Folgen eines Attentats
Die blutigen Anschläge in Oslo und Utøya haben Europa erschüttert. Die Presse lobt Norwegen für seinen besonnenen Umgang mit dem Drama und fordert mehr Bewusstsein für die Gefahren des Rechtspopulismus sowie eine offene Debatte über Integration.

Top-Thema vom Montag, 27. August 2012
Ein Osloer Gericht hat den Attentäter von Oslo und Utøya, Anders Breivik, am Freitag zur Höchststrafe von 21 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Es erklärte ... » mehr
Ein Osloer Gericht hat den Attentäter von Oslo und Utøya, Anders Breivik, am Freitag zur Höchststrafe von 21 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Es erklärte ihn für voll zurechnungsfähig und entschied sich damit gegen seine Einweisung in die Psychiatrie. Kommentatoren sehen das Urteil als Neuanfang für Norwegen und warnen zugleich vor der Weiterverbreitung von Breiviks Gedankengut in Europa.
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Der Spiegel - Deutschland | Sonntag, 26. August 2012
Das Urteil des Osloer Gerichts im Verfahren gegen Breivik ermöglicht Norwegen einen Neuanfang und die dringend nötige Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Problemen der Zeit, analysiert das Nachrichtenmagazin Der Spiegel: » mehr
Das Urteil des Osloer Gerichts im Verfahren gegen Breivik ermöglicht Norwegen einen Neuanfang und die dringend nötige Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Problemen der Zeit, analysiert das Nachrichtenmagazin Der Spiegel: "Kein Schlussstrich also, eher ein Neuanfang für Norwegen: Was durch eine Untersuchungskommission über Versäumnisse der Sicherheitssysteme bekannt wurde, wirft ein verheerendes Bild auf die Bereitschaft der politischen Klasse, sich mit den drängenden Problemen der Gegenwart auseinanderzusetzen. Unangenehme Debatten über Fremdenangst, Zuwanderung, Ausländerkriminalität, über die Ausstattung der Sicherheitsbehörden und dergleichen wurden unterdrückt, Missstände gar nicht wahrgenommen. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist das Urteil gegen Breivik, das eine aufrechte Richterin unmissverständlich formulierte, zu begrüßen: Terror und Gewalt machen nicht halt an Landesgrenzen; gefährlichen Ideologien hat der Staat Einhalt zu gebieten."
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Polityka Online - Polen | Montag, 27. August 2012
Der Massenmörder Anders Breivik ist zwar wahrscheinlich lebenslang hinter Gittern, nicht aber sein krankhaftes Gedankengut, fürchtet das linksliberale Nachrichtenportal Polityka Online: » mehr
Der Massenmörder Anders Breivik ist zwar wahrscheinlich lebenslang hinter Gittern, nicht aber sein krankhaftes Gedankengut, fürchtet das linksliberale Nachrichtenportal Polityka Online: "Im Gefängnis gibt es nämlich keine Vorschrift, die Breivik daran hindert, Interviews zu geben, Bücher zu veröffentlichen oder irgendwelche kranken Ergüsse in Form eines Manifests zu publizieren, wie er eines kurz vor dem Verbrechen herausgegeben hat. Die richtige Frage ist deshalb die: Nehmen wir einmal an, er würde doch freikommen und im Jahr 2033 plötzlich auf Europas Straßen erscheinen. Was für ein Europa wäre das dann? Werden die Ideologien der Angst und des Rassismus und antidemokratische und islamophobe Bewegungen dann nur noch Geschichte sein? Oder werden wir Breiviks Manifest gegen die multikulturelle europäische Gesellschaft lesen wie 'Mein Kampf' von Hitler?"
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Aftonbladet - Schweden | Samstag, 25. August 2012
Auch nach der Verurteilung wird Breivik seinen Briefwechsel mit Gesinnungsgenossen aus aller Welt fortsetzen dürfen. Die linksliberale Boulevardzeitung Aftonbladet warnt deshalb vor der Verbreitung seines Gedankenguts: » mehr
Auch nach der Verurteilung wird Breivik seinen Briefwechsel mit Gesinnungsgenossen aus aller Welt fortsetzen dürfen. Die linksliberale Boulevardzeitung Aftonbladet warnt deshalb vor der Verbreitung seines Gedankenguts: "Breiviks Zeit ist vorbei, was nun bleibt, ist ewige Einsamkeit hinter Mauern und Stacheldraht. Die Welt wird ihn vergessen und ihre Blicke in andere Richtungen lenken. Aber die Vorstellung, dass die schrecklichen Islamisten, Feministen und Kulturmarxisten gemeinsam Komplotte schmieden, um die westliche Welt, so wie wir sie kennen, zu vernichten, wird weiterhin überall in Europa auf Internetseiten und von fremdenfeindlichen Politikern verbreitet werden. Es ist, als hätte es den 22. Juli 2011 nie gegeben, als hätten die Menschen nichts gelernt."
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Savon Sanomat - Finnland | Mittwoch, 15. August 2012
Der am Montag in Norwegen veröffentlichte Breivik-Bericht geht mit der Polizei hart ins Gericht. Die liberale Tageszeitung Savon Sanomat befürchtet aber, dass auch in Zukunft nicht alle Anschläge verhindert werden können: » mehr
Der am Montag in Norwegen veröffentlichte Breivik-Bericht geht mit der Polizei hart ins Gericht. Die liberale Tageszeitung Savon Sanomat befürchtet aber, dass auch in Zukunft nicht alle Anschläge verhindert werden können: "Der schlimmste Fehler der Behörden war, dass Hinweise der Bevölkerung auf einen möglichen Bombenattentäter nicht ernst genommen wurden, stattdessen blieb die Information 20 Minuten auf dem Schreibtisch der Polizei liegen. In dieser Zeit passierte unnötig viel. ... Doch leider kann man die Tat nicht ungeschehen machen. Für viele Norweger war das Land vor dem Blutbad am 22. Juli 2011 eine heile Welt, in der so etwas nicht passieren kann. Jetzt ist das Land klüger und vorsichtiger, ebenso wie Finnland nach den Amokläufen in Schulen. Die nordischen Länder mussten in den vergangenen Jahren teuer für ihre Blauäugigkeit bezahlen. Doch weder eine Verschärfung des Waffengesetzes noch andere schärfere Kontrollen können verhindern, dass sich solche Bluttaten wiederholen."
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Göteborgs-Posten - Schweden | Dienstag, 14. August 2012
Die Anschläge des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik in Oslo und auf Utøya hätten viel eher gestoppt werden können, denn die Polizei hätte viel eher einschreiten können. Das ist das Ergebnis eines Untersuchungsberichts, den eine Kommission am Montag in Oslo vorgelegt hat. Die liberale Tageszeitung Göteborgs-Posten fordert auf dieser Grundlage: » mehr
Die Anschläge des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik in Oslo und auf Utøya hätten viel eher gestoppt werden können, denn die Polizei hätte viel eher einschreiten können. Das ist das Ergebnis eines Untersuchungsberichts, den eine Kommission am Montag in Oslo vorgelegt hat. Die liberale Tageszeitung Göteborgs-Posten fordert auf dieser Grundlage: "Wir müssen in Schweden Lehren aus dem norwegischen Vorgehen ziehen. Wir müssen in Alarmbereitschaft sein und die Planungen von Terrortaten schneller aufdecken. ... Es muss vorbeugend vorgegangen werden. Ganz werden wir uns niemals schützen können. Der Kampf gegen den Terrorismus darf nicht dazu führen, dass die Offenheit unserer demokratischen Gesellschaft verloren geht. Das ist ein Balanceakt, der ständig Aufmerksamkeit und Diskussion verlangt. Aber der Bericht aus Norwegen zeigt, dass schon einfache und durchdachte Routineabläufe die Sicherheit beträchtlich erhöhen können."
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Svenska Dagbladet - Schweden | Freitag, 27. Juli 2012
Der geständige norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik führt nach norwegischen Presseberichten vom Gefängnis aus einen regen Briefwechsel mit dem Ziel, ein internationales Netzwerk von Gleichgesinnten aufzubauen. Nach der Urteilsverkündung Ende August soll er, falls er als unzurechnungsfähig eingestuft und in der Psychiatrie untergebracht wird, Zugang zum Internet erhalten. Sanna Rayman stellt im Blog der konservativen Tageszeitung Svenska Dagbladet Norwegens Zugeständnisse an Breivik in Frage: » mehr
Der geständige norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik führt nach norwegischen Presseberichten vom Gefängnis aus einen regen Briefwechsel mit dem Ziel, ein internationales Netzwerk von Gleichgesinnten aufzubauen. Nach der Urteilsverkündung Ende August soll er, falls er als unzurechnungsfähig eingestuft und in der Psychiatrie untergebracht wird, Zugang zum Internet erhalten. Sanna Rayman stellt im Blog der konservativen Tageszeitung Svenska Dagbladet Norwegens Zugeständnisse an Breivik in Frage: "Im Fall Breivik ist offensichtlich, dass er ein sehr aktives Internet-Leben führte. ... Ihm entgegenzukommen, indem man ihm mehr Raum für dieses Leben gibt, wirkt, gelinde gesagt, schlecht durchdacht. ... Breivik hat sich als geduldig erwiesen. Das sieht man jetzt daran, dass er noch immer beharrlich versucht, seine Projekte zu verwirklichen, wenn auch momentan per Brief. Könnte ich darüber entscheiden, dann hätte er weder Internet noch die Möglichkeit, Korrespondenzen zu führen. Ein Fernseher, vielleicht mit ständigen Wiederholungen von 'Sex & The City', erscheint mir angemessener."
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Dagens Nyheter - Schweden | Sonntag, 22. Juli 2012
Am Wochenende hat Norwegen der Opfer der Attentate vom 22. Juli 2011 gedacht. Im August soll das Urteil gegen den geständigen Massenmörder Anders Behring Breivik fallen. Die liberale Tageszeitung Dagens Nyheter zollt dem norwegischen Gericht, das den Prozess um Breivik abhält, Respekt: » mehr
Am Wochenende hat Norwegen der Opfer der Attentate vom 22. Juli 2011 gedacht. Im August soll das Urteil gegen den geständigen Massenmörder Anders Behring Breivik fallen. Die liberale Tageszeitung Dagens Nyheter zollt dem norwegischen Gericht, das den Prozess um Breivik abhält, Respekt: "Wenn es einen Beteiligten gibt, der die Fahne die ganze Zeit über hochgehalten hat, dann ist dies das Gericht - nicht zuletzt das Staatsanwaltschafts-Duo. Vom 'Zirkus Breivik' war die Rede, davon, dass er dank der enormen Medienpräsenz ein Riesenpublikum erreichen würde und dass dies genau das ist, was er wollte. Aber es hat kein Zirkus stattgefunden. Es gab eine Gerichtsverhandlung, die natürlich große mediale Aufmerksamkeit fand. Und ja, er durfte sprechen, denn das darf derjenige, der vor Gericht steht. Vielleicht hat Breivik sein Ziel erreicht. Aber das hat in diesem Fall auch der Rechtsstaat. Und wir können den Rechtsstaat nicht opfern, nur damit Breivik nicht bekommt, was er will."
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Top-Thema vom Dienstag, 17. April 2012
Der wegen Massenmords angeklagte Anders Behring Breivik hat beim Prozessauftakt am Montag in Oslo auf "nicht schuldig" plädiert und sich auf Notwehr berufen. Er hatte ... » mehr
Der wegen Massenmords angeklagte Anders Behring Breivik hat beim Prozessauftakt am Montag in Oslo auf "nicht schuldig" plädiert und sich auf Notwehr berufen. Er hatte im Juli vergangenen Jahres bei einem Massaker insgesamt 77 Menschen getötet. Kommentatoren zufolge muss der norwegische Rechtsstaat den Angeklagten dennoch fair behandeln und zugleich verhindern, dass Breivik das Gericht als politische Bühne missbraucht.
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Pražský deník - Tschechien | Dienstag, 17. April 2012
Der demokratische Rechtsstaat zeigt keine Schwäche, wenn er sich eine Verhandlung gegen einen offensichtlichen Massenmörder leistet, meint die liberale Tageszeitung Pražský deník nach dem Auftakt des Prozesses gegen Anders Behring Breivik: » mehr
Der demokratische Rechtsstaat zeigt keine Schwäche, wenn er sich eine Verhandlung gegen einen offensichtlichen Massenmörder leistet, meint die liberale Tageszeitung Pražský deník nach dem Auftakt des Prozesses gegen Anders Behring Breivik: "Eigentlich ist es völlig absurd, dass das Gericht jemandem die Schuld nachweisen muss, der 77 Menschen umgebracht hat, sich obendrein selbst dazu bekennt und kein Bedauern zeigt. Die Norweger haben sich über dieses menschliche Monster längst ihre Meinung gebildet. Das einzige, was für sie zählt, ist, dass Breivik hinter Schloss und Riegel bleibt. Zu einem ordentlichen Prozess in der zivilisierten Welt gehört aber auch, dass der Angeklagte das Recht auf Verteidigung bekommt. Der korrekte Umgang mit einem Schlächter mag dabei die Schwäche des Systems aufzeigen, das von Leuten wie Breivik attackiert wurde. Aber in Wahrheit muss die Demokratie stark genug sein, um auch solch ein Grauen routiniert und unvoreingenommen aufzuarbeiten."
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The Times - Großbritannien | Montag, 16. April 2012
Breivik hat im Gerichtssaal mit kämpferischen Gesten provoziert und keine Reue gezeigt. Seiner Selbstdarstellung darf nicht noch mehr Raum gegeben werden, mahnt die konservative Tageszeitung The Times: » mehr
Breivik hat im Gerichtssaal mit kämpferischen Gesten provoziert und keine Reue gezeigt. Seiner Selbstdarstellung darf nicht noch mehr Raum gegeben werden, mahnt die konservative Tageszeitung The Times: "Mit normalen politischen Mitteln würde Breivik niemals solch eine öffentliche Aufmerksamkeit für seine bösartige Gesinnung erreichen. Und er darf sie auch nicht mit Hilfe von Massenmord bekommen. Das wäre ein Affront gegenüber den Opfern und eine öffentliche Gefahr, wenn sich andere verärgerte Extremisten dadurch ermutigt fühlten, ihre Ziele mit ähnlichen Mitteln durchzusetzen. In Norwegen wird es während dieses Prozesses eine intensive Selbstbefragung geben. Die Werte einer äußerst toleranten Gesellschaft werden verteidigt, indem man sie auch auf Breivik anwendet. Doch an diesem Punkt enden die Verpflichtungen ihm gegenüber."
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NRC Handelsblad - Niederlande | Montag, 16. April 2012
Der Prozess gegen den mutmaßlichen Massenmörder Anders Breivik darf nicht zu einer Bühne für seine Ideen werden, warnt die liberale Tageszeitung NRC Handelsblad: » mehr
Der Prozess gegen den mutmaßlichen Massenmörder Anders Breivik darf nicht zu einer Bühne für seine Ideen werden, warnt die liberale Tageszeitung NRC Handelsblad: "Es wird vor allem um die Frage gehen, ob Breivik das Gericht als politische und mediale Bühne nutzen kann. Schuldbewusstsein oder Empathie mit seinen Opfern kennt er nicht. Er sieht sich als Frontsoldat, der aus 'Notwehr' Dutzende sozialdemokratische Jugendliche tötete, weil sie mit dem Islam gemeinsame Sache gemacht haben sollen. ... Der Täter wird den Prozess nutzen, um die Rechtsordnung weiter auszuhöhlen, jetzt nicht mehr mit Waffen, sondern mit Worten. Breivik kann seine Botschaft über seinen Krieg gegen den Islam und den Multikulturalismus ausweiten, in der Hoffnung, dass er kein 'einsamer Wolf' bleiben wird, sondern auf seinem Kreuzzug Anhänger werben kann. Dies wird das Äußerste von den Richtern, seinen Anwälten, den Hinterbliebenen, den Politikern und den Massenmedien abverlangen. In Norwegen und außerhalb."
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Avvenire - Italien | Mittwoch, 11. April 2012
Ein neues psychiatrisches Gutachten hat den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik am Dienstag als voll zurechnungsfähig eingestuft und damit einem früheren Gutachten widersprochen. Grausame Verbrechen sind immer haarscharf an der Grenze des hellen Wahns, weshalb kein Gutachten eine definitive Antwort geben kann, meint die katholische Tageszeitung Avvenire vor dem Prozessauftakt gegen Breivik am 16. April: » mehr
Ein neues psychiatrisches Gutachten hat den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik am Dienstag als voll zurechnungsfähig eingestuft und damit einem früheren Gutachten widersprochen. Grausame Verbrechen sind immer haarscharf an der Grenze des hellen Wahns, weshalb kein Gutachten eine definitive Antwort geben kann, meint die katholische Tageszeitung Avvenire vor dem Prozessauftakt gegen Breivik am 16. April: "Kann jemand, der so unmenschliche und verurteilenswerte Verbrechen begeht, wirklich für zurechnungsfähig erklärt werden? … Niemand empfindet Mitleid mit Breivik. Seine Attentate erscheinen uns zu perfekt geplant, seine irrsinnigen Motive zu klar überlegt. … Doch sagt uns die Menschlichkeit, dass es nicht gerecht ist, jemanden zu verurteilen, der nicht im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte und somit verantwortlich für sein Handeln ist. Es ist eine Gratwanderung, bei der letztendlich immer äußere Umstände den Ausschlag geben. Dennoch dürfen wir das Prinzip der Menschlichkeit nicht außer Acht lassen."
» weiterführende Informationen (externer Link, italienisch)
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Alle verfügbaren Texte von » Andrea Lavazza
Aftonbladet - Schweden | Mittwoch, 30. November 2011
Der norwegische Attentäter Anders Breivik ist laut einem am Dienstag vorgestellten psychiatrischen Gutachten unzurechnungsfähig. Den Bombenanschlag in Oslo und das Massaker auf der Insel Utøya mit insgesamt 77 Toten habe er in einem "psychotischen Zustand" durchgeführt. Doch das ändert nichts an der politischen Aussage des Massenmords, meint die linksliberale Boulevardzeitung Aftonbladet: » mehr
Der norwegische Attentäter Anders Breivik ist laut einem am Dienstag vorgestellten psychiatrischen Gutachten unzurechnungsfähig. Den Bombenanschlag in Oslo und das Massaker auf der Insel Utøya mit insgesamt 77 Toten habe er in einem "psychotischen Zustand" durchgeführt. Doch das ändert nichts an der politischen Aussage des Massenmords, meint die linksliberale Boulevardzeitung Aftonbladet: "Keiner glaubt, dass alle, bei denen paranoide Schizophrenie diagnostiziert wird, Muslime und junge Sozialdemokraten töten wollen. Und keiner glaubt, dass alle, die Breiviks Weltbild teilen, an paranoider Schizophrenie leiden. ... Doch die islamophobe Hassideologie verschwindet nicht einfach, weil er statt ins Gefängnis ins Krankenhaus kommt. Diese Ideologie gab es vor den Schüssen auf Utøya und sie gibt es weiterhin. Unsere Aufmerksamkeit darf nicht nachlassen."
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Alle verfügbaren Texte von » Daniel Swedin
Sme - Slowakei | Dienstag, 15. November 2011
Die Aufdeckung einer rechtsextremistischen Terrorzelle im deutschen Zwickau hat gezeigt, dass die deutsche Gesellschaft das Thema Rechtsradikalismus in den vergangenen Jahren unterschätzt hat. Nun steht das Land unter Schock, meint die liberale Tageszeitung Sme: » mehr
Die Aufdeckung einer rechtsextremistischen Terrorzelle im deutschen Zwickau hat gezeigt, dass die deutsche Gesellschaft das Thema Rechtsradikalismus in den vergangenen Jahren unterschätzt hat. Nun steht das Land unter Schock, meint die liberale Tageszeitung Sme: "Als Anders Breivik in Oslo bombte und Dutzende junger Leute erschoss, behaupteten Politiker und Experten in Deutschland, dass sie den Rechtsextremismus unter Kontrolle hätten. Nach dem 11. September konzentrierten sich die Geheimdienste auf islamistische Gruppen, und das mit Erfolg. Doch jetzt sind die Deutschen fassungslos, sieht sich das Land doch einer neuen Form des braunen Terrorismus gegenüber. ... Der Schock ist auch deshalb so groß, weil die Behörden über Jahre nichts aufklären konnten, obwohl die Täter keine Unbekannten waren. Jetzt steht dem Land eine Sicherheitsdebatte bevor und eine über die Beziehung zu den türkischen Einwanderern, unter denen die meisten Opfer der Terrorserie zu beklagen sind. Diese Debatte dürfte sich durch ein sinkendes Vertrauen in die Politik und Staat aufzeichnen."
» weiterführende Informationen (externer Link, slowakisch)
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Spiegel Online - Deutschland | Donnerstag, 4. August 2011
Der neue Terrorismus wie in Norwegen wurde im Internet geboren, das Informationen nach individuellen Bedürfnissen filtert und so einer Umdeutung der Realität Vorschub leistet, analysiert der Blogger Sascha Lobo in seiner Kolumne bei Spiegel-Online: » mehr
Der neue Terrorismus wie in Norwegen wurde im Internet geboren, das Informationen nach individuellen Bedürfnissen filtert und so einer Umdeutung der Realität Vorschub leistet, analysiert der Blogger Sascha Lobo in seiner Kolumne bei Spiegel-Online: "Suchergebnisse von Google und Nachrichten im Strom sozialer Netzwerke passen sich den Bedürfnissen der Nutzer an. Facebook 'optimiert' die Auswahl der präsentierten Informationen anhand des vermuteten Interesses - und anhand des sozialen Umfelds. Es entsteht eine scheinbar universelle, tatsächlich aber hochindividualisierte Mikroöffentlichkeit im Netz. Abweichendes ist nicht zu sehen, weil es von Algorithmen verborgen wurde. ... Die Umdeutung der Realität mit digitalen Mitteln ist nicht nur die Grundlage für die Radikalisierung via Web. So lässt sich auch ein hermetisches Weltbild aufbauen, das sich gegen jede Kritik immunisiert. Breivik wappnet sich in seinem Manifest gegen den Vorwurf, ein 'rassistisches, faschistisches Nazi-Monster' zu sein."
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La Vanguardia - Spanien | Dienstag, 2. August 2011
Norwegen hat sich mit einer Gedenkstunde im Parlament am Montag von den Todesopfern der Anschläge von Oslo und Utøya verabschiedet. Die Tageszeitung La Vanguardia ist beeindruckt von dem Gespür und der Weitsicht des Premiers Jens Stoltenberg: » mehr
Norwegen hat sich mit einer Gedenkstunde im Parlament am Montag von den Todesopfern der Anschläge von Oslo und Utøya verabschiedet. Die Tageszeitung La Vanguardia ist beeindruckt von dem Gespür und der Weitsicht des Premiers Jens Stoltenberg: "Die Antwort des Premiers lautet, 'mit den mächtigsten Waffen der Welt zu kämpfen: Mit der Freiheit des Worts und mit der Demokratie werden wir uns vom 22. Juli erneut auf den Weg machen.' Es sind zwei Konzepte, die Pluralität und der Respekt vor dem anderen, die den kriminellen Diskurs des jungen Breivik bekämpfen. Die Zeremonie im Parlament verlief in absoluter Nüchternheit und Stille. ... Unter den Opfern waren zwei Muslime, Ismail und Bano, die Stoltenberg in der Jamaat-Moschee in Oslo ehrte. 'Ismail ist Norweger, Bano ist Norweger, ich bin Norweger. Wir sind Norwegen und darauf bin ich stolz', sagte der Premier. Norwegen musste eine schreckliche Prüfung ablegen, die es mit Intelligenz und Gespür für die Zukunft übersteht, indem es den Glauben aller respektiert. Die politischen Streitigkeiten werden wiederkommen, aber die Institutionen haben diese Prüfung bestanden."
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De Volkskrant - Niederlande | Samstag, 30. Juli 2011
Die Anschläge von Norwegen haben Debatten ausgelöst, die vor allem ein Unbehagen mit dem ziellosen Europa zeigen, meint der Kolumnist Paul Brill in der linksliberalen Tageszeitung De Volkskrant: » mehr
Die Anschläge von Norwegen haben Debatten ausgelöst, die vor allem ein Unbehagen mit dem ziellosen Europa zeigen, meint der Kolumnist Paul Brill in der linksliberalen Tageszeitung De Volkskrant: "Das Unbehagen kann man nicht reduzieren auf Probleme mit dem Islam und der Immigration, obwohl diese ernst zu nehmen sind und nicht einfach übergangen werden können. Selbst die Euro-Krise ist nur ein Teil der Erklärung. Was Europa vor allem aus dem Ruder laufen lässt, ist das vorherrschende Gefühl, dass es zurzeit die Entwicklungen nicht im Griff hat, das es sein Schicksal nicht in der eigenen Hand hat. Das hat wenig mit links und rechts zu tun. ... Es fehlt vor allem solide Führung. ... Es wird manövriert, nicht inspiriert. Und die bleiche Gesellschaft in Brüssel hat keine demokratische Legitimation, um einen Durchbruch zu erzielen. Breiviks Gräueltat ist eine Tragödie für die Opfer, die Angehörigen, für Norwegen und für jeden, der politische Gewalt verabscheut. Aber wie sehr diese Morde auch zu Wachsamkeit und Nachdenklichkeit anspornen, sie sind letztlich eine isoliertes Ereignis, ein Exzess."
» zum ganzen Artikel (externer Link, niederländisch)
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Magyar Hírlap - Ungarn | Dienstag, 26. Juli 2011
Nach den Anschlägen in Norwegen ist eine Debatte darüber entbrannt, welcher Ideologie der mutmaßliche Massenmörder Anders Behring Breivik anhängt. Diese Frage ist aber völlig egal, meint die rechtskonservative Tageszeitung Magyar Hírlap: » mehr
Nach den Anschlägen in Norwegen ist eine Debatte darüber entbrannt, welcher Ideologie der mutmaßliche Massenmörder Anders Behring Breivik anhängt. Diese Frage ist aber völlig egal, meint die rechtskonservative Tageszeitung Magyar Hírlap: "76 Menschen hat Breivik, der norwegische Farmer, getötet. Und hinter diesem unsäglichen Grauen schimmert auch schon der andere Schrecken durch: die Debatte darüber, im Namen welcher Ideologie er diese Gräueltat begangen hat. Die linke Presse schreibt von einem rechtsradikalen, xenophoben Attentäter. Die andere Seite, die Rechte wiederum sieht einen islamfeindlichen, freimaurerischen, zionistischen Mörder. Und beide Seiten sehen ihre fixen Ideen bestätigt, beide Seiten wedeln mit dem Massenmord Breiviks als wäre er ein Beweis. ... Mein Gott, als wäre das nicht egal! Und als wäre es nicht schon immer egal gewesen. Als wäre es nicht völlig egal, ob jemand nun auf rassischer Grundlage oder auf Basis des Klassenkampfes umgebracht wird."
» zum ganzen Artikel (externer Link, ungarisch)
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De Volkskrant - Niederlande | Donnerstag, 28. Juli 2011
Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, der in dem Manifest des mutmaßlichen Attentäters Anders Breivik mehrfach genannt wird, hat sich von den Anschlägen in Oslo und Utøya distanziert. Das ist gut, aber reicht noch nicht, meint die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: » mehr
Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, der in dem Manifest des mutmaßlichen Attentäters Anders Breivik mehrfach genannt wird, hat sich von den Anschlägen in Oslo und Utøya distanziert. Das ist gut, aber reicht noch nicht, meint die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: "Die Meinungsfreiheit ist in den Niederlanden glücklicherweise sehr groß. Aber außer rechtlichen Grenzen gibt es auch die von Anstand und Verantwortung eines Politikers. Wer über den Islam spricht als sei er ein schreckliches Naturereignis wie ein 'Tsunami', wer über 'multikulturelle Eliten' spricht, die einen 'totalen Krieg gegen ihre Bevölkerungen führen', der läuft Gefahr, dass ein weniger nachdenkender Mensch den Eindruck bekommt, dass es Zeit ist für drastische Aktionen gegen diesen Islam und gegen diese Eliten. ... Wilders ist nicht mitschuldig am norwegischen Drama. ... Aber er hat die Pflicht einzusehen, dass viele Menschen an seinen Lippen hängen. Seine Worte reichen weit. Diese Position bringt eine große Verantwortung mit sich."
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România Liberă - Rumänien | Mittwoch, 27. Juli 2011
Nach den Anschlägen von Norwegen richtet die Gesellschaft ihre Aufmerksamkeit zu stark auf den Täter und dessen Beweggründe, gibt der Kulturjournalist Cristian Ghinea in der Tageszeitung România Liberă zu bedenken: » mehr
Nach den Anschlägen von Norwegen richtet die Gesellschaft ihre Aufmerksamkeit zu stark auf den Täter und dessen Beweggründe, gibt der Kulturjournalist Cristian Ghinea in der Tageszeitung România Liberă zu bedenken: "Das ist genau das, was der Täter wollte: Dass wir wissen wollen, wer er ist, woher er kommt, was er denkt. Er wollte uns mit seinen verrückten Ideen benebeln, in der Hoffnung, dass viele von uns diese ernst nehmen. Es liegt in der menschlichen Natur, dass man solch ein Verbrechen nicht als Zufall abtun will. ... Dass ein Mensch auf einer Insel willkürlich Menschen erschießt, ist so schrecklich, dass wir den Sinn davon verstehen wollen. Dass es hier um einen Psychopathen geht, reicht uns nicht. Wir müssen ihn verstehen. Das schaffen wir niemals. Doch wir verspüren die Pflicht, es zu tun. ... Es ist ein Teufelskreis, der schrecklich perfekt ist: Wir könnten nur entkommen, wenn wir das Grauen banalisieren. ... Das aber wäre unmenschlich. Um menschlich zu bleiben, müssen wir versuchen, dem Grauen einen Sinn zu geben. Und von dieser Aufmerksamkeit werden Psychopathen auch in Zukunft profitieren: Sie wissen, dass wir menschlich bleiben wollen."
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Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 26. Juli 2011
Der mutmaßliche Attentäter Anders Breivik ist kein Wahnsinniger, sondern ein später Weltanschauungskrieger des 20. Jahrhunderts, analysiert der Historiker Götz Aly in der linksliberalen Tageszeitung Frankfurter Rundschau: » mehr
Der mutmaßliche Attentäter Anders Breivik ist kein Wahnsinniger, sondern ein später Weltanschauungskrieger des 20. Jahrhunderts, analysiert der Historiker Götz Aly in der linksliberalen Tageszeitung Frankfurter Rundschau: "In totalitären, eindimensionalen Weltbildern, politischen Utopien und Ersatzreligionen wurden die Angehörigen einer bestimmten Großgruppe (Rasse, Religion, Klasse, Volk) zur Spitze der Menschheit erhoben. Die Propagandisten solcher Lehren behaupteten, das von ihnen umworbene Kollektiv angeblicher Edelmenschen sei in sich homogen und funktioniere deshalb harmonisch und sei allen anderen Menschen überlegen. Die verlockende Parole lautet: ein Höchstmaß an Gleichheit nach innen, nach außen jedoch vollständige Abschottung. In ihrem Selbstverständnis sahen sich die Edelgruppen von kulturell 'minderwertigen' Feinden bedroht. ... Eine Situation, die jedes Mittel erlaubt. ... Am Freitag eröffnete Breivik diese - erste - Phase seines Krieges zur, wie er es sieht, Rettung eines christlichen, islam- und marxismusfreien Europa."
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De Standaard - Belgien | Dienstag, 26. Juli 2011
Jegliches Verständnis der Konservativen für den mutmaßlichen Attentäter Anders Breivik ist gefährlich, warnt die Tageszeitung De Standaard: » mehr
Jegliches Verständnis der Konservativen für den mutmaßlichen Attentäter Anders Breivik ist gefährlich, warnt die Tageszeitung De Standaard: "Aus der rechtskonservativen Ecke kommen Stimmen, die zwar die Gewalt streng verurteilen, zugleich aber auf die Unmöglichkeit hinweisen, offen über Immigration und die Islamisierung Europas zu debattieren. Dass ein Einzelner daraus extreme, wenn auch verwerfliche Konsequenzen ziehe, dürfe keinen wundern. Diese Argumentation ist sowohl scheinheilig als auch gefährlich. Scheinheilig, weil sie nur dann benutzt wird, wenn es um einen ideologisch verwandten Gewalttäter geht, aber bei einem Täter anderer Gesinnung zurückgewiesen wird. Und diese Argumentation ist gefährlich, weil die Annahme die demokratische Gesellschaft untergräbt, dass Gewalt zwar nicht toleriert, aber doch letzte Zuflucht des Unterdrückten verstanden werden kann. Gewalt muss immer unter allen Umständen und von jedem ohne Einschränkung verurteilt werden."
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Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 26. Juli 2011
Die norwegischen Behörden haben den mutmaßlichen Attentäter Anders Breivik als christlichen Fundamentalisten eingestuft (die Einstufung hat die norwegische Polizei später nicht aufrecht erhalten, Anm. d. Red., 10. August 2011), aber die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita sieht keine Ähnlichkeit zu islamistischem Terror: » mehr
Die norwegischen Behörden haben den mutmaßlichen Attentäter Anders Breivik als christlichen Fundamentalisten eingestuft (die Einstufung hat die norwegische Polizei später nicht aufrecht erhalten, Anm. d. Red., 10. August 2011), aber die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita sieht keine Ähnlichkeit zu islamistischem Terror: "Es begehen diejenigen einen semantischen Missbrauch, die heute den 'christlichen Fundamentalismus' mit dem 'islamischen Fundamentalismus' vergleichen, indem sie behaupten, dass beide eine tödliche Bedrohung für Europa darstellen. Das Christentum fordert nicht zum Terror und zum Töten von Ungläubigen auf - selbst in seiner fundamentalen Version nicht. (Oder ist es schon Fundamentalismus, wenn man gegen homosexuelle Ehen ist?) Und weder katholische noch protestantische Geistliche predigen Hass gegen den Islam. Es gibt natürlich Ausnahmen - wie der US-amerikanische Pastor Terry Jones, der sich dazu bekannt hat, dass die beste Methode den christlichen Glauben zu verteidigen die Verbrennung des Korans sei. Doch werden solche Leute wie Jones von den christlichen Politikern und Journalisten geächtet und isoliert."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Dienstag, 26. Juli 2011
Auf der Suche nach Motiven des geständigen Attentäters von Oslo und Utøya wird immer wieder auf die Nähe seiner Ideen zu denen rechtspopulistischer Parteien in hingewiesen. Das ist jedoch ein Kurzschluss, meint die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: » mehr
Auf der Suche nach Motiven des geständigen Attentäters von Oslo und Utøya wird immer wieder auf die Nähe seiner Ideen zu denen rechtspopulistischer Parteien in hingewiesen. Das ist jedoch ein Kurzschluss, meint die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Weil der Verstand nach Deutungsmustern sucht, glauben manche, der Massenmord in Norwegen stehe in Verbindung mit dem Erstarken des Rechtspopulismus in den nordischen Ländern und dessen islamfeindlichen Parolen. Doch ist solch ein Erklärungsversuch nicht mehr weit entfernt von modernem Geisterglauben. ... Populismus und Extremismus trennt ein Graben. So ist es auch kein Wunder, dass sich Anders Behring Breivik enttäuscht von der norwegischen Fortschrittspartei abwandte. Die auf die Mitte der Gesellschaft zielende populistische Politik ist Extremisten immer zu lasch und kompromisslerisch. Fanatikern geht es letztlich eben auch nicht um Politik - diese dient immer nur als ein Mäntelchen -, sondern um die Gewalterfahrung. Die Ausübung von Gewalt verschafft Macht, und sie legitimiert Aussenseitertum. Extreme Gewalttäter sehen sich als auserwählte Avantgarde, die berechtigt ist, die Masse zu ihrem Glück zu zwingen, auch wenn dies für die Opfer den Tod bedeutet."
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Alle verfügbaren Texte von » Eric Gujer
Le Monde - Frankreich | Montag, 25. Juli 2011
Die norwegische Regierung hat nach den Attentaten von Oslo und Utøya mehr Offenheit und Demokratie angekündigt und schützt somit - im Gegensatz zu den USA, Frankreich und anderen europäischen Staaten - ihre demokratischen Werte, lobt die linksliberale Tageszeitung Le Monde: » mehr
Die norwegische Regierung hat nach den Attentaten von Oslo und Utøya mehr Offenheit und Demokratie angekündigt und schützt somit - im Gegensatz zu den USA, Frankreich und anderen europäischen Staaten - ihre demokratischen Werte, lobt die linksliberale Tageszeitung Le Monde: "Es wird keine Sondergesetze geben. Man versucht nicht, unter einem Sicherheitsvorwand den Schmerz des Landes durch eine Einschränkung der Demokratie zu lindern. Das Strafrecht wird nicht für kurzlebige politische Zwecke verschärft. Norwegen bleibt ein Land der öffentlichen Freiheiten. Über diese Haltung ist sich die politische Elite in Oslo einig. Sie ist das Gegenteil zur Haltung der USA nach dem 11. September 2001. Und das Gegenteil zu der bei uns oft vertretenen Einstellung, jegliche Bluttat als Vorwand für eine Verschärfung des Strafrechts auf Kosten der Freiheit zu nutzen. In seinem Unglück bleibt Norwegen sich selbst treu. Das Land macht sich Gedanken, aber es verleugnet sich nicht. Es ist somit ein Vorbild für unsere Demokratien."
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De Groene Amsterdammer - Niederlande | Montag, 25. Juli 2011
In dem im Internet veröffentlichten 'Manifest' bezeichnet sich der geständige Attentäter als einen modernen Tempelritter im Kampf gegen den Islam und die Eliten. Dabei bezieht er sich auf Rechtspopulisten wie den Niederländer Geert Wilders. Sie sind geistige Brandstifter, meint die linke Wochenzeitung De Groene Amsterdammer: » mehr
In dem im Internet veröffentlichten 'Manifest' bezeichnet sich der geständige Attentäter als einen modernen Tempelritter im Kampf gegen den Islam und die Eliten. Dabei bezieht er sich auf Rechtspopulisten wie den Niederländer Geert Wilders. Sie sind geistige Brandstifter, meint die linke Wochenzeitung De Groene Amsterdammer: "Die führenden europäischen Populisten und Islam-Hasser werden wahrscheinlich versuchen, ihn als isolierten Verrückten darzustellen. Sie werden sagen, dass sie das so nicht gemeint haben, als sie von ihrem 'totalen Krieg' sprachen. Vielleicht ist das auch so. Vielleicht werden einige in sich gehen und einsehen, dass die Meinungsfreiheit kein Freibrief ist für unbegrenzte Hass-Fantasien, dass Worte schwer wiegen und politische und moralische Konsequenzen haben. Aber jetzt ist das Böse geschehen. Die europäischen Sicherheitsdienste müssen die rechtsextremen Netzwerke gründlich ausmisten, und der Wähler muss das Gewäsch der Populisten gründlich bestrafen, sonst geschehen noch mehr solche Unglücke."
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Alle verfügbaren Texte von » Aart Brouwer
Dagens Nyheter - Schweden | Sonntag, 24. Juli 2011
Das Massaker in Norwegen war ein Anschlag auf unsere freiheitliche, demokratische Gesellschaft, meint die liberale Tageszeitung Dagens Nyheter und fordert jeden auf, sich dagegen zu wehren: » mehr
Das Massaker in Norwegen war ein Anschlag auf unsere freiheitliche, demokratische Gesellschaft, meint die liberale Tageszeitung Dagens Nyheter und fordert jeden auf, sich dagegen zu wehren: "Der Mann, der mehrere Stunden lang Tod und Schrecken in Norwegen verbreitete, wurde getrieben von Bitterkeit gegenüber der offenen Gesellschaft. ... Wenn wir wirklich wollen, dass der Terrorist in Norwegen mit seinem Anliegen scheitert, müssen wir genau das tun, was er zu verhindern sucht: Wir müssen uns engagieren. ... Hass, Extremismus und Intoleranz sind ungewöhnliche Organismen, weil sie am besten im luftleeren Raum gedeihen. Am besten tötet man sie mit frischem Sauerstoff, mit Argumenten, einem offenen Gespräch und freiem Meinungsaustausch. Die wichtigste Waffe des Terrors ist die Einschüchterung. ... Wollen wir ihm Paroli bieten, müssen wir aus dem Hintergrund treten, die Stimme erheben, unsere Meinung sagen, müssen wir unermüdlich argumentieren für Offenheit, Toleranz und Freiheit, gegen Drohungen, Beschränktheit und Fremdenfeindlichkeit. Wir dürfen keine Angst haben."
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Eesti Päevaleht - Estland | Montag, 25. Juli 2011
Dem norwegischen Attentäter und seinen politischen Deklarationen sollte nicht zu viel Aufmerksamkeit geschenkt werden, warnt die Tageszeitung Eesti Päevaleht, schon wegen möglicher Nachahmer: » mehr
Dem norwegischen Attentäter und seinen politischen Deklarationen sollte nicht zu viel Aufmerksamkeit geschenkt werden, warnt die Tageszeitung Eesti Päevaleht, schon wegen möglicher Nachahmer: "Hat der Mörder von Norwegen sein Ziel erreicht? Wenn er beim Anblick von Blut eine perverse Befriedigung gefunden hat, dann macht ihn das hinter Gitter zu keinem großen Helden. Wenn er Berühmtheit und anhaltende Aufmerksamkeit der Medien gesucht hat, wie die meisten Amokläufer an Schulen zuvor, dann muss man feststellen, dass diese Aufmerksamkeit schnell vorbeigeht. Und je schneller wir den Namen dieser Person vergessen, desto besser. Ein Mörder hat es nicht verdient, dass wir seine Eitelkeit weiter befriedigen. Hoffentlich müssen wir nicht irgendwann die Memoiren des Mörders lesen. Er ist ein Mensch, der versucht, sich in der von ihm selbst ausgedachten Welt zu beweisen, da er in der wirklichen Welt nicht zurechtkommt. Die Aufgabe der Medien aber ist es aufzupassen, dass nicht irgendein neues Monster ihn zum Vorbild nimmt."
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Alle verfügbaren Texte von » Heiki Suurkask
Hospodářské noviny - Tschechien | Montag, 25. Juli 2011
Der Massenmord in Norwegen durch Anders Behring Breivik zeigt nach Meinung der Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny, dass der Islamismus nicht die einzige Gefahr ist: » mehr
Der Massenmord in Norwegen durch Anders Behring Breivik zeigt nach Meinung der Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny, dass der Islamismus nicht die einzige Gefahr ist: "Europa ist um die allgemein geteilte Illusion ärmer, dass es sich nur äußeren Feinden erwehren muss, dass uns ausnahmslos Islamisten gegenüberstehen, die bereit sind alles zu tun, um unsere Welt zu zerstören. Mit brutaler Kraft zeigte sich die unterdrückte Wahrheit, dass jeglicher Extremismus gefährlich ist, ungeachtet seiner religiösen, ethnischen oder nationalen Herkunft. ... Breivik mag ein verrückter Einzelgänger gewesen sein. Derlei Verrücktheit entsteht aber nicht ohne einen Kontext. Überall in Europa sind Rechtsextreme auf dem Vormarsch, die vorgeben, die wahren nationalen Werte zu verteidigen. Für Europa bedeutet das zweierlei: Die Sicherheitsorgane müssen das Wesen der uns drohenden Gefahr völlig neu analysieren. Und die politischen Parteien sollten mehr als bisher die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Europa-Projekt und mit der Multikulti-Gesellschaft wahrnehmen."
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Alle verfügbaren Texte von » Petr Honzejk
Die Presse - Österreich | Montag, 25. Juli 2011
Der mutmaßliche Attentäter Anders Behring Breivik hat ein 1.500-seitiges Manifest über seine rassistischen Überzeugungen ins Internet gestellt. Diesen Äußerungen unterliegt dasselbe Unbehagen über Zuwanderung und andere Kulturen wie den Kommentaren, die andere Menschen im Netz posten, bemerkt die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: » mehr
Der mutmaßliche Attentäter Anders Behring Breivik hat ein 1.500-seitiges Manifest über seine rassistischen Überzeugungen ins Internet gestellt. Diesen Äußerungen unterliegt dasselbe Unbehagen über Zuwanderung und andere Kulturen wie den Kommentaren, die andere Menschen im Netz posten, bemerkt die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: "Unter den Postern, die [im Internet] aus sich herausgehen, sind viele, die in der wirklichen Welt ein ehrbares bürgerliches Leben leben. Man sollte darauf vertrauen, dass Gewaltexzesse wie jener von Oslo und Utøya ein gewisses Maß an Nachdenklichkeit auslösen. Menschen, die mit den gesellschaftlichen Veränderungen, die Zuwanderung und kulturelle Entgrenzung mit sich bringen, nicht zurechtkommen, als Terror-Brandstifter zu denunzieren, wird das Problem nicht lösen. Man kann nur zur Tagesordnung übergehen. Und auf der sollte ganz oben die Frage stehen, wie man die Debatte über Chancen und Risiken unserer neuen gesellschaftlichen Wirklichkeiten aus der aggressiven Anonymität der virtuellen Welt zurück in den politischen Diskurs holen kann."
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Alle verfügbaren Texte von » Michael Fleischhacker
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