Anpfiff in Osteuropa
Polen und die Ukraine sind Gastgeber der Fußball-EM, die erstmals seit der Wende im Osten Europas stattfindet. Kiew steht wegen der Inhaftierung der Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko in der Kritik. Wie sollen Politiker und Fans mit dem Turnier umgehen?

Rzeczpospolita - Polen | Mittwoch, 24. Oktober 2012
Die Verantwortlichen der Fußball-EM in Polen erhalten bis zu 1,3 Millionen Euro an erfolgsunabhängigen Prämien, obwohl es doch offensichtliche Pannen gab, kritisiert die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita. Bei den Bürgern kommen solche Nachrichten schlecht an, "denn die kleinen Leute werden sich daraufhin fragen: » mehr
Die Verantwortlichen der Fußball-EM in Polen erhalten bis zu 1,3 Millionen Euro an erfolgsunabhängigen Prämien, obwohl es doch offensichtliche Pannen gab, kritisiert die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita. Bei den Bürgern kommen solche Nachrichten schlecht an, "denn die kleinen Leute werden sich daraufhin fragen: 'Warum ist das bei denen so und nicht bei mir?' Zweitens wird man dahinter Unehrlichkeit vermuten, auch wenn solch kolossale Prämien für die Chefs der großen Sporteinrichtungen rechtens sind. Und die Bürger, die sich an jeder Ecke betrogen und bestohlen fühlen, neigen dann dazu, sich genauso zu verhalten. Drittens war Donald Tusk zu Jahresbeginn, als die Affäre um die Prämien ans Licht kam, sogar extrem dagegen und versprach daraufhin verschiedene Maßnahmen und Kontrollen. Doch jetzt erfahren wir, dass diese Prämien kraft der Verträge schlichtweg rechtens sind. Das mag zwar stimmen. Doch das Bild eines machtlosen Premiers macht bei der Öffentlichkeit einen schlechten Eindruck."
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Rzeczpospolita - Polen | Mittwoch, 11. Juli 2012
Das polnische Wirtschaftsministerium hat am Dienstag angedeutet, dass der Staat die Baufirmen übernehmen könnte, die finanziell angeschlagen sind, weil sie sich bei Aufträgen für die Fußball-Europameisterschaft verkalkuliert haben. Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita hält das für falsch: » mehr
Das polnische Wirtschaftsministerium hat am Dienstag angedeutet, dass der Staat die Baufirmen übernehmen könnte, die finanziell angeschlagen sind, weil sie sich bei Aufträgen für die Fußball-Europameisterschaft verkalkuliert haben. Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita hält das für falsch: "Eine Insolvenz ist doch im Kapitalismus kein Nachteil. Im Gegenteil: Sie ist ein Vorteil! Das Vermögen der zahlungsunfähigen Unternehmen geht doch nicht verloren, sondern wird auf einer Versteigerung durch den Gerichtsvollzieher verkauft. Und diejenigen, die besser wirtschaften als die Insolvenzfirmen, kaufen es. Und das sind dann die Firmen, die sorgfältig mit ihrem Vermögen umgegangen sind und eben nicht Pleite gegangen sind. Das heißt, sie werden es sinnvoller verwenden und Arbeitsplätze schaffen. Vielleicht werden aber auch sie Fehler machen und müssen dann ebenfalls Zahlungsunfähigkeit anmelden. Aber dann werden sie eben wieder von den nächsten übernommen, die die entsprechenden Fehler vermieden haben und das Vermögen erneut besser einsetzen. Und genau durch diese fortwährende Entwicklung gibt es immer einen Fortschritt."
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Top-Thema vom Dienstag, 3. Juli 2012
Mit dem Finalsieg Spaniens ist am Sonntag die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine zu Ende gegangen. Die EM hinterlasse ein sehr wichtiges Erbe in ... » mehr
Mit dem Finalsieg Spaniens ist am Sonntag die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine zu Ende gegangen. Die EM hinterlasse ein sehr wichtiges Erbe in den beiden Ländern, sagte Uefa-Präsident Michel Platini. Kommentatoren kritisieren hingegen die Übermacht der Uefa bei dem Turnier, das trotz aller Begeisterung den Zusammenhalt der Gastgeber nicht gestärkt habe.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Dienstag, 3. Juli 2012
Klarer Sieger der Fußball-Europameisterschaft ist die Uefa, resümiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung und warnt vor einer weiteren Kommerzialisierung: » mehr
Klarer Sieger der Fußball-Europameisterschaft ist die Uefa, resümiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung und warnt vor einer weiteren Kommerzialisierung: "Der Verkauf der Marketing- und Fernsehrechte sowie der Eintrittskarten brachte Einnahmen von mehr als 1,3 Milliarden Euro. Und das Geschäft wird noch größer: von der EM 2016 in Frankreich an nehmen 24 Mannschaften am Endturnier teil. Dass der sportliche Wert der Veranstaltung verwässert, wird wegen der deutlich verbesserten Einnahmemöglichkeiten gern hingenommen. ... Der finanzielle Erfolg ... hat aber auch seine hässliche Seite. ... Die wenigen Hotelzimmer in der Ukraine wurden von der Uefa für ihre 'Familie' genannten Mitglieder und Geschäftspartner blockiert, nur für die umfangreiche Fahrdienstflotte der Fußball-Union gab es freie Zufahrt zu den eigentlich öffentlichen Parkplätzen an den Stadien. ... Ob die beiden Ausrichterländer zu den Gewinnern der Europameisterschaft zählen, wird sich erst in ein paar Jahren zeigen, wenn die Milliardeninvestitionen in die Stadien und die Infrastruktur ihren Test auf die Alltagstauglichkeit hinter sich haben."
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lrytas.lt - Litauen | Montag, 2. Juli 2012
Nach dem Ende der Fußball-EM, bei der im Finale Spanien über Italien siegte, freut sich das Internet-Portal lrytas.lt, dass das Turnier wieder einmal Vorurteile der Nordeuropäer gegenüber den Südeuropäern erschüttert hat: » mehr
Nach dem Ende der Fußball-EM, bei der im Finale Spanien über Italien siegte, freut sich das Internet-Portal lrytas.lt, dass das Turnier wieder einmal Vorurteile der Nordeuropäer gegenüber den Südeuropäern erschüttert hat: "Das Stereotyp des faulen Südländers blüht in der Regel im Sommer auf, wenn die von der den Geist einengenden Ordnung ermüdeten Nordeuropäer Richtung Mittelmeer in den Urlaub fahren. ... Vergangene Woche brauchte man nirgendwohin zu fahren. Das Mittelmeer drang über die Bildschirme selbst in das Zuhause der Nordeuropäer ein. Die Welle der Fußball-EM hat fast jeden Abend die Häuser mit Südeuropäern und ihrer Mentalität gefüllt, die, wie sich herausstellte, der nordeuropäischen überlegen ist. ... Wenn wir uns die Ergebnisse von Europa- und Weltmeisterschaften der vergangenen 10 bis 15 Jahre anschauen, sehen wir dort die zum Trocknen aufgehängte Wäsche der Italiener, die spanische Siesta, die griechische Philosophie und französische Brioches. Wir sehen das verschuldete Südeuropa, dessen Überlebensmotto 'Das Leben ist schön!' bei vielen Menschen nördlich von München Allergien hervorruft."
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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Dienstag, 3. Juli 2012
Eine Fußball-EM lässt die Ausrichterländer nicht wirklich zusammenwachsen, meint die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung und begründet das unter anderem damit, dass die Uefa das Turnier nur als Bühne für eine kommerzielle Mega-Veranstaltung nutzte: » mehr
Eine Fußball-EM lässt die Ausrichterländer nicht wirklich zusammenwachsen, meint die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung und begründet das unter anderem damit, dass die Uefa das Turnier nur als Bühne für eine kommerzielle Mega-Veranstaltung nutzte: "Ein leeres Versprechen blieb, dass die beiden Länder das Turnier gemeinsam ausrichten - als Zeichen und als Aufforderung, dass Polen und die Ukraine näher zusammenrücken. Davon war wenig festzustellen. Was in Polen stattfand, hatte nichts mit dem zu tun, was in der Ukraine ablief. Das ist freilich keine neue Erfahrung, nur war sie viel extremer als etwa 2008, als die Schweiz und Österreich in Genf oder Klagenfurt auf ihre eigene Weise Euro-Fussball veranstalteten: Im kühlen Danzig lief in jeder Beziehung ein ganz anderer Euro-Film ab als im heissen, fast 2000 Kilometer entfernten Donezk. 'Creating History together' - der als Trademark firmierende Euro-Slogan zeigt unverblümt den hohlen Kern nicht nur als Co-Veranstaltung: zusammen Geschichte schreiben, aber unter den Bedingungen der Uefa-Trademark."
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Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 3. Juli 2012
Nach einer Umfrage der liberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza finden 90 Prozent der befragten Polen, dass die EM "hervorragend" gewesen sei. Diese Umfrage ist nicht seriös, weil die Befragten nur aus einer Laune heraus geantwortet haben, ohne an die Folgekosten zu denken, kritisiert die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita mit ironischem Unterton: » mehr
Nach einer Umfrage der liberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza finden 90 Prozent der befragten Polen, dass die EM "hervorragend" gewesen sei. Diese Umfrage ist nicht seriös, weil die Befragten nur aus einer Laune heraus geantwortet haben, ohne an die Folgekosten zu denken, kritisiert die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita mit ironischem Unterton: "Es gibt natürlich keinen Zweifel, dass der Enthusiasmus, der hier zum Ausdruck kommt, vollständig durchdacht ist. Die Befragten freuen sich mit Sicherheit wirklich so über die EM und wissen zugleich ganz genau, wie viel die Stadt Warschau für die Organisation der Veranstaltung ausgegeben hat - vom gesamten Staat einmal abgesehen. Ihnen ist sicherlich auch bewusst, dass die Schließung weiterer Schulen und die Streichung von Kindergartenplätzen sowie die höheren Preise für öffentliche Verkehrsmittel und Parkplätze, zu denen es jetzt schon bald kommen wird, überwiegend auf die Kosten für dieses unvergängliche Ereignis zurückzuführen sind."
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Sme - Slowakei | Montag, 2. Juli 2012
Nicht nur Spanien und Italien hatten beim Finale der Fußball-Europameisterschaft am Sonntag in Kiew ihren großen Auftritt, sondern vor allem auch der umstrittene ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch, bemerkt die liberale Tageszeitung Sme: » mehr
Nicht nur Spanien und Italien hatten beim Finale der Fußball-Europameisterschaft am Sonntag in Kiew ihren großen Auftritt, sondern vor allem auch der umstrittene ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch, bemerkt die liberale Tageszeitung Sme: "Beim Abschluss des größten Sport-Events in Osteuropa seit Olympia 1980 in Moskau saßen gleich mehrere Premiers und Präsidenten neben dem Mitorganisator, dem ukrainischen Staatschef. Das gemeinsame Foto aus der VIP-Loge war der eigentliche Grund, weshalb Janukowitsch die besten Fußballer Europas beherbergen wollte. Und nichts ärgerte ihn mehr, als dass ihm seine größte Rivalin Julia Timoschenko vom Gefängnisbett aus diese Absicht vermieste. Mitglieder der EU-Kommission, Präsidenten und Minister aus Deutschland, Großbritannien oder Frankreich boykottierten die Spiele in der Ukraine und unterstrichen so, dass Timoschenko für sie eine politische Gefangene ist. Doch das alles galt nur bis zum Finale der EM. Jetzt kann Janukowitsch per Foto zeigen, dass er akzeptiert wurde. Einen weiteren Prozess gegen Timoschenko hat er geschickt bis nach der EM hinaus gezögert."
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ABC - Spanien | Montag, 2. Juli 2012
Spanien hat das Finale der Fußball-Europameisterschaft am Sonntag in Kiew mit 4: » mehr
Spanien hat das Finale der Fußball-Europameisterschaft am Sonntag in Kiew mit 4:0 gewonnen. Die konservative Tageszeitung ABC hofft, dass der Teamgeist der Fußballer auch die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft ansteckt: "Der Sieg über Italien im Finale der Europameisterschaft hebt unsere ruhmreiche Fußballmannschaft auf ein Podest, das bislang noch niemand erreicht hat, weil sie innerhalb von nur vier Jahren zweimal Europa- und einmal Weltmeister wurde. ... Spanien hat eine neue Form des Zusammenspiels in diesem Sport erfunden, der seit über einem Jahrhundert auf der ganzen Welt praktiziert wird. ... Die Spieler der Mannschaft sind zwar alle Idole, aber der Zusammenhalt, die Nähe zum Volk und ihre Normalität, die sie ausstrahlen, hat dazu geführt, dass alle Spanier hinter der Mannschaft stehen. … Es ist schade, dass die Spanier denselben Zusammenhalt und Teamgeist, mit dem man auch andere Herausforderungen wie die Wirtschaftskrise meistern könnte, nicht häufiger zeigen."
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Wprost - Polen | Montag, 2. Juli 2012
Die Europameisterschaft war für Polen insgesamt ein Erfolg, meint der Journalist Michał Kobosko in der konservativen Nachrichtenmagazin Wprost, gibt aber zu bedenken: » mehr
Die Europameisterschaft war für Polen insgesamt ein Erfolg, meint der Journalist Michał Kobosko in der konservativen Nachrichtenmagazin Wprost, gibt aber zu bedenken: "Es ist klar, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Seit der Europameisterschaft haben wir zwar hervorragende Straßen, doch melden immer mehr Firmen Insolvenz an, die sie gebaut haben. Und wir haben Stadien, mit denen wir nicht so recht etwas anzufangen wissen. Sie sollen ja auch später noch Einnahmen bringen. ... Nach der Euro ist zudem ein fußballerischer Kater geblieben, weil wir wieder einmal schlecht gespielt haben. ... Und wir haben etwas, was man den polnisch-ukrainischen Komplex nennen könnte. Nicht, dass ich [die Radiomoderatoren] Wojewodzki und Figurski für ihren Quatsch lieben würde. Doch haben die Herren auf ein Problem hingewiesen, dass man lange unter den Teppich gekehrt hat: Die Verachtung gegenüber den Ukrainerinnen und Ukrainern. ... Wir haben noch eine Menge Hausarbeiten zu machen."
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Polska - Polen | Freitag, 29. Juni 2012
Die Fußball-EM in Polen und der Ukraine geht am Sonntag mit dem Endspiel Italien gegen Spanien in Kiew zu Ende. Die EM wurde genauso professionell organisiert wie in westeuropäischen Staaten, freut sich die konservative Tageszeitung Polska in einem Fazit: » mehr
Die Fußball-EM in Polen und der Ukraine geht am Sonntag mit dem Endspiel Italien gegen Spanien in Kiew zu Ende. Die EM wurde genauso professionell organisiert wie in westeuropäischen Staaten, freut sich die konservative Tageszeitung Polska in einem Fazit: "Die Fußball-EM 2012 ist hervorragend ausgefallen. Das kann man schon jetzt sagen. ... Und wenn nicht die Namen der Städte neben den Fußballplätzen angezeigt gewesen wären, dann hätte der Fernsehzuschauer ein Match, das in Lemberg oder Danzig ausgetragen wurde, nicht von einer Begegnung im Camp Nou in Barcelona oder San Siro in Mailand unterscheiden können. Ähnliche Eindrücke konnten sogar die größten Fans haben, die zu wichtigen Spielen in ganz Europa fahren: Die Infrastruktur um die Stadien, die Organisation der Fanmeilen in Polen und in der Ukraine sahen genauso aus wie bei Großereignissen in anderen Ländern. ... Kein Fan hat gemerkt, dass die Euro in Ländern stattfand, die wesentlich ärmer sind als die Staaten im reicheren Teil unseres Kontinents."
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Público - Portugal | Donnerstag, 28. Juni 2012
Die Fußball-EM neigt sich dem Ende zu und damit gibt es bald nicht mehr die Möglichkeit, der Euro-Krise zumindest für einen Augenblick zu entfliehen, bedauert die Tageszeitung Público: » mehr
Die Fußball-EM neigt sich dem Ende zu und damit gibt es bald nicht mehr die Möglichkeit, der Euro-Krise zumindest für einen Augenblick zu entfliehen, bedauert die Tageszeitung Público: "Wenn die Euro-Zelte in Kiew abgebrochen sind, wird die einheitliche Währung wieder das einzige sein, was 'Euro' heißt und der Schleier der Illusion wird verschwinden. ... Der Fußball ist international geworden und vermischt verschiedene Traditionen - auch auf Ebene einzelner Nationalmannschaften. Es ist paradox, dass die Verantwortlichen auf dem Spielfeld der EU-Politik weiterhin auf ihren eigenen Zielen und nationalen Interessen beharren - und der Norden den Süden immer weiter ausgrenzt. Wenn Merkel Trainerin der deutschen Elf wäre, dann würde diese ihren lockeren Stil aufgeben und so wie die Griechen aggressiv und auf bloße Verteidigung ausgerichtet spielen. Die Krisenstrategie Merkels hat mehr mit Emotionen als mit Rationalität zu tun: Sie hat das Niveau eines Trainers auf der Tribüne. ... Vielleicht wird gerade deshalb die Geschichte des EU-Gipfels [am Donnerstag und Freitag] zur Geschichte eines Deutschlands werden, das sich, ohne es zu merken, selbst zu der Bedeutungslosigkeit verdammt, zu der es bislang den Süden verurteilt."
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Gazeta Wyborcza - Polen | Donnerstag, 28. Juni 2012
Deutschland trifft am heutigen Donnerstagabend im zweiten EM-Halbfinale auf Italien. Der Patriotismus der deutschen Fans vor diesem Spiel gibt keinen Anlass mehr zur Sorge, erklärt die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza und erinnert sich an die WM 2006 in Deutschland: » mehr
Deutschland trifft am heutigen Donnerstagabend im zweiten EM-Halbfinale auf Italien. Der Patriotismus der deutschen Fans vor diesem Spiel gibt keinen Anlass mehr zur Sorge, erklärt die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza und erinnert sich an die WM 2006 in Deutschland: "Auf der deutschen Geschichte lasten der Nazismus und die Verbrechen, die während des Zweiten Weltkrieges begangen wurden. ... Die Deutschen haben ihre Nachkriegsidentität auf die wirtschaftlichen Erfolge, die starke Marke 'Made in Germany' und die eigene Währung gestützt. Die deutsche Mark gibt es aber seit zehn Jahren nicht mehr. ... Schließlich sind für die Deutschen nur noch der Fußball und die deutsche Nationalmannschaft geblieben. 2006 dann haben die Deutschen mit ihren Massen von dreifarbigen Flaggen und ihrem Rückfall zum Patriotismus vollkommen überrascht. ... Es kam aber zu keinem Ausbruch von Fremdenfeindlichkeit. Und auch der extremen Rechten ist es nicht gelungen, die deutsche Fahne zu vereinnahmen. Nach dem Freudenausbruch während der WM hat sich das Leben in Deutschland wieder blitzschnell der Political Correctness untergeordnet."
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De Standaard - Belgien | Dienstag, 26. Juni 2012
Italien, Deutschland, Spanien und Portugal stehen im Halbfinale der Fußball-EM. Dass dies mit Ausnahme von Portugal die Mannschaften aus den europäischen Ländern mit den stärksten nationalen Ligen sind, kommt nicht von ungefähr, urteilt die liberale Tageszeitung De Standaard: » mehr
Italien, Deutschland, Spanien und Portugal stehen im Halbfinale der Fußball-EM. Dass dies mit Ausnahme von Portugal die Mannschaften aus den europäischen Ländern mit den stärksten nationalen Ligen sind, kommt nicht von ungefähr, urteilt die liberale Tageszeitung De Standaard: "Individuelles Talent kann die Hierarchie zwar ins Wanken bringen. Aber ansonsten bringt eine internationale Meisterschaft des Profifußballs vor allem die Stärke der Ligen zum Ausdruck. ... Spanien und Deutschland sind in diesem Turnier die stabilen Größen. Das hat auch etwas mit einer hochtalentierten Generation zu tun. Aber es ist kein Zufall, dass gerade diese beiden Länder in den letzten Jahren für ihre Jugendausbildung gerühmt wurden. Ein starker nationaler Wettbewerb in Kombination mit einer langfristigen Vision garantiert den Erfolg. ... Wenn wir akzeptieren, dass die nationalen Ligen die internationalen Wettbewerbe überflügelt haben und dass die EM größtenteils eine Champions-League ist, gilt also: Uns erwartet ein Finale der Primera División gegen die Bundesliga."
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Polityka Online - Polen | Montag, 25. Juni 2012
Die polnische Regierung hat sich am Freitag auf Drängen des ukrainischen Außenministeriums für das Verhalten von zwei polnischen Radio-Moderatoren entschuldigt. Diese hatten nach dem Ausscheiden der ukrainischen Mannschaft aus der EM unter anderem gewitzelt, sie würden sich "jetzt wie wahre Polen verhalten und ihre Ukrainerin [ihre Putzfrau] rausschmeißen." Die beiden Moderatoren sind zwei Möchtegern-Künstler, die ihr Handwerk nicht beherrschen, findet das Nachrichtenportal Polityka Online: » mehr
Die polnische Regierung hat sich am Freitag auf Drängen des ukrainischen Außenministeriums für das Verhalten von zwei polnischen Radio-Moderatoren entschuldigt. Diese hatten nach dem Ausscheiden der ukrainischen Mannschaft aus der EM unter anderem gewitzelt, sie würden sich "jetzt wie wahre Polen verhalten und ihre Ukrainerin [ihre Putzfrau] rausschmeißen." Die beiden Moderatoren sind zwei Möchtegern-Künstler, die ihr Handwerk nicht beherrschen, findet das Nachrichtenportal Polityka Online: "Die Künstler haben erklärt, dass man ihre Aussagen nicht wortwörtlich nehmen sollte, sondern dass sie verspottet haben, wie eben der durchschnittliche Pole denkt. ... Man konnte deutlich erkennen, welche Strategie die Moderatoren von [dem Radiosender] Eska Rock verfolgt haben: Je stärker sie auf uns eindreschen, umso mehr regen wir uns auf ... Die Rolle des Hofnarren, für den es kein Tabu gibt, ist generell ein attraktives Image für Künstler, weil man dadurch den Wiedererkennungseffekt erhöhen kann. Diese Rolle erfordert aber Fachkenntnisse. Und dazu gehören die Fähigkeit, seinen Verstand zu benutzen, eine gesunde Distanz zu den Dingen und ein nüchternes Urteilsvermögen über das fremde und das eigene Handeln."
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Novinar - Bulgarien | Donnerstag, 21. Juni 2012
Deutschland und Griechenland spielen am heutigen Freitagabend in Danzig um den Einzug ins Halbfinale der Fußball-EM. Die Tageszeitung Novinar drückt aus politischen Gründen Deutschland die Daumen: » mehr
Deutschland und Griechenland spielen am heutigen Freitagabend in Danzig um den Einzug ins Halbfinale der Fußball-EM. Die Tageszeitung Novinar drückt aus politischen Gründen Deutschland die Daumen: "Das Schicksal hat manchmal einen grausamen Sinn für Humor und die Begegnung zwischen Deutschland und Griechenland im EM-Viertelfinale ist ein guter Beweis dafür. Ein Sieg der Deutschen dürfte die Griechen endgültig von der Gerechtigkeit der europäischen Rettungsmaßnahmen überzeugen, während ein Triumph der Hellenen neue soziale Spannungen und damit Probleme für die Regierung in Athen hervorrufen könnte. Wollten wir den Galgenhumor auf die Spitze treiben, so könnten wir daran erinnern, dass Bulgarien zwei Jahre nach dem Sieg gegen Deutschland bei der WM 1994 eine dreistellige Inflationsrate hatte. Solch ein finanzieller Kataklysmus dürfte den Griechen zwar erspart bleiben. Dennoch sollten wir im Namen der Zukunft unserer südlichen Nachbarn vorsichtshalber den Deutschen die Daumen drücken!"
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Rzeczpospolita - Polen | Freitag, 22. Juni 2012
Deutschland spielt im EM-Viertelfinale am heutigen Freitag in Danzig gegen Griechenland. Der Sportredakteur der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita Stefan Szczepłek nimmt die Begegnung zum Anlass, um noch einmal grundsätzlich über das historisch angespannte Verhältnis zwischen Deutschen und Polen nachzudenken: » mehr
Deutschland spielt im EM-Viertelfinale am heutigen Freitag in Danzig gegen Griechenland. Der Sportredakteur der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita Stefan Szczepłek nimmt die Begegnung zum Anlass, um noch einmal grundsätzlich über das historisch angespannte Verhältnis zwischen Deutschen und Polen nachzudenken: "Die deutschen Fußballer haben sehr viel Gutes für das Image ihres Landes getan. ... Und die Generation unserer Kinder schaut heute ohne jegliche historische Belastungen auf sie. Gestern früh hat der Herausgeber des [deutschen Sportmagazins] Kicker, Rainer Holzschuh, meine Ausstellung über Fußball im [Warschauer Wissenschaftszentrum] Palast der Kulturen besucht. Wir kennen uns schon seit vielen Turnieren. Zwischen den Trikots von Franz Beckenbauer, Jürgen Klinsmann, Uli Hoeneß, Kazimierz Deyna, Robert Gadocha und Grzegorz Lato erinnern wir uns jetzt mit einem Schmunzeln an die Zeiten, in denen wir uns noch mit Misstrauen begegnet sind. Das war einmal und ist jetzt vorbei."
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Gazeta Wyborcza - Polen | Donnerstag, 21. Juni 2012
Die ukrainische Nationalmannschaft ist am Dienstag bei der Fußball-EM ausgeschieden. Für das Land ist das mehr als nur ein sportlicher Misserfolg, glaubt die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza: » mehr
Die ukrainische Nationalmannschaft ist am Dienstag bei der Fußball-EM ausgeschieden. Für das Land ist das mehr als nur ein sportlicher Misserfolg, glaubt die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "Ein Erfolg bei der Euro hätte zwar nicht die politischen Probleme in der Ukraine lösen können. Doch hätte er die Ukrainer beflügeln können und ihnen das Gefühl von Stolz sowie die Überzeugung vermitteln können, dass der Staat und seine Zukunft wichtiger sind als die Interessen irgendeiner politischen Gruppierung. Und eine solche Dosis positiver Energie wäre für die Ukraine, diesen jungen Staat, der nach wie vor seinen Platz in Europa sucht, noch wesentlich nötiger gewesen als für irgendeinen anderen in der Region. Deswegen war für die Ukraine das Erreichen des Viertelfinales bei der Euro nicht nur eine sportliche Frage, sondern etwas wesentlich Wichtigeres. ... Jetzt, nach dem Ausscheiden aus dem Turnier, kehrt das Land an seinen Ausgangspunkt zurück: Die Ukraine ist stark zerstritten und wird von Europa als halbautoritärer Staat behandelt, von einigen auch boykottiert."
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Alle verfügbaren Texte von » Marcin Wojciechowski
De Volkskrant - Niederlande | Dienstag, 19. Juni 2012
Nach ihrem Ausscheiden bei der Fußball-EM am Sonntag suchen die Niederlande nach den Ursachen. Vor allem Stürmer Arjen Robben wird kritisiert, da er im Spiel gegen Portugal dem Trainer Bert van Marwijk dreimal zurief: » mehr
Nach ihrem Ausscheiden bei der Fußball-EM am Sonntag suchen die Niederlande nach den Ursachen. Vor allem Stürmer Arjen Robben wird kritisiert, da er im Spiel gegen Portugal dem Trainer Bert van Marwijk dreimal zurief: "Halt die Schnauze, Mann". Dieser Vorfall und die Debatte darüber ist symptomatisch für die Niederländer, spöttelt die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: "Hinter diesem Spruch liegt eine Welt, von der wir keine Ahnung haben, eine stinkende Grube voll Spaltung und Irritationen. Eine Kluft zwischen Generationen und Werten. In vier Worten definierte Robben eine verwöhnte und egoistische Spieler-Generation, die nicht mehr zu coachen ist. Es wird nicht lange dauern, bis sich das 'Halt die Schnauze, Mann' von der Gruppe von Fußballern auf uns alle, die Niederländer, ausweitet. Auch bei uns läuft es nicht gut. Wir werden Robbens 'Halt die Schnauze, Mann' auf uns und unsere Moral projizieren. Robben hat ein gesellschaftliches Problem formuliert, das uns den ganzen Sommer beschäftigen wird. Auf dem Feld waren seine Pässe wertlos, aber dieser ist perfekt."
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Gazeta Wyborcza - Polen | Montag, 18. Juni 2012
Gastgeber Polen ist bei der Fußball-Europameisterschaft nach einer 0: » mehr
Gastgeber Polen ist bei der Fußball-Europameisterschaft nach einer 0:1-Niederlage gegen Tschechien am Samstag in der Vorrunde gescheitert. Doch das Land muss nicht traurig sein, denn es hat durch das Turnier an Renommee gewonnen, glaubt die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "Obwohl Polen ausgeschieden ist, werden diese Meisterschaften mit Sicherheit in die Geschichte eingehen als eine der schönsten und emotionalsten der vergangenen Jahrzehnte. Polen hat bewiesen, dass es ein guter Gastgeber und Organisator ist. Die Euro hat unsere nationale Psyche gestärkt, weil das Organisieren bisher nicht unsere große Stärke gewesen ist. ... Liebe Landsleute, nehmt jetzt bloß nicht die rot-weißen Futterale von den Rückspiegeln ab. Freut Euch weiter an der Euro und feuert am besten jetzt diejenigen an, die Eure Rufe am meisten verdienen. Und nehmt das Ausscheiden bitte nicht der polnischen Mannschaft oder Premier Tusk übel. Lasst doch bitte zumindest für die Zeit des Turniers Trainer Smuda und Verbandspräsident Lato in Ruhe."
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Alle verfügbaren Texte von » Jacek Pawlicki
Rzeczpospolita - Polen | Freitag, 15. Juni 2012
Polnische Gerichte haben am Donnerstag 23 Hooligans verurteilt, die am Dienstag beim EM-Spiel Polen gegen Russland randaliert hatten. Für die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita ist eine Grundangst vor Russland die Ursache der Unruhen: » mehr
Polnische Gerichte haben am Donnerstag 23 Hooligans verurteilt, die am Dienstag beim EM-Spiel Polen gegen Russland randaliert hatten. Für die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita ist eine Grundangst vor Russland die Ursache der Unruhen: "In den zahlreichen Kommentaren über die polnisch-russischen Krawalle vor und nach dem Match hatte noch eine wichtige Information gefehlt: Dass dies der Höhepunkt eines Nervenkriegs zwischen Russland und Polen war, der seit zwei Wochen andauerte. Ähnliche Nervenkriege kennen auch andere benachbarte Völker wie die Esten oder die Letten nur zu gut. … Als die Behörden in Tallinn ein Denkmal für die Rote Armee abmontierten, wurden die estnischen Server zur Zielscheibe schmerzhafter Hackerangriffe. Die Esten vermuteten dahinter russische Computerspezialisten, die Armee oder den Geheimdienst, auch wenn sie dafür keinen Beweis hatten. Auch die Letten können viel davon erzählen, wie die Beziehungen zwischen den Staaten sich plötzlich verschlechtern, wenn es um die russische Minderheit im Land geht."
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Wprost Online - Polen | Donnerstag, 14. Juni 2012
Vor und nach dem EM-Spiel Polen gegen Russland (1: » mehr
Vor und nach dem EM-Spiel Polen gegen Russland (1:1) am Dienstag hat die polnische Polizei mehr als 180 polnische und russische Fans festgenommen, die randaliert hatten. Das konservative Nachrichtenportal Wprost Online geht mit den polnischen Fans hart ins Gericht: "Es ist traurig, dass die [an die Russen gerichteten] Beschimpfungen lauter gesungen wurden als die Lieder, mit denen man die Fußballer unterstützen wollte, die den Adler auf der Brust trugen. Deswegen war der Fußball an diesem Abend nicht das Wichtigste. ... 'Scham, Pein, Kompromittierung, Schande und Dummheit': Diese Schlagzeilen hat man vor sechs Jahren auf der Titelseite einer Boulevardzeitung gefunden - und zwar einen Tag nach dem verlorenen Spiel Polen gegen Ecuador. Einen Tag nach dem Match Polen gegen Russland sollten die Zeitungen diese Titel wiederholen. Denn nur mit diesen Worten kann man das Verhalten der Banditen beschreiben, deren Absicht es nicht war, Polen anzufeuern, sondern das Land zu beschämen."
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Alle verfügbaren Texte von » Marcin Pieńkowski
Fakt - Polen | Dienstag, 12. Juni 2012
Viele Polen schmücken ihre Autos und ihre Wohnungen während der Fußball-Europameisterschaft mit Fahnen, um ihre Nationalelf zu unterstützen. Doch bei dem Phänomen handelt es sich weniger um echten Patriotismus, sondern nur um das gemeinsame Bedürfnis zu feiern, bedauert Łukasz Warzecha von der konservativen Boulevard-Zeitung Fakt: » mehr
Viele Polen schmücken ihre Autos und ihre Wohnungen während der Fußball-Europameisterschaft mit Fahnen, um ihre Nationalelf zu unterstützen. Doch bei dem Phänomen handelt es sich weniger um echten Patriotismus, sondern nur um das gemeinsame Bedürfnis zu feiern, bedauert Łukasz Warzecha von der konservativen Boulevard-Zeitung Fakt: "Wir können mit Sicherheit sagen, dass die Mehrheit der Fahrer, die ihr Auto jetzt so farbenprächtig aufgemotzt haben, am 1. oder am 15. August, am 11. November oder am 3. Mai [den nationale Feiertagen] bestimmt keine Flaggen an ihren Balkon hängen. Wahrscheinlich können sie diesen Datumsangaben nicht einmal die entsprechenden Ereignisse zuordnen. Die Fankultur der Massen zur EM ist eine Art leichter Patriotismus, den man beim Grillen zeigt. Das hat herzlich wenig mit dem wahren Stolz auf den eigenen Staat, auf dessen Geschichte und auf das Volk zu tun. ... Einige behaupten, dass dieser Massenpatriotismus in den Stadien besser ist als eben gar kein Patriotismus. Aber sie täuschen sich. Die Fankultur ist nur eine Art, Gefühle zu zeigen, und dient als Substitut für den Patriotismus, aber nicht als vollwertiger Ersatz."
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La Repubblica - Italien | Montag, 11. Juni 2012
Beim EM-Spiel Italiens gegen Spanien war am Sonntag der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano Ehrengast im Stadion von Gdańsk. Nach dem 1: » mehr
Beim EM-Spiel Italiens gegen Spanien war am Sonntag der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano Ehrengast im Stadion von Gdańsk. Nach dem 1:1 sprach Napolitano Kapitän Gianluigi Buffon seine Glückwünsche aus. Angesichts des Wettskandals, der den italienischen Fußball erschüttert hat, ist die Geste des Staatsoberhaupts bedeutsamer als das Ergebnis des Spiels, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Kommandant Napolitano umarmt Kapitän Buffon, den ebenso charismatischen wie umstrittenen Keeper der Nationalmannschaft. Er drückt ihn fest, er lobt ihn. Es ist, als ob Italien mit sich selbst Frieden schließe. … Die Szene ist der symbolisch bedeutsamste Moment nach dem Match Spanien - Italien, der das Land wieder mit seiner Nationalmannschaft und seinem von Wettskandalen und Ermittlungsverfahren erschütterten Fußball versöhnen sollte. Von den Polizisten im Trainingslager der Nationalelf zum Präsidenten im Fußballstadion von Gdańsk - das ist alles andere als ein kleiner Schritt. Es ist ein gewaltiger Schritt nach vorn, den die Azzurri gehen können, weil ihnen ihr berühmtester Fan hilft."
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Gazeta Wyborcza - Polen | Freitag, 8. Juni 2012
Die Eröffnung der Fußball-EM im eigenen Land ist für Rafał Stec von der liberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza eine historische Zäsur: » mehr
Die Eröffnung der Fußball-EM im eigenen Land ist für Rafał Stec von der liberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza eine historische Zäsur: "Auf den größten Sportveranstaltungen - den Olympischen Spielen, und den Welt- und Europameisterschaften - amüsiert sich die Menschheit schon seit fast hundert Jahren. Doch Polen hat bislang keine einzige davon organisiert. Und das gilt nicht nur für uns in Polen: Bis dato hat überhaupt kein postsozialistisches Land ein großes Fußballturnier ausgerichtet. Wir sind zusammen mit der Ukraine die ersten. Die Euro 2012 steht symbolisch für den Erfolg, wie wir das Land wieder aufgebaut haben, nachdem die Gesellschaft im Kommunismus zusammengebrochen war. Für die Fans ist dies ein Traum. Jedes Mal, wenn wir mit dem richtigen, großen Sport zu tun hatten, waren wir weit weg von Zuhause und kamen dann mit der anderen, reichen Welt in Kontakt. Jetzt ist es für mich kaum zu fassen, dass die polnischen Fußballer in einem Hotel wohnen, dass nur einige hundert Meter von der Redaktion entfernt ist und dass sie gegen Griechenland in einem Stadion spielen, das gleich auf der anderen Seite der Weichsel liegt."
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Večer - Slowenien | Freitag, 8. Juni 2012
Mit Blick auf die fortdauernde Kritik am EM-Gastgeber Ukraine erinnert die Tageszeitung Večer daran, wie schnell die Probleme im WM-Land Südafrika in Vergessenheit geraten sind: » mehr
Mit Blick auf die fortdauernde Kritik am EM-Gastgeber Ukraine erinnert die Tageszeitung Večer daran, wie schnell die Probleme im WM-Land Südafrika in Vergessenheit geraten sind: "Seit die Uefa im Jahr 2007 für das erste große Turnier auf dem Territorium des früheren Ostblocks stimmte, hat sich die EM 2012 zu einer EM der zwei Welten entwickelt. Angela Merkel schaut bei ihren Fußballern in Polen vorbei, doch einen Besuch in der Ukraine, die der Demokratie entsagt hat, boykottiert sie. Dabei ist auch der polnische Rassismus nicht zu vernachlässigen. … Auf jeden Fall stehen Polen und die Ukraine bis zum Finale am 1. Juli im Blickpunkt der Welt. Das ist eine große Chance, auch für alle möglichen Demonstranten. Doch wenn die EM vorbei ist, werden diese mit ihren Problemen wieder allein gelassen. Wer fragt zwei Jahre nach der Fußball-WM noch nach den Menschenrechten und der Armut in Südafrika?"
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Blog 100 Reféns - Portugal | Donnerstag, 7. Juni 2012
Kurz vor ihrem ersten Spiel bei der Europameisterschaft gegen Deutschland am Samstag stehen Portugals Fußballer in der Kritik, weil sie kein einziges ihrer Testspiele gewonnen haben. In seinem Blog 100 Reféns wirft Tiago Mesquita den Spielern um Superstar Cristiano Ronaldo Star-Allüren vor: » mehr
Kurz vor ihrem ersten Spiel bei der Europameisterschaft gegen Deutschland am Samstag stehen Portugals Fußballer in der Kritik, weil sie kein einziges ihrer Testspiele gewonnen haben. In seinem Blog 100 Reféns wirft Tiago Mesquita den Spielern um Superstar Cristiano Ronaldo Star-Allüren vor: "Bei dieser Truppe werden wir wohl auf der Ersatzbank eher zwei Friseure statt medizinisches Personal brauchen. Es könnte ja sein, dass einer unserer Stars während des Spiels ein paar neue Strähnchen braucht. Außerdem: Um sich zu verletzen, müssen sie erst Fußball spielen, aber bis jetzt hat das noch keiner von ihnen geschafft. [Der Kosmetikhersteller] L'Oréal sollte diese Gruppe von Sonderlingen sponsern, dem Biersponsor werden sie nämlich nicht gerecht. Angebracht wäre auch, eine Nagelpflegerin und einen Juwelier einzustellen. Was, wenn einer unserer Jungs einen Ohrring verliert? ... Geld ist ja anscheinend genug da. Was Weltmeister Spanien in einer Woche ausgibt, reicht uns nicht einmal, um eine Nacht im Hotel zu bezahlen. Einfach bedauernswert."
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Sydsvenskan - Schweden | Mittwoch, 6. Juni 2012
Eine Reihe europäischer Spitzenpolitiker, wie Schwedens Premier Fredrik Reinfeldt, bleibt den Fußball-Spielen in der Ukraine fern, um gegen Menschenrechtsverletzungen und die Inhaftierung der früheren Premierministerin Julia Timoschenko zu protestieren. Die liberale Tageszeitung Sydsvenskan zollt dieser Haltung Respekt und setzt auf ein Engagement Europas auch über die Europameisterschaft hinaus: » mehr
Eine Reihe europäischer Spitzenpolitiker, wie Schwedens Premier Fredrik Reinfeldt, bleibt den Fußball-Spielen in der Ukraine fern, um gegen Menschenrechtsverletzungen und die Inhaftierung der früheren Premierministerin Julia Timoschenko zu protestieren. Die liberale Tageszeitung Sydsvenskan zollt dieser Haltung Respekt und setzt auf ein Engagement Europas auch über die Europameisterschaft hinaus: "Es ist richtig, dass die Spitzenpolitiker der EU die Freilassung Timoschenkos als Bedingung dafür nennen, dass sie zum Finale am 1. Juli in der Loge des Kiewer Olympiastadions Platz nehmen. Aber der Druck auf die Ukraine muss auch noch größer werden. Die EU hat ein Assoziierungsabkommen auf Eis gelegt, der Europarat hat mit harten Worten das Ausbleiben angekündigter Reformen kritisiert. Ende Oktober werden [in der Ukraine] Parlamentswahlen stattfinden. Wenn die Verfechter der Demokratie und des Rechtsstaats Wahlbetrug und Machtmissbrauch ein weiteres Mal Paroli bieten können, hat die Ukraine eine Chance. Dann sollte die EU eine Hand ausstrecken."
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Le Monde - Frankreich | Dienstag, 5. Juni 2012
Am Freitag beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Während Polen vor dem Turnier politisch und wirtschaftlich gut dasteht, hat die Europameisterschaft kaum positive Auswirkungen für die Ukraine gehabt, konstatiert die linksliberale Tageszeitung Le Monde: » mehr
Am Freitag beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Während Polen vor dem Turnier politisch und wirtschaftlich gut dasteht, hat die Europameisterschaft kaum positive Auswirkungen für die Ukraine gehabt, konstatiert die linksliberale Tageszeitung Le Monde: "Polen, das einzige Land der Europäischen Union, das seit 2008 keine Rezession erlebte, vollzog in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen bemerkenswerten Systemwandel und hat sich dabei auf beachtliche Weise modernisiert und geöffnet. Innerhalb der EU hat das Land an Bedeutung gewonnen. Die Ukraine hingegen hat die europäischen Politiker enttäuscht und irritiert. Anstatt sich der EU anzunähern, deren Werte zu verinnerlichen und den Weg hin zu Rechtsstaat und Marktwirtschaft weiter zu verfolgen, hat sich das Land verhärtet. In dieser Hinsicht ist die Operation Euro 2012 gescheitert, die die Ukraine fest in Europa hätte verankern und ihr die postsowjetischen Wurzeln hätte ausreißen können."
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De Volkskrant - Niederlande | Mittwoch, 30. Mai 2012
Bei der EM in der Ukraine und Polen wird sich die Verkrampfung Europas zeigen, denn Fußball ist ein Spiegel des Zeitgeists, meint der Philosoph Hans Schnitzler in seiner Kolumne in der linksliberalen Tageszeitung De Volkskrant. "Schon bei der WM in Südafrika fand der Zeitgeist seine Form im Fußball. Mit verkrampftem und nur reagierendem Kampffußball im Stil der [rechtspopulistischen Partei] PVV, der allein den Gegner aushebeln will, erreichten die Niederlande das Finale. Van Bommel und Co versanken in Stillosigkeit. ... Der Mangel an Fußballstilen, die sich voneinander unterscheiden, betrifft alle europäischen Fußballmächte. Der nivellierende Zeitgeist ergreift vom europäischen Fußball Besitz. Das Abendland ist zudem erschöpft und verwirrt, Trägheit und Angstvisionen prägen die Weltsicht. Begeisternde Perspektiven fehlen. Ein besessener Umgang mit Sicherheit und Gesundheit sowie die Auswüchse einer Buchhaltermentalität: » mehr
Bei der EM in der Ukraine und Polen wird sich die Verkrampfung Europas zeigen, denn Fußball ist ein Spiegel des Zeitgeists, meint der Philosoph Hans Schnitzler in seiner Kolumne in der linksliberalen Tageszeitung De Volkskrant. "Schon bei der WM in Südafrika fand der Zeitgeist seine Form im Fußball. Mit verkrampftem und nur reagierendem Kampffußball im Stil der [rechtspopulistischen Partei] PVV, der allein den Gegner aushebeln will, erreichten die Niederlande das Finale. Van Bommel und Co versanken in Stillosigkeit. ... Der Mangel an Fußballstilen, die sich voneinander unterscheiden, betrifft alle europäischen Fußballmächte. Der nivellierende Zeitgeist ergreift vom europäischen Fußball Besitz. Das Abendland ist zudem erschöpft und verwirrt, Trägheit und Angstvisionen prägen die Weltsicht. Begeisternde Perspektiven fehlen. Ein besessener Umgang mit Sicherheit und Gesundheit sowie die Auswüchse einer Buchhaltermentalität: Das bleibt eben, wenn man von der Geschichte Abschied genommen hat. Ich wünsche Ihnen eine angenehme und sterbenslangweilige EM."
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La Repubblica - Italien | Dienstag, 29. Mai 2012
Kurz vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft hat die italienische Polizei am frühen Montagmorgen in einer landesweiten Razzia 19 Personen wegen des Verdachts auf Wettmanipulation verhaftet, darunter 13 Profi-Fußballer. Zu den Verdächtigen gehört auch ein Nationalspieler, der sofort aus dem EM-Kader geworfen wurde. Der italienische Fußball hat jegliche Glaubwürdigkeit verloren und bedarf einer Läuterung, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: » mehr
Kurz vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft hat die italienische Polizei am frühen Montagmorgen in einer landesweiten Razzia 19 Personen wegen des Verdachts auf Wettmanipulation verhaftet, darunter 13 Profi-Fußballer. Zu den Verdächtigen gehört auch ein Nationalspieler, der sofort aus dem EM-Kader geworfen wurde. Der italienische Fußball hat jegliche Glaubwürdigkeit verloren und bedarf einer Läuterung, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Der Fußball ist durch und durch verrottet, auch auf nationaler Ebene. Die Polizei im Trainingslager der Nationalmannschaft bedeutet das Ende der Glaubwürdigkeit unseres Fußballs. … Da helfen auch keine Eilverfahren oder ein großzügiges 'Schwamm drüber'. Die Ermittlungsrichter müssen sich alle Zeit nehmen, um der Sache auf den Grund zu gehen. In der Zwischenzeit sollten unsere Institutionen im Sport jedoch ihre Pflicht erkennen, eine Veränderung herbeizuführen. Wir brauchen Ideen und neue Gesichter, um den Fußball wieder auf den rechten Weg zu bringen."
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Heti Válasz - Ungarn | Donnerstag, 24. Mai 2012
Die zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilte ehemalige Premierministerin der Ukraine, Julija Timoschenko, ist wegen ihres Hungerstreiks und ihres schlechten gesundheitlichen Zustands im Schlaglicht der Medien. Aber die Pose der Märtyrerin nimmt ihr der Redakteur der polnischen Tageszeitung Rzeczpospolita, Jarosław Gizinski, im konservativen Wochenblatt Heti Válasz nicht ab: » mehr
Die zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilte ehemalige Premierministerin der Ukraine, Julija Timoschenko, ist wegen ihres Hungerstreiks und ihres schlechten gesundheitlichen Zustands im Schlaglicht der Medien. Aber die Pose der Märtyrerin nimmt ihr der Redakteur der polnischen Tageszeitung Rzeczpospolita, Jarosław Gizinski, im konservativen Wochenblatt Heti Válasz nicht ab: "Julija Timoschenko ist eine widersprüchliche Person. Sie wurde schon als die 'ukrainische Jeanne D'Arc', als 'Gasprinzessin', 'Eiserne Julija' und als der 'letzte Mann in der ukrainischen Politik' bezeichnet. Inzwischen ist die im Gefängnis schmachtende Timoschenko das Symbol für die Pleite der ukrainischen Demokratie. ... Die Ukraine ist von den europäischen demokratischen Normen noch immer weit entfernt. Allerdings: Timoschenko nun als jemanden darzustellen, der die demokratischen Werte stets verteidigt hat, ist falsch. Auch sie selbst verstand die Gesetze der Demokratie, der Menschenrechte und des freien Markts nicht. Mitte der 1990er Jahre ging sie nicht deshalb in die Politik, um in ihrer Heimat eine moderne, demokratische Gesellschaft aufzubauen, sondern um ihre Interessen besser zu schützen und ihr Geschäftsimperium auszuweiten. Darin unterscheidet sie sich kein bisschen von anderen ukrainischen Oligarchen."
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Polityka - Polen | Mittwoch, 23. Mai 2012
Gut zwei Wochen vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine belastet die Inhaftierung der ukrainischen Oppositionellen Julia Timoschenko die Beziehungen Kiews zum Westen. Der Westen sollte auf eine Doppelstrategie gegenüber der Ukraine setzen, fordert der polnische Publizist und Deutschland-Experte Adam Krzemiński in der linksliberalen Wochenzeitung Polityka: » mehr
Gut zwei Wochen vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine belastet die Inhaftierung der ukrainischen Oppositionellen Julia Timoschenko die Beziehungen Kiews zum Westen. Der Westen sollte auf eine Doppelstrategie gegenüber der Ukraine setzen, fordert der polnische Publizist und Deutschland-Experte Adam Krzemiński in der linksliberalen Wochenzeitung Polityka: "Es ist zwar lobenswert, Druck auf Präsident Janukowitsch auszuüben, damit er Timoschenko fair behandelt. Dennoch besteht die Gefahr, dass ein Boykott der EM die Situation nur verschlimmert und die Ukraine sich dem autoritären Russland zuwendet. ... Was ist also zu tun? Einerseits muss man sämtliche Gesten der Verbrüderung unterlassen, andererseits trotzdem mit Kiew reden. Und man sollte nicht allzu hastig Treffen wie den geplanten Gipfel in Jalta absagen. Denn hier ging es um mehr als nur ein Foto mit Janukowitsch. Das Problem ist nicht, dass die Veranstaltung in Jalta verschoben wurde, sondern, dass sich Warschau und Berlin nicht auf eine gemeinsame Strategie gegenüber Kiew einigen konnten."
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Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 22. Mai 2012
Der europäische Fußballverband (UEFA) hat verlangt, dass Polen während der EM gesonderte Busspuren für Sportfunktionäre und Spieler einrichtet, die von den Flughäfen zu den Stadien führen, obwohl Bahnverbindungen vorhanden sind. Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita hält solche Sonderwünsche der UEFA für eine ausgemachte Frechheit: » mehr
Der europäische Fußballverband (UEFA) hat verlangt, dass Polen während der EM gesonderte Busspuren für Sportfunktionäre und Spieler einrichtet, die von den Flughäfen zu den Stadien führen, obwohl Bahnverbindungen vorhanden sind. Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita hält solche Sonderwünsche der UEFA für eine ausgemachte Frechheit: "Für die Zeit, in der die EM 2012 stattfindet, hat die UEFA in Polen praktisch die Regierung übernommen. Die Entscheidungen ihrer Funktionäre werden wichtiger sein als die sonst gültigen Vorschriften und auch als die Prinzipien der Wirtschaftsfreiheit und des Wettbewerbs. Es sollte eigentlich ein großes Fußballfest in Polen und in der Ukraine werden. Doch es wird immer mehr zu einem Festival von Ge- und Verboten sowie von absurden Forderungen durch die Funktionäre der UEFA. ... Und das alles dafür, dass man sich in Polen wohlfühlt. Und wer? Etwa die Fans, die Unternehmer, die Touristen oder die Behinderten? Nein, nur die Funktionäre der UEFA."
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Der Standard - Österreich | Donnerstag, 10. Mai 2012
Die inhaftierte ukrainische Ex-Premierministerin Julia Timoschenko ist am Mittwoch in ein Krankenhaus verlegt worden, wo sie ein deutscher Arzt behandelt. Die internationalen Proteste gegen Timoschenkos Haftbedingungen und der Druck aus Brüssel haben gewirkt, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard, aber das sollte für die EU-Staaten kein Grund sein "ihren Boykott zu beenden und Vertreter zur EURO in die Ukraine zu senden. Denn weder die Haftbedingungen Timoschenkos noch der Prozess gegen sie sind Janukowitschs größte Sünden: » mehr
Die inhaftierte ukrainische Ex-Premierministerin Julia Timoschenko ist am Mittwoch in ein Krankenhaus verlegt worden, wo sie ein deutscher Arzt behandelt. Die internationalen Proteste gegen Timoschenkos Haftbedingungen und der Druck aus Brüssel haben gewirkt, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard, aber das sollte für die EU-Staaten kein Grund sein "ihren Boykott zu beenden und Vertreter zur EURO in die Ukraine zu senden. Denn weder die Haftbedingungen Timoschenkos noch der Prozess gegen sie sind Janukowitschs größte Sünden: Viel schwerer wiegt, dass die ohnehin grassierende Korruption im Land unter diesem Präsidenten weiter zugenommen hat. Janukowitsch umgibt eine Clique von Oligarchen, die auf politische Entscheidungen und Gerichte Einfluss nehmen und damit den Rechtsstaat unterminieren. Es ist eine Günstlingswirtschaft, von der nur wenige profitieren, die meisten aber Schaden nehmen. Dagegen ein Zeichen zu setzen wäre noch viel wichtiger als eines gegen die Verfolgung Timoschenkos."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Mittwoch, 9. Mai 2012
Die Ukraine hat am Mittwoch die geplante Konferenz europäischer Staatschefs in Jalta auf unbestimmte Zeit verschoben. Die offizielle Begründung lautet, dass mehrere Präsidenten nicht teilnehmen könnten. In Wahrheit steht hinter deren Absage der Protest gegen die Haftbedingungen für Julia Timoschenko, bemerkt die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: » mehr
Die Ukraine hat am Mittwoch die geplante Konferenz europäischer Staatschefs in Jalta auf unbestimmte Zeit verschoben. Die offizielle Begründung lautet, dass mehrere Präsidenten nicht teilnehmen könnten. In Wahrheit steht hinter deren Absage der Protest gegen die Haftbedingungen für Julia Timoschenko, bemerkt die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: "Nun sieht jeder, wie sehr Präsident Viktor Janukowitsch sich international isoliert hat. Die Bemühungen, der einheimischen Bevölkerung etwas anderes einzureden, nehmen komische Züge an. Als es im März in Südkorea zu einer vierminütigen Begegnung Janukowitschs mit US-Präsident Obama kam, platzierte eine Kiewer Zeitung das Foto davon auf der Titelseite mit der Bemerkung, Janukowitsch sei zurück auf großer Bühne. Die Mehrheit der Ukrainer konnte darüber nur lachen."
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Hospodářské noviny - Tschechien | Donnerstag, 3. Mai 2012
Neben der Fußball-EM in der Ukraine rückt ein weiteres sportliches Großereignis in den Fokus: » mehr
Neben der Fußball-EM in der Ukraine rückt ein weiteres sportliches Großereignis in den Fokus: René Fasel, der Chef der Internationalen Eishockey-Föderation, droht am heutigen Donnerstag in einem Interview in der tschechischen Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny, Belarus die Weltmeisterschaft 2014 aus politischen Gründen zu entziehen. In einem Kommentar des Blatts heißt es dazu: "Einst war Sport Sport, dann ein Instrument der Politik. Heute ist es ein Geschäft. Deshalb kann man nicht ernsthaft glauben, dass der Ukraine wegen Julia Timoschenko die Fußball-EM genommen wird oder Belarus die Eishockey-Weltmeisterschaft. Dafür ist dort überall zu viel investiert worden. Aber man hat eine Möglichkeit, seinen Ärger zu zeigen. Lassen wir einfach den Fernseher aus, wenn Fußballer wie Tomáš Rosický auf dem Rasen in Kiew spielen oder Jaromír Jágr auf dem Eis von Minsk. Wenn sich ein paar hundert Millionen Menschen darauf einigen könnten, gäbe es keine Meisterschaften mehr in Diktaturen. Denn Geschäft ist schließlich Geschäft."
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Rzeczpospolita - Polen | Mittwoch, 2. Mai 2012
Die Forderungen westlicher Politiker, die Europameisterschaft wegen der Inhaftierung Julia Timoschenkos zu boykottieren, hält die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita für scheinheilig, denn es hat schon schlimmere Gastgeber als die Ukraine gegeben: » mehr
Die Forderungen westlicher Politiker, die Europameisterschaft wegen der Inhaftierung Julia Timoschenkos zu boykottieren, hält die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita für scheinheilig, denn es hat schon schlimmere Gastgeber als die Ukraine gegeben: "Warum kommt das Interesse daran erst so spät? Timoschenko sitzt doch nicht erst seit gestern im Gefängnis. Man hätte doch schon Alarm schlagen können, als Siemens und andere deutschen Firmen Aufträge für die Vorbereitung der EM erhalten haben. Oder als Siemens vor einigen Jahren Peking geholfen hat, sich für die Olympischen Spiele zu modernisieren? Auch das ist ein Land mit politischen Häftlingen. Es mag zynisch klingen, doch hat es in der Sportgeschichte schon weitaus schlimmere Gastgeber für Olympische Spiele oder Meisterschaften gegeben. So haben Mussolini, Hitler, die argentinische Junta [Fußball-WM 1978] oder eben die kommunistische Partei Chinas solche Veranstaltungen organisiert."
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Savon Sanomat - Finnland | Mittwoch, 2. Mai 2012
Wenn westliche Politiker der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine fernbleiben, bringt das laut der liberalen Tageszeitung Savon Sanomat nichts: » mehr
Wenn westliche Politiker der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine fernbleiben, bringt das laut der liberalen Tageszeitung Savon Sanomat nichts: "Bei dem von Alexander Lukaschenko diktatorisch regierten Belarus haben die EU-Proteste für Demokratie und Menschlichkeit nicht gegriffen. Bewirken solch schöne Worte bei der Ukraine mehr? Oder schlägt sie unter der Führung von Präsident Janukowitsch denselben Weg ein wie Belarus, hin zu einer geschlossenen, von Furcht bestimmten Gesellschaft? Einige haben verlangt, dass die Führung der Ukraine unter Druck gesetzt werden sollte mit der Drohung, die Fußball-EM nicht in der Ukraine austragen zu lassen. Belarus wurde auf diese Weise beim Eishockey unter Druck gesetzt. Gebracht hat es nichts. Ob es bei der Ukraine mehr bewirken würde? Wohl kaum."
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Financial Times Deutschland - Deutschland | Mittwoch, 2. Mai 2012
Wenn der Ukraine wegen Menschenrechtsverletzungen mit Boykott gedroht wird, muss das auch für andere Länder gelten, meint die Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland: » mehr
Wenn der Ukraine wegen Menschenrechtsverletzungen mit Boykott gedroht wird, muss das auch für andere Länder gelten, meint die Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland: "Was gab es vor fünf Jahren für Wehklagen, als die Kanzlerin Angela Merkel, der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier sowie Bundespräsident Horst Köhler ankündigten, nicht zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele nach Peking zu fliegen. Herrje, der Handel, die Wirtschaft ... Welcher deutsche Manager, welche Politikerin, welcher Mittelständler echauffiert sich jetzt über Bundespräsident Joachim Gauck, Merkel, Umweltminister Norbert Röttgen oder SPD-Chef Sigmar Gabriel, die den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch öffentlich maßregeln? ... Wo sind all diese Kritiker, wenn es statt um das mächtige China um die im Vergleich schwache Ukraine geht? ... Ja, auch Russland, das die Olympischen Winterspiele in Sotschi veranstaltet, ist alles andere als eine vorbildliche Demokratie. Wer glaubhafte Menschenrechtspolitik betreiben will, darf sich künftig auch bei den Großen nicht wegducken."
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Mladá fronta Dnes - Tschechien | Mittwoch, 2. Mai 2012
Der Chef des tschechischen Fußball-Verbands, Miroslav Pelta, hat einen Boykott der Fußball-Europameisterschaft durch Politiker wegen der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko abgelehnt. Der Sport dürfe nicht zur Geisel der Politik werden. Die liberale Tageszeitung Mladá fronta Dnes hält dagegen: » mehr
Der Chef des tschechischen Fußball-Verbands, Miroslav Pelta, hat einen Boykott der Fußball-Europameisterschaft durch Politiker wegen der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko abgelehnt. Der Sport dürfe nicht zur Geisel der Politik werden. Die liberale Tageszeitung Mladá fronta Dnes hält dagegen: "Politik und Sport sind nicht zu trennen. Durch die Beauftragung eines Landes mit der Austragung großer Sportereignisse bringt die internationale Gemeinschaft Vertrauen und Respekt zum Ausdruck. Die Organisation einer Europameisterschaft in der am weitesten verbreiteten Sportart der Welt ist mit riesigem Prestige verbunden. Das wissen Herr Pelta und andere, die über die Unabhängigkeit des Sports von der Politik schwafeln, selbstverständlich. ... Politik und Sport müssen nicht erst vermischt werden. Diesen Cocktail trinken wir schon lange. Übrigens, weshalb hat die Ukraine die EM bekommen? Doch nicht wegen der hervorragenden Bedingungen dort, sondern weil es die Politik so wollte."
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Eesti Päevaleht - Estland | Montag, 30. April 2012
Ein Boykott der Fußball-EM durch EU-Politiker ist angesichts der Situation von Ex-Premierministerin Timoschenko wichtig, meint die liberale Tageszeitung Eesti Päevaleht: » mehr
Ein Boykott der Fußball-EM durch EU-Politiker ist angesichts der Situation von Ex-Premierministerin Timoschenko wichtig, meint die liberale Tageszeitung Eesti Päevaleht: "Auch wenn es schlicht unmöglich ist, alle Staaten zu boykottieren, in denen Menschenrechte verletzt werden, sollte man nicht grundsätzlich auf dieses Mittel verzichten. Wo schon lange Diktaturen herrschen, ist zwar der Erfolg eines Boykotts ungewiss. Die Ukraine ist aber an einem historischen Wendepunkt. Entweder wird sie bald eine Diktatur oder aber die Demokratie siegt bei den im Herbst anstehenden Wahlen. Europa muss mit aller Kraft die zweite Option unterstützen. Für die Politiker in der EU bedeutet das, die EM zu boykottieren. Präsident Janukowitsch darf keine Bühne zur Selbstdarstellung bekommen. Die Zuschauer aber sollten in die Ukraine fahren, um Land und Leute besser kennenzulernen. Das haben Millionen von Fußballfans verdient, die sich seit Jahren auf die EM freuen."
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Alle verfügbaren Texte von » Robert Kalimullin
Corriere della Sera - Italien | Montag, 30. April 2012
Ein Boykott der Europameisterschaft kann die Ukraine in die Arme Moskaus treiben, fürchtet die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: » mehr
Ein Boykott der Europameisterschaft kann die Ukraine in die Arme Moskaus treiben, fürchtet die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: "Auf dem Spiel steht die europäische Geostrategie, und hier stellt sich die Frage, wo Wladimir Putin steht. ... Hinter Timoschenko, aber er ergreift auch Partei für Viktor Janukowitsch. Das doppelte Spiel des Kreml zielt darauf ab, die Ukraine zu zermürben. Die Beziehungen zum Westen sollen sich so verschlechtern, dass Kiew dazu bereit ist, zumindest wieder ein privilegierter Partner zu werden. Mit dieser Strategie hat Moskau bereits Belarus und Kasachstan an sich gebunden. … Europa tut gut daran, sich im Fall Timoschenko auf seine Werte zu besinnen. Doch es muss das richtige Gleichgewicht finden zwischen der Verteidigung der Werte und der Gefahr, Putin in die Karten zu spielen."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Montag, 30. April 2012
Der scheidende russische Präsident Dmitrij Medwedjew hat ebenfalls den Umgang der ukrainischen Machthaber mit der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko scharf kritisiert. Das setzt die ukrainische Regierung zusätzlich unter Druck, auch wenn Medwedjews Motivation unklar ist, meint die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: » mehr
Der scheidende russische Präsident Dmitrij Medwedjew hat ebenfalls den Umgang der ukrainischen Machthaber mit der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko scharf kritisiert. Das setzt die ukrainische Regierung zusätzlich unter Druck, auch wenn Medwedjews Motivation unklar ist, meint die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Der Kreml hat vor zwei Jahren schon einmal Menschenrechtsverletzungen in einem Land angeprangert, das er zu seinem Einflussbereich zählt: in Weißrussland. Aber kaum hatte Diktator Lukaschenka in die Zollunion mit Russland und Kasachstan eingewilligt, war das wieder vergessen. Was würde Medwedjew oder Putin wohl zur Ukraine einfallen, wenn Kiew in dem Streit über Gaspreise und -leitungen den Forderungen des Kremls nachkäme? Es mag eine Rolle spielen, dass Frau Timoschenko im vergangenen Oktober zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, weil ihr ein Gasvertrag mit Russland als Amtsmissbrauch ausgelegt wurde. Doch selbst wenn der Verdacht naheliegt, dass Medwedjew Janukowitsch einfach die Folterinstrumente zeigt, verstärkt er den Druck auf das Regime in Kiew - und das ist gut."
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De Telegraaf - Niederlande | Montag, 30. April 2012
Bei der Fußball-Europameisterschaft spielt die niederländische Nationalmannschaft ebenso wie die deutsche in der Gruppenphase in der Ukraine. Wegen des Umgangs mit der früheren Premierministerin Timoschenko sollten daher deutsche und niederländische Politiker über einen Boykott der Spiele nachdenken, meint die konservative Boulevardzeitung De Telegraaf: » mehr
Bei der Fußball-Europameisterschaft spielt die niederländische Nationalmannschaft ebenso wie die deutsche in der Gruppenphase in der Ukraine. Wegen des Umgangs mit der früheren Premierministerin Timoschenko sollten daher deutsche und niederländische Politiker über einen Boykott der Spiele nachdenken, meint die konservative Boulevardzeitung De Telegraaf: "Die deutsche Regierung hat bereits angekündigt, einen politischen Boykott der EM zu prüfen. Das heißt: Die Fußballspieler kommen zwar, aber Politiker könnten die Spiele in der Ukraine nicht besuchen. Für die Ukraine wäre ein solcher Boykott eine regelrechte Blamage. Auch auf die Niederlande wird die Frage zukommen, ob ein Boykott notwendig ist. Einerseits darf Sport nicht einfach mit Politik vermischt werden. Anderseits wäre es aber kaum zu ertragen, wenn niederländische Politiker gesellig auf der Tribüne sitzen als Gast eines Landes, das die Menschenrechte mit Füßen tritt."
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Der Standard - Österreich | Freitag, 27. April 2012
Aus Protest gegen die Inhaftierung von Julia Timoschenko hat der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck seinen für Mai geplanten Besuch in der Ukraine abgesagt. Gaucks Geste ist ein guter Anlass, über einen Boykott der kommenden Fußball-Europameisterschafts-Spiele in der Ukraine nachzudenken, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: » mehr
Aus Protest gegen die Inhaftierung von Julia Timoschenko hat der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck seinen für Mai geplanten Besuch in der Ukraine abgesagt. Gaucks Geste ist ein guter Anlass, über einen Boykott der kommenden Fußball-Europameisterschafts-Spiele in der Ukraine nachzudenken, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Wie immer in solchen Fällen wird davor gewarnt, den Sport nicht politisch zu instrumentalisieren. Da die ukrainische Führung die EURO selbst zu Propagandazwecken nutzt, ist dieses Argument wenig stichhaltig. … Der (diesmal reguläre) Wahlsieg von Janukowitsch Anfang 2010 hatte viel mit dem Versagen der orangen Revolutionäre und ihren Rivalitäten zu tun. Aber das entschuldigt nicht, was seither in der Ukraine geschehen und mit der Putinisierung Russlands zu vergleichen ist: politische Justiz, noch stärker wuchernde Korruption und ein undurchdringlicher Filz von Politik und Wirtschaft mit Oligarchen als grauen Eminenzen. Vor diesem Hintergrund so zu tun, als seien Sport und Politik zu trennen, ist naiv oder heuchlerisch."
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Rzeczpospolita - Polen | Donnerstag, 26. April 2012
Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat behauptet im Gefängnis geschlagen worden zu sein und ist deshalb am vergangenen Freitag in den Hungerstreik getreten. Im Internet tauchte unterdessen ein Video auf, in dem angeblich Timoschenko in ihrer Zelle zu sehen ist, die ohne Schmerzen durch den Raum läuft. Das Land hat schon jetzt verloren, glaubt die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: » mehr
Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat behauptet im Gefängnis geschlagen worden zu sein und ist deshalb am vergangenen Freitag in den Hungerstreik getreten. Im Internet tauchte unterdessen ein Video auf, in dem angeblich Timoschenko in ihrer Zelle zu sehen ist, die ohne Schmerzen durch den Raum läuft. Das Land hat schon jetzt verloren, glaubt die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: "Eins ist sicher: Diese Dinge werden die Ukraine zusätzlich international in Misskredit bringen. Sie zeigen, dass die Regierenden entweder ihre politischen Gegner schädigen wollten oder dass sie die Lage nicht mehr unter Kontrolle haben und sogar krasse Menschenrechtsverletzungen erlauben. Letztlich wird Julia Timoschenko zu jemandem wie die Oppositionelle in Birma, Aung San Suu Kyi. Und die Ukraine wird zu einem Land, das von diktatorischer Hand regiert wird. Die Einbindung in die Europäische Union ist so in weite Ferne gerückt."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 25. April 2012
Die ehemalige ukrainische Premierministerin Julia Timoschenko ist laut ihrem Anwalt in den Hungerstreik getreten, um gegen ihre Haftbedingungen zu protestieren. Die EU muss Präsident Viktor Janukowitsch in die Schranken weisen, ohne die Ukraine zu verlieren, verlangt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: » mehr
Die ehemalige ukrainische Premierministerin Julia Timoschenko ist laut ihrem Anwalt in den Hungerstreik getreten, um gegen ihre Haftbedingungen zu protestieren. Die EU muss Präsident Viktor Janukowitsch in die Schranken weisen, ohne die Ukraine zu verlieren, verlangt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Vor allem die östlichen EU-Länder, namentlich Polen, möchten zu Kiew Verbindungen halten, damit das Land nicht wieder in den Einflussbereich Moskaus fällt. Sie dringen darauf, das Assoziations- und Freihandelsabkommen mit der EU ... trotz allem nicht scheitern zu lassen. ... Andere, darunter die Bundesregierung, glauben, angesichts der eklatanten Rechtsverstöße in der Ukraine könne der ohnehin langwierige Prozess bis zur Ratifizierung in allen 27 EU-Ländern nicht einfach fortgesetzt werden. ... Die Janukowitschs kommen und gehen, aber die Ukraine bleibt. Der Assoziationsprozess sollte deshalb auf kleiner Flamme in Gang bleiben, um in Zukunft an ihn anknüpfen zu können. Ebenso richtig ist aber, dass Europa auf die Provokationen Janukowitschs reagieren muss - schon um seine Glaubwürdigkeit zu wahren."
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