Die Welt protestiert
Die US-Bewegung Occupy Wall Street hat weltweit Demonstrationen gegen die Macht der Finanzbranche angestoßen und in Europa vor allem den Protesten in den Krisenländern neuen Schwung gegeben. Welche Perspektiven hat die junge Bewegung?

Novinar - Bulgarien | Dienstag, 22. Mai 2012
Infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich in Europa und den USA eine neue Protestbewegung gebildet. Die aufgebrachten Jugendlichen, die die Occupy-Bewegung antreiben, sind aber weniger idealistisch als ihre Eltern, die in den 1960ern und 1970ern auf die Straße gingen, meint die Kolumnistin Zorniza Ilieva in der Tageszeitung Novinar: » mehr
Infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich in Europa und den USA eine neue Protestbewegung gebildet. Die aufgebrachten Jugendlichen, die die Occupy-Bewegung antreiben, sind aber weniger idealistisch als ihre Eltern, die in den 1960ern und 1970ern auf die Straße gingen, meint die Kolumnistin Zorniza Ilieva in der Tageszeitung Novinar: "Die Jugendlichen heute sind pragmatischer, anpassungsfähiger, wesentlich besser informiert und wissen, dass die Welt nicht mithilfe von Musik verändert werden kann. Im vergangenen Jahrhundert sangen kluge Jungs Songs über Politik und wir alle sangen mit und tun es heute noch. Heute würden diese Jungs aber lächerlich aussehen, denn sie haben keinen Platz in unserer modernen Welt. Heute stürmen junge Leute die Parlamente, gründen Parteien, halten flammende Reden und mischen in der großen Politik mit. Einmal an der Macht, werden sie aber im Handumdrehen wie ihre Vorgänger. Ihre Reden werden immer glatter und gemäßigter und verlieren schnell das Feuer des Protests und die Energie des Neuen."
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Público - Spanien | Montag, 14. Mai 2012
Mit einer Großdemo auf dem Madrider Platz Puerta del Sol begann am 15. Mai 2011 der spanische Protest der Empörten, der sich gegen die Sparpolitik und die Korruption in der Politik wandte. Rund um den Jahrestag versammeln sich nun erneut zehntausende Demonstranten in den spanischen Städten. Sie möchten als Volk wieder der Souverän sein, und das ist ihr legitimes Recht, meint der Politologe Ramón Cotarelo in der linken Tageszeitung Público: » mehr
Mit einer Großdemo auf dem Madrider Platz Puerta del Sol begann am 15. Mai 2011 der spanische Protest der Empörten, der sich gegen die Sparpolitik und die Korruption in der Politik wandte. Rund um den Jahrestag versammeln sich nun erneut zehntausende Demonstranten in den spanischen Städten. Sie möchten als Volk wieder der Souverän sein, und das ist ihr legitimes Recht, meint der Politologe Ramón Cotarelo in der linken Tageszeitung Público: "Die Souveränität liegt beim Volk. Nicht etwa, weil das in der Verfassung so steht, sondern weil es so ist, ganz gleich, was die Verfassung dazu sagt. Natürlich ist es besser, dass es so auch in der Verfassung steht. Aber selbst wenn es dort nicht stünde, läge die Souveränität deshalb ganz bestimmt nirgendwo anders. ... Das Volk kann seine Souveränität an eine repräsentative Institution übertragen oder sie sich eben auch wieder zurückholen, wenn es der Meinung ist, dass diese Institution ihre Funktion nicht erfüllt. Und genau das tun jetzt die spontanen Bürgerbewegungen wie 'Democracia Real Ya' [Wahre Demokratie Jetzt] oder 15-M [Bewegung 15. Mai], die sich darin einig sind, dass sie die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung komplett verändern und einen neuen Gesellschaftsvertrag schließen möchten."
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Trouw - Niederlande | Dienstag, 3. April 2012
In vielen westlichen Ländern hat die Occupy-Bewegung an Kraft verloren. Der Widerstand gegen ungebremsten Kapitalismus bleibt aber notwendig, meint die christlich-soziale Tageszeitung Trouw: » mehr
In vielen westlichen Ländern hat die Occupy-Bewegung an Kraft verloren. Der Widerstand gegen ungebremsten Kapitalismus bleibt aber notwendig, meint die christlich-soziale Tageszeitung Trouw: "Seit 2010 wächst die Einkommenskluft wieder. Eine beunruhigende Tatsache, die verdeutlicht, dass man schnell wieder zur Tagesordnung zurückkehren will. Eine organisierte Bewegung gegen solche Entwicklungen, eine fundierte Systemkritik, ist mehr als willkommen. Doch diese Rolle ist für Occupy ein wenig zu groß. Es ist ermutigend, dass sich Ökonomen zur Zeit dank Occupy ernsthaft mit den Gefahren der Einkommensunterschiede befassen. Das ist ein Erfolg. Aber eine interessante Debatte unter Ökonomen ist nur ein schwacher Trost für diejenigen, die sich besorgt, wütend oder ausgeschlossen fühlen. Die Zelte sind aus dem Straßenbild verschwunden, aber hoffentlich bleibt etwas bestehen von dem Widerstand gegen den ungebremsten Kapitalismus und Materialismus und vom Streben für eine nachhaltigere und gerechtere Gesellschaft."
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The Guardian - Großbritannien | Mittwoch, 29. Februar 2012
Mehr als 100 Polizisten haben in der Nacht zu Dienstag das Lager der Londoner Occupy-Bewegung vor der St. Paul's Kathedrale geräumt. Die Protestler haben viel erreicht, meint die linksliberale Tageszeitung The Guardian: » mehr
Mehr als 100 Polizisten haben in der Nacht zu Dienstag das Lager der Londoner Occupy-Bewegung vor der St. Paul's Kathedrale geräumt. Die Protestler haben viel erreicht, meint die linksliberale Tageszeitung The Guardian: "Der konservative Abgeordnete des Bezirks hat die Agenda der Occupy-Bewegung unterstützt, wenn auch nicht deren Methoden, und die Parteichefs beeilen sich nun, den nepotistischen Kapitalismus zu verurteilen. Während die Proteste gegen die Londoner Finanzwelt am Anfang des Jahrtausends eher die Angelegenheit sozialistischer Studenten waren, zeigen die Umfragen diesmal, dass auch die Briten der Mittelklasse dazu tendierten, den Idealismus von Occupy zu beklatschen, anstatt ihn als naiv abzutun. ... Das Problem war weniger, dass die Bewegung keine Antworten parat hatte, obwohl einige ihrer Vertreter bereits erste Gedanken über eine neue Wirtschaftspolitik in der Financial Times skizzierten. Nein, die wahre Schwierigkeit ist, dass es inmitten der Krise völlig klar ist, dass das Establishment selbst keine Lösungen hat."
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Svenska Dagbladet - Schweden | Dienstag, 31. Januar 2012
Die schwedische Occupy-Bewegung Allt åt alla (Alles für alle) hat am Sonntag in Stockholm zu einer Bus-Safari durch den Nobelvorort Saltsjöbaden eingeladen, um dort Millionärsvillen zu besichtigen und den "Klassenhass zu schüren". Mit solch einer Rhetorik löst man aber keine gesellschaftliche Probleme, meint die konservative Tageszeitung Svenska Dagbladet: » mehr
Die schwedische Occupy-Bewegung Allt åt alla (Alles für alle) hat am Sonntag in Stockholm zu einer Bus-Safari durch den Nobelvorort Saltsjöbaden eingeladen, um dort Millionärsvillen zu besichtigen und den "Klassenhass zu schüren". Mit solch einer Rhetorik löst man aber keine gesellschaftliche Probleme, meint die konservative Tageszeitung Svenska Dagbladet: "Als Studentenstreich hat dieser Ausflug eine leicht komische Seite. Wenn da nicht die dunkle Aufforderung gewesen wäre 'den Klassenhass zu schüren', dann wäre es sogar eine erfolgreiche Aktion gewesen. … Das Netzwerk hat natürlich Recht, dass es im heutigen Schweden Klassenunterschiede gibt. Aber die Aktivisten unterscheiden nicht zwischen der wirtschaftlichen und der soziokulturellen Kluft und tragen somit nicht dazu bei, diese zu überwinden. Sie sind beim politischen Hass auf Villenviertel stehen geblieben, anstatt darüber nachzudenken, wie alle zwar nicht alles aber wenigstens etwas mehr bekommen können."
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Der Standard - Österreich | Donnerstag, 19. Januar 2012
Weil sich der Protest in Rumänien auch gegen das politische System richtet, findet es die linksliberale Tageszeitung Der Standard unrealistisch, dass sich die Demonstranten der Opposition anschließen: » mehr
Weil sich der Protest in Rumänien auch gegen das politische System richtet, findet es die linksliberale Tageszeitung Der Standard unrealistisch, dass sich die Demonstranten der Opposition anschließen: "Băsescus politische Karriere ist mittlerweile in Gefahr. Denn anders als in Russland und in Ungarn liegt die Opposition in Umfragen bei 50 Prozent. Allerdings ist es zu bezweifeln, dass die Demonstranten auf ihre Seite wechseln, denn für viele sind Parteien und Gewerkschaften an sich unglaubwürdig. Auch die Sozialdemokraten in Spanien konnten die 'Empörten' in Madrid nicht überzeugen. Laut dem Politik-Analysten Cristian Pirvulescu ist der rumänische Protest Teil einer globalen Bewegung, die für mehr soziale und politische Demokratie eintritt. Diese Leute wollen keine andere Partei, sondern eine neue Politik."
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Profil - Österreich | Samstag, 31. Dezember 2011
Im Jahr 2011 begehrten nicht nur in der arabischen Welt, sondern auch in Russland, China und dem Westen zahlreiche Menschen gegen die herrschenden Verhältnisse auf. Diese Entwicklung wird sich im neuen Jahr fortsetzen, sagt Georg Hoffmann-Ostenhoff im Nachrichtenportal Profil Online voraus: » mehr
Im Jahr 2011 begehrten nicht nur in der arabischen Welt, sondern auch in Russland, China und dem Westen zahlreiche Menschen gegen die herrschenden Verhältnisse auf. Diese Entwicklung wird sich im neuen Jahr fortsetzen, sagt Georg Hoffmann-Ostenhoff im Nachrichtenportal Profil Online voraus: "Wie es aussieht, verbinden sich dabei die neuen Bewegungen der Internet-Generation mit traditionellen Kampfformen. Das Gefühl der Empörung über die ungerechten Verhältnisse und die so abgehobene Politikerkaste kombiniert sich mit ganz konkreten Abwehraktionen gegen Attacken auf den Lebensstandard und auf die sozialen Sicherungssysteme. Lenin hat einmal definiert: Eine revolutionäre Situation sei dann gegeben, 'wenn die unten nicht mehr wollen und die oben nicht mehr können'. Das passt gut auf die arabische Welt. ... Aber auch im entwickelten Westen sind die Herrschenden zunehmend ratlos und die Beherrschten zunehmend wütend. Revolutionen sind da zwar gewiss keine in Sicht. Aber sicher ist auch, dass wir uns in einer Wendezeit befinden. Ebenso klar zeichnet sich ab: Neben den Staatskanzleien und Regierungen einerseits und den Börsen und Banken andererseits - also neben der Politik und den Märkten - hat ein dritter Spieler an Bedeutung gewonnen: die Straße. Und die ist gescheiter denn je."
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Blog Del alfiler al elefante - Spanien | Mittwoch, 28. Dezember 2011
So wie man von den Menschen über die Geschichte hinweg nur wenige in Erinnerung behält, so ist es auch bei den Jahren, meint Lluís Bassets in seinem Blog Del Alfiler al Elefante, und findet das Jahr 2011 historischer als den Zusammenfall des Ostblocks: » mehr
So wie man von den Menschen über die Geschichte hinweg nur wenige in Erinnerung behält, so ist es auch bei den Jahren, meint Lluís Bassets in seinem Blog Del Alfiler al Elefante, und findet das Jahr 2011 historischer als den Zusammenfall des Ostblocks: "Und so folgt dieses Jahr 2011 dem Jahr 1989 nach und übertrifft es sogar in allen Gesichtspunkten. Eine revolutionäre Welle hat die Grundfesten der Macht und die Allianzen der gesamten arabischen Welt erschüttert. Die erwartete atomare Renaissance ist im Tsunami und der Katastrophe von Fukushima erstickt. Die an die Wohlstandsjahre gewöhnten Generationen von Konformisten haben sich in empörte Demonstranten verwandelt und die Straßen und Plätze von Spanien bis in die USA besetzt, wie wir es seit 1968 nicht mehr gesehen hatten. Europa hat letztendlich auf die Finanzkrise reagiert, allerdings musste es dabei die Briten zurücklassen - ein Bruch mit historischen Folgen und der größte in der Geschichte der stürmischen Beziehung zwischen dem Königreich und dem europäischen Kontinent seit dem Beitritt Großbritanniens im Jahr 1973."
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Magyar Narancs - Ungarn | Mittwoch, 14. Dezember 2011
Die Demonstranten der US-Bewegung Occupy Wall Street haben den USA vor Augen geführt, dass das Ende des amerikanischen Traums naht, meint die Pulizistin Mirjam Donáth in der Online-Ausgabe der linksliberalen Wochenzeitung Magyar Narancs: » mehr
Die Demonstranten der US-Bewegung Occupy Wall Street haben den USA vor Augen geführt, dass das Ende des amerikanischen Traums naht, meint die Pulizistin Mirjam Donáth in der Online-Ausgabe der linksliberalen Wochenzeitung Magyar Narancs: "Ich habe unter den Aktivisten in New York elegant angezogene Redenschwinger gesehen, aber auch Arbeitslose. ... Es gibt junge sozialdemokratische Hippies und ältere Anzugträger, die keine Lust mehr auf Obama haben. ... Die Bewegung hat noch immer keine Anführer und es ist auch weiterhin unklar, ob ein totaler wirtschaftlicher und politischer Systemwechsel das Ziel ist oder ein reformierter Kapitalismus. ... Die Erhebungen im November zeigen jedenfalls eines: Mehr als drei Viertel der US-Wähler sind der Meinung, dass das wirtschaftliche System, in dem sie leben, den oberen Zehntausend zugute kommt. Eine Errungenschaft der Occupy-Bewegung ist zweifellos, dass sie das Einkommensungleichgewicht in der US-amerikanischen Öffentlichkeit thematisiert hat, was früher als Tabu galt. Die Bewegung führt uns auch vor Augen, dass der soziale Aufstieg für den kleinen Mann inmitten der Wirtschaftskrise schier unmöglich ist. Damit ist ein Grundelement des nationalen Zusammenhalts bedroht: der amerikanische Traum."
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Wprost Online - Polen | Dienstag, 6. Dezember 2011
In Polen hat es bislang keine großen Proteste gegen die Anti-Krisen-Politik der Regierung gegeben wie etwa in Spanien. Das zeigt, wie vernünftig die jungen Polen sind, meint das konservative Nachrichtenportal Wprost Online: » mehr
In Polen hat es bislang keine großen Proteste gegen die Anti-Krisen-Politik der Regierung gegeben wie etwa in Spanien. Das zeigt, wie vernünftig die jungen Polen sind, meint das konservative Nachrichtenportal Wprost Online: "Als die jungen Empörten auf die Straßen von Rom, Paris oder Berlin gegangen waren, haben alle mit Spannung darauf gewartet, wann sich ihnen die 'Verärgerten' von der Weichsel anschließen werden. Nach der radikalen Regierungserklärung von Premier Tusk, der von einem Tag auf den anderen aufgehört hat, von Polen als Insel der Glückseligen zu reden und seitdem endlich von der Krise spricht, hatten viele erwartet, dass sich die Stimmung auf den Straßen trotz des Novemberwetters schon bald aufheizen würde. Doch nichts dergleichen ist passiert. Die jüngeren Polen, die durch die Jahre des Wohlstands verhätschelt wurden, sind doch wesentlich vernünftiger als viele gedacht haben."
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Voxpublica - Rumänien | Montag, 28. November 2011
Am Freitag war in den USA der sogenannte Black Friday, der Tag nach Thanksgiving an dem die Geschäfte traditionell mit besonders günstigen Angeboten werben. Die Zeltlager vor den Geschäften ähnelten dem Occupy-Zeltlager in New York, doch offenbart es nur ein Paradoxon der westlichen Kultur, meint Iulian Leca im Blogportal Voxpublica: » mehr
Am Freitag war in den USA der sogenannte Black Friday, der Tag nach Thanksgiving an dem die Geschäfte traditionell mit besonders günstigen Angeboten werben. Die Zeltlager vor den Geschäften ähnelten dem Occupy-Zeltlager in New York, doch offenbart es nur ein Paradoxon der westlichen Kultur, meint Iulian Leca im Blogportal Voxpublica: "Der im Westen aufgewachsene Mensch ist das Produkt einer Konsumgesellschaft, die alle Launen befriedigt. Wie soll man aus dieser Situation heraus gegen ein System revoltieren, das den Luxus allgemein zugänglich gemacht hat? ... Der westliche Mensch hat nicht mehr viel, für das er eine Revolution anzetteln würde. Der große Weltschmerz ist vorbei, die Ungerechtigkeiten vorüber, die Freiheit gewonnen, aber Ideale - die hat man nicht mehr. Lediglich die Frustrationen sind geblieben - die aber sind kurzlebig und hängen vom Kontext ab. Die Occupy-Bewegung war Ausdruck dieser Frustrationen. Doch offenbart die Bewegung perfekt die Heuchelei: Nieder mit den Banken und Großunternehmen, heimlich aber laufen wir zum Supermarkt, um Schnäppchen zu erstehen!"
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Corriere della Sera - Italien | Montag, 21. November 2011
Die spanischen Sozialisten haben bei den Parlamentswahlen massiv an Zustimmung verloren und kommen nur noch auf 29 Prozent der Stimmen. Zum Debakel der Partei des bisherigen Premiers José Luis Zapatero hat auch die Bewegung der Empörten beigetragen, meint die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: » mehr
Die spanischen Sozialisten haben bei den Parlamentswahlen massiv an Zustimmung verloren und kommen nur noch auf 29 Prozent der Stimmen. Zum Debakel der Partei des bisherigen Premiers José Luis Zapatero hat auch die Bewegung der Empörten beigetragen, meint die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: "Die Unerfahrenheit, der Hang zur Improvisation, die Kehrtwende um 180 Grad von Zapatero bei der Handhabung der Krise rechtfertigen weitgehend das negative Urteil vieler Spanier, die dabei nicht zur Bewegung der Empörten gehören. Doch ist unübersehbar, dass die Mitte-links-Regierungen nicht mehr nur von traditionellen Parteien der extremen Linken bedroht sind, die die Regeln der Demokratien beherzigen, sondern auch von Bewegungen, die eben diese Regeln nicht mehr respektieren oder opportunistisch nutzen. ... Ihre Macht üben sie durch Stimmenthaltung aus. Mit der Stimmenthaltung haben die Empörten eine klare Botschaft an die regierenden Sozialisten gesandt: Wenn ihr so weiter so macht, sorgen wir für eure Niederlage."
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Frankfurter Rundschau - Deutschland | Mittwoch, 16. November 2011
Die gewaltsame Räumung ist Ausdruck des Erfolgs der Occupy-Bewegung, meint die linksliberale Frankfurter Rundschau: » mehr
Die gewaltsame Räumung ist Ausdruck des Erfolgs der Occupy-Bewegung, meint die linksliberale Frankfurter Rundschau: "Diese heftige Reaktion der Staatsgewalt auf die Occupy-Wall-Street-Bewegung muss als Indiz dafür gelesen werden, wie brillant deren Strategie war. Man nahm öffentlichen Raum in Anspruch, um friedlich über die Geschicke der Gesellschaft zu diskutieren. Genau dafür war die Polis im alten Griechenland gedacht - als Ort, der Demokratie gebiert. Dass dies in den modernen Metropolen des Kapitalismus nicht mehr möglich ist, entlarvt, wie weit diese sich von ihren vorgeblichen demokratischen Idealen entfernt haben. Allein das ist ein Triumph von Occupy."
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The Guardian - Großbritannien | Mittwoch, 16. November 2011
Die Occupy-Aktivisten sind nun gefordert, die Kapitalismus-Debatte am Leben zu halten, denkt die linksliberale Tageszeitung The Guardian: » mehr
Die Occupy-Aktivisten sind nun gefordert, die Kapitalismus-Debatte am Leben zu halten, denkt die linksliberale Tageszeitung The Guardian: "Die Bewegung steht nun vor der Herausforderung, das fortzuführen, was sie begonnen hat. Sie muss sich in einem Kampf der Ideen engagieren und neue Wege suchen, die Debatte weiterzuführen. Sie wird überleben, wenn sie dies tut. Sie wird versagen, wenn sie vereinnahmt oder marginalisiert wird. Doch [Bürgermeister] Bloomberg hat ihre Chancen nun unbeabsichtigt verbessert. Die Gegenwehr wurde gestern stärker, nachdem der oberste Rechnungsprüfer der Stadt John Liu gesagt hatte, dass es keine zwingenden Gründe für eine Räumung gegeben haben könnte. Der Bürgermeister sagte, dass jeder New Yorker das Recht habe, seine Meinung zu äußern. Aber es scheint, dass National Public Radio, Associated Press und die New Yorker Daily News, deren Reporter alle verhaftet wurden, kein Recht haben, darüber zu berichten."
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Delo - Slowenien | Mittwoch, 16. November 2011
Hunderte Polizisten haben am Dienstag die Demonstranten aus dem Zuccotti-Park nahe der Wall Street in New York vertrieben. Die Tageszeitung Delo kritisiert die Aktion der Polizei in New York aufs Schärfste und zieht Parallelen mit diktatorischen Regimes: » mehr
Hunderte Polizisten haben am Dienstag die Demonstranten aus dem Zuccotti-Park nahe der Wall Street in New York vertrieben. Die Tageszeitung Delo kritisiert die Aktion der Polizei in New York aufs Schärfste und zieht Parallelen mit diktatorischen Regimes: "Die gewaltsame Abrechnung der Polizei mit den friedlichen Demonstranten hat auch die Kehrseite der Medaille des angeblich freiesten Lands der Welt gezeigt. Auf die Forderung der Demonstranten nach dem wahren Recht auf freie Wahl hat die demokratische Regierung mit derartiger Grobheit und Gewalt reagiert, dass sich auch das ehemalige Regime in Tripolis und die aktuelle Regierung in Syrien der Aktion nicht geschämt hätten."
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Dagens Nyheter - Schweden | Mittwoch, 16. November 2011
Meinungsumfragen zu Folge unterstützen nur ein Drittel der US-Bürger die Anliegen der Occupy-Bewegung. Das liegt in erster Linie an der veralteten Rhetorik der Aktivisten, die sie überwinden müssen, denn die Probleme der Finanzkrise sind weiter ungelöst, meint die liberale Tageszeitung Dagens Nyheter: » mehr
Meinungsumfragen zu Folge unterstützen nur ein Drittel der US-Bürger die Anliegen der Occupy-Bewegung. Das liegt in erster Linie an der veralteten Rhetorik der Aktivisten, die sie überwinden müssen, denn die Probleme der Finanzkrise sind weiter ungelöst, meint die liberale Tageszeitung Dagens Nyheter: "Ein wichtiger Grund, warum die Bewegung nicht in der Bevölkerung verwurzelt ist, liegt darin, dass sie weder Führungspersönlichkeiten gefunden hat, noch ein Programm, das den normalen Menschen lockt. Mitte September begannen die Proteste und ein damals auf der Webseite occupywallst.org veröffentlichter Aufruf verdeutlicht die Rhetorik: Arbeiter sollen 'nicht nur streiken, sondern ihre Arbeitsplätze unter Kontrolle bringen und sich demokratisch organisieren'. Das gleiche Dokument stellt fest, dass 'Staat und Wirtschaft zwei Seiten der unterdrückenden Machtstruktur' sind. Solche Botschaften veranlassen Menschen wohl kaum dazu, ihre Zelte aufzuschlagen, sondern diese in die Flucht zu schlagen. Das gilt vor allem für US-Amerikaner."
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WOZ - Die Wochenzeitung - Schweiz | Donnerstag, 10. November 2011
Die Stadt Zürich hat die Schweizer Aktivisten der Occupy-Bewegung aufgefordert, am heutigen Freitag das von ihnen im Stadtteil Lindenhof aufgebaute Camp zu räumen. Die linke Wochenzeitung WOZ fordert die Aktivisten auf, sich zu wehren und damit endlich Profil zu gewinnen: » mehr
Die Stadt Zürich hat die Schweizer Aktivisten der Occupy-Bewegung aufgefordert, am heutigen Freitag das von ihnen im Stadtteil Lindenhof aufgebaute Camp zu räumen. Die linke Wochenzeitung WOZ fordert die Aktivisten auf, sich zu wehren und damit endlich Profil zu gewinnen: "Weder linke Gruppen noch NGOs oder Gewerkschaften haben sich dem Protest angeschlossen. Die Vernetzung bleibt bisher aus. Der Schweizer Ableger der Occupy-Bewegung ... hat versucht, es allen Seiten recht zu machen: der Stadt, der Polizei, den Bankern. Wenn er nicht nur ein Anhängsel der internationalen Protestbewegungen sein will, hat er nun die Möglichkeit, eine eigene Identität zu finden: sich seinen Platz zu nehmen und sich nicht nur auf dem Spielfeld des erlaubten oder gar gewünschten Protests zu bewegen. Das hiesse auch: Mut zum zivilen Ungehorsam zu zeigen - erst recht, wenn der Lindenhof geräumt würde."
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Le Monde - Frankreich | Montag, 7. November 2011
Der scheidende griechische Premier Giorgos Papandreou hat sich doch nicht getraut, das Volk in einem Referendum über die Sparpläne der EU abstimmen zu lassen. Aber Europa sollte sich daran gewöhnen, dass das Volk mitredet, wie die Occupy-Proteste zeigen, meint der Professor für Ideengeschichte François Cusset in der linksliberalen Tageszeitung Le Monde: » mehr
Der scheidende griechische Premier Giorgos Papandreou hat sich doch nicht getraut, das Volk in einem Referendum über die Sparpläne der EU abstimmen zu lassen. Aber Europa sollte sich daran gewöhnen, dass das Volk mitredet, wie die Occupy-Proteste zeigen, meint der Professor für Ideengeschichte François Cusset in der linksliberalen Tageszeitung Le Monde: "Auch wenn die Politiker, die heute an der Macht sind, eine ausgesprochen skeptische Haltung der Demokratie gegenüber zeigen, so gab es schon lange keine Bewegung mehr, vielleicht seit einem halben Jahrhundert nicht, die in so kurzer Zeit so nah an einen weltweiten Volksaufstand herangekommen wäre. … Gemeinsam hat man sich entschieden, dem Zerfall der Gesellschaft ein Ende zu setzen. Man schlägt keine Lösung vor für unsere finanziellen Probleme oder für die Führungskrise, sondern eine Lösung für das alte Problem des Demokratie-Defizits. … Es wird höchste Zeit, dass Europa seine Lehre aus den US-amerikanischen Aufständen zieht, ebenso wie man es beim Arabischen Frühling in diesem bewegten Jahr getan hat. Die Macht des Volks muss neu bewertet werden."
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El Mundo - Spanien | Freitag, 28. Oktober 2011
Die Wahlbehörde in Madrid hat am Donnerstag bestimmte Straßenzüge festgelegt, in denen an den Tagen vor den spanischen Parlamentswahlen am 20. November keine Demonstrationen durchgeführt werden dürfen. Auch der Platz Puerta del Sol, symbolischer Ort für die Bewegung der Empörten, steht auf der Liste. Die konservative Zeitung El Mundo begrüßt die Entscheidung und pocht darauf, sie auch durchzusetzen: » mehr
Die Wahlbehörde in Madrid hat am Donnerstag bestimmte Straßenzüge festgelegt, in denen an den Tagen vor den spanischen Parlamentswahlen am 20. November keine Demonstrationen durchgeführt werden dürfen. Auch der Platz Puerta del Sol, symbolischer Ort für die Bewegung der Empörten, steht auf der Liste. Die konservative Zeitung El Mundo begrüßt die Entscheidung und pocht darauf, sie auch durchzusetzen: "Wie allgemein bekannt, war der Platz noch am Tag vor den Regional- und Kommunalwahlen [im Mai] voller Demonstranten, obwohl die Wahlbehörde ausdrücklich jegliche Demonstration für diesen Tag verboten hatte. Die Entscheidung, die nun in Bezug auf die Wahl vom 20. November getroffen wurde, sollte die Bewegung der Empörten dazu veranlassen, sich dieses Mal verantwortungsbewusst an Recht und Gesetz zu halten. Aber die Entscheidung zwingt auch die Behörden und die Polizei dazu, die Einhaltung des Gesetzes durchzusetzen, vor allem nachdem ihnen dies bei den vergangenen Wahlen am 22. Mai nicht gelungen ist."
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Heti Világgazdaság - Ungarn | Montag, 24. Oktober 2011
Die von den USA ausgehende weltweite Bewegung gegen die Macht der Finanzmärkte und soziale Ungerechtigkeit, Occupy Wall Street, ist bereits jetzt ein großer Erfolg, meint der Sozialwissenschaftler Immanuel Wallerstein von der Yale-Universität in der linksliberalen Wochenzeitung Heti Világgazdaság: » mehr
Die von den USA ausgehende weltweite Bewegung gegen die Macht der Finanzmärkte und soziale Ungerechtigkeit, Occupy Wall Street, ist bereits jetzt ein großer Erfolg, meint der Sozialwissenschaftler Immanuel Wallerstein von der Yale-Universität in der linksliberalen Wochenzeitung Heti Világgazdaság: "Die Bewegung Occupy Wall Street ist seit den Aufständen von 1968, deren direkte Fortsetzung sie übrigens ist, das wichtigste politische Ereignis in den Vereinigten Staaten. Wir werden niemals erfahren, warum die Bewegung in den USA ausgerechnet jetzt entstanden ist, anstatt drei Jahre früher oder später. ... Nicht nur die Besitzlosen spüren heute die Bürden der wachsenden wirtschaftlichen Probleme, sondern auch zunehmend die working poor (man nennt sie Mittelschicht). Während sich das oberste eine Prozent der US-Gesellschaft (die Wall Street) durch Raffgier und Ausbeutung in unglaublichem Maße bereichert, finden weltweit immer wütendere Proteste statt (angefangen von den spanischen Indignados über die chilenischen Studenten bis hin zu den Gewerkschaften in Wisconsin). Die Bewegung Occupy Wall Street hat schon jetzt gewonnen, selbst wenn ihr früher oder später die Luft ausgehen sollte. Sie wird ein dauerhaftes Erbe zurücklassen, ähnlich wie die 68er-Bewegung."
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România Liberă - Rumänien | Dienstag, 18. Oktober 2011
In Bukarest haben am Samstag lediglich rund 100 Menschen gegen die Macht der Finanzmärkte demonstriert. Die Tageszeitung România Liberă fragt sich, warum sich so wenige Rumänen am weltweiten Aktionstag beteiligten: » mehr
In Bukarest haben am Samstag lediglich rund 100 Menschen gegen die Macht der Finanzmärkte demonstriert. Die Tageszeitung România Liberă fragt sich, warum sich so wenige Rumänen am weltweiten Aktionstag beteiligten: "Der Hauptgrund ist sicherlich, dass Rumänien andere Probleme als der Westen hat. Dort sieht die Mittelklasse ihren Lebensstandard sinken, den sie als selbstverständlich empfindet. Bei uns hingegen ist die Armut noch an der Tagesordnung. ... Andererseits hat Rumänien Probleme, die im Westen kaum eine Rolle spielen und die auch die arabischen Revolutionen genährt haben: die Kleptokratie ist zur Staatsdoktrin geworden, die lokalen Mafia-Clans, die aus Ex-Securitate-Geheimdienstlern bestehen, bekommen politischen Schutz und besitzen einen Großteil des Kapitals. ... Das große Risiko aber besteht darin, dass wir wie in Bulgarien die Schuld bei Ethnien suchen oder schnell auf Vorurteile zurückgreifen. ... Das festigt nur das kleptokratische System, das den Mafia-Clans moralische Autorität verleiht und die Ex-Geheimdienstler und ihre Familien immer reicher werden lässt."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 17. Oktober 2011
Im Aufbegehren gegen die Finanzbranche und die kapitalistische Wirtschaftsordnung vergessen die Demonstranten der weltweiten Occupy-Proteste, dass sie selbst Nutznießer des Systems sind, moniert die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: » mehr
Im Aufbegehren gegen die Finanzbranche und die kapitalistische Wirtschaftsordnung vergessen die Demonstranten der weltweiten Occupy-Proteste, dass sie selbst Nutznießer des Systems sind, moniert die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Die Bürger realisieren, dass die Party ein Ende hat - und die Kosten des teuren Sekts nicht zwingend von jenen getragen werden, die am meisten getrunken haben. Sie verweigern sich dabei der Einsicht, dass auch sie profitiert haben, als Kleinsparer genauso wie als Eigenheimbesitzer oder Sozialhilfeempfänger - gerade in der Schweiz, in der Steuergerechtigkeit bedeutet, dass jene, die nun am Pranger stehen, bereits überdurchschnittlich viel für die Umverteilung des Reichtums leisten. Gelingt es nicht, auf beiden Seiten Sprachlosigkeit und Ignoranz zu überwinden, wird die Belastbarkeit des sozialen Zusammenhalts zur eigentlichen Schicksalsfrage westlicher Demokratien."
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El País - Spanien | Sonntag, 16. Oktober 2011
Nach dem internationalen Protesttag gegen den Machtmissbrauch der Banken am 15. Oktober hebt die linksliberale Tageszeitung El País die Neuartigkeit der Bewegung hervor: » mehr
Nach dem internationalen Protesttag gegen den Machtmissbrauch der Banken am 15. Oktober hebt die linksliberale Tageszeitung El País die Neuartigkeit der Bewegung hervor: "Diese globale Dimension ist das, was aus dem Protesttag 15-O etwas Besonderes macht, etwas das es bislang noch nicht gegeben hat. Erstmals ist es einer Bürgerinitiative gelungen, Demonstrationen an so vielen, so unterschiedlichen und so weit auseinander liegenden Orten gleichzeitig zu organisieren. Im Gegensatz zu den bisherigen globalisierungskritischen Protesten an den Orten, wo sich die internationalen Entscheidungsträger trafen, ist dies eine globale Reaktion, die den ebenso globalen Umgang mit der Finanzkrise in Frage stellt, die zu einer schweren weltweiten Depression geführt hat. Die Forderungen der Bewegung 15-O stützen sich auf die Zustimmung einer Mehrheit der Menschen gerade in einem schwierigen Moment in der Geschichte, in der die Verteilung der zu ertragenden Einschnitte und Opfer als ungerecht empfunden wird."
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Lidové noviny - Tschechien | Montag, 17. Oktober 2011
Die mehreren hunderttausend Menschen, die nach Vorbild der US-Bewegung Occupy Wall Street am Samstag in rund 80 Ländern gegen die Macht der Finanzbranche protestiert haben, sind anders als Demonstranten sonst, meint die konservative Tageszeitung Lidové noviny: » mehr
Die mehreren hunderttausend Menschen, die nach Vorbild der US-Bewegung Occupy Wall Street am Samstag in rund 80 Ländern gegen die Macht der Finanzbranche protestiert haben, sind anders als Demonstranten sonst, meint die konservative Tageszeitung Lidové noviny: "Nein, diese Proteste kommen nicht von denen, die etwas haben wollen. Hinter ihnen steht eher die Generation, die weiß, dass sie alles verlieren kann. Es handelt sich um Menschen, die nicht ideologisiert sind, die sich aber ihres Status bewusst sind, und ahnen, dass es nur noch bergab gehen wird. ... Am Wesentlichen können sie jedoch kaum etwas ändern: Der Westen verarmt, und Länder wie China werden reicher. In den vergangenen drei Jahren stieg der Anteil der US-Amerikaner, die nicht ausreichend Geld für Lebensmittel hatten, von 9 auf 19 Prozent. In China sank dieser Anteil von 16 auf 6 Prozent."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Sonntag, 16. Oktober 2011
In Rom kam es am Rande der Occupy-Proteste mit mehr als 100.000 Teilnehmenden zu Ausschreitungen. Diese italienische Anomalie erklärt die Wirtschaftszeitung IL Sole 24 Ore mit dem Demokratie-Defizit im Land: » mehr
In Rom kam es am Rande der Occupy-Proteste mit mehr als 100.000 Teilnehmenden zu Ausschreitungen. Diese italienische Anomalie erklärt die Wirtschaftszeitung IL Sole 24 Ore mit dem Demokratie-Defizit im Land: "Eine reife Demokratie weiß mit Gewalt umzugehen. Sie weiß sie einzugrenzen und gegebenenfalls unnachgiebig gegen sie einzuschreiten, vor allem aber weiß sie ihr vorzubeugen. Nach den barbarischen Szenen am Samstag in Rom stellt sich berechtigterweise die Frage, ob Italien noch zum Kreis dieser Demokratien gehört. ... Es ist als tue sich in Italien fortwährend ein schwarzer Abgrund auf, ein Sog, der dank einer widerstandsfähigen Subkultur einerseits und einer politischen Schwäche andererseits alles zu verschlucken vermag. … Heute spüren wir einmal mehr, wie schmerzlich die italienische Anomalie in kultureller und politischer Hinsicht ist. Die Nation ist schwach und wird somit unvermeidbar zum Sammelbecken der Gewalttätigen, all derjenigen, welche sich an der westlichen Gesellschaft rächen wollen."
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Diário de Notícias - Portugal | Sonntag, 16. Oktober 2011
Die portugiesische Version des Marsches der Empörten am Samstag, der in fast 1000 Städten weltweit stattfand, war nur der erste von vielen Protesten in Portugal, meint die Tageszeitung Diário de Notícias: » mehr
Die portugiesische Version des Marsches der Empörten am Samstag, der in fast 1000 Städten weltweit stattfand, war nur der erste von vielen Protesten in Portugal, meint die Tageszeitung Diário de Notícias: "Die schrecklichen, von Premier Passos Coelho am vergangenen Donnerstag angekündigten Maßnahmen und seine ab heute folgenden detaillierten Erklärungen zum Staatshaushalt werden ganz sicher neue überparteiliche Proteste bewirken: Solche wie am Wochenende oder die der 'Generation in der Bredouille' vor sechs Monaten. Doch auch die beiden großen Gewerkschaften werden zu einem Generalstreik aufrufen. .... Diese Streiks und Demos sind - abgesehen von ihrer verfassungsmäßigen Legitimität - nicht nur mehr als verständlich, sondern auch sozial nützlich - sofern sie friedlich bleiben, was der nationalen Tradition entspricht. Nützlich nicht nur als Ausdruck des Unmuts der Bürger, sondern auch als Stimmungsbarometer und Widerspruch, damit die Regierung die Situation des Landes und die Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen abschätzen kann."
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Wiener Zeitung - Österreich | Mittwoch, 12. Oktober 2011
Soziale Bewegungen in 79 Ländern rufen für den 15. Oktober zum sogenannten Occupy Day auf. Sie wollen damit gegen soziale Ungerechtigkeit, Unfreiheit und Demokratieabbau protestieren. Anlässlich dieses Protests fordert der Experte für Außenpolitik Alexander von der Decken in der staatlichen liberalen Wiener Zeitung eine Demokratiereform: » mehr
Soziale Bewegungen in 79 Ländern rufen für den 15. Oktober zum sogenannten Occupy Day auf. Sie wollen damit gegen soziale Ungerechtigkeit, Unfreiheit und Demokratieabbau protestieren. Anlässlich dieses Protests fordert der Experte für Außenpolitik Alexander von der Decken in der staatlichen liberalen Wiener Zeitung eine Demokratiereform: "Die Entwicklung der politischen Emanzipation in Nahost beginnt die westlichen Gesellschaften zu durchdringen. Die Demokratie ist in die Jahre gekommen, ihre Mechanismen erreichen die Menschen nicht mehr. Die immer feinere Vernetzung der sozialen Netzwerke führt zu einer zunehmenden Demokratisierung des Individuums, das seine Forderungen nun selber vertritt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann dies zu einer weltumspannenden Solidarität führt. Eine neue, spannende Ära bricht an. Die Frage ist nur, ob die Politik mit ihren tradierten Denkmustern darin noch eine Rolle spielt. Die Demokratie bedarf dringend eines Updates."
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Kauppalehti - Finnland | Montag, 10. Oktober 2011
Seit Wochen gehen in den USA Anhänger der Protest-Bewegung Occupy Wall Street für mehr soziale Gerechtigkeit auf die Straße. Bei anhaltender Wirtschaftsflaute wird die Bewegung noch eine Menge Kraft entfalten, vermutet die Wirtschaftszeitung Kauppalehti: » mehr
Seit Wochen gehen in den USA Anhänger der Protest-Bewegung Occupy Wall Street für mehr soziale Gerechtigkeit auf die Straße. Bei anhaltender Wirtschaftsflaute wird die Bewegung noch eine Menge Kraft entfalten, vermutet die Wirtschaftszeitung Kauppalehti: "Man kann die verärgerten US-Amerikaner nicht mit den Revolutionären des arabischen Frühlings vergleichen, aber man darf die Leute der Bewegung Occupy Wall Street auch nicht unterschätzen. Darunter sind Arbeitslose, Geringverdiener, Gewerkschafter und einfache US-Amerikaner, deren Glaube an den amerikanischen Traum erlischt. Ein zynischer Sozial-Darwinist könnte sie als Loser bezeichnen. Aber die Geschichte zeigt, dass in dieser Gruppe mehr Schwung stecken kann, als in einem erfolgreichen Individualisten. ... Die Zahl der Unzufriedenen wird sicher weiter wachsen, wenn die US-Wirtschaft weiter dahinsiecht."
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The Irish Times - Irland | Dienstag, 4. Oktober 2011
Der Protest junger Menschen gegen die Machenschaften der Wall Street zeigt, wie Teile der neuen Generation denken, findet die liberale Tageszeitung The Irish Times: » mehr
Der Protest junger Menschen gegen die Machenschaften der Wall Street zeigt, wie Teile der neuen Generation denken, findet die liberale Tageszeitung The Irish Times: "Indem sie sich den führerlosen Protest der Demonstranten von Kairos Tahrir-Platz und der 'Indignados' in Madrid und Athen zum Vorbild nahmen, haben sie langsam Unterstützung im ganzen Land gewonnen. Nachahmer organisierten Märsche und Besetzungen, die in Chicago, San Francisco, Los Angeles, Boston und Washington Wellen geschlagen haben. Die Bewegung wird die USA kaum erschüttern oder besonders lange andauern. Aber ihre Entstehung - ein wenig wie die flash mobs, die übers Internet organisiert werden - und ihre unfertige, anti-ideologische Qualität zeigen vielleicht ganz gut den Zeitgeist und die Entfremdung von Teilen einer neuen, computer-erfahrenen Generation. Die Demonstranten diagnostizieren einen Klassenkampf zwischen Arm und Reich, der in den rezessionsgebeutelten USA wütet."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
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Público - Spanien | Mittwoch, 3. August 2011
Die Polizei in Madrid hat am Dienstag den größten Versammlungsort der Protestbewegung der Empörten geräumt, den Platz Puerta del Sol. Obwohl der Ärger unter den Demonstranten groß ist, mahnt die Mehrzahl der Beteiligten weiterhin Gewaltlosigkeit an. Die linke Tageszeitung Público druckt einen Aufruf der Bewegung, der dies erklärt: » mehr
Die Polizei in Madrid hat am Dienstag den größten Versammlungsort der Protestbewegung der Empörten geräumt, den Platz Puerta del Sol. Obwohl der Ärger unter den Demonstranten groß ist, mahnt die Mehrzahl der Beteiligten weiterhin Gewaltlosigkeit an. Die linke Tageszeitung Público druckt einen Aufruf der Bewegung, der dies erklärt: "Die Stärke der Bewegung des 15. März liegt (neben vielen anderen Faktoren) in ihrer Fähigkeit, eine Vielfalt von unterschiedlichen Menschen aufzunehmen, die Initiative zu ergreifen und unkalkulierbar zu sein. … Bei gewaltfreien Aktionen können viele unterschiedliche Menschen teilnehmen, an gewalttätigen hingegen nur ein bestimmter Menschentyp (männlich, jung, mit Papieren etc.). Wir wollen sowohl in unserer Organisationsform als auch bei unserem Auftreten auf der Straße das Wesen unserer DNA zeigen: horizontale Struktur, Offenheit, Vielfalt. Die Initiative, die Vielfalt und die Unkalkulierbarkeit zu verlieren, hieße, Kraft zu verlieren. Die Gewaltlosigkeit war und bleibt unsere Stärke und unsere Radikalität."
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
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La Stampa - Italien | Mittwoch, 3. August 2011
In Israel protestieren seit vergangener Woche zehntausende Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten und soziale Ungleichheit. Es sind die größten Proteste seit 40 Jahren. Der israelische Schriftsteller Abraham B. Jehoschua mahnt die Empörten Israels in der liberalen Tageszeitung La Stampa, den Weg der parlamentarischen Demokratie zu gehen: » mehr
In Israel protestieren seit vergangener Woche zehntausende Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten und soziale Ungleichheit. Es sind die größten Proteste seit 40 Jahren. Der israelische Schriftsteller Abraham B. Jehoschua mahnt die Empörten Israels in der liberalen Tageszeitung La Stampa, den Weg der parlamentarischen Demokratie zu gehen: "Israel ist weder Syrien noch Ägypten, Nationen bar jeder politischen und ideologischen Struktur, die die Proteste und die demokratische 'Revolution' in die richtige Bahn lenken könnten. Israel braucht keinen Tahrir-Platz. Wir haben politische Parteien mit langjähriger Erfahrung, und die Mitglieder der Arbeiterpartei Avoda sowie der Vereinigten Arabischen Liste und der linken Partei Meretz-Jachad in der Knesset kennen die sozialen Probleme des Landes sehr genau. Sie machen ernsthafte wirtschaftliche Vorschläge, wie die wachsende soziale Ungerechtigkeit bekämpft werden kann, und schaffen ideologische Grundlagen, um den Sozialstaat zu erhalten, ohne in ein Finanzdesaster abzustürzen wie Griechenland oder Spanien. Leider unterstützen die Organisatoren der Proteste nicht wirklich die demokratische Linke und sind noch unentschlossen, ob sie sich mit Blick auf die nächsten Wahlen politisch engagieren wollen."
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Público - Spanien | Freitag, 22. Juli 2011
Das andalusische Regionalparlament hat am Donnerstag einige Regeln für mehr Transparenz beschlossen, die von der aus den Protesten vom 15. Mai hervorgegangene Bewegung der "Empörten" vorgeschlagen worden waren. Doch die Abstimmung zeigte, dass die Konservativen ihre Lektion in wahrer Demokratie nicht gelernt haben, meint die linke Tageszeitung Público: » mehr
Das andalusische Regionalparlament hat am Donnerstag einige Regeln für mehr Transparenz beschlossen, die von der aus den Protesten vom 15. Mai hervorgegangene Bewegung der "Empörten" vorgeschlagen worden waren. Doch die Abstimmung zeigte, dass die Konservativen ihre Lektion in wahrer Demokratie nicht gelernt haben, meint die linke Tageszeitung Público: "Die Abgeordneten haben zwar nicht alle Hausaufgaben gemacht, die ihnen die Bewegung des 15. Mai aufgebrummt hatte, aber doch eine Handvoll. So wie eifrige Schüler, die dazu entschlossen sind, das neue Fach 'Qualität der Demokratie' zu bestehen, haben die linken Schüler gestern ihre Prüfung abgelegt. Und wenn sie auch nicht die Bestnote bekommen, sind sie jedenfalls nicht weit von einer Zwei entfernt. Währenddessen störten ihre Mitschüler auf der rechten Seite mit Zwischenrufen, Beleidigungen und Lügen den Unterricht und weigerten sich, den Satz aufzuschreiben 'Ich darf nur ein Amt ausüben'. Wie so häufig sabotierten die Rabauken der Klasse die Prüfung, nur weil ihnen ein paar Aufgaben nicht gefielen. Es wird nicht einfach sein, aus ihnen anständige Schüler zu machen."
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Le Monde - Frankreich | Freitag, 24. Juni 2011
Die Proteste auf den griechischen und spanischen Marktplätzen reißen nicht ab. Die Jugendlichen müssen besser in die Gesellschaft integriert werden, fordert deshalb die linksliberale Tageszeitung Le Monde: » mehr
Die Proteste auf den griechischen und spanischen Marktplätzen reißen nicht ab. Die Jugendlichen müssen besser in die Gesellschaft integriert werden, fordert deshalb die linksliberale Tageszeitung Le Monde: "Wie auch in der arabischen Welt handelt es sich bei den Protesten um spontane Bewegungen ohne Anführer. Anders als ihre arabischen Freunde stellen die 'empörten' Griechen und Spanier jedoch nicht das Regierungssystem an sich in Frage, sondern seine Funktionsweise. Sie wollen es nicht zerschlagen, sondern nicht länger ausgeschlossen sein. Die Bewegung der Puerta del Sol bezeichnet sich selbst nicht als Aufstand oder Revolution. Ihr Wahlspruch lautet 'Democracia Real, Ya' (Wirkliche Demokratie sofort). In Spanien ist die Hälfte aller Jugendlichen arbeitslos, und auch diejenigen, die studiert haben, bilden keine Ausnahme mehr. ... Dieser Jugend ohne wirtschaftliche Perspektiven nun zumindest politische Perspektiven einzuräumen, ist eine echte Herausforderung für Europa mit seiner alternden Gesellschaft und seinen erschöpften Systemen."
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La Vanguardia - Spanien | Montag, 20. Juni 2011
Mehr als 200.000 Demonstranten haben am Sonntag in spanischen Städten gegen den Pakt für den Euro und für mehr Mitbestimmung protestiert. Die Zeit ist reif für direkte Formen der Demokratie, meint die Tageszeitung La Vanguardia: » mehr
Mehr als 200.000 Demonstranten haben am Sonntag in spanischen Städten gegen den Pakt für den Euro und für mehr Mitbestimmung protestiert. Die Zeit ist reif für direkte Formen der Demokratie, meint die Tageszeitung La Vanguardia: "Die Empörten glauben, dass unsere Demokratie inzwischen so gefestigt ist, dass man sich einen höheren Grad an Freiheit erlauben kann. Die geschlossenen Listen, die Parteiendiktatur, das Auszählverfahren nach D'Hondt und weitere Korsetts, die dazu dienten, dass das geteilte Spanien nicht wieder zurückfällt, sind überflüssig geworden. Die jungen Spanier, die nach Francos Tod geboren sind, haben weder Angst vor einem Putschversuch der Rechten noch teilen sie die Rachegelüste der Linken. Sie wollen eine wahre Demokratie. ... Um für mehr Demokratie zu sorgen, sollten sich die Bürger in möglichst vielen Dingen selbst vertreten. Zusammengefasst heißt das, dass alle Wahlberechtigten monatlich oder wöchentlich am Computer abstimmen sollten. Nicht darüber, wer uns regiert oder repräsentiert, sondern über alle Themen, die für uns alle im alltäglichen Leben wichtig sind."
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El País - Spanien | Donnerstag, 16. Juni 2011
Vor dem katalanischen Landesparlament in Barcelona ist es am Mittwoch zu Ausschreitungen gekommen, als Demonstranten mit Gewalt versuchten, die Abgeordneten am Betreten des Gebäudes zu hindern. Trotzdem ist die Protestbewegung der Empörten, die Bewegung 15-M, pazifistisch, erklärt die linksliberale Tageszeitung El País: » mehr
Vor dem katalanischen Landesparlament in Barcelona ist es am Mittwoch zu Ausschreitungen gekommen, als Demonstranten mit Gewalt versuchten, die Abgeordneten am Betreten des Gebäudes zu hindern. Trotzdem ist die Protestbewegung der Empörten, die Bewegung 15-M, pazifistisch, erklärt die linksliberale Tageszeitung El País: "Setz dich auf den Boden und erhebe die Arme. So lautet die Devise. Wenn ein Polizist kommt, um dich zu vertreiben oder zu schlagen - friedlich reagieren. Die Botschaft kann nicht deutlicher sein. Jeder, der als Teil der Bewegung 15-M gezeltet oder demonstriert hat, weiß, dass Gewalt ausgeschlossen wird. Die friedliche Einstellung ist Teil der DNA der Bewegung. Was gestern in Barcelona passiert ist, passt da nicht rein. ... Zu behaupten, dass die Bewegung 15-M gewalttätig geworden sei, so wie wir es sicherlich in vielen Talkshows und Gesprächsrunden hören werden, gleicht der Behauptung, dass alle Politiker Schweine seien. Eine horizontale, offene und friedfertige Bewegung kann nicht jeden einzelnen kontrollieren, der zu ihren Protestaktionen kommt."
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Correio da Manhã - Portugal | Dienstag, 14. Juni 2011
Rund 100 junge Portugiesen haben sich am vergangenen Sonntag auf dem zentralen Platz in Lissabon auf den Boden gelegt, um auf ihre schlechten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt aufmerksam zu machen. Die Boulevardzeitung Correio da Manhã zeigt Verständnis: » mehr
Rund 100 junge Portugiesen haben sich am vergangenen Sonntag auf dem zentralen Platz in Lissabon auf den Boden gelegt, um auf ihre schlechten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt aufmerksam zu machen. Die Boulevardzeitung Correio da Manhã zeigt Verständnis: "Sie protestierten gegen den Mangel an sozialer Gerechtigkeit und wurden auch schon 'Generation in der Bredouille' genannt. Ein Blick auf die Statistik bestätigt das Drama: Bereits jetzt ist jeder Vierte arbeitslos und bald wird das Verhältnis eins zu drei sein. Sie sind auch die größten Leidtragenden des Trends zu Niedriglöhnen. Selbst wenn sie Arbeit finden, werden sie schlecht bezahlt. Es gibt Absolventen mit Glück, die einen Job haben. Aber sie verdienen weniger als die Hälfte von dem, was ein Kollege mit gleicher Qualifikation vor fünf Jahren erhalten hat. In einem Land, das seit zehn Jahren verarmt und eines der wenigen in Europa ist, das sich in der Rezession befindet, ist die Hoffnung auf ein besseres Leben gering. Wahrscheinlich wird das die erste Generation sein, die einen geringeren Lebensstandard als ihre Eltern haben wird."
» zum ganzen Artikel (externer Link, portugiesisch)
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Blog Ivan Rioufol - Frankreich | Freitag, 10. Juni 2011
In mehreren europäischen Ländern haben sozialdemokratische Parteien versucht, die Proteste der jungen Generation als Bestätigung linker Werte zu verbuchen. Das ist falsch, meint Ivan Rioufol in seinem Blog bei der konservativen Tageszeitung Le Figaro: » mehr
In mehreren europäischen Ländern haben sozialdemokratische Parteien versucht, die Proteste der jungen Generation als Bestätigung linker Werte zu verbuchen. Das ist falsch, meint Ivan Rioufol in seinem Blog bei der konservativen Tageszeitung Le Figaro: "Die Jugend wird sich nicht ihren Verächtern anschließen. Die Linke will sich ihrer Aura versichern, indem sie glaubt, sie sei auf derselben Wellenlänge mit den Empörten, mit dieser Opfer-Generation, die in ganz Europa protestiert. In Wahrheit liegen diese Aufstände, denen gerade sowohl in Spanien als auch in Frankreich die Luft ausgeht, auf einer Linie mit den an Stärke gewinnenden populistischen Bewegungen, die die Linke, von der wir hier sprechen, samt ihrer Pseudo-Fortschrittsgläubigen schlecht macht. Die Empörten, die man in Referenz auf den tollen Buchtitel des faden und albernen Werks von Stéphane Hessel (Empört euch!) so nennt, sind ein Krisensymptom für das sinkende Vertrauen in die politische Welt. In Spanien und Portugal hat man sich übrigens gerade der Sozialisten entledigt."
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Le Point - Frankreich | Donnerstag, 9. Juni 2011
Empörte Griechen und Spanier demonstrieren weiterhin gegen Sparmaßnahmen und Jugendarbeitslosigkeit. Doch ihre Proteste können unser Wirtschaftssystem nicht ändern, meint Claude Imbert im liberal-konservativen Wochenmagazin Le Point: » mehr
Empörte Griechen und Spanier demonstrieren weiterhin gegen Sparmaßnahmen und Jugendarbeitslosigkeit. Doch ihre Proteste können unser Wirtschaftssystem nicht ändern, meint Claude Imbert im liberal-konservativen Wochenmagazin Le Point: "Tatsächlich empört sich das Volk mit aller Kraft gegen den Aufmarsch der Milliardäre, gegen die Bettelei der Obdachlosen, gegen die Ausschweifungen der Eliten und die fehlende Sicherheit in den Vorstädten. Und zu guter Letzt auch gegen die Unfähigkeit des Staats, seine Bürger zu schützen. Ein Versagen, welches das Vertrauen in die Demokratie untergräbt. Es ist schwindelerregend! ... Ja, die Empörten liebäugeln noch immer mit einer verhängnisvollen Vergangenheit voller Wunschdenken. Aber diese Träumereien zerbrechen an den unerbittlichen Folgen der Globalisierung. ... Welche reiche Nation könnte heutzutage der Umklammerung und den hinterlegten Garantien der Welt entkommen, ohne ihren Reichtum zu verspielen? Die Welt will aber ihr System nicht ändern. Sie reformieren? Davon träumt sie, aber innerhalb einer Kakophonie konkurrierender Begierden."
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To Ethnos - Griechenland | Montag, 6. Juni 2011
Die "Empörten" demonstrieren seit 14 Tagen auf den Plätzen Griechenlands. Auch in Spanien und Portugal gab es Proteste dieser Art. Die Bewegung ist deshalb eine gesamteuropäische, meint die linksliberale Tageszeitung To Ethnos: » mehr
Die "Empörten" demonstrieren seit 14 Tagen auf den Plätzen Griechenlands. Auch in Spanien und Portugal gab es Proteste dieser Art. Die Bewegung ist deshalb eine gesamteuropäische, meint die linksliberale Tageszeitung To Ethnos: "Langsam aber stetig formiert sich eine europäische Volksbewegung der Entrüstung gegen die problematische wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirklichkeit, die ein Land der Europäischen Union nach dem anderen erfasst, vor allem die Mitglieder der Euro-Zone. … Die Botschaft ist einfach: 'Wir halten es nicht mehr aus.' Sie wird nicht nur von den nationalen Regierungen wahrgenommen. Je mehr sich die Bewegung erweitert und ausdehnt, desto größer wird die Anzahl der Empfänger dieser Botschaft. Sie richtet sich immer stärker - und mit immer mehr Menschen - an all diejenigen, die mit ihren Entscheidungen die Richtung der EU und ihrer Völker bestimmen. So entsteht eine gesamteuropäische Protestbewegung, die über die nationalen Grenzen und Probleme hinausgeht und von der EU verlangt, dass sie die Anliegen ihrer Bürger berücksichtigt. … Es ist eine Entwicklung, die nur Positives bringen kann."
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To Ethnos - Griechenland | Donnerstag, 2. Juni 2011
Seit über einer Woche demonstriert die Bewegung "Empörte Bürger" in Athen gegen den drastischen Sparkurs der Regierung. Die Proteste sind ein Symptom einer schweren Krise des politischen Systems, in dem die große Masse jeglichen Glauben an die Parteien verloren hat, schreibt die linksliberale Tageszeitung To Ethnos: » mehr
Seit über einer Woche demonstriert die Bewegung "Empörte Bürger" in Athen gegen den drastischen Sparkurs der Regierung. Die Proteste sind ein Symptom einer schweren Krise des politischen Systems, in dem die große Masse jeglichen Glauben an die Parteien verloren hat, schreibt die linksliberale Tageszeitung To Ethnos: "Schon jetzt diskutieren alle Parteien darüber, ob dieses Phänomen eine Bedrohung des politischen Systems bedeutet, während einige andere denken, dass es sich um einen unbedeutenden Ausdruck von Empörung handelt - ohne besonderes politisches Gewicht oder entscheidende Auswirkungen. ... Die Menschen, die sich auf dem zentralen Platz Athens versammeln, lehnen mehrheitlich den gesamten Aufbau des Systems ab: Parteien, Gewerkschaften, Medien, Institutionen. Sie zeigen, dass sie weder [die sozialistische Regierungspartei] PASOK noch [die liberale Oppositionspartei] Nea Dimokratia, aber auch nicht die Kommunistische Partei KKE oder die Koalition der Radikalen Linken Syriza wählen werden. Darum betrachten die Parteien die Demonstrierenden auch nicht im Positiven."
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Blog Pitsirikos - Griechenland | Donnerstag, 26. Mai 2011
Mehrere tausend Griechen haben am Mittwoch auf dem Syntagma-Platz in Athen und anderen zentralen Plätzen im ganzen Land gegen den Sparkurs ihrer Regierung demonstriert. Angeregt durch die spanische Protestbewegung wollen sie sich am heutigen Donnerstag wieder versammeln. Das ist eine Bewegung freier Bürger, freut sich Pitsirikos in seinem Blog: » mehr
Mehrere tausend Griechen haben am Mittwoch auf dem Syntagma-Platz in Athen und anderen zentralen Plätzen im ganzen Land gegen den Sparkurs ihrer Regierung demonstriert. Angeregt durch die spanische Protestbewegung wollen sie sich am heutigen Donnerstag wieder versammeln. Das ist eine Bewegung freier Bürger, freut sich Pitsirikos in seinem Blog: "Wer sprechen wollte, nahm das Mikro in die Hand und sagte seine Meinung. Tausende Menschen dieses Landes protestierten ohne Parteifahnen auf dem Syntagma und anderen Plätzen. Endlich freie Menschen. Ich könnte stundenlang über das schreiben, was ich gestern auf dem Syntagma-Platz gesehen, gehört und gefühlt habe. Ich mache es aber nicht. Keine Partei, keine Gewerkschaft, kein Verleger, kein Journalist und auch kein Blogger kann sich diese für unser Land so ungewöhnliche Bewegung zu eigen machen. Es ist eine freie Bewegung von Menschen, die vollkommen gleichberechtigt sind. Ich hatte das Glück, mich dort zu befinden."
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Público - Portugal | Dienstag, 24. Mai 2011
Hunderte junger Portugiesen zelten derzeit auf dem Rossio, dem Hauptplatz in Lissabon. Sie wollen mit den Demonstranten in Spanien solidarisch sein, treten aber im Vorfeld der Parlamentswahlen Anfang Juni auch für eigene Ziele ein. Der Jugendprotest breitet sich aus, freut sich die Tageszeitung Público: » mehr
Hunderte junger Portugiesen zelten derzeit auf dem Rossio, dem Hauptplatz in Lissabon. Sie wollen mit den Demonstranten in Spanien solidarisch sein, treten aber im Vorfeld der Parlamentswahlen Anfang Juni auch für eigene Ziele ein. Der Jugendprotest breitet sich aus, freut sich die Tageszeitung Público: "Was wollen diese jungen Menschen? ... Wahre Demokratie, sagen sie. Die Parolen haben unterschiedliche Varianten, ähneln sich aber in allen Städten. Sie sind humoristisch, herausfordernd, aber auch ganz klar protestierend. ... Einige Slogans erinnern an die Proteste vom Mai 1968. ... Die Vorsicht, sich keiner Partei anzunähern, lässt die Proteste manchmal etwas diffus und vage erscheinen. Doch eins ist ganz klar: Die Demonstranten fühlen sich von den Politikern nicht repräsentiert. Weder in ihrem Land noch in Europa. ... Keine Partei begeistert sie, und sie vertrauen auch keiner. Sie rufen weder zum Wählen auf noch zum Wahlboykott. Sie spüren, dass sie durch Wahlen nicht das ändern können, was sie ändern wollen. Wer auch immer die Wahlen gewinnt - sie sind gewillt, uns nicht schlafen zu lassen. Und das ist gut so."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 24. Mai 2011
Die unzufriedenen Spanier wollen ein neues politisches System, doch dazu müssen sie Initiative zeigen und ihr oft im Ausland erworbenes Wissen daheim einsetzen, fordert die linksliberale Süddeutsche Zeitung: » mehr
Die unzufriedenen Spanier wollen ein neues politisches System, doch dazu müssen sie Initiative zeigen und ihr oft im Ausland erworbenes Wissen daheim einsetzen, fordert die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Eine der Hauptforderungen der Protestbewegung ist die Zulassung offener Listen für parteiunabhängige Kandidaten bei Wahlen. Auf vielen Transparenten an der Puerta del Sol wird Island zum Vorbild hochstilisiert, wo aus dem Crash eine pfiffige Politbewegung erwuchs. Doch bis es so weit ist, gehen die Unzufriedenen lieber gar nicht zur Wahl - oder sie stimmen für regionale Parteien, in Zeiten der Krise ist der eigene Kirchturm vielen am nächsten. Ein Irrweg, denn gerade der ausufernde Regionalismus mit seiner Verschwendungssucht ist einer der Gründe für die spanische Finanzmisere. ... Längst gibt es eine neue Auswanderungswelle in deutsche, italienische, britische oder französische Unternehmen. Doch nur sie selbst haben es in der Hand, dieses Land mit den in der Fremde gewonnenen Kenntnissen neu zu erfinden."
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Alle verfügbaren Texte von » Sebastian Schoepp
Libération - Frankreich | Dienstag, 24. Mai 2011
Die spanische Protestbewegung könnte sich auch auf andere europäische Länder übertragen, meint die linksliberale Tageszeitung Libération: » mehr
Die spanische Protestbewegung könnte sich auch auf andere europäische Länder übertragen, meint die linksliberale Tageszeitung Libération: "Die Demokratie ist auf den Marktplätzen geboren, das heißt im öffentlichen Raum der antiken Stadtstaaten und Städte. Dort konnten sich die Bürger versammeln, um Fragen zu diskutieren, die die gesamte Gemeinschaft betrafen. ... Die 'Empörten' der Puerta del Sol [Platz in Madrid] wiederholen diese Gründungsszene nun. ... Sie wissen, dass sie demnächst von der Polizei evakuiert werden. Die Zelte und Freiluftküchen der Demonstranten werden wohl tatsächlich bald verschwinden. Man wird gründlich aufräumen. Aber die Gründe für diese spontane, so noch nicht dagewesene Bewegung werden bleiben. Und sie könnten sehr schnell in viele andere europäische Sprachen übersetzt werden, wenn die Regierungen in der EU, ob sie nun politisch rechts oder links stehen, ihren Bürgern nichts anderes anzubieten haben als endloses Sparen."
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De Tijd - Belgien | Montag, 23. Mai 2011
Die Schlappe der Sozialisten bei den Regional- und Kommunalwahlen ist nach Ansicht der Wirtschaftszeitung De Tijd eine Folge der Sparpolitik, gegen die die Menschen in Spanien auf die Straße gehen: » mehr
Die Schlappe der Sozialisten bei den Regional- und Kommunalwahlen ist nach Ansicht der Wirtschaftszeitung De Tijd eine Folge der Sparpolitik, gegen die die Menschen in Spanien auf die Straße gehen: "Der Protest gegen die Sparpolitik hat in Spanien enorm zugenommen, aber es gibt ihn auch in Griechenland und Irland. In Portugal wird er ebenfalls nicht ausbleiben zu den vorgezogenen Parlamentswahlen am 5. Juni. Es sind genau dieselben Klagen wie die der gut Ausgebildeten in Tunesien und Ägypten, die zu den dortigen Protesten führten: Mangel an einer Zukunftsperspektive und eine würdige Existenz. Es stimmt nachdenklich, dass dieses Phänomen nun auch Europa erreicht hat. ... Denn in der reichen nördlichen Hälfte Europas hat sich bereits eine egoistische Bewegung erhoben, um den Zusammenhalt und die Solidarität in Europa auszuhöhlen und für sich selbst zu retten, was zu retten ist. ... Der sogenannte reiche Norden darf sich keine Illusionen machen. Auch dort und anderswo werden die Menschen auf die Plätze strömen, wenn die Ungleichheit zunimmt und der Zusammenhalt der Gesellschaft verschwindet."
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Alle verfügbaren Texte von » Jean Vanempten
La Stampa - Italien | Montag, 23. Mai 2011
Das Wahlergebnis bei den spanischen Regional- und Kommunalwahlen ist in erster Linie als Protest gegen die regierenden Sozialisten zu verstehen, kommentiert die liberale Tageszeitung La Stampa: » mehr
Das Wahlergebnis bei den spanischen Regional- und Kommunalwahlen ist in erster Linie als Protest gegen die regierenden Sozialisten zu verstehen, kommentiert die liberale Tageszeitung La Stampa: "Spanien (wie schon zuvor Italien) hat den Urnen der Regional- und Kommunalwahlen die Botschaft anvertraut, dass es an der Zeit ist, den Kurs zu wechseln. Unklar ist nur, welche Richtung eingeschlagen werden soll. ... Das ist alles andere als überraschend. Wie alle europäischen Politiker, die zur Zeit der Explosion der Wirtschaftskrise an der Macht waren, hat Zapatero zunehmend an Glanz verloren und an Zustimmung beim Volk. ... Doch selbst wenn die sozialistische Ära offenkundig ihrem Ende entgegen geht, ist nicht gesagt, dass sich damit für die konservative Volkspartei die Tore öffnen. Denn nicht alle Verluste der sozialistischen Partei gehen zugunsten der Volkspartei."
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El País - Spanien | Freitag, 20. Mai 2011
Spaniens Wahlbehörde hat für das Wochenende angekündigte Proteste für gesetzeswidrig erklärt, weil diese die Kommunalwahlen am Sonntag behindern könnten. Seit Tagen demonstrieren tausende Demonstranten auf den Plätzen der großen spanischen Städte gegen Arbeitslosigkeit, Korruption und das Mehrheitswahlrecht. Die linksliberale Tageszeitung El País findet das Verbot falsch: » mehr
Spaniens Wahlbehörde hat für das Wochenende angekündigte Proteste für gesetzeswidrig erklärt, weil diese die Kommunalwahlen am Sonntag behindern könnten. Seit Tagen demonstrieren tausende Demonstranten auf den Plätzen der großen spanischen Städte gegen Arbeitslosigkeit, Korruption und das Mehrheitswahlrecht. Die linksliberale Tageszeitung El País findet das Verbot falsch: "Das Recht der Demonstranten sollte über jeden Zweifel erhaben sein, auch wenn es die oberste Wahlbehörde nicht so sieht. Zumal es 2010 einen ähnlichen Präzedenzfall des Verfassungsgerichts gab, der in ähnlichen Fällen das Demonstrationsrecht unterstützt hat. Die jüngste Räumung des Platzes Puerta del Sol [in Madrid] war nicht nur ein unzumutbarer Fehler, sondern auch kontraproduktiv. Das Gleiche gilt für das letztendlich folgenlose Verbot durch die regionale Wahlbehörde in Madrid. Dass die Demonstranten an der Puerta del Sol bislang unfähig sind, eine klare politische Haltung einzunehmen, darf sie nicht daran hindern, auf die Symptome hinzuweisen. Und die Politiker täten gut daran, diese zu interpretieren."
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Público - Spanien | Dienstag, 17. Mai 2011
In Spanien haben am Sonntag mehrere tausend Menschen gegen Massenarbeitslosigkeit und die Sparmaßnahmen der Regierung protestiert. Sie warfen den Politikern ihres Landes zudem Inkompetenz und Korruption vor. Die linke Tageszeitung Público warnt die Politiker davor, sich zu sehr von den Bürgern zu entfernen: » mehr
In Spanien haben am Sonntag mehrere tausend Menschen gegen Massenarbeitslosigkeit und die Sparmaßnahmen der Regierung protestiert. Sie warfen den Politikern ihres Landes zudem Inkompetenz und Korruption vor. Die linke Tageszeitung Público warnt die Politiker davor, sich zu sehr von den Bürgern zu entfernen: "Eine viel sagende Statistik: Der 15. Mai hat mehr Leute auf die Straße gebracht, als die Gewerkschaftsdemos am vergangenen 1. Mai. Es ist eine gute Nachricht, dass die Unzufriedenheit der Bürger endlich in friedlichen Demonstrationen mündet. Denn von der alles ablehnenden Resignation haben wir schon seit Jahren viel zu viel. Es ist beunruhigend, wie sehr sich die Politiker von den Bürgern entfernt haben. Der 15. Mai ist nicht das einzige Anzeichen dafür, dass diese Demokratie krank ist und dass sie nicht überleben wird, wenn es bei dieser Ungerechtigkeit, der Korruption und der Straflosigkeit bleibt. Dass die Politiker in Meinungsumfragen als eines der Hauptprobleme des Landes genannt werden, ist ein weiterer Hinweis, den die Parteien nicht ignorieren sollten, wenn sie verhindern wollen, dass die Gesellschaft auf sie verzichtet."
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Blog Antes pelo Contrário - Portugal | Samstag, 19. März 2011
In Frankreich und zahlreichen anderen Ländern ist Stéphane Hessels Buch Empört euch! ein Bestseller. Allein in Frankreich wurde das Buch fast 1,3 Millionen mal verkauft. Nun wird dem ehemaligen Widerstandskämpfer Antisemitismus nachgesagt, was Daniel Oliveira in seinem Blog Antes pelo Contrário bei der Wochenzeitung Expresso empört: » mehr
In Frankreich und zahlreichen anderen Ländern ist Stéphane Hessels Buch Empört euch! ein Bestseller. Allein in Frankreich wurde das Buch fast 1,3 Millionen mal verkauft. Nun wird dem ehemaligen Widerstandskämpfer Antisemitismus nachgesagt, was Daniel Oliveira in seinem Blog Antes pelo Contrário bei der Wochenzeitung Expresso empört: "Eines der vielen Anliegen, denen sich der 93-jährige Nationalheld widmet, ist das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat und die Unterstützung des friedlichen Widerstands. Er unterstützt sowohl israelische Friedensaktivisten als auch Palästinenser, die den gewaltfreien Weg vertreten. Und er rief zu einem Boykott Israels auf, bis Israel einen unabhängigen und tragbaren Palästinenser-Staat vollständig anerkennt. Das reichte aus, damit Moralapostel gegen Antisemitismus einen Kreuzzug gegen Stéphane Hessel lancierten. Der Vorwurf des Antisemitismus ist zu einer Art Erpressung geworden, um jegliche Kritik am Staat Israel zu verhindern. Das ist eine widerliche Form, eine demokratische Debatte zu unterbinden."
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Der Freitag - Deutschland | Montag, 17. Januar 2011
Der ehemalige Diplomat und Résistance-Kämpfer Stéphane Hessel ruft mit seinem gut verkauften Buch Empört Euch! die Franzosen dazu auf, sich gesellschaftlich zu engagieren und für die eigenen Werte und Ideale zu kämpfen. Jakob Augstein, Herausgeber der linken Wochenzeitung Der Freitag, vergleicht die Debatte in Frankreich mit der um das Buch von Thilo Sarrazin in Deutschland: » mehr
Der ehemalige Diplomat und Résistance-Kämpfer Stéphane Hessel ruft mit seinem gut verkauften Buch Empört Euch! die Franzosen dazu auf, sich gesellschaftlich zu engagieren und für die eigenen Werte und Ideale zu kämpfen. Jakob Augstein, Herausgeber der linken Wochenzeitung Der Freitag, vergleicht die Debatte in Frankreich mit der um das Buch von Thilo Sarrazin in Deutschland: "Die Auflage von Hessels Schrift [900.000] ist für französische Verhältnisse etwa so hoch wie die Auflage des Buches von Thilo Sarrazin. Auch diesem Buch liegt eine Empörung zugrunde. Aber worüber empört sich der Deutsche? 'Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken türkisch und arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird. ... ' Wenn der Franzose Hessel sich um Frankreichs Zukunft sorgt, geht es um Gerechtigkeit. Sarrazins Sorge um die Zukunft Deutschlands dreht sich um Geld und Gene. ... Die Franzosen machen ein Buch der Hoffnung zum Bestseller. Die Deutschen ein Buch der Niedertracht."
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