwoch, 16. März 2011
Wenn sich Deutschland von der Atomenergie abwendet, werden auch andere europäische Länder mitziehen, ist der linksliberale Tages-Anzeiger überzeugt: » mehr
Wenn sich Deutschland von der Atomenergie abwendet, werden auch andere europäische Länder mitziehen, ist der linksliberale Tages-Anzeiger überzeugt: "Auch nach Ablauf des Moratoriums wird nichts mehr sein wie vorher. Berlin hat mit seiner raschen, brüsken Reaktion auf die Ereignisse in Japan eine energiepolitische Zeitenwende ausgelöst. Selbst die Physikerin Angela Merkel, eigentlich eine Freundin der Atomenergie, fragt sich inzwischen, ob der billige Strom aus den Meilern die potenziell tödliche Gefahr wert ist. Die Folge: Die Atomenergie ist in Deutschland unwiederbringlich auf dem absteigenden Ast. Wenn Deutschlands mächtige Industrie jetzt beginnt, ernsthaft nach Technologien für eine atomfreie Zukunft zu suchen, entsteht ein Sog, der den ganzen Kontinent mitzieht. Alle anderen Europäer sind gut beraten, diesen Zug nicht zu verpassen."
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Alle verfügbaren Texte von » Nauer, David
Delo - Slowenien | Mittwoch, 16. März 2011
Der Entschluss der deutschen Regierung, sieben alte Kernkraftwerke vorübergehend vom Netz zu nehmen, kam extrem schnell, wundert sich die Tageszeitung Delo: » mehr
Der Entschluss der deutschen Regierung, sieben alte Kernkraftwerke vorübergehend vom Netz zu nehmen, kam extrem schnell, wundert sich die Tageszeitung Delo: "Das Beharren auf der Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke galt bisher als Maxime der konservativen Regierung. Doch die Katastrophe hat alles auf den Kopf gestellt. ... Ein hundertprozentiges Vertrauen in die Sicherheit und in die technologischen Errungenschaften, womit die Politik noch im vergangenen Jahr die Öffentlichkeit überzeugen wollte, gibt es nicht mehr. Die Kanzlerin Angela Merkel hat den Geist der Zeit erkannt und sich energisch gezeigt, auch wenn der wahre Grund für das entschiedene Eingreifen noch einige Monate unklar bleiben wird. Handelt es sich um eine Wende in der Energiepolitik, einen Versuch die Öffentlichkeit zu beruhigen, oder um ein Täuschungsmanöver?"
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Alle verfügbaren Texte von » Peter Žerjavič
La Repubblica - Italien | Mittwoch, 16. März 2011
Die vorübergehende Stilllegung von sieben Atomkraftwerken ist eine Sicherheitsmaßnahme, die Deutschland aus berechtigter Angst ergreift, findet die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: » mehr
Die vorübergehende Stilllegung von sieben Atomkraftwerken ist eine Sicherheitsmaßnahme, die Deutschland aus berechtigter Angst ergreift, findet die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Es gibt Momente in der Geschichte der Menschheit, in denen man nicht nur auf den Verstand, sondern auch auf das Gefühl hören muss. Denn das Gefühl mahnt zur Wachsamkeit. ... Es gibt Momente tiefer Verletzung der Welt - nicht nur physischer sondern auch psychischer - in denen auf verschiedene Heilmittel zurückgegriffen werden muss. Auf die Intelligenz, die öffentliche Debatte, aber auch auf die Angst. ... Zu Recht spricht der Philosoph Hans Jonas bei seiner Forderung nach Verantwortung für die Zukunft der Erde von heuristischer Angst. Es geht dabei nicht um die Angst, die die Handlung lähmt, sondern um die Angst, die versucht zu begreifen. ... Sie erweckt Neugier und beugt dem Übel durch Sorge vor, stellt Fragen und drängt darauf, das bisher Gedachte und Getane zu berichtigen."
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Rzeczpospolita - Polen | Mittwoch, 16. März 2011
Die Ankündigung der deutschen Regierung, sieben Atomkraftwerke vorübergehend abzuschalten, wird sich auf die politischen Kräfteverhältnisse in Deutschland auswirken, meint die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: » mehr
Die Ankündigung der deutschen Regierung, sieben Atomkraftwerke vorübergehend abzuschalten, wird sich auf die politischen Kräfteverhältnisse in Deutschland auswirken, meint die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: "Das ist nicht nur ein Einschnitt für die deutsche Energiepolitik, sondern auch eine empfindliche Niederlage für das Atomprogramm der Regierung. 'Der plötzliche Kurswechsel dürfte vom größten Teil der Wählerschaft der CDU negativ aufgenommen werden', erklärte [der Politikwissenschaftler] Professor Gerd Langguth. Die Opposition zweifelt nicht daran, dass die Kanzlerin aus wahltaktischen Gründen so handelt. Die Ereignisse in Japan haben direkten Einfluss auf das Kräfteverhältnis in Deutschland. Die Grünen fühlen sich schon als Sieger: Bereits seit Jahren fordern sie eine Abkehr vom Atomstrom in ganz Europa. Ihre Bedenken teilt der EU-Energiekommissar Günther Oettinger [CDU]. Er fordert eine stärkere Kontrolle der Atomkraftwerke."
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De Standaard - Belgien | Dienstag, 15. März 2011
Die Katastrophe in Japan hat weltweit die Debatte um die Kernenergie angefacht. Dabei darf es aber nicht nur um die Sicherheit der Kraftwerke gehen, warnt die Tageszeitung De Standaard: » mehr
Die Katastrophe in Japan hat weltweit die Debatte um die Kernenergie angefacht. Dabei darf es aber nicht nur um die Sicherheit der Kraftwerke gehen, warnt die Tageszeitung De Standaard: "Beinahe jede Regierung verspricht nun, dass sie aus den Ereignissen in Japan 'lernen' werde. Das ist sehr redlich und verständlich. Aber zugleich droht die Diskussion für oder gegen Kernenergie, durch die Katastrophe in Japan auf eine Debatte eingeengt zu werden über den Schaden, der durch 'Vorfälle' wie Naturkatastrophen, abstürzende Flugzeuge oder terroristische Anschläge angerichtet werden kann. Vorfälle mit möglicherweise sehr großen Folgen, aber einer begrenzten Wahrscheinlichkeit. Dabei liegt das größte Sicherheitsrisiko der Kernenergie nicht dort, sondern beim Müll, den sie produziert. Dieser Atommüll ist eine Realität, keine Wahrscheinlichkeit. Und mehr als ein halbes Jahrhundert, nachdem der erste Atommeiler in Betrieb genommen wurde, haben wir immer noch keine Ahnung, was wir damit anfangen sollen."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Dienstag, 15. März 2011
Wegen der atomaren Katastrophe in Japan beginnen weltweit Politiker auf die Angst der Menschen vor der Kerntechnik zu reagieren, konstatiert die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: » mehr
Wegen der atomaren Katastrophe in Japan beginnen weltweit Politiker auf die Angst der Menschen vor der Kerntechnik zu reagieren, konstatiert die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: "Die deutsche Regierung nahm gestern ihre frühere Entscheidung zur Verlängerung der Laufzeiten der dortigen Atomkraftwerke zurück. Österreich fordert für die Meiler europaweit einen Stresstest und in Brüssel werden in dieser Woche noch Experten tagen. ... Auch die US-amerikanische Atom-Renaissance kann sehr schnell vorbei sein. ... Japan wird irgendwann die traurige Zahl seiner Opfer und die Folgen für die Wirtschaft berechnen können. Der dramatische Umschwung in der Haltung zur Kernenergie lässt sich nicht genau berechnen. Die Psychologie der Gesellschaften, die die Atomenergie nutzen, ist instabil wie das Atom selbst. Es genügt ein Neutron der Unsicherheit und die Kettenreaktion der Zweifel und der Angst lässt sich nur noch schwer stoppen."
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Berliner Zeitung - Deutschland | Dienstag, 15. März 2011
Angesichts der Atomkatastrophe in Japan hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel die bereits beschlossene Laufzeitverlängerung der deutschen Atommeiler erst einmal für drei Monate ausgesetzt. Doch es ist nun endgültig an der Zeit, den Atomausstieg umzusetzen, meint die linksliberale Berliner Zeitung: » mehr
Angesichts der Atomkatastrophe in Japan hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel die bereits beschlossene Laufzeitverlängerung der deutschen Atommeiler erst einmal für drei Monate ausgesetzt. Doch es ist nun endgültig an der Zeit, den Atomausstieg umzusetzen, meint die linksliberale Berliner Zeitung: "Welche Erkenntnisse hat uns die schreckliche Katastrophe in Japan gebracht, die man nicht schon seit Tschernobyl besaß? Atomkraft ist nicht beherrschbar, egal wie hoch die jeweiligen Sicherheitsstandards liegen. ... Die schwarz-gelbe Atompolitik ist am Ende, und in einem hat die Kanzlerin völlig recht: Nach dem Moratorium wird nichts mehr so sein wie vorher. Die Bürger wissen nach drei Tagen Fernsehen und Internet so viel über Kühlsysteme, Kernschmelze und radioaktive Wolken wie man nur wissen kann. Zudem ist Japan - und darin liegt der Unterschied zu Tschernobyl vor 25 Jahren - Deutschland heute näher als damals Russland. ... Für alle, die es ernst meinen mit einem raschen Ausstieg aus der Atomkraft, öffnet sich in der jetzigen Dynamik ein Zeitfenster."
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Alle verfügbaren Texte von » Brigitte Fehrle
La Repubblica - Italien | Dienstag, 15. März 2011
Das deutsche Moratorium für die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken sollte sich Italien zum Vorbild nehmen, empfiehlt die linksliberale Tageszeitung La Repubblica, doch die italienische Atomdebatte geht in die völlig falsche Richtung: » mehr
Das deutsche Moratorium für die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken sollte sich Italien zum Vorbild nehmen, empfiehlt die linksliberale Tageszeitung La Repubblica, doch die italienische Atomdebatte geht in die völlig falsche Richtung: "Deutschland handelt im Namen der Sicherheit, das heißt der Gesundheit und des Überlebens der Gemeinschaft. Überraschend und bestürzend ist hingegen die Tatsache, dass in Italien ausgerechnet Umweltschutzministerin Stefania Prestigiacomo das Gebot der Vorsicht und Verantwortung missachtet, und mit nahezu herausforderndem Ton Roms Festhalten an seinem Nuklearprogramm kundtut. Es steht zu befürchten, dass die italienische Regierung beabsichtigt, wegen der Frage der friedlichen Nutzung der Atomenergie (über die ein Referendum entscheidet) einen atomaren Kreuzzug anzufangen, womit sie neue Spannungen und Brüche verursachen wird."
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Alle verfügbaren Texte von » Giovanni Valentini
Õhtuleht - Estland | Montag, 14. März 2011
In Estland wird seit längerem der Bau eines Atomkraftwerks erwogen. Durch das Unglück im japanischen Fukushima müssen diese Pläne überdacht werden, da immer ein Restrisiko bleibt, meint die Boulevardzeitung Õhtuleht: » mehr
In Estland wird seit längerem der Bau eines Atomkraftwerks erwogen. Durch das Unglück im japanischen Fukushima müssen diese Pläne überdacht werden, da immer ein Restrisiko bleibt, meint die Boulevardzeitung Õhtuleht: "Wir erinnern uns an Tschernobyl. Die Behörden versuchten damals, den Vorfall geheim zu halten. Wir wussten offiziell noch gar nichts, während die Finnen schon den Sand auf den Kinderspielplätzen austauschten und hunderte junge Esten zu Rettungsarbeiten an die Unfallstelle gebracht wurden, wo sie ungefragt ihre Gesundheit opferten. Das Atomkraftwerk Fukushima ist mehrere Jahrzehnte alt, galt aber als wesentlich sicherer als Tschernobyl. Befürworter der Kernenergie verweisen darauf, dass sich die Technologie ständig weiterentwickelt und es schon längst eine neue, noch sicherere Generation von Reaktoren gibt. ... Aber hundertprozentige Sicherheit kann eben keine Technologie gewährleisten."
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Welt am Sonntag - Deutschland | Sonntag, 13. März 2011
Angesichts der nuklearen Katastrophe in Japan muss die Frage nach der Sicherheit von Atomkraft auch in Deutschland neu diskutiert werden, meint die konservative Welt am Sonntag: » mehr
Angesichts der nuklearen Katastrophe in Japan muss die Frage nach der Sicherheit von Atomkraft auch in Deutschland neu diskutiert werden, meint die konservative Welt am Sonntag: "Die Beteuerung, bei uns sei so ein Szenario nicht vorstellbar, weil unsere AKWs nicht auf den Spalten tektonischer Platten errichtet wurden, ist wohlfeil. Denn Japan zeigt vor allem dies: Was schiefgehen kann, geht nicht nur schief, es kommt sogar noch schlimmer. Gegen Terrorangriffe aus der Luft sind viele deutsche AKWs nicht gesichert. Utopisch? Unvorstellbar? Nach dem 11. März kann kein Szenario verrückt genug sein. Diejenigen aber, die schon immer vor solchen GAUs gewarnt haben, sollten der Verlockung widerstehen, zu politischen Profiteuren einer Katastrophe zu werden. Über die Atomwirtschaft muss und wird man nach diesen Tagen neu verhandeln, es liegen zu viele Fragen auf dem Tisch. Mit den Antworten aber dürfen sich die Protagonisten ruhig etwas Zeit lassen. Sie sollten wahrhaftig sein - und nicht am nächsten Wahltermin orientiert."
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The Observer - Großbritannien | Montag, 14. März 2011
Die drohende Kernschmelze im japanischen Atomkraftwerk Fukushima wird das Vertrauen in die Kernenergie endgültig erschüttern, prophezeit die Sonntagszeitung The Observer, warnt aber vor einem Atom-Ausstieg Großbritanniens: » mehr
Die drohende Kernschmelze im japanischen Atomkraftwerk Fukushima wird das Vertrauen in die Kernenergie endgültig erschüttern, prophezeit die Sonntagszeitung The Observer, warnt aber vor einem Atom-Ausstieg Großbritanniens: "Die Verlierer wären wir. Es gibt einen wichtigen Grund, an der Entwicklung einer verlässlichen, universal verfügbaren und CO2-armen Art der Energieerzeugung festzuhalten, die enorme Energiemengen produzieren kann. Ohne weitere Atomkraftwerke hat dieses Land keine Chance, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen, außer durch die gewaltige Einschränkung des Energieverbrauchs, worüber kein demokratischer Staat verfügen kann. Die Auswirkungen des Klimawandels sind hier noch immer wichtiger als die geringe Aussicht eines nuklearen Desasters."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 14. März 2011
Die Atomkatastrophe stellt die zukünftige Nutzung von Kernenergie grundsätzlich in Frage, schreibt die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: » mehr
Die Atomkatastrophe stellt die zukünftige Nutzung von Kernenergie grundsätzlich in Frage, schreibt die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Eine aufrichtige Diskussion über die Versorgungsstrategie … ist unausweichlich. Japan selbst, das rund ein Drittel seiner Energie aus Atomstrom bezieht, wird sich dieser Debatte nicht entziehen können - die viel beschriebene Renaissance des Atomstroms jedenfalls ist seit dem letzten Freitag sehr grundsätzlich in Frage gestellt. ... Dabei wird man bei aller Dramatik der Geschehnisse in Japan der unangenehmen Frage nicht ausweichen können, welche Interessen man höher gewichtet. Welches Restrisiko sind wir bereit zu schultern zur Befriedigung unseres ungehemmt steigenden Hungers nach Energie - bei immer enger gesteckten klimapolitischen Zielen und der Notwendigkeit, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern in den nächsten Jahrzehnten dramatisch zu reduzieren? Gut möglich, dass der 11. März 2011 hier eine Vorentscheidung erwirkt hat."
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Alle verfügbaren Texte von » Markus Spillmann
Hospodářské noviny - Tschechien | Montag, 14. März 2011
Es wäre ein Fehler, unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan, die friedliche Nutzung von Kernenergie kategorisch auszuschließen, meint die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: » mehr
Es wäre ein Fehler, unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan, die friedliche Nutzung von Kernenergie kategorisch auszuschließen, meint die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: "Es klingt zynisch, aber es ist so: Je schlimmer die Auswirkungen der Havarien in den japanischen Atomkraftwerken sind, desto besser für die Gegner der Kernenergie. Doch ehe man die Kernkraft pauschal ablehnt, sollte man einige Dinge bedenken. Es gibt nicht allzu viele Alternativen. Gas und Öl kommen zumeist aus Konfliktregionen wie dem Nahen Osten oder Russland. Alternative Energiequellen sind bislang teuer und nicht konkurrenzfähig. Braunkohle ist zwar ein billiger, einheimischer Rohstoff, kann aber nur um den Preis einer brutalen Zerstörung der Landschaft und der Umsiedlung von Menschen gefördert werden. Die Atomenergie ist unter europäischen Bedingungen die Quelle, die wirtschaftlich und ökologisch ist, weil sie nicht zum globalen Klimawandel beiträgt. ... Die richtige Reaktion auf Fukushima besteht darin, die Sicherheitsstandards für die Atomkraftwerke zu erhöhen. Und zu erklären, welche Risiken und Vorzüge die Kernenergie gegenüber anderen Energien unter unseren Bedingungen hat."
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Alle verfügbaren Texte von » Petr Honzejk
Salzburger Nachrichten - Österreich | Mittwoch, 9. März 2011
In Österreich ist das Volksbegehren "Raus aus Euratom", mit dem Ziel aus der Europäischen Atomgemeinschaft auszusteigen, gescheitert. Gerade jetzt ist es wichtig, über die Zukunft der europäischen Energieversorgung zu diskutieren, meint die christlich-liberale Tageszeitung Salzburger Nachrichten: » mehr
In Österreich ist das Volksbegehren "Raus aus Euratom", mit dem Ziel aus der Europäischen Atomgemeinschaft auszusteigen, gescheitert. Gerade jetzt ist es wichtig, über die Zukunft der europäischen Energieversorgung zu diskutieren, meint die christlich-liberale Tageszeitung Salzburger Nachrichten: "Die Euratom-Gegner haben Recht mit ihrem Engagement. Auch wenn ihr Volksbegehren nicht zum großen Erfolg wurde: Es sind jetzt Schlüsseljahre, in denen die entscheidenden Weichen für die europäische Energieversorgung der Zukunft gestellt werden. ... Energieeffizienz muss oberste Priorität haben, wie sie am Dienstag auch von den zuständigen EU-Kommissaren wieder eingemahnt wurde. Weg vom Öl, hin zu erneuerbaren Energieformen, offen sein für neue Technologien, lautet die Devise. Deshalb ist die Kernfusionsforschung nicht abzulehnen. Sehr wohl sollte man aber darüber diskutieren, warum nicht so viele EU-Forschungsmilliarden auch für andere Bereiche lockergemacht werden."
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Alle verfügbaren Texte von » Gerhard Schwischei
Berlingske - Dänemark | Freitag, 25. Februar 2011
Dänemarks konservative Regierung hat am Donnerstag die neue Energiestrategie vorgelegt. Bis zum Jahr 2050 soll das Land nicht mehr von fossilen Energieträgern abhängig sein und zugleich die die Umweltbelastung stark senken. Die liberal-konservative Tageszeitung Berlingske kritisiert das Konzept: » mehr
Dänemarks konservative Regierung hat am Donnerstag die neue Energiestrategie vorgelegt. Bis zum Jahr 2050 soll das Land nicht mehr von fossilen Energieträgern abhängig sein und zugleich die die Umweltbelastung stark senken. Die liberal-konservative Tageszeitung Berlingske kritisiert das Konzept: "Die Regierung schlägt neue Abgaben vor, um den Wechsel zu nichtfossilen Brennstoffen zu finanzieren. Aber warum spannen wir nicht Marktmechanismen vor den grünen Wagen, indem wir die Abgaben auf grüne Energie senken und die dadurch fehlenden Einnahmen durch Einsparungen beim öffentlichen Haushalt ausgleichen? Und warum sollten wir die teure Offshore-Windenergie favorisieren, die nicht gelagert werden kann und immer noch dreimal so viel kostet wie konventionell produzierter Strom? ... Sonnenenergie, Wellenenergie und andere alternative Energiequellen müssen auch eine Chance bekommen, ganz zu schweigen von der umweltmäßig naheliegendsten und ganz klar billigsten Energiequelle: der Atomkraft. Aber die wird nicht einmal erwähnt im Plan der Regierung."
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Expansión - Spanien | Donnerstag, 17. Februar 2011
Die Laufzeiten von Kernkraftwerken in Spanien können nun leichter verlängert werden. Die sozialistische Regierung hat entgegen ihrer bisherigen Politik einer entsprechenden Gesetzesänderung zugestimmt. Die Wirtschaftszeitung Expansión freut sich über den Sinneswandel: » mehr
Die Laufzeiten von Kernkraftwerken in Spanien können nun leichter verlängert werden. Die sozialistische Regierung hat entgegen ihrer bisherigen Politik einer entsprechenden Gesetzesänderung zugestimmt. Die Wirtschaftszeitung Expansión freut sich über den Sinneswandel: "Mit gutem Grund hat Zapatero die Umwandlung der Wirtschaft, die er im vergangenen Mai begonnen hat, nun auch auf die Atomkraftwerke ausgeweitet. ... Das Vorhaben, die Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verlängern, passt perfekt zu den drei Hauptzielen, die die Regierung in ihrer Energiepolitik vor Augen haben sollte: die Ausgaben senken, die Versorgung garantieren und den Ausstoß von CO2 und anderen Gasen reduzieren, die den Treibhauseffekt verstärken. Nach vielen Jahrzehnten des reibungslosen Betriebs spanischer Kernkraftwerke sind die Vorurteile unangebracht, die die Regierung bis vor Kurzem in diesem Bereich hegte."
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