Krisenländer setzen auf EZB
Spanien und Italien kommen nur noch schwer an frisches Geld und fordern Anleihenkäufe durch die EZB, um ihre Schulden zu finanzieren. Währungshüter Draghi will diese an harte Bedingungen knüpfen. Doch ist die Euro-Rettung überhaupt Aufgabe der Zentralbank?

Corriere della Sera - Italien | Montag, 10. Juni 2013
Das Bundesverfassungsgericht befasst sich am Dienstag und Mittwoch mit Klagen gegen die umstrittenen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank. Nach Ansicht der Kläger verstößt das EZB-Kaufprogramm gegen das in den EU-Verträgen enthaltene Verbot der direkten Staatsfinanzierung. Europa ist mal wieder dem Gutdünken von Karlsruhe unterworfen, schimpft die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: » mehr
Das Bundesverfassungsgericht befasst sich am Dienstag und Mittwoch mit Klagen gegen die umstrittenen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank. Nach Ansicht der Kläger verstößt das EZB-Kaufprogramm gegen das in den EU-Verträgen enthaltene Verbot der direkten Staatsfinanzierung. Europa ist mal wieder dem Gutdünken von Karlsruhe unterworfen, schimpft die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: "Das Schicksal der Europäischen Integrationspolitik steht auf dem Spiel. Denn in letzter Instanz wird darüber verhandelt, ob sie fallen gelassen wird oder nicht. Sollte das Bundesverfassungsgericht den Klägern Recht geben, wird dies verheerende Folgen haben. ... Doch auch wenn die Chancen für eine Ablehnung der Klage gut stehen, wird Europa vor den Augen aller erneut zur Geisel der deutschen Richter. Das ist eine Anomalie, die sich Europa vielleicht nicht mehr lange leisten kann."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Sonntag, 12. Mai 2013
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat sich einem Bericht des Magazins Der Spiegel zufolge kritisch zu Überlegungen der EZB geäußert, Unternehmen in Euro-Krisenstaaten mit dem Kauf von verbrieften Krediten zu unterstützen. Jetzt wirft Berlin der EZB sogar schon vorbeugend Knüppel zwischen die Beine, schimpft die liberale Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: » mehr
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat sich einem Bericht des Magazins Der Spiegel zufolge kritisch zu Überlegungen der EZB geäußert, Unternehmen in Euro-Krisenstaaten mit dem Kauf von verbrieften Krediten zu unterstützen. Jetzt wirft Berlin der EZB sogar schon vorbeugend Knüppel zwischen die Beine, schimpft die liberale Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Seit Beginn der Euro-Krise hat Deutschland gegen sämtliche Maßnahmen der EZB Widerstand geleistet. Jedes Mal wurden die deutschen Einwände von Fakten widerlegt. ... Jetzt holt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zum Präventivschlag aus, diesmal gegen den Kauf verbriefter Kredite (ABS), über den die EZB noch gar nicht entschieden hat und in dem sie, wenn überhaupt, nicht die Hauptrolle spielen würde. Die EZB wird zur Bad Bank, hallt es in deutschen Medien wider, bevor die Fakten sie wieder einmal Lügen strafen werden."
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Die Welt - Deutschland | Dienstag, 5. März 2013
Die Europäische Zentralbank erwägt laut Medienberichten aus der sogenannten Troika der Euro-Retter mit EU und dem Internationalen Währungsfonds auszusteigen. Das ist auch nötig, wenn die EZB unabhängig bleiben will, meint die konservative Tageszeitung Die Welt: » mehr
Die Europäische Zentralbank erwägt laut Medienberichten aus der sogenannten Troika der Euro-Retter mit EU und dem Internationalen Währungsfonds auszusteigen. Das ist auch nötig, wenn die EZB unabhängig bleiben will, meint die konservative Tageszeitung Die Welt: "Unter dem Strich hat die EZB in der Euro-Krise zu viele Hüte auf. Dass muss selbst diejenigen beunruhigen, die Warnungen vor Gefahren für das Mandat der Preisstabilität für deutsche Hysterie halten. Es geht auch um die demokratische Legitimation: Der EZB-Rat ist inzwischen das wohl mächtigste Gremium der europäischen Finanzpolitik - doch seine 23 Mitglieder hat nie das Volk gewählt. ... Sitzt sie bei den fiskalischen Hilfsmaßnahmen für angeschlagene Länder stets mit am Tisch, liegt es für die Politik nahe, von der EZB nicht nur Expertise, sondern auch Geld einzufordern. Ein Abschied von dieser Rolle würde die Finanzminister schmerzen, das Rettungsgefüge aber nicht zusammenbrechen lassen."
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Top-Thema vom Freitag, 11. Januar 2013
Der EZB-Rat hat in seiner Sitzung am Donnerstag Hoffnungen auf eine weitere Leitzinssenkung enttäuscht. Zentralbank-Chef Mario Draghi bewertete die Wirkung der EZB-Krisenpolitik vorsichtig optimistisch, warnte ... » mehr
Der EZB-Rat hat in seiner Sitzung am Donnerstag Hoffnungen auf eine weitere Leitzinssenkung enttäuscht. Zentralbank-Chef Mario Draghi bewertete die Wirkung der EZB-Krisenpolitik vorsichtig optimistisch, warnte aber davor, bereits das Ende der Krise auszurufen. Europas Reformeifer darf jetzt nicht erlahmen, fordern einige Kommentatoren. Andere warnen davor, dass die Geldschwemme der Zentralbank die Krise verschärft.
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Cinco Días - Spanien | Freitag, 11. Januar 2013
Der Optimismus nach der EZB-Ratssitzung am Donnerstag darf die Regierungen nicht zur Untätigkeit verführen, warnt die linksliberale Tageszeitung Cinco Días: » mehr
Der Optimismus nach der EZB-Ratssitzung am Donnerstag darf die Regierungen nicht zur Untätigkeit verführen, warnt die linksliberale Tageszeitung Cinco Días: "Es scheint offensichtlich, dass der Motor wieder läuft und dass sich die Stabilisierung der Finanzmärkte auch positiv auf die Volkswirtschaften in der Euro-Zone auswirken wird. Doch wie auch der EZB-Chef gesagt hat: Man darf sich jetzt noch nicht hinsetzen und ausruhen. Wir befinden uns immer noch auf vermintem Gebiet, auf dem lauter Risiken lauern, die abhängen vom Warenaustausch, den Preisen und dem Handeln der Politiker - beziehungsweise dem Nicht-Handeln der Regierungen. Denn es wäre ein Fehler zu glauben, dass die von der Krise ausgelösten Strukturreformen bereits umgesetzt sind. Oder dass die Liste der zu lösenden Aufgaben bereits abgearbeitet wäre. Frankfurt erwartet den Beginn des Wiederaufschwungs der Volkswirtschaften in der Euro-Zone noch für dieses Jahr. Aber damit dieser eintritt, muss nicht nur der Marktmotor am Laufen gehalten werden, sondern auch der Reformmotor."
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La Stampa - Italien | Freitag, 11. Januar 2013
Die Entscheidung der EZB, die Realwirtschaft weiterhin mit billigem Geld zu stützen, ist richtig, darf allerdings weder die Nationalstaaten noch die EU-Institutionen dazu verleiten, ihre Reformbemühungen zu vernachlässigen, mahnt die liberale Tageszeitung La Stampa: » mehr
Die Entscheidung der EZB, die Realwirtschaft weiterhin mit billigem Geld zu stützen, ist richtig, darf allerdings weder die Nationalstaaten noch die EU-Institutionen dazu verleiten, ihre Reformbemühungen zu vernachlässigen, mahnt die liberale Tageszeitung La Stampa: "Dank der höheren Liquidität erholen sich die europäischen Finanzmärkte. Die Zinssätze für Staatsanleihen sinken, die Börsenkurse steigen, die Kreditklemme spitzt sich nicht weiter zu. Doch den Optimismus dämpfen zwei Arten von Gefahr: Zum einen könnte der positive Kreislauf zu einem Teufelskreis werden, wenn die Länder die sinkenden Renditen mit einer Rückkehr zur lockeren Haushaltspolitik feierten und ihre Reformen abbrächen. Die Risikoprämien würden wieder steigen, die Angst auf den Märkten zurückkehren, der Euro zerfallen. Zum anderen droht auch auf europäischer Ebene Gefahr: Sollte die Reform der Bankenaufsicht scheitern und sollten sich die neuen Mechanismen der Koordinierung und Integration als wirkungslos erweisen, könnte die europäische Konjunktur erneut abstürzen, wofür dann weniger die Mitgliedstaaten sondern die zentralen EU-Organe verantwortlich wären."
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Corriere del Ticino - Schweiz | Freitag, 11. Januar 2013
EZB-Präsident Mario Draghi hat Spekulationen auf eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank gedämpft. Das wäre auch noch schöner, poltert Ökonom Alfonso Tuor in der liberalen Tageszeitung Corriere del Ticino, verschärft doch die Geldschwemme die Krise statt sie zu lösen: » mehr
EZB-Präsident Mario Draghi hat Spekulationen auf eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank gedämpft. Das wäre auch noch schöner, poltert Ökonom Alfonso Tuor in der liberalen Tageszeitung Corriere del Ticino, verschärft doch die Geldschwemme die Krise statt sie zu lösen: "Es gibt gute Gründe, am Erfolg der expansiven Geldpolitik zu zweifeln. Die Liquiditätsspritze begünstigt in erster Linie das Finanzsystem, das bisher weder saniert noch reformiert worden ist. Mit anderen Worten: Es profitieren die Banken und das Schattenbanksystem. Das Resultat ist deutlich zu sehen. Die Zinsen werden auf Rekordtiefs gedrückt, zum Vorteil der Finanzspekulation und zum Nachteil der kleinen Sparer und der Rentenkassen. Die Börsenkurse steigen, neue Spekulationsblasen zeichnen sich ab. ... Doch selbst wenn diese ausbleiben und die Wirtschaft sich tatsächlich erholt, würde die enorme Geldmenge, die in Umlauf gebracht wurde, die Inflationsrate in die Höhe treiben, was die Banken zwingen würde, die Leitzinsen (mit großer Verspätung) anzuheben - mit dem Ergebnis, dass die Wirtschaft wieder in die Rezession zurückfiele."
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La Tribune - Frankreich | Donnerstag, 10. Januar 2013
Auf einer Pressekonferenz zur Ratssitzung hat EZB-Chef Mario Draghi den neuen Fünf-Euro-Schein vorgestellt, den er auch selbst unterzeichnet hat. Ein weiteres Mal garantiert die EZB für eine stabile Zukunft des Euro, kommentiert die linksliberale Wirtschaftszeitung La Tribune: » mehr
Auf einer Pressekonferenz zur Ratssitzung hat EZB-Chef Mario Draghi den neuen Fünf-Euro-Schein vorgestellt, den er auch selbst unterzeichnet hat. Ein weiteres Mal garantiert die EZB für eine stabile Zukunft des Euro, kommentiert die linksliberale Wirtschaftszeitung La Tribune: "Eines ist sicher: Die offizielle Unterschrift Mario Draghis auf den Scheinen der neuen Serie 'Europa' ist eine weitere symbolische Geste, um den Glauben in die Widerstandsfähigkeit des Euro zu stärken. Die Tatsache, dass der Chef der Zentralbank in gewisser Weise den Wert der Währung garantiert, zeigt zudem, dass die Währungspolitik weiterhin eine zu ernste Angelegenheit ist, um sie den Politikern anzuvertrauen. Ein von Mario unterzeichneter Euro, der für eine Währung steht, die fortbestehen soll, eine Währung, die nicht nur durch die neuen Sicherheitsmerkmale der Scheine sicherer wird - das sind gute Vorzeichen für 2013 und die Zukunft des Euro."
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Cinco Días - Spanien | Mittwoch, 9. Januar 2013
Spanien will auch 2013 nicht komplett unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen, das teilte das Finanzministerium am Dienstag mit. Die Verbesserung der Finanzlage verdankt Spanien vor allem dem Einsatz der EZB, erinnert die linksliberale Wirtschaftszeitung Cinco Días: » mehr
Spanien will auch 2013 nicht komplett unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen, das teilte das Finanzministerium am Dienstag mit. Die Verbesserung der Finanzlage verdankt Spanien vor allem dem Einsatz der EZB, erinnert die linksliberale Wirtschaftszeitung Cinco Días: "Die Entspannung der finanziellen Lage begann für Spanien vor sechs Monaten mit der Ankündigung der EZB, notfalls Anleihen von Ländern in Schwierigkeiten aufzukaufen. Dieser Schachzug von Mario Draghi war ein Wendepunkt, änderte das Verhalten der Märkte und veranlasste eine Reihe ausländischer Investoren zum Kauf spanischer Staatsanleihen. Die Senkung des Zinsaufschlags wurde auch durch die Erwartung begünstigt, dass Spanien Hilfen von Europa in Anspruch nehmen würde - eine Möglichkeit, zu der sich die Regierung niemals eindeutig geäußert hat. Deswegen muss man sich jetzt zurecht fragen, wie die Märkte darauf reagieren werden, dass ein Rettungsantrag ausgeschlossen wird."
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Les Echos - Frankreich | Freitag, 28. Dezember 2012
Der Finanzkrise haben EZB-Chef Mario Draghi und sein US-Kollege Ben Bernanke 2012 Einhalt geboten - nun muss die Politik ihre Hausaufgaben machen und sowohl die Wirtschaftskrise also auch die soziale Krise lösen, mahnt die liberale Wirtschaftszeitung Les Echos: » mehr
Der Finanzkrise haben EZB-Chef Mario Draghi und sein US-Kollege Ben Bernanke 2012 Einhalt geboten - nun muss die Politik ihre Hausaufgaben machen und sowohl die Wirtschaftskrise also auch die soziale Krise lösen, mahnt die liberale Wirtschaftszeitung Les Echos: "Beide Banker haben es verstanden, den kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehenden Investoren eine glaubhafte Perspektive zu vermitteln. Sie haben dadurch die Politiker abgelöst, die ihre finanzpolitischen Hebel nicht länger einsetzen konnten und so in unlösbare Probleme gerieten. ... Es wäre jedoch falsch, die Zentralbanker für Zauberer zu halten. ... Die großen Währungshüter können den Motor der Wirtschaft nicht reparieren - sie können ihm lediglich Brennstoff einspritzen, damit er nicht zum Erliegen kommt. Um es klar zu sagen: Das Ende der Krise auf den Finanzmärkten bedeutet nicht, dass die schweren Zeiten überwunden sind, sondern nur, dass wir etwas mehr Zeit haben, diese zu bewältigen. Es ist nun Aufgabe der Politiker, diese Zeit zu nutzen, dringend nötige Reformen umzusetzen und das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen."
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El País - Spanien | Donnerstag, 6. Dezember 2012
Die Verhandlungen der EU-Finanzminister über eine europäische Bankenaufsicht sind am Dienstag ergebnislos auf die kommende Woche vertagt worden. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte sich gegen die EZB als alleinige Kontrollinstanz ausgesprochen. Die linksliberale Tageszeitung El País wirft Deutschland ebenso wie Großbritannien vor, mit ihren Sonderwünschen die Lösung der Bankenkrise zu gefährden: » mehr
Die Verhandlungen der EU-Finanzminister über eine europäische Bankenaufsicht sind am Dienstag ergebnislos auf die kommende Woche vertagt worden. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte sich gegen die EZB als alleinige Kontrollinstanz ausgesprochen. Die linksliberale Tageszeitung El País wirft Deutschland ebenso wie Großbritannien vor, mit ihren Sonderwünschen die Lösung der Bankenkrise zu gefährden: "Europa muss an der Idee einer zentralen Kontrollinstitution festhalten, die für alle Banken und Kassen gilt, so wie es sich für einen gemeinsamen Markt gehört. Es ist offensichtlich, dass diese Kontrollinstanz die Europäische Zentralbank sein muss, weil sie der größte Kreditgeber der Banken der Euro-Zone ist. Wenn Deutschland und Großbritannien weiter auf ihren Verzögerungen und Sonderregeln beharren, die den Geltungsbereich der künftigen Aufsicht beschneiden, muss man diese Haltung als Vorwort zu einem Scheitern der Bankenunion und deren wichtigstem Ziel begreifen: der Suche nach einem gemeinsamen Mechanismus zur Überwindung der Bankenkrise."
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Expansión - Spanien | Montag, 29. Oktober 2012
Mario Draghi ist seit dem 1. November 2011 Chef der Europäischen Zentralbank. Die konservative Wirtschaftszeitung Expansión stellt ihm für sein erstes Jahr im Amt ein hervorragendes Zeugnis aus: » mehr
Mario Draghi ist seit dem 1. November 2011 Chef der Europäischen Zentralbank. Die konservative Wirtschaftszeitung Expansión stellt ihm für sein erstes Jahr im Amt ein hervorragendes Zeugnis aus: "Von seinem Vorgänger Jean-Claude Trichet hatte er eine sehr vertrackte Situation übernommen. Denn zur Schuldenkrise Griechenlands, Irlands und Portugals gesellten sich 2011 durch die kritische Lage in Italien und Spanien weitere Probleme dazu. In seinem ersten Jahr musste Draghi auf Krisen reagieren, wie es sie bis dato noch nicht gegeben hatte. Die zunehmende Schwäche der peripheren Volkswirtschaften bedrohte sogar die Existenz des Euros. Darauf reagierte Draghi mit großem Pragmatismus und bemerkenswertem diplomatischen Geschick. So konnte er das Hauptziel der EZB - die Preisstabilität im Euro-Raum - mit Maßnahmen kombinieren, die den Ländern mit Finanzierungsproblemen zunächst Entlastung und dann eine Lösung bringen könnten."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Donnerstag, 25. Oktober 2012
EZB-Chef Mario Draghi hat am Mittwoch im deutschen Parlament den Kurs der Zentralbank in der Euro-Krise entschieden verteidigt. Der Widerstand Berlins ließ Draghi zwar keine andere Wahl, doch rechtens ist der Auftritt im Bundestag nicht, kritisiert die liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: » mehr
EZB-Chef Mario Draghi hat am Mittwoch im deutschen Parlament den Kurs der Zentralbank in der Euro-Krise entschieden verteidigt. Der Widerstand Berlins ließ Draghi zwar keine andere Wahl, doch rechtens ist der Auftritt im Bundestag nicht, kritisiert die liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Draghi hat wieder einmal entschieden, pragmatisch zu handeln. Doch eigentlich muss die EZB per Gesetz nur dem Europäischen Parlament Rechenschaft ablegen, nicht aber den nationalen Parlamenten. ... Dass einem einzelnen nationalen Parlament eine besondere Rolle eingeräumt wird, ist eine Verletzung der institutionellen Struktur der Europäischen Gemeinschaft, ohne die jede Übertragung von Souveränität an eine gemeinschaftliche Institution hinfällig wird. Es gibt keinen Grund, weshalb der Bundestag mehr Rechte haben sollte als etwa das italienische oder das slowakische Parlament. Pragmatismus heißt, die Macht der Realität begreifen, doch sollte man darauf achten, sich nicht der Realität der Macht zu beugen."
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Protagon - Griechenland | Dienstag, 23. Oktober 2012
Der griechische Finanzminister Giannis Stournaras hat am Montag damit gedroht, dass viele Menschen hungern müssten, sollte das Land die nächste Kredittranche des Hilfspakets nicht bekommen. Der Ökonom Giannis Varoufakis ist im Webportal Protagon gegenteiliger Meinung und argumentiert, dass es Griechenland und Europa ohne die Kredite viel besser ginge: » mehr
Der griechische Finanzminister Giannis Stournaras hat am Montag damit gedroht, dass viele Menschen hungern müssten, sollte das Land die nächste Kredittranche des Hilfspakets nicht bekommen. Der Ökonom Giannis Varoufakis ist im Webportal Protagon gegenteiliger Meinung und argumentiert, dass es Griechenland und Europa ohne die Kredite viel besser ginge: "Es wäre wünschenswert, wenn wir nicht nur diese, sondern auch die nächsten Tranchen nicht erhielten - und wenn sie uns auch die vorigen nicht gegeben hätten. Da sie uns nicht aus der Euro-Zone rauswerfen können, wären sie eigentlich gezwungen, wirklich etwas gegen die Krise zu tun - nicht nur in Griechenland, sondern auch in anderen Ländern der Euro-Zone. Wenn sie uns die Tranchen verweigern, wäre die Europäische Zentralbank gezwungen, eine Lösung sowohl für die Bankensysteme als auch für die Finanzierung der Mitglieder der Euro-Zone zu finden, außerhalb der Logik der Kredite. Das Ergebnis wäre das Ende der Krise von Griechenland bis Irland und von Spanien bis in den Osten Deutschlands."
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Diário Económico - Portugal | Dienstag, 9. Oktober 2012
Rund einen Monat nach der Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi, unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen, hat die Zentralbank noch keine einzige Anleihe von Portugal erworben. Nachdem Draghi gegenüber Journalisten die Gründe dafür erläuterte, versteht Pedro Carvalho in der liberalen Wirtschaftszeitung Diário Económico die Welt nicht mehr: » mehr
Rund einen Monat nach der Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi, unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen, hat die Zentralbank noch keine einzige Anleihe von Portugal erworben. Nachdem Draghi gegenüber Journalisten die Gründe dafür erläuterte, versteht Pedro Carvalho in der liberalen Wirtschaftszeitung Diário Económico die Welt nicht mehr: "Er erklärte, dass Länder, die noch unter dem Rettungsschirm sind, erst durch Anleihekäufe unterstützt würden, wenn sie wieder vollen Zugang zu den Märkten haben. [Portugal hat bislang nur durch positive Anleiheauktionen seine Rückkehr an die Märkte getestet.] ... Habe ich das jetzt richtig verstanden? Wir brauchen die EZB, um 2013 wieder an die Märkte zu gelangen - aber die EZB wird uns erst helfen, wenn wir es schon geschafft haben? Spinnen jetzt alle? Draghis Aussagen zeigen, dass das neue Programm nicht für periphere Länder wie Portugal, Griechenland und Irland entwickelt wurde; nein, es ist maßgeschneidert für Spanien und Italien. Es zeigt außerdem, dass alle Sparmaßnahmen, die Portugal auf die Schnelle und im Namen einer vorzeitigen Rückkehr unternimmt, am Misstrauen der Investoren und an der Abwesenheit einer Zentralbank scheitern können."
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Corriere del Ticino - Schweiz | Freitag, 5. Oktober 2012
Der EZB-Chef Mario Draghi hat auf der auswärtigen Ratssitzung der Zentralbank im slowenischen Lubljana am Donnerstag das umstrittene Programm zum Ankauf von Anleihen kriselnder Euro-Länder bestätigt. Zugleich mahnte er, dass die EZB das Handeln von Regierungen nicht ersetzen könne. Damit hat er laut der liberalen Tageszeitung Corriere del Ticino völlig Recht: » mehr
Der EZB-Chef Mario Draghi hat auf der auswärtigen Ratssitzung der Zentralbank im slowenischen Lubljana am Donnerstag das umstrittene Programm zum Ankauf von Anleihen kriselnder Euro-Länder bestätigt. Zugleich mahnte er, dass die EZB das Handeln von Regierungen nicht ersetzen könne. Damit hat er laut der liberalen Tageszeitung Corriere del Ticino völlig Recht: "Mario Draghi will mit seinen Worten nicht den Regierungen den Schwarzen Peter zuschieben, er fordert nur mehr Einsatz. … Denn der von der EZB aufgespannte Rettungsschirm hat sich zwar bisher positiv ausgewirkt, doch die politischen und wirtschaftlichen Probleme der Krise sind nicht gelöst. Deshalb dürfen die Regierungen auf keinen Fall die Hände in den Schoß legen und von der EZB erwarten, dass sie die Sache schon richten wird. ... Die Mahnung gilt jedoch nicht nur den klammen Ländern, sondern auch Deutschland und den anderen Ländern Nordeuropas, die hinter dem Sparkurs stehen. Sie dürfen es nicht allein der EZB anheimstellen, Druck auf die Krisenländer auszuüben, damit sie die Sanierungsmaßnahmen auch umsetzen."
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Corriere del Ticino - Schweiz | Mittwoch, 26. September 2012
Im Fall einer Fristverlängerung der Geldgeber für die Umsetzung vereinbarter Reformen braucht Griechenland schätzungsweise 13 bis 15 Milliarden Euro mehr als bisher vorgesehen. Diese Finanzierungslücke will das Land laut Finanzminister Yannis Stournaras schließen, ohne die europäischen Steuerzahler zu belasten. Das ist der Erfolg der lockeren Geldpolitik: » mehr
Im Fall einer Fristverlängerung der Geldgeber für die Umsetzung vereinbarter Reformen braucht Griechenland schätzungsweise 13 bis 15 Milliarden Euro mehr als bisher vorgesehen. Diese Finanzierungslücke will das Land laut Finanzminister Yannis Stournaras schließen, ohne die europäischen Steuerzahler zu belasten. Das ist der Erfolg der lockeren Geldpolitik: Reicht man den Schuldenländern den kleinen Finger, greifen sie nach der ganzen Hand, empört sich die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Kaum hat die EZB Stützungskäufe angekündigt, da bittet Athen um den nächsten Aufschub. Auch Portugal will mehr Zeit. Spanien, das die Beantragung weiterer Hilfen zu planen schien, zögert jetzt [aus Angst vor den Auflagen], und auch in Italien werden immer mehr Stimmen für eine weniger rigorose Haushaltssanierung laut. Sollten die Länder am Kurs der Aufschübe und Verwässerungen festhalten, würden sie einen weiteren schwerwiegenden Fehler begehen. ... Und Berlin - als Hauptvertreter des Sparkurses in Europa - würde seinerseits einen Fehler begehen, wenn es den Gesuchen der klammen Länder stattgäbe."
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Corriere del Ticino - Schweiz | Freitag, 21. September 2012
Die EZB, die US-Notenbank Federal Reserve und die japanische Notenbank haben jüngst entschieden, zur Krisenbewältigung große Mengen Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Doch von dieser Geldpolitik profitieren wieder nur die großen Finanzakteure, bedauert die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: » mehr
Die EZB, die US-Notenbank Federal Reserve und die japanische Notenbank haben jüngst entschieden, zur Krisenbewältigung große Mengen Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Doch von dieser Geldpolitik profitieren wieder nur die großen Finanzakteure, bedauert die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "In Wahrheit ist diese Form der Geldpolitik nicht neutral und kommt nicht den sozial schwachen Schichten zugute. Die Geldschwemme belohnt die Banken, die sich zu niedrigen Zinsen finanzieren können, die großen Finanzgesellschaften, die mit billigem Kapital spekulieren können, sowie die verschuldeten Wirtschaftsakteure. Bestraft wird hingegen der kleine Mann, der vorsichtige Sparer. … Zudem begünstigt diese Geldpolitik neue Spekulationsblasen, ohne sich positiv auf die Realwirtschaft auszuwirken und ohne die Bedingungen für solides Wachstum zu schaffen. Folglich handelt es sich nur um ein weiteres Experiment, das kaum bei einem der Hauptprobleme der Krise ansetzt: bei der ungleichen Einkommensverteilung."
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Dziennik Gazeta Prawna - Polen | Dienstag, 18. September 2012
Die Finanzmärkte haben seit der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, um bis zu sechs Prozent zugelegt. Dennoch werden die Euro-Länder langfristig um schmerzhafte Reformen wohl nicht herumkommen, analysiert der Vorsitzende der Polnischen Vereinigung der Ökonomen TEP, Ryszard Petru, in der konservativen Tageszeitung Dziennik Gazeta Prawna: » mehr
Die Finanzmärkte haben seit der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, um bis zu sechs Prozent zugelegt. Dennoch werden die Euro-Länder langfristig um schmerzhafte Reformen wohl nicht herumkommen, analysiert der Vorsitzende der Polnischen Vereinigung der Ökonomen TEP, Ryszard Petru, in der konservativen Tageszeitung Dziennik Gazeta Prawna: "Während die Politiker ihre Maßnahmen nur langsam und nicht richtig umsetzen, ist EZB-Präsident Draghi momentan der einzige, der sich für die gesamte Euro-Zone verantwortlich fühlt. Doch hat er damit das Problem der Länder - die hohen Zinsen auf Staatsanleihen - nur kurzfristig gelöst. ... Diese Maßnahmen sind letztlich nicht tragfähig. Nach wie vor gibt es hohe Haushaltsdefizite in den Ländern. Dabei haben selbst die größten Anhänger dieser Art von Eingriffen immer wieder betont, dass Draghi damit den Politikern nur mehr Zeit für ihre Reformen gegeben hat. Wir wissen noch nicht, wie viel Zeit und zu welchem Preis. Es wäre interessant zu wissen, ob die europäischen Politiker sich dessen überhaupt bewusst sind."
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Imerisia - Griechenland | Montag, 10. September 2012
Griechenland steht nach der EZB-Entscheidung zum Staatsanleihenkauf plötzlich mit viel besseren Karten da, freut sich die Wirtschaftszeitung Imerisia: » mehr
Griechenland steht nach der EZB-Entscheidung zum Staatsanleihenkauf plötzlich mit viel besseren Karten da, freut sich die Wirtschaftszeitung Imerisia: "Die Intervention von EZB-Chef Mario Draghi hat die Situation für Athen verändert. Sie bringt uns zwar nicht einem Zauberstab gleich zurück in das Jahr 2009, als die Krise noch nicht angefangen hatte. Doch es ist eben so, dass die andauernde Ungewissheit darüber, ob unser Land in der Euro-Zone bleibt oder nicht, die ganze Situation höchst instabil gemacht hat. Und nun zielen die Maßnahmen des EZB-Chefs eben genau darauf, diese Instabilität zu verringern. … Die politische und soziale Stabilisierung Griechenlands ist für Draghi, Hollande, Monti und Rajoy eine große Herausforderung. Denn Griechenland ist ein kleiner Stein in einem großen Gebilde, und wenn er entfernt wird, könnte das ganze Haus einstürzen."
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Der Spiegel - Deutschland | Sonntag, 9. September 2012
Das Bundesverfassungsgericht entscheidet am Mittwoch, ob der dauerhafte Rettungsschirm ESM mit der deutschen Verfassung vereinbar ist. Doch diese Entscheidung ist nur Makulatur, weil in Europa längst EZB-Chef Mario Draghi das Sagen hat, schreibt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel und kritisiert die ambivalente Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel: » mehr
Das Bundesverfassungsgericht entscheidet am Mittwoch, ob der dauerhafte Rettungsschirm ESM mit der deutschen Verfassung vereinbar ist. Doch diese Entscheidung ist nur Makulatur, weil in Europa längst EZB-Chef Mario Draghi das Sagen hat, schreibt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel und kritisiert die ambivalente Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Sie unterstützt sowohl den EZB-Präsidenten als auch dessen Kritiker [Bundesbank-Chef] Weidmann. Insgeheim kommt Merkel Draghis Programm gerade recht, denn für weitere Euro-Hilfsprogramme fände die Kanzlerin im Bundestag wohl keine Mehrheit. Und deshalb sagt auch sie, die EZB bewege sich im Rahmen ihres Mandats. Würde sie etwas anderes sagen, müsste sie handeln. Sie könnte etwa vor dem Europäischen Gerichtshof eine Nichtigkeitsklage gegen den EZB-Beschluss erheben. Auch der Bundestag könnte die Regierung durch einen Entschließungsantrag zu solch einer Klage auffordern - und sie damit zwingen, Farbe zu bekennen. Doch wo kein Kläger ist, gibt es keinen Richter. Solange das so bleibt, ist Mario Draghi der mächtigste Mann Europas, unbehelligt von Gerichten und Parlamenten."
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Blog Gavin Hewitt's Europe - Großbritannien | Sonntag, 9. September 2012
Die Entscheidung der EZB, in unbegrenztem Umfang Anleihen kriselnder Euro-Staaten aufzukaufen, bedeutet für Spanien einen wertvollen Zeitgewinn, analysiert Europa-Redakteur Gavin Hewitt auf seinem Blog bei der BBC: » mehr
Die Entscheidung der EZB, in unbegrenztem Umfang Anleihen kriselnder Euro-Staaten aufzukaufen, bedeutet für Spanien einen wertvollen Zeitgewinn, analysiert Europa-Redakteur Gavin Hewitt auf seinem Blog bei der BBC: "Für Madrid ist es nun entscheidend, jedwede Rettungsaktion zu vermeiden, die weitere strenge Auflagen mit sich bringen würde. ... Auch Handelsminister Jaime García-Legaz argumentierte, dass Spanien keine weitere Hilfe benötige. Denn die Exporte an Länder außerhalb der Euro-Zone seien gestiegen, die Löhne wieder wettbewerbsfähig und auch ein Leistungsbilanzüberschuss sei bald wieder erreicht. Für ihn gibt es also genug gute Neuigkeiten, die es rechtfertigen, nun eine Pause einzulegen, bevor Spanien gegebenenfalls erneut um Hilfe bittet. Das ist ein entscheidender Moment der Euro-Krise. Die EZB hat ihren größten Trumpf gespielt und kauft sich so eindeutig Zeit. Doch man sollte darüber nicht vergessen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Euro-Zone in den kommenden Monaten weiter verschlechtern wird und die Hoffnung auf einen Wendepunkt weiterhin ein zartes Pflänzchen ist."
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Top-Thema vom Freitag, 7. September 2012
Die EZB hat am Donnerstag beschlossen, mit dem unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen finanzschwache Euro-Länder zu stützen, sofern sich diese den Auflagen der Euro-Rettungsfonds unterwerfen. Befürworter ... » mehr
Die EZB hat am Donnerstag beschlossen, mit dem unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen finanzschwache Euro-Länder zu stützen, sofern sich diese den Auflagen der Euro-Rettungsfonds unterwerfen. Befürworter der Entscheidung jubeln, dass endlich eine EU-Institution eine wirksame Maßnahme gegen die Schuldenkrise ergreift. Kritiker bemängeln, dass die EZB unsolides Wirtschaften belohnt und ihre Kompetenzen auf untragbare Weise überschreitet.
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Jornal de Negócios - Portugal | Freitag, 7. September 2012
Mario Draghi hat endlich schwere Geschütze auffahren lassen, freut sich die wirtschaftsliberale Tageszeitung Jornal de Negócios und feiert den EZB-Präsidenten: » mehr
Mario Draghi hat endlich schwere Geschütze auffahren lassen, freut sich die wirtschaftsliberale Tageszeitung Jornal de Negócios und feiert den EZB-Präsidenten: "Gestern waren Trompeten zu hören. Es wurde gefeiert. ... Was die EZB gemacht hat, hat sie gut gemacht. Heute, immer noch verkatert, geht es zurück an die Front. Das Spardiktat geht weiter. Der Krieg läuft immer noch, aber die Generäle haben eindeutig die schwere Artillerie kommen lassen. Die Erfahrung von mehreren Jahren Frustration mahnt zur Vorsicht bei der Analyse. Vor allem, weil es noch zu viele Unwägbarkeiten gibt. ... Die gute Nachricht ist, dass es vielleicht nicht schlimmer wird. Die Finanzmärkte werden endlich ein Gegengewicht auf dem Markt haben: den bodenlosen Geldbeutel der EZB. ... Für Portugal könnte das eine ausgezeichnete Nachricht sein. ... Grazie Mario, weil du das tust, was die anderen unterlassen: deine Pflicht!"
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Il Sole 24 Ore - Italien | Freitag, 7. September 2012
Endlich gibt die EZB dem Euro eine solide Grundlage, jubelt die liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore, gibt aber zu bedenken, dass die strengen Auflagen das Hilfsprogramm lähmen könnten, was dem einzigen Gegner des Programms in die Hände spielen würde: » mehr
Endlich gibt die EZB dem Euro eine solide Grundlage, jubelt die liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore, gibt aber zu bedenken, dass die strengen Auflagen das Hilfsprogramm lähmen könnten, was dem einzigen Gegner des Programms in die Hände spielen würde: "Draghi hat gestern nicht nur die Versäumnisse mangelhafter Europa-Politik der letzten drei Jahre wettgemacht, sondern einen neuen Grundstein gelegt, um der Einheitswährung eine solidere Struktur zu verleihen und ihr eine glaubwürdige und stabile Zukunft zu gewährleisten. Jetzt sind die Regierungen an der Reihe. ... Doch paradoxerweise wollen Krisenstaaten das europäische Auffangnetz jetzt, da es aufgespannt ist, nur widerwillig nutzen, aus Furcht vor den harten Bedingungen, die mit ihm verknüpft sind. Vielleicht war es aber auch Absicht, die klammen Länder mit der Drohung, unter europäische Aufsicht gestellt zu werden, zu den notwendigen Reformen und Haushaltskorrekturen zu bewegen. ... Letztlich war dies genau die Hoffnung Deutschlands: Dass es seine Partner zum Sparen zwingt und dadurch auf die europäische Solidarität und eine Aufstockung des Rettungsfonds verzichten kann."
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Alle verfügbaren Texte von » Adriana Cerretelli
Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 7. September 2012
Eine Euro-Gemeinschaft, die auf immer neuem Vertragsbruch beruht, steht auf einem labilen Fundament, warnt die linksliberale Süddeutsche Zeitung mit Blick auf die EZB-Entscheidung: » mehr
Eine Euro-Gemeinschaft, die auf immer neuem Vertragsbruch beruht, steht auf einem labilen Fundament, warnt die linksliberale Süddeutsche Zeitung mit Blick auf die EZB-Entscheidung: "Eine Euro-Rettung um jeden Preis kann wirtschaftlich ein Desaster sein; das ist die eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf. Die andere Grenze ist das Recht: Niemals in einer Rechtsgemeinschaft darf der Zweck alle Mittel heiligen. ... Die Geschichte der vergangenen drei Euro-Rettungsjahre ist eine Geschichte der Vertragsbrüche - nun soll es so weitergehen? Erst recht nicht ist akzeptabel, dass die EZB sich zur heimlichen, oder genauer: zur unheimlichen Herrscherin in Europa aufschwingt. Es kann und darf nicht sein, dass eine demokratisch nicht legitimierte Institution die Lebensverhältnisse in Europa bestimmt. Dass es in letzter Konsequenz egal sein wird, was das höchste deutsche Gericht in der kommenden Woche urteilt, und was der Bundestag beschließt: Wenn der EZB Urteile und Gesetzgebung nicht passen, dann druckt sie einfach Geld. Eine unerträgliche Vorstellung."
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Alle verfügbaren Texte von » Marc Beise
La Vanguardia - Spanien | Freitag, 7. September 2012
EZB-Chef Draghi hat am Donnerstag klargestellt, dass die Zentralbank nur Anleihen von Krisenländern kaufen wird, die sich der strikten Kontrolle der Euro-Rettungsfonds unterwerfen. Doch was passiert, wenn sich Staaten nicht an die Verpflichtungen halten, ist nach Ansicht der der liberalen Tageszeitung La Vanguardia unklar: » mehr
EZB-Chef Draghi hat am Donnerstag klargestellt, dass die Zentralbank nur Anleihen von Krisenländern kaufen wird, die sich der strikten Kontrolle der Euro-Rettungsfonds unterwerfen. Doch was passiert, wenn sich Staaten nicht an die Verpflichtungen halten, ist nach Ansicht der der liberalen Tageszeitung La Vanguardia unklar: "Es bleiben wichtige Aspekte zu klären. Zum Beispiel die Frage, was mit den Stützungskäufen der EZB passiert, wenn ein davon profitierendes Land die Auflagen nicht einhält. Oder wenn es nicht in der Lage ist, seine finanzielle Situation zu normalisieren. Draghi müsste dann den Hahn zudrehen (so wie er gestern versicherte), was erneut zu Zweifeln an der Zukunft der Gemeinschaftswährung führen würde. Oder er müsste die Verpflichtungen aufweichen. Das ist eine Frage, die man sich später stellen muss, wenn klar ist, ob der EZB-Plan ausreicht, um die Euro-Zone von ihrer Krise zu befreien oder nicht."
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Libération - Frankreich | Freitag, 7. September 2012
Endlich kann die Euro-Rettung beginnen, jubelt die linksliberale Tageszeitung Libération: » mehr
Endlich kann die Euro-Rettung beginnen, jubelt die linksliberale Tageszeitung Libération: "Seit vier Jahren ähnelt die Euro-Rettung einem Film, von dem man immer nur den Trailer zu sehen bekommt: Sie wurde tausend Mal versprochen und auf die Agenda gesetzt, aber immer wieder verschoben. Ob dieser 6. September 2012 in die Geschichte eingehen wird, kann man noch nicht sagen. Aber möglich ist es. Das in Frankfurt war kein 'schwarzer Donnerstag', sondern ein Tag der Hoffnung oder vielmehr der unendlichen Erleichterung. ... In der Wirtschaft sind es die Zentralbanken, die über die Macht der Abschreckung verfügen. Aber sie müssen sie auch benutzen wollen. Dieses Mal ist die Botschaft klar: Wer auch immer 'grundlos' gegen eines der Länder der Euro-Zone spekuliert, muss mit sofortigen Verlusten rechnen. Die Gemeinschaftswährung wird nicht länger von einem Bollwerk aus Papier geschützt, sondern von einer Finanzmacht, die quasi atomar bewaffnet ist."
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Alle verfügbaren Texte von » Vincent Giret
Hospodárske noviny - Slowakei | Freitag, 7. September 2012
Wenn die EZB Ländern, die unsolide wirtschaften, unter die Arme greift, hat das mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun, kritisiert die Wirtschaftszeitung Hospodárske noviny: » mehr
Wenn die EZB Ländern, die unsolide wirtschaften, unter die Arme greift, hat das mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun, kritisiert die Wirtschaftszeitung Hospodárske noviny: "'Macht, was Ihr wollt, und wenn es schief geht, werden wir Euch helfen' - so kann man die Entscheidung der EZB übersetzen. Die Reaktion der Märkte war nur logisch: Eitel Sonnenschein und kräftige Zuwächse. ... Draghis Entscheidung kann zwar zu einer Beruhigung der Situation in der Euro-Zone beitragen. Denn immerhin gab es zuvor reichlich Beschwerden, dass weder die Politiker noch die EZB etwas gegen die Krise unternehmen. ... Länder wie die Slowakei jedoch, die sparsam und vergleichsweise verantwortungsbewusst wirtschaften, könnten sich von der EZB betrogen fühlen. Der Kapitalismus wird gern als Marktwirtschaft bezeichnet. Wenn aber die Finanzmärkte unverantwortlich handelnde Staaten abstrafen und die EZB dann für diese in die Bresche springt, kann man von Marktwirtschaft nur noch träumen."
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Alle verfügbaren Texte von » Ivan Szabó
Politiken - Dänemark | Freitag, 7. September 2012
Der unbegrenzte Aufkauf der Anleihen von Krisenstaaten verschafft der Euro-Zone lediglich etwas Luft, meint die linksliberale Tageszeitung Politiken und fordert die Politiker zu entschlossenem Handeln auf: » mehr
Der unbegrenzte Aufkauf der Anleihen von Krisenstaaten verschafft der Euro-Zone lediglich etwas Luft, meint die linksliberale Tageszeitung Politiken und fordert die Politiker zu entschlossenem Handeln auf: "Vor allem muss daran erinnert werden, dass 'Super-Mario' vielleicht auf lange Sicht den Euro retten kann, nicht aber die europäische Wirtschaft, die sich in einer tiefen Rezession befindet. Für eine Rettung der Wirtschaft müssten die europäischen Politiker ihr Augenmerk wieder mehr auf Wachstum als auf Sparen richten. Und da sind die Aussichten düster für Europa. Europa, [das Nicht-Euro-Land] Dänemark mit inbegriffen, befindet sich in einem Teufelskreis, der sich durch die ständigen Sparpläne der EU-Länder nur verschlimmert. Damit die Wirtschaft wieder wächst, braucht es Supermänner und -frauen, die neue Wege gehen. Von dieser Führungsqualität ist bislang aber noch nichts zu sehen."
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Večer - Slowenien | Freitag, 7. September 2012
Am Ende des Tages werden die Bürger der Krisenstaaten unter der EZB-Entscheidung vom Donnerstag zu leiden haben, kritisiert die konservative Tageszeitung Večer: » mehr
Am Ende des Tages werden die Bürger der Krisenstaaten unter der EZB-Entscheidung vom Donnerstag zu leiden haben, kritisiert die konservative Tageszeitung Večer: "Bankenchefs und Spekulanten haben nun neuen Treibstoff für die Fortsetzung ihres Spiels bekommen. Das hat der EZB-Chef Mario Draghi nach der Sitzung natürlich nicht gesagt. Doch hat er darauf hingewiesen, dass die Bürger der Länder, deren Staatsanleihen die EZB kaufen wird, noch krassere Sparauflagen erdulden müssen. ... Die Notenpresse zur Herstellung neuer Euro-Scheine, mit denen sich die Bankenchefs und Spekulanten bereichern werden, wird mit Volldampf arbeiten. Unternehmen, die eigentlich neue Arbeitsplätze schaffen sollten, werden ihre Produktion verringern und ihre Beschäftigten entlassen. Was die Bürger betrifft, so werden für diese nur Arbeitslosigkeit und Armut zunehmen und somit steigt auch die Gefahr der Explosion einer sozialen Bombe."
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Alle verfügbaren Texte von » Darja Kocbek
Diário de Notícias - Portugal | Donnerstag, 6. September 2012
Auf die EZB-Ratssitzung am heutigen Donnerstag blickt die liberal-konservative Tageszeitung Diário de Notícias mit Spannung voraus, denn es könnte sein, dass dort gegen den Willen des übermächtigen Deutschlands massive Markteingriffe beschlossen werden: » mehr
Auf die EZB-Ratssitzung am heutigen Donnerstag blickt die liberal-konservative Tageszeitung Diário de Notícias mit Spannung voraus, denn es könnte sein, dass dort gegen den Willen des übermächtigen Deutschlands massive Markteingriffe beschlossen werden: "Die Erwartungen sind wie immer übertrieben groß. ... Aber es gibt auch einen Grund dafür. ... Deutschland stemmt sich mit aller politischen wie wirtschaftlichen Kraft gegen eine zu laxe und pro-inflationäre Orientierung der EZB. ... Der Kauf von Anleihen stark angeschlagener Euro-Staaten ist den Deutschen ein Gräuel. ... Auch mit der Bankenunion kommt man nicht voran, weil Merkel und Schäuble der EZB nicht die Macht gewähren wollen, über alle Banken in Europa zu wachen. ... Sicher, Deutschland will mehr und ein besseres Europa. Aber eines, das seinen Regeln entspricht, wie es sie mit genauester Präzision vor der globalen Krise an sich selbst angewandt hat. Und das tut Deutschland mit dem sich abzeichnenden Erfolg desjenigen, der aus dieser Krise gestärkt hervortreten und den anderen mit Nachdruck seine Vorschriften aufzwingen will."
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Top-Thema vom Mittwoch, 5. September 2012
Der EZB-Rat berät am Donnerstag über den Kauf weiterer Staatsanleihen durch die Zentralbank. Damit soll der Zinsdruck für die angeschlagenen Euro-Länder gesenkt werden. Einige Kommentatoren ... » mehr
Der EZB-Rat berät am Donnerstag über den Kauf weiterer Staatsanleihen durch die Zentralbank. Damit soll der Zinsdruck für die angeschlagenen Euro-Länder gesenkt werden. Einige Kommentatoren fordern, dass die EZB die Anleihen sogar direkt von den Staaten kaufen sollte. Andere bezweifeln, dass sich mit solchen Maßnahmen die Finanzkrise langfristig eindämmen lässt.
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 5. September 2012
Die EZB kann dauerhaft nichts gegen die Finanzkrise ausrichten, das hat die Vergangenheit gezeigt, bemerkt die linksliberale Süddeutsche Zeitung und argumentiert gegen die Finanzierung von Staatsanleihen durch die Zentralbank: » mehr
Die EZB kann dauerhaft nichts gegen die Finanzkrise ausrichten, das hat die Vergangenheit gezeigt, bemerkt die linksliberale Süddeutsche Zeitung und argumentiert gegen die Finanzierung von Staatsanleihen durch die Zentralbank: "Ja, die EZB kann auf Knopfdruck so viel Geld in Umlauf bringen, wie sie mag. Aber nein, bislang hat selbst dieses besondere Privileg, Geld zu drucken, kaum etwas genützt. Nun also der nächste Versuch. ... Das frische Geld aus der Notenpresse birgt Risiken. Da ist natürlich die Inflationsgefahr, die vielen Milliarden treiben die Preise nach oben. Da ist die Verlustgefahr: Wenn etwa Italien die Euro-Zone verlässt, sitzt die EZB auf ausfallgefährdeten Staatsanleihen. Dafür haftet der [deutsche] Steuerzahler mit 27 Prozent. Hat der Bundestag darüber abgestimmt? Nein. ... Wenn Politiker die Euro-Zone retten möchten, sollen sie es selbst tun, nach Rücksprache mit der Bevölkerung. Es gibt da viele Möglichkeiten, von der Einführung der Euro-Bonds bis hin zum Schuldentilgungspakt. Der EZB-Joker ist reizvoll, doch wird leicht vergessen, dass er auf lange Sicht nicht sticht."
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Avvenire - Italien | Mittwoch, 5. September 2012
Die Aussicht auf Stützungskäufe der EZB hat am Dienstag das Interesse an kurz laufenden Anleihen aus Spanien und Italien angefacht, die Renditen fielen deutlich. Die Reaktion des Finanzmarkts zeigt, dass Zentralbankchef Mario Draghi gut daran tut, an dem Anleihenkaufprogramm festzuhalten, meint die katholische Tageszeitung Avvenire und fordert, dass die Käufe sich nicht auf den Sekundärmarkt beschränken sollten: » mehr
Die Aussicht auf Stützungskäufe der EZB hat am Dienstag das Interesse an kurz laufenden Anleihen aus Spanien und Italien angefacht, die Renditen fielen deutlich. Die Reaktion des Finanzmarkts zeigt, dass Zentralbankchef Mario Draghi gut daran tut, an dem Anleihenkaufprogramm festzuhalten, meint die katholische Tageszeitung Avvenire und fordert, dass die Käufe sich nicht auf den Sekundärmarkt beschränken sollten: "Bei beiden zur Diskussion stehenden Optionen [Anleihenkäufe mit oder ohne festgesetzte Zinsobergrenze] könnte der finanzielle Einsatz der EZB auf dem Sekundärmarkt extrem hoch und zermürbend sein. ... Der beste Vorschlag ist und bleibt unserer Meinung nach, direkt auf dem Primärmarkt zu einem festen Zinssatz Anleihen von Spanien und Italien zu kaufen und diese über eine gewissen Zeitraum (zwei Jahre?) zu halten. Eine Verpflichtung, die hinfällig wird, sobald beide Länder die Auflagen zur Haushaltsdisziplin und zur Ankurbelung der Wirtschaft nicht einhalten. Diese Strategie beansprucht erstens weniger Mittel und zweitens verringert sie das Risiko des Kapitalverlusts für die EZB deutlich."
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ABC - Spanien | Mittwoch, 5. September 2012
Am Donnerstag wird sich die EZB zu möglichen Aufkäufen von Staatsanleihen äußern, gleichzeitig reist Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Madrid. Ein entscheidender Tag für Europa, hebt die konservative Tageszeitung ABC hervor, zweifelt aber daran, dass die wichtigen Entscheidungen auch getroffen werden: » mehr
Am Donnerstag wird sich die EZB zu möglichen Aufkäufen von Staatsanleihen äußern, gleichzeitig reist Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Madrid. Ein entscheidender Tag für Europa, hebt die konservative Tageszeitung ABC hervor, zweifelt aber daran, dass die wichtigen Entscheidungen auch getroffen werden: "Wird an diesem Donnerstag in Madrid und Frankfurt über die Zukunft Spaniens und ganz Europas entschieden? Es müsste so sein, aber in Europa laufen die Dinge nicht so schnell, eher viel zu langsam. Und viele Daten, die im Vorfeld als Wendepunkte bezeichnet worden waren, gingen schließlich vorbei, ohne dass sich etwas änderte. ... In Madrid wird Merkel zweifellos ihrem Amtskollegen Rajoy helfen wollen, dessen Anstrengungen sie anerkennt. Aber in der Politik zählen keine Freundschaften, sondern Interessen. Und Merkel muss vor allem ihre eigenen Interessen wahren. Und auch wenn wir von beiden Seiten eine Menge schöner Worte hören werden, ist nicht sicher, dass daraus auch konkrete Taten werden. Es könnte also sein, dass wir am Freitag genauso weit sind wie heute."
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Delo - Slowenien | Dienstag, 4. September 2012
EZB-Chef Mario Draghi wird am Donnerstag Details zu möglichen Hilfen für kriselnde Euro-Staaten bekanntgeben. Die Tageszeitung Delo macht Druck, bleibt aber wegen des ausstehenden Urteils des deutschen Verfassungsgerichts über den ESM und Fiskalpakt skeptisch: » mehr
EZB-Chef Mario Draghi wird am Donnerstag Details zu möglichen Hilfen für kriselnde Euro-Staaten bekanntgeben. Die Tageszeitung Delo macht Druck, bleibt aber wegen des ausstehenden Urteils des deutschen Verfassungsgerichts über den ESM und Fiskalpakt skeptisch: "Die Europäer können nur hoffen, dass am Ende der momentan heißen Debatten eine Lösung steht, eine Kombination wirksamer Mittel gegen eine weitere Verschuldung, so dass verhindert wird, dass Bankenkrisen zu Staatskrisen werden. … Auch Wirtschaftswachstum gehört zu dieser Lösung, doch diesmal muss es auf einem gesunden Fundament basieren. … Doch Europa fürchtet sich davor, dass das deutsche Verfassungsgericht in einer Woche den europäischen Stabilitätsmechanismus nicht bewilligt. Das würde auch Draghis Pläne kaputt machen, der die Zinssätze für die Staatsanleihen der verschuldeten Staaten mit Hilfe der Rettungsfonds und der Unterstützung der EZB senken will."
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Alle verfügbaren Texte von » Barbara Kramzar
Cinco Días - Spanien | Mittwoch, 29. August 2012
Der deutsche Vertreter im EZB-Direktorium Jörg Asmussen hat am Montag die Bereitschaft der Notenbank zu weiteren Staatsanleihenkäufen bekräftigt und widerspricht damit der Position von Bundesbank-Chef Jens Weidmann. Die Meinungsverschiedenheit der deutschen Notenbanker verleiht EZB-Präsident Mario Draghi mehr Handlungsspielraum, prophezeit die linksliberale Wirtschaftszeitung Cinco Días: » mehr
Der deutsche Vertreter im EZB-Direktorium Jörg Asmussen hat am Montag die Bereitschaft der Notenbank zu weiteren Staatsanleihenkäufen bekräftigt und widerspricht damit der Position von Bundesbank-Chef Jens Weidmann. Die Meinungsverschiedenheit der deutschen Notenbanker verleiht EZB-Präsident Mario Draghi mehr Handlungsspielraum, prophezeit die linksliberale Wirtschaftszeitung Cinco Días: "Endlich frei. Weniger als ein Jahr, nachdem er EZB-Chef geworden ist, kann Mario Draghi endlich die zweite Phase seines Mandats beginnen: die Umsetzung seines Plans, in großem Stil Staatsanleihen aufzukaufen. Er wird bei der Direktoriumssitzung in der kommenden Woche nicht mehr auf eine geschlossene Opposition der deutschen Vertreter stoßen. Das verleiht seinem Vorhaben mehr Glaubwürdigkeit. Und langfristig gibt es Draghi freie Hand, die Funktionsweise der EZB zu verbessern. … Asmussens Unterstützung ist wichtig, denn sie weicht Weidmanns Opposition auf. Diese ist jetzt nur noch eine Meinung unter vielen und nicht mehr die geschlossene Haltung des wichtigsten Mitglieds der Euro-Zone."
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La Repubblica - Italien | Dienstag, 28. August 2012
Auf der Sitzung des EZB-Rats am 6. September wird der Kauf von Staatsanleihen durch die Zentralbank zentrales Thema sein, wie das deutsche Mitglied im EZB-Direktorium, Jörg Asmussen, am Montag ankündigte. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist gegen dieses Programm von EZB-Chef Mario Draghi. Der Widerstand der Bundesbank könnte die Euro-Zone teuer zu stehen kommen, befürchtet die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: » mehr
Auf der Sitzung des EZB-Rats am 6. September wird der Kauf von Staatsanleihen durch die Zentralbank zentrales Thema sein, wie das deutsche Mitglied im EZB-Direktorium, Jörg Asmussen, am Montag ankündigte. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist gegen dieses Programm von EZB-Chef Mario Draghi. Der Widerstand der Bundesbank könnte die Euro-Zone teuer zu stehen kommen, befürchtet die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Seit einem Monat bombardiert die Bundesbank mit allen Mitteln, die die Medien ihr zur Verfügung stellen, das Hauptquartier der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Doch gewinnt man - auch in Deutschland - den Eindruck, dass es sich weniger um einen offenen Krieg als vielmehr um ein Sperrfeuer handelt, um die Strategie der EZB so auszufeilen, dass das Ausmaß der Anleihenkäufe eingeschränkt wird. Denn den entscheidenden Kampf hat Weidmann Anfang August verloren, als der EZB-Rat gegen seinen Willen dem Prinzip des Eingreifens der Zentralbank auf den Finanzmärkten zustimmte. ... Doch wenn die EZB, statt die 'große Bazooka' einzusetzen, sich in einer Art Stadtguerilla nur auf einzelne Ankäufe beschränkt, könnte dies sowohl teuer als auch nahezu wirkungslos werden."
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El País - Spanien | Donnerstag, 23. August 2012
Der Finanzinvestor Nicolas Berggruen, Pimco-Chef Mohamed A. El-Erian und der Ökonom Nouriel Roubini warnen in der linksliberalen Tageszeitung El País vor den Folgen eines unkontrollierten Bruchs der europäischen Gemeinschaftswährung: » mehr
Der Finanzinvestor Nicolas Berggruen, Pimco-Chef Mohamed A. El-Erian und der Ökonom Nouriel Roubini warnen in der linksliberalen Tageszeitung El País vor den Folgen eines unkontrollierten Bruchs der europäischen Gemeinschaftswährung: "Wenn die Euro-Zone zerbricht, bedeutet das auch das Scheitern Europas als gemeinsamer Binnenmarkt. Auch die Europäische Union könnte zerbrechen. Kurzfristig würde das Auseinanderbrechen der Euro-Zone einem Herzstillstand Europas gleichkommen. Der grenzüberschreitende Handel mit Gütern, Dienstleistungen und Kapital wäre unterbrochen, weil die Festlegung der Devisen sich einer normalen Berechnung entzöge. ... Deutschland und die anderen zentralen Staaten müssen mutig entscheiden, ob und in welchem Format sie die Euro-Zone für überlebensfähig halten. Wenn sie sich für das Überleben entscheiden, müssen auf dem Weg zu einer weniger unvollkommenen Union die Peripheriestaaten massiv finanziert werden, sowohl von den Staaten als auch über die EZB. ... Wenn die zentralen Staaten hingegen entscheiden sollten, dass die Euro-Zone weder in der aktuellen noch in einer kleineren Form zu halten ist, wären die Kosten eines späteren unkontrollierten Bruchs wesentlich höher."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Dienstag, 21. August 2012
Die EZB erwägt einem Spiegel-Bericht zufolge, für Käufe von Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Länder Zinsschwellen festzulegen. Die Bundesregierung bezeichnete den Plan als problematisch. Deutschland hat bei der eventuellen Festlegung einer Zinsobergrenze durchaus ein Wort mitzureden, meint die liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: » mehr
Die EZB erwägt einem Spiegel-Bericht zufolge, für Käufe von Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Länder Zinsschwellen festzulegen. Die Bundesregierung bezeichnete den Plan als problematisch. Deutschland hat bei der eventuellen Festlegung einer Zinsobergrenze durchaus ein Wort mitzureden, meint die liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Ob es sich um eine Zinsobergrenze oder um andere Lösungen handelt, Berlin wird Draghi nicht so leicht freie Hand lassen. Das Letzte, was Berlin gestatten würde, wäre eine verdeckte Rückkehr zum Wechselkursmechanismus des alten Europäischen Währungssystems, bei dem dann nicht die nationalen Zentralbanken eingriffen, sondern die EZB. Eine Übereinkunft zur Zinsregulierung ist unerlässlich, will die Euro-Zone überleben. Das bedeutet für Italien und Spanien aber nicht, dass das Schlimmste überstanden ist, im Gegenteil. Um die Hardliner in Deutschland zum Schweigen zu bringen und ein vernünftiges Zinsniveau auszuhandeln, müssen Italien und Spanien nicht nur die bisher eingegangenen Vereinbarungen erfüllen, sondern in punkto Haushaltssanierung, Privatisierung und Schuldenabbau noch mehr tun."
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Cinco Días - Spanien | Freitag, 17. August 2012
Der spanische Aktienindex Ibex ist am Donnerstag auf 7.417 Punkte gestiegen, die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen sanken deutlich. Die Märkte gehen offenbar davon aus, dass Spanien bald unter den Rettungsschirm schlüpft, analysiert die Wirtschaftszeitung Cinco Días: » mehr
Der spanische Aktienindex Ibex ist am Donnerstag auf 7.417 Punkte gestiegen, die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen sanken deutlich. Die Märkte gehen offenbar davon aus, dass Spanien bald unter den Rettungsschirm schlüpft, analysiert die Wirtschaftszeitung Cinco Días: "Langsam aber sicher sind auf dem Markt positive Anzeichen für die Entwicklung der spanische Staatsschuld zu sehen. Der Grund dafür ist die zunehmende Überzeugung unter den Investoren, dass Spanien Hilfen aus dem europäischen Rettungsfonds beantragen wird, um die anstehenden Rückzahlungen der Staatsschulden zu decken. Das war die Bedingung, die EZB-Chef Mario Draghi Anfang August für den weiteren Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB gestellt hatte. ... Und seitdem setzt sich bei den Akteuren die Ansicht durch, dass die Regierung die Rettung ohne große Verzögerung beantragen und die EZB daraufhin massive Anleihekäufe tätigen wird."
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Blog EUROPP - Großbritannien | Donnerstag, 16. August 2012
EZB-Chef Mario Draghi und Italiens Premier Mario Monti haben sich wiederholt dafür ausgesprochen, eine europäische Banken- und Fiskalunion rasch umzusetzen. Doch dies kann zu einer krassen Abhängigkeit der Krisenländer führen, fürchtet der Präsident der Denkfabrik Center for International Social Studies Antonio Lettieri im Blog EUROPP der London School of Economics: » mehr
EZB-Chef Mario Draghi und Italiens Premier Mario Monti haben sich wiederholt dafür ausgesprochen, eine europäische Banken- und Fiskalunion rasch umzusetzen. Doch dies kann zu einer krassen Abhängigkeit der Krisenländer führen, fürchtet der Präsident der Denkfabrik Center for International Social Studies Antonio Lettieri im Blog EUROPP der London School of Economics: "Spanien und Italien könnten vielleicht vor Spekulation geschützt werden, doch dafür müssten sie Hilfen aus den europäischen Rettungsfonds beantragen. In diesem Fall werden andere europäische Regierungen die Bedingungen vorgeben. ... Vor allem würden zwei der vier größten Gründerstaaten des Euro unter eine Zwangsverwaltung gestellt. Um den Ländern diese Maßnahmen schmackhaft zu machen, werden sie als Schritt in Richtung einer Fiskalunion und einer politischen Union ins Auge gefasst. Eine merkwürdige Sichtweise, die den Wählern schwer zu vermitteln ist. Denn der Schritt setzt einen Prozess in Gang, bei dem einige Länder andere in eine koloniale Abhängigkeit zwingen. ... Deutschland könnte den Regierungen der Krisenländer sein Misstrauen aussprechen und sie somit stark in ihrer Souveränität einschränken. Doch Zweifel an der Souveränität des Bundestags und des Verfassungsgerichts wird Deutschland nicht dulden."
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The Economist - Großbritannien | Dienstag, 14. August 2012
An der Rezession in der Euro-Zone ist auch die Inflationspolitik der Europäischen Zentralbank schuld, argumentiert Ryan Avent im Blog der wirtschaftsliberalen Wochenzeitschrift The Economist: » mehr
An der Rezession in der Euro-Zone ist auch die Inflationspolitik der Europäischen Zentralbank schuld, argumentiert Ryan Avent im Blog der wirtschaftsliberalen Wochenzeitschrift The Economist: "Die Europäische Zentralbank hat diesen gefährlichen Rückgang erlaubt, weil sie sich zwanghaft auf Inflation konzentriert. Die Preissteigerung liegt seit Ende 2010 über zwei Prozent. Dieser Fokus kann ein schlimmer Fehler sein. Die stark sinkende Nachfrage wird irgendwann die Inflation herunterdrücken - möglicherweise auf Kosten unhaltbar schmerzhafter Schrumpfung in den Krisenländern. Unterdessen verschärft die Entscheidung der EZB, einen stetigen Rückgang der Nachfrage und die daraus folgenden Engpässe in den Krisenländern zuzulassen, die Finanzkrise und übt somit großen Druck auf die EZB-Vertreter aus, unorthodoxe Maßnahmen zu ergreifen. Die Fixierung auf die Inflation führt dazu, dass die Zentralbank stärker in die Wirtschaft eingreift und sich politisch übernimmt. Sie sollte sich lieber auf stabiles Nachfrage-Wachstum konzentrieren."
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La Repubblica - Italien | Freitag, 10. August 2012
Die Europäische Zentralbank hat in ihrem Monatsbericht am Donnerstag vor den hohen Risikoprämien für Staatsanleihen in der Euro-Zone gewarnt und erneut ihre Bereitschaft zu einem Eingriff signalisiert. Die EZB blufft, schimpft die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: » mehr
Die Europäische Zentralbank hat in ihrem Monatsbericht am Donnerstag vor den hohen Risikoprämien für Staatsanleihen in der Euro-Zone gewarnt und erneut ihre Bereitschaft zu einem Eingriff signalisiert. Die EZB blufft, schimpft die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Mit ihrem Monatsbericht fordert die EZB Italien und Spanien mehr oder minder unverblümt auf, Hilfen aus dem Rettungsfonds zu beantragen, bevor sie ihre Pläne eines Anleihenkaufs umsetzt. Damit knüpft die EZB ihre Hilfe an zwischenstaatliche Abkommen, bei denen sie gar nicht mitzureden hat. Dieses Vorgehen hat den paradoxen Effekt, dass es ein Eingreifen der EZB wirkungslos machen würde. Denn der Eurotower [Sitz der EZB] schreitet erst im äußersten Notfall ein, wenn die Länder mit dem Rücken zur Wand stehen und ihre Glaubwürdigkeit auf den Märkten verloren haben. Insgeheim scheint die EZB also doch zu hoffen, dass die Länder keine Anträge stellen und die Ankündigung ihrer Hilfsbereitschaft schon genügt. Ein Bluff, dessen Wirkung die EZB testen will."
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El País - Spanien | Mittwoch, 8. August 2012
Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat am vergangenen Donnerstag als einziger im EZB-Rat gegen neue Anleihekäufe der Zentralbank gestimmt. Die linksliberale Tageszeitung El País verurteilt das als verbohrtes Festhalten an realitätsfernen Theorien: » mehr
Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat am vergangenen Donnerstag als einziger im EZB-Rat gegen neue Anleihekäufe der Zentralbank gestimmt. Die linksliberale Tageszeitung El País verurteilt das als verbohrtes Festhalten an realitätsfernen Theorien: "Niemand zweifelt daran, dass die wirtschaftliche Situation beängstigend ist, nicht einmal Weidmann und die Bundesbank. Nur sind sie fast die einzigen, die sich trotz der beängstigenden Situation gegen einen Kurswechsel wehren. ... Diesen Wandel zu akzeptieren, würde schließlich bedeuten, dass die empirisch wahrnehmbaren Tatsachen - also der Bankrott Griechenlands, Irlands und Portugals, dem der Bankrott Spaniens, Italiens und womöglich ganz Europas folgen könnte - schwerer wiegen als die Theorien zur Rolle der EZB bei der Überwindung der Euro-Krise. Für alle Ökonomen, die so denken wie Weidmann und die Bundesbank, wäre das eine verkehrte Welt. Eine Welt, in der sich die Wirtschaftspolitik von den Tatsachen beeinflussen ließe und nicht von den Prämissen der Wirtschaftstheorie."
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De Tijd - Belgien | Freitag, 3. August 2012
Mit seiner katastrophalen Kommunikationspolitik verspielt Draghi die Glaubwürdigkeit der EZB, kritisiert die wirtschaftsliberale Tageszeitung De Tijd: » mehr
Mit seiner katastrophalen Kommunikationspolitik verspielt Draghi die Glaubwürdigkeit der EZB, kritisiert die wirtschaftsliberale Tageszeitung De Tijd: "Was ist in Draghi gefahren? Denkt er wirklich, dass man Anlegern - der Londoner City wohlgemerkt - in der einen Woche versprechen kann, 'alles Nötige zu tun' um den Euro zu stützen, um dann eine Woche später den Schwanz einzuziehen? Jemand muss dem Italiener mal klar machen, dass Anleger ein überaufgeregtes Völkchen sind. Indem er in London Versprechen machte, die er nicht halten konnte, verspielt Draghi die Glaubwürdigkeit der EZB. Und das ist schlimm. ... Draghis Bock ließ die spanischen Zinsen gestern auf 7,17 Prozent steigen. Der größte Anstieg innerhalb eines Tags seit 18 Jahren, rechnete Reuters aus. Draghi wird das zweifellos wieder sehr irrational finden. Aber bei so einer wahnsinnig schlechten Kommunikation ist es völlig rational, dass die Anleger weglaufen."
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Corriere della Sera - Italien | Freitag, 3. August 2012
EZB-Chef Draghi tut gut daran, die Länder in die Verantwortung nehmen, meint die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: » mehr
EZB-Chef Draghi tut gut daran, die Länder in die Verantwortung nehmen, meint die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: "Mit ihrer Talfahrt beschuldigen die Börsen den EZB-Präsidenten, dass auf seine Worte keine Taten folgten. Doch die Märkte haben Unrecht. … Ein unbegrenztes Hilfsprogramm der EZB zugunsten von Italien und Spanien - wie es sich Nobelpreisträger Paul Krugman und viele andere Experten rund um den Globus wünschen - steht im Widerspruch zu den EU-Verträgen. ... [Es] würde außerdem die Schuldenbremse torpedieren, zu der sich die Länder unter dem Duck der steigenden Risikoprämien verpflichtet haben. Weil sich das politische Europa stur weigert in der Krise gemeinsam zu handeln, hat der Ermessensspielraum, den Draghi für sich beansprucht, Vorteile, die von weniger nervösen Finanzmärkten honoriert werden könnten. Erstens lässt er der EZB alle Türen offen und zweitens erinnert er die Politik an eine entscheidende Wahrheit: Die Euro-Rettung hängt nicht von der EZB ab sondern von den Regierungen und ihren Wählern."
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Diário Económico - Portugal | Freitag, 3. August 2012
Dass Draghi seine Ankündigung von vergangener Woche nicht wahr gemacht hat, ist nach Ansicht der liberalen Wirtschaftszeitung Diário Económico unaufrichtig: » mehr
Dass Draghi seine Ankündigung von vergangener Woche nicht wahr gemacht hat, ist nach Ansicht der liberalen Wirtschaftszeitung Diário Económico unaufrichtig: "Er begann mit der Aussage, er werde alles Notwendige tun, um den Euro zu retten, tat dann aber nichts. ... Wie sehr dies bei EU-Institutionen doch schon üblich geworden ist: Zuerst wird das Problem studiert, dann sieht man weiter. … Die Märkte mögen keine verschlüsselten Nachrichten und keine Menschen, die erst das eine sagen und dann das andere tun. Aber genau das ist ja die alltägliche Praxis der EU-Politiker: Liebesschwüre auf den Euro, aber nichts dahinter. ... Die Glaubwürdigkeit der EU-Institutionen liegt in Scherben. Dieser EZB-Entscheid wurde klar vom Drängen Deutschlands beeinflusst und die deutsche Finanzorthodoxie hat sich wieder einmal durchgesetzt. ... Käufe von Staatsanleihen durch die EZB sind für Deutschland ein Sakrileg. Draghi wollte diesen Weg ausbauen, ist aber zurückgewichen. Nun wird erst dann eingegriffen, wenn die Krisenländer die Fonds um Hilfe bitten."
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El País - Spanien | Freitag, 3. August 2012
Die EZB hat signalisiert, dass sie grundsätzlich zu einem massiven Ankauf von Staatsanleihen der Krisenländer bereit ist - allerdings nur, wenn diese offiziell Hilfsmaßnahmen beantragt haben. Diese Aussicht wird schwerwiegende Folgen für die spanische Gesellschaft haben, fürchtet die linksliberale Tageszeitung El País: » mehr
Die EZB hat signalisiert, dass sie grundsätzlich zu einem massiven Ankauf von Staatsanleihen der Krisenländer bereit ist - allerdings nur, wenn diese offiziell Hilfsmaßnahmen beantragt haben. Diese Aussicht wird schwerwiegende Folgen für die spanische Gesellschaft haben, fürchtet die linksliberale Tageszeitung El País: "Für Spanien sind die Konsequenzen ziemlich klar. Da die Möglichkeit einer direkten Intervention der EZB nun ausgeschlossen ist, muss die Regierung darüber nachdenken, Geld aus dem Euro-Rettungsschirm zu beantragen und entscheiden, wann dafür der beste Moment ist. ... Seit der Bankenrettung bestand sie vehement darauf, dass die spanische Wirtschaft keine weiteren Mittel braucht. Nun deuten die Bedingungen für die Finanzierung der spanischen Staatsschulden darauf hin, dass die Regierung erneut eines ihrer groß angekündigten Versprechen brechen muss. ... Es entsteht der Eindruck, dass die Gemeinschaftswährung nur durch weitere drakonische Maßnahmen in Spanien und Italien erhalten wird - die unabsehbare Folgen für die Gesellschaft bergen."
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Financial Times Deutschland - Deutschland | Freitag, 3. August 2012
Es ist weise von EZB-Chef Mario Draghi, einen Plan vorzulegen, wie der Ankauf von europäischen Staatsanleihen aussehen könnte, meint die liberale Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland und hofft, dass die deutsche Bundesbank seine Strategie nicht durchkreuzt: » mehr
Es ist weise von EZB-Chef Mario Draghi, einen Plan vorzulegen, wie der Ankauf von europäischen Staatsanleihen aussehen könnte, meint die liberale Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland und hofft, dass die deutsche Bundesbank seine Strategie nicht durchkreuzt: "Also nur Harmonie? Das wäre schön gewesen, um die psychologische Wirkung von Draghis Ankündigung nicht zu beeinträchtigen. Doch aus Deutschland kam Widerspruch, einmal mehr vom Chef der Bundesbank, Jens Weidmann, der offenbar als Einziger im EZB-Rat gegen Draghis Plan stimmte. Nicht nur Draghi ist verstimmt. Tatsächlich ist es unklug, in dieser Situation die Reihe des EZB-Rates zu durchbrechen. Der Bundesbankchef schürt Misstrauen, wo es um Vertrauensbildung gehen sollte - nichts anderes will die Notenbank in der Sommerpause erreichen. ... Jetzt wird es sehr darauf ankommen, wie Weidmann in den nächsten Wochen agiert. Torpediert er den Plan, unterhöhlt er die Glaubwürdigkeit der gesamten Aktion. Und die Hoffnung auf einen halbwegs ruhigen Spätsommer an den Märkten wäre dahin."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Donnerstag, 2. August 2012
Angesichts der Unfähigkeit der Regierungen beim Euro-Krisenmanagement kommt der EZB nun eine Schlüsselrolle zu, die nach Ansicht der liberal-konservativen Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore nicht ohne Risiko ist: » mehr
Angesichts der Unfähigkeit der Regierungen beim Euro-Krisenmanagement kommt der EZB nun eine Schlüsselrolle zu, die nach Ansicht der liberal-konservativen Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore nicht ohne Risiko ist: "Verglichen mit der Unentschlossenheit, Langsamkeit und dem Dilettantismus der Regierungen glänzt die EZB durch Professionalität und Glaubwürdigkeit. Deshalb liegt die letzte Hoffnung im Frankfurter Euro-Turm. Das unbedingte Vertrauen in die EZB ist jedoch nicht ohne Risiko. Die hohe Erwartung an eine einzige, alles entscheidende Sitzung ist gefährlich und kann zur Nervenprobe für die Institution und ihre Glaubwürdigkeit werden. In dieser Krise haben wir schon allzu oft erlebt, dass Schritte angekündigt werden, die auf der darauffolgenden Pressekonferenz zurückgenommen werden. Doch diesmal gibt es kein Zurück mehr. Und Mario Draghi weiß es. … Entscheidend ist, dass auch der EZB-Rat sich darüber im Klaren ist und dass der einmal gefasste Entschluss nicht durch spätere Erklärungen widerrufen wird."
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Diário de Notícias - Portugal | Donnerstag, 2. August 2012
Vor der EZB-Ratssitzung am heutigen Donnerstag fordert die liberal-konservative Tageszeitung Diário de Notícias mehr Verantwortung der Zentralbank bei der Lösung der Euro-Krise: » mehr
Vor der EZB-Ratssitzung am heutigen Donnerstag fordert die liberal-konservative Tageszeitung Diário de Notícias mehr Verantwortung der Zentralbank bei der Lösung der Euro-Krise: "Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, dem ESM-Rettungsfonds eine Banklizenz zu erteilen, obwohl dieser dank des deutschen Verfassungsgerichts noch gar nicht in Kraft getreten ist. ... Die Feuerkraft von 500 Milliarden Euro (die auf maximal 700 Milliarden Euro aufgestockt werden können) reicht nicht aus, sollten Spanien oder Italien Hilfen benötigen. ... Erwartungsgemäß wehren sich derweil die deutschen Buchhalter, die vor der Inflationsgefahr warnen, gegen einen unbegrenzten Euro-Schutzschirm. Man sollte sie daran erinnern, dass die Inflation nur eine potenzielle Gefahr ist - im Gegensatz zu dem, was Berlin mit seinem Spardiktat angerichtet hat. Dem ESM eine Banklizenz zu erteilen wäre ohnehin nur eine Übergangslösung. Das wichtigste wäre, aus der EZB eine richtige Zentralbank zu machen, die nicht zögert, Finanzmittel einzusetzen, wenn es um das Gemeinwohl geht. Was hier zweifellos der Fall ist."
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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 2. August 2012
Deutschland muss sich zu einer konkreten Strategie zur Bekämpfung der Schuldenkrise bekennen, doch zur Wahl stehen nur schlechte und sehr schlechte Optionen, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: » mehr
Deutschland muss sich zu einer konkreten Strategie zur Bekämpfung der Schuldenkrise bekennen, doch zur Wahl stehen nur schlechte und sehr schlechte Optionen, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Sie sind zum Teil berechenbar in Euro und Cent, zum Teil nicht, weil politische Kosten kein Preisschild tragen. Ein kurzes nationales Triumphgefühl kann in bitterer politischer Isolation und gefährlicher europäischer Balance-Politik enden. ... Die ganz schlechte Option wäre also der Zusammenbruch des europäischen Währungssystems. Ob dazu bereits der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone gehört, lässt sich trefflich diskutieren. ... Die schlechte Option hat mit der Intervention der Zentralbank zu tun. Weil eine Banklizenz [für den dauerhaften Rettungsfonds ESM] nur mit einer Vertragsänderung eingeführt werden kann und dafür weder Zeit noch politische Energie zu finden sind, muss die EZB also direkt intervenieren. Die Politik muss dabei alle Mechanismen ausnutzen, um die Krisenstaaten nicht aus der Pflicht zur Reform zu entlassen, die unabdingbar ist für eine nachhaltige Genesung Europas. Dazu braucht es Vertrauen zwischen den Staaten. Wenigstens das sollten die Völker Europas und ihre politischen Anführer noch aufbringen."
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La Vanguardia - Spanien | Donnerstag, 2. August 2012
EZB-Chef Mario Draghi muss auf der Ratssitzung am heutigen Donnerstag die hohen Erwartungen erfüllen, die er in der vergangenen Woche geweckt hat, mahnt die liberale Tageszeitung La Vanguardia: » mehr
EZB-Chef Mario Draghi muss auf der Ratssitzung am heutigen Donnerstag die hohen Erwartungen erfüllen, die er in der vergangenen Woche geweckt hat, mahnt die liberale Tageszeitung La Vanguardia: "Die wichtigste Waffe der EZB ist ihre Glaubwürdigkeit. Der EZB-Chef ist deshalb dazu gezwungen, heute den Erwartungen gerecht zu werden, die er geweckt hat, als er sagte, dass die Institution alles Erforderliche tun werde, um den Euro zu retten, und dass dies ausreichen werde. Alle politischen und wirtschaftlichen Beobachter haben diese Worte so interpretiert, dass die Währungshüterin bereit ist, Mechanismen voranzutreiben, die den Staatsschuldenmarkt stabilisieren. Und dass sie bereit ist, allen Mitgliedern der Währungsunion - vor allem Spanien und Italien - eine vernünftige Finanzierung anzubieten. Beide Länder leiden unter dem Misstrauen der Märkte. Ihre Finanzierungsprobleme könnten sich ernsthaft vergrößern und zu einer untragbaren Last werden, sollte Mario Draghi heute nicht den Umständen angemessen handeln."
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Corriere della Sera - Italien | Mittwoch, 1. August 2012
Vor der Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank am Donnerstag erwarten die Krisenstaaten nicht nur weitere Zinssenkungen, sondern auch das Signal, dass die EZB künftig Staatsanleihen klammer Länder aufkauft. Auch Italien hofft auf diese Unterstützung - doch dies ist völlig unangebracht, schimpfen die Ökonomen Alberto Arlesina und Francesco Giavazzi in der liberal-konservativen Tageszeitung Corriere della Sera: » mehr
Vor der Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank am Donnerstag erwarten die Krisenstaaten nicht nur weitere Zinssenkungen, sondern auch das Signal, dass die EZB künftig Staatsanleihen klammer Länder aufkauft. Auch Italien hofft auf diese Unterstützung - doch dies ist völlig unangebracht, schimpfen die Ökonomen Alberto Arlesina und Francesco Giavazzi in der liberal-konservativen Tageszeitung Corriere della Sera: "Notenbanken können Zinsen senken und versuchen, so Einfluss auf die Kreditklemme zu nehmen. Doch damit ist ihre Aufgabe auch schon erledigt. Es wäre ein Fehler, wenn sie an die Stelle der Regierungen treten und aus haushaltspolitischen Gründen Staatsanleihen kaufen würden. Haushaltspolitik und Währungspolitik müssen getrennt bleiben. ... Zudem darf der Notenbankchef nicht die Lektion des vergangenen Sommers vergessen, als die EZB begann, italienische Schuldpapiere zu kaufen: Die Risikoprämien für Staatsanleihen sanken zwar, doch leider machten sie auch die guten Reformvorsätze der damaligen Regierung zunichte. ... Uns selbst zu helfen, ist unsere einzige Alternative. Wir können es noch schaffen, doch dafür ist die Entschlossenheit der Regierung und des Parlaments gefragt."
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La Repubblica - Italien | Mittwoch, 1. August 2012
Für Donnerstag wird von der Europäischen Zentralbank ein entscheidender Schritt zur Euro-Rettung erwartet. EZB-Präsident Mario Draghi, der einen Ankauf von Staatsanleihen in Aussicht gestellt hat, bekommt in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica Rückendeckung von Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman: » mehr
Für Donnerstag wird von der Europäischen Zentralbank ein entscheidender Schritt zur Euro-Rettung erwartet. EZB-Präsident Mario Draghi, der einen Ankauf von Staatsanleihen in Aussicht gestellt hat, bekommt in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica Rückendeckung von Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman: "Die Kreditkosten für Südeuropa müssen gesenkt werden und den Schuldenländern muss die Möglichkeit gegeben werden, über den Export selbst eine Weg aus der Krise zu finden. ... Draghi - der meines Erachtens die Lage erkannt hat - schlägt deshalb Ankäufe von südeuropäischen Staatsanleihen vor. Doch er stößt auf den Widerstand Deutschlands. … Der Euro kann nur gerettet werden, wenn die Deutschen bereit sind, in den nächsten Jahren eine steigende Inflationsrate hinzunehmen. Doch sie scheinen nicht einmal bereit zu sein, über diese Möglichkeit überhaupt nachzudenken, geschweige denn, sie zu akzeptieren. Stattdessen und der schlechten Erfahrung zum Trotz (Irland und seine scheinbar rasche Erholung lassen grüßen) beharren sie darauf, dass alles wieder gut wird, wenn die Schuldenländer nur fleißig sparen. … Doch der Zusammenbruch des Euros wäre nicht nur eine wirtschaftliche Katastrophe, sondern auch ein Todesstoß für das Projekt Europa, das Frieden und Demokratie in einen Kontinent mit einer tragischen Vergangenheit gebracht hat."
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Jornal de Negócios - Portugal | Dienstag, 31. Juli 2012
Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat am Montag in einem Interview das Verhalten Berlins in der Euro-Krise kritisiert und damit heftige Gegenattacken der deutschen Regierungskoalition ausgelöst. Dieser Streit ist gefährlich, weil er das Misstrauen gegenüber dem Euro noch vergrößert, meint die Wirtschaftszeitung Jornal de Negócios: » mehr
Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat am Montag in einem Interview das Verhalten Berlins in der Euro-Krise kritisiert und damit heftige Gegenattacken der deutschen Regierungskoalition ausgelöst. Dieser Streit ist gefährlich, weil er das Misstrauen gegenüber dem Euro noch vergrößert, meint die Wirtschaftszeitung Jornal de Negócios: "Juncker hat Deutschland vorgeworfen, die Euro-Zone wie eine Filiale zu behandeln. ... Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte, das sei an Unverfrorenheit nicht zu überbieten. ... Sein Parteifreund Hans Michelbach kritisierte EZB-Chef Draghi, weil der angekündigt hat, alles zu tun, um den Euro zu retten. ... Diese Aneinanderreihung von öffentlich geäußertem Unsinn deutet auf eine gefährliche Tendenz in der Euro-Gruppe hin. Sie lässt alte Hassgefühle aufkommen, die das EU-Projekt eigentlich vermeiden will. ... Die Deutschen müssen endlich begreifen, dass der Euro kein monetäres Projekt mehr ist, sondern ein politisches: Das Überleben Europas hängt von ihm ab. … Das Misstrauen gegenüber dem Euro wird geschürt und der Verfall der Wirtschaft in der Europäischen Union wird beschleunigt."
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La Repubblica - Italien | Freitag, 27. Juli 2012
Ein eigenständiges Eingreifen der EZB ermöglicht eine Lösung der Euro-Krise, wie sie dem Willen von Angela Merkel zuwiderläuft, ohne dass diese ihr Gesicht verliert, analysiert die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: » mehr
Ein eigenständiges Eingreifen der EZB ermöglicht eine Lösung der Euro-Krise, wie sie dem Willen von Angela Merkel zuwiderläuft, ohne dass diese ihr Gesicht verliert, analysiert die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Draghi hat vermutlich das stillschweigende Einverständnis der deutschen Führung erhalten, mit dem er den Widerstand der Falken [der Hardliner in der Euro-Frage, die die deutsche Position vertreten] brechen kann. Wenn die EZB eigenständig handelt, um eine Krise zu entschärfen, die sich auch in Deutschland niemand wünschen kann, erlaubt er damit der Kanzlerin, formal ihren Prinzipien treu zu bleiben. So kann Merkel verhindern, dass der Kampf zur Rettung der gemeinsamen Währung sich in einen frontalen Zusammenstoß zwischen Regierungen verwandelt, der sich beim letzten Gipfel bereits angedeutet hatte und der sie das Gesicht verlieren ließe."
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El País - Spanien | Freitag, 27. Juli 2012
Nach der Äußerung Mario Draghis, dass die EZB in der Euro-Krise alles Notwendige tun wolle, kletterte der spanische Aktienindex am Donnerstag um sechs Prozent nach oben. Die linksliberale Tageszeitung El País fragt sich, warum die lang ersehnte Ankündigung so spät kam: » mehr
Nach der Äußerung Mario Draghis, dass die EZB in der Euro-Krise alles Notwendige tun wolle, kletterte der spanische Aktienindex am Donnerstag um sechs Prozent nach oben. Die linksliberale Tageszeitung El País fragt sich, warum die lang ersehnte Ankündigung so spät kam: "Wenn die bloße Ankündigung eines Eingreifens gereicht hat, um den Fall der spanischen und italienischen Staatsanleihen aufzuhalten, warum hat die EZB dies nicht früher gemacht? Eine mögliche Erklärung ist, dass die Bank die [spanische] Regierung für den schlechten Umgang mit der Finanzkrise bestrafen wollte. Und als sich diese Strafe dann auch auf Italien auswirkte, hat die Währungshüterin ihre Politik geändert, den Forderungen nachgegeben und die Spekulation mit den Staatsschulden gebremst. Eine andere Erklärung wäre, dass Draghi sich erst äußern wollte, nachdem die Rettung der spanischen Banken festgezurrt und der neue Stabilitätsmechanismus entworfen war."
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Naftemporiki - Griechenland | Freitag, 27. Juli 2012
Nach der Äußerung Mario Draghis, dass die EZB in der Euro-Krise alles Erforderliche tun werde, damit die Euro-Zone nicht zusammenbricht, und seiner vagen Andeutung zum Thema Anleihenkauf hofft die konservative Tageszeitung Naftemporiki, dass er seine Versprechen auch hält: » mehr
Nach der Äußerung Mario Draghis, dass die EZB in der Euro-Krise alles Erforderliche tun werde, damit die Euro-Zone nicht zusammenbricht, und seiner vagen Andeutung zum Thema Anleihenkauf hofft die konservative Tageszeitung Naftemporiki, dass er seine Versprechen auch hält: "Draghi hat so agiert, wie ein richtiger Bankier seines Formats es tun sollte. … Der gestrige Tag könnte als ein Sieg der Euro-Verfechter bezeichnet werden, aber die Märkte werden in den kommenden Tagen noch testen, ob Draghi das verwirklichen wird, was er versprochen hat. … Wenn der Präsident der Europäischen Zentralbank jedoch nicht den Mut und die Entschlossenheit hat, sich entweder auch mit führenden europäischen Politikern auseinanderzusetzen oder einfach selbständig zu handeln, … werden die dunklen Tage erstaunlich schnell und heftig wiederkehren und die Europäische Zentralbank wird ihre Glaubwürdigkeit verlieren sowie ihre Fähigkeit, allein mit einer Aussage die Stimmung auf den Märkten zu ändern."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 27. Juli 2012
Dass die EZB offenbar über den Ankauf von Staatsanleihen aus Krisenländern nachdenkt, alarmiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: » mehr
Dass die EZB offenbar über den Ankauf von Staatsanleihen aus Krisenländern nachdenkt, alarmiert die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Sie hat sich damit in eine geldpolitische Grauzone begeben - gefährlich nahe an die indirekte Finanzierung von Staatsschulden. ... Verständlich, dass die Märkte feiern. Sie suchen verzweifelt nach Abnehmern der riskanten Papiere. Draghi mag hoffen, dass die Ankündigung ausreicht, die Risikoaufschläge zu dämpfen. Doch wie oft sind verbale und reale Interventionen in dieser Schuldenkrise schon verpufft. Auch Draghis 'Dicke Berta', die Dreijahresfinanzierung für Banken, hat nur vorübergehend gewirkt. Draghi hat gezeigt, dass er zu vielem fähig ist. Zuzutrauen wäre ihm, dass er bei einer weiteren Eskalation der Krise alle Bedenken deutscher Währungshüter beiseiteschiebt, sich einen neuen Kanonennamen ausdenkt und mit größter Feuerkraft eingreift. Die Schuldenkrise wäre damit aber nicht gelöst: Das können nur die Staaten, wenn sie ihre Haushalte auf einen Sanierungspfad bringen und ihre Volkswirtschaften wettbewerbsfähiger machen."
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eldiario.es - Spanien | Mittwoch, 25. Juli 2012
Trotz Bemühungen der spanischen Regierung hat die EZB bislang nicht eingegriffen, um die steigenden Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen zu senken. Ein Ökonom warnt unter dem Pseudonym S. Horse in dem Blog Zona Crítica der neuen Online-Zeitung eldiario.es vor einem übereilten Rettungsantrag: » mehr
Trotz Bemühungen der spanischen Regierung hat die EZB bislang nicht eingegriffen, um die steigenden Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen zu senken. Ein Ökonom warnt unter dem Pseudonym S. Horse in dem Blog Zona Crítica der neuen Online-Zeitung eldiario.es vor einem übereilten Rettungsantrag: "Da die EZB nicht eingreift, bleiben Spanien nicht mehr viele Möglichkeiten. Und die sind allesamt kompliziert. Eine Möglichkeit wäre es, die 'totale Rettung' zu beantragen, so wie im Fall Portugal, Irland oder Griechenland. Die andere Option wäre, den Euro zu verlassen. ... Wenn wir die Bürger fragen, welche der beiden Wege das geringere Übel darstellt, würden sie sich für den ersten entscheiden. Ich bin im Prinzip derselben Meinung, allerdings mit einer Einschränkung: Auch wenn wir heute die Rettung beantragen, kann es sein, dass wir in einer nahen Zukunft trotzdem aus dem Euro aussteigen müssen. Und das wäre die schlechteste Option. ... Alle Schulden müssten wir in Euro aufnehmen. Und wir müssten sie in Euro zurückzahlen - welche Währung auch immer wir dann haben."
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El Mundo - Spanien | Dienstag, 24. Juli 2012
Der trotz des jüngsten Sparpakets der spanischen Regierung anhaltende Druck der Finanzmärkte ist unbegründet, meint die konservative Tageszeitung El Mundo und fordert ein Eingreifen der EZB: » mehr
Der trotz des jüngsten Sparpakets der spanischen Regierung anhaltende Druck der Finanzmärkte ist unbegründet, meint die konservative Tageszeitung El Mundo und fordert ein Eingreifen der EZB: "Denn es ist irrational, dass [die Finanzmärkte] die Reformen der spanischen Regierung ignorieren. Deshalb müssen wir nun den Blick auf Deutschland und die EZB richten. In ihrer Hand liegt es, diesen Druck aufzuhalten, der unsere Nation beutelt. Deutschland kann sich nicht hinter einem Widerspruch verstecken: Einerseits bewilligt es die Euro-Kredite, andererseits lässt es Spanien am Rande des Abgrunds stehen. Dahinter könnte sich nur die Absicht verbergen, sich von einigen Staaten der EU loszusagen. Und sich von einer EU zu verabschieden, die an Konstruktionsfehlern leidet, weil sie über kein Geldinstitut verfügt, das die endgültige Verantwortung übernimmt. Merkel muss es [EZB-Präsident] Draghi dringend erlauben, Einfluss auf die Märkte auszuüben, so wie er es vor Monaten bereits zwei Mal getan hat, um diese unerträgliche Situation zu lindern."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Dienstag, 24. Juli 2012
Wenn in der sich zuspitzenden europäischen Schuldenkrise jetzt nicht die Europäische Zentralbank eingreift, ist es um die Währungsunion geschehen, warnt Roberto Napoletano in der liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: » mehr
Wenn in der sich zuspitzenden europäischen Schuldenkrise jetzt nicht die Europäische Zentralbank eingreift, ist es um die Währungsunion geschehen, warnt Roberto Napoletano in der liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Die Europäische Zentralbank muss ihren Beitrag zur Rettung des Euros leisten und zwar sofort. Ein radikales Umdenken ist jetzt erforderlich, denn dass es nicht reicht, begrenzte Ankäufe von Staatsanleihen anzukündigen, lehrt uns die Griechenlandkrise. Den Finanzmärkten muss klar gemacht werden, dass weder der Macht noch den Mitteln der EZB Grenzen gesetzt sind. Wenn wir den Mut und die Kraft dazu finden, werden wir den Euro retten. Wenn nicht, hat niemand (ich wiederhole: niemand) etwas zu lachen, denn früher oder später werden auch die Länder der sogenannten Serie A in Europa die Trümmer teuer zu stehen kommen, die sie mit ihrer Kurzsichtigkeit verschuldet haben. … Der Einwand, die EZB habe für ein derartiges Eingreifen keine Befugnis, ist hinfällig. Denn der Imperativ des Schutzes der Euro-Zone legitimiert die Zentralbank dazu. Das wird auch die Bundesbank einsehen müssen."
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Diário de Notícias - Portugal | Dienstag, 24. Juli 2012
Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den europäischen Aktienmärkten kritisiert die Tageszeitung Diário de Notícias die Blockadehaltung Berlins: » mehr
Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den europäischen Aktienmärkten kritisiert die Tageszeitung Diário de Notícias die Blockadehaltung Berlins: "Die Risikoaufschläge für spanische (und italienische) Staatsanleihen klettern auf neue Rekordstände - und das trotz des unglaublichen Terror-Sparpakets, das Berlin und Brüssel für Madrid geschnürt haben, um die Hilfen für die spanischen Banken zu bewilligen. Regionen wie Valencia sind pleite und müssen von der Zentralregierung aufgefangen werden. Gleichzeitig fordert der Zyniker Weidmann, der die Bundesbank leitet, Spanien auf, eine Komplettrettung zu beantragen. Welch eine enorme Grausamkeit! Der EFSF ist bis aufs Kleingeld reduziert worden und der neue Euro-Rettungsfonds [ESM] liegt mindestens bis zum 12. September noch auf dem Tisch des Bundesverfassungsgerichts. Die EZB weigert sich weiterhin, Staatsanleihen am Sekundärmarkt zu kaufen. Etwas zu versprechen, was es nicht gibt, ist die schwerste Beleidigung für diejenigen, die es brauchen. Das Schweigen der Feiglinge geht in den meisten europäischen Hauptstädten weiter."
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El País - Spanien | Dienstag, 17. Juli 2012
Nach den jüngsten Einschätzungen des IWF wird Spaniens Wirtschaft auch im kommenden Jahr schrumpfen. Die linksliberale Tageszeitung El País macht die schlechte Kommunikationspolitik der Regierung mitverantwortlich für die Situation: » mehr
Nach den jüngsten Einschätzungen des IWF wird Spaniens Wirtschaft auch im kommenden Jahr schrumpfen. Die linksliberale Tageszeitung El País macht die schlechte Kommunikationspolitik der Regierung mitverantwortlich für die Situation: "Die Prognose des IWF ist realistisch. Kredite werden erst Ende des Jahres 2013 wieder fließen, und auch nur dann, wenn die Bankenrettung im ersten Quartal des kommenden Jahres erfolgreich abgeschlossen wird. Ausländische Investoren verlassen Spanien wegen der geringen Wachstumsaussichten und der Unsicherheiten in Bezug auf die Finanzreform. ... Es gibt außerdem noch weitere Faktoren, die das Vertrauen zusätzlich belasten. Einer davon ist die schlechte Informationspolitik der Regierung, die ihr jegliche Glaubwürdigkeit nimmt. ... Mit vagen Andeutungen gewinnt man nicht das Vertrauen der Märkte. Und es wird schwieriger, von der EZB das zu verlangen, was die Spanier und der IWF für selbstverständlich halten: Dass sie mit den schwankenden Kosten für die Staatsanleihen Schluss macht, während die Bankenrettung umgesetzt und die Bankenunion konkretisiert wird."
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Il Sole 24 Ore - Italien | Dienstag, 17. Juli 2012
Der IWF sieht in der europäischen Schuldenkrise das größte Risiko für die Weltwirtschaft und forderte deshalb am Montag eine Stärkung der Europäischen Zentralbank, um eine Eskalation der Krise zu verhindern. Neue Vollmachten für die EZB könnten der Panik auf den Märkten entgegenwirken, meint die liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: » mehr
Der IWF sieht in der europäischen Schuldenkrise das größte Risiko für die Weltwirtschaft und forderte deshalb am Montag eine Stärkung der Europäischen Zentralbank, um eine Eskalation der Krise zu verhindern. Neue Vollmachten für die EZB könnten der Panik auf den Märkten entgegenwirken, meint die liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Nach Schätzungen des IWF liegen die Renditen der Staatsanleihen von Ländern wie Italien oder Spanien um gut 200 Basispunkte [zwei Prozentpunkte] zu hoch. ... Allein die Befugnis der EZB zum bedingungslosen Eingreifen würde schon ausreichen, um dies zu verhindern. Wenn man weiß, dass die EZB im Fall einer Schuldenkrise einschreiten kann, wäre die Furcht vor einem möglichen Ausstieg des betroffenen Landes aus der Währungsunion unbegründet. Der Panik-Effekt würde verhindert werden und damit auch der Anstieg der Renditen der Staatsanleihen. Paradoxerweise würde schon allein die Möglichkeit, dass die EZB Staatsanleihen ankaufen kann, das tatsächliche Eingreifen der Bank überflüssig machen."
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Rzeczpospolita - Polen | Montag, 16. Juli 2012
Die US-Ratingagentur Moody's hat am Freitag die Kreditwürdigkeit Italiens von A3 auf Baa2 gesenkt, so dass das Land jetzt nur noch zwei Stufen über Ramsch-Niveau steht. Für die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita ist damit klar, dass die Maßnahmen des EU-Gipfels von vor zwei Wochen nicht greifen und dass die Union nicht so weiter machen kann wie bisher: » mehr
Die US-Ratingagentur Moody's hat am Freitag die Kreditwürdigkeit Italiens von A3 auf Baa2 gesenkt, so dass das Land jetzt nur noch zwei Stufen über Ramsch-Niveau steht. Für die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita ist damit klar, dass die Maßnahmen des EU-Gipfels von vor zwei Wochen nicht greifen und dass die Union nicht so weiter machen kann wie bisher: "Es wird keine radikalen Reformen [der EU] geben, weil riesige Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern bestehen, zum Beispiel zwischen Frankreich und Deutschland und dem Süden Europas. Deutschland wird nie zustimmen, dass die Schulden der einzelnen Länder auf alle verteilt werden. Denn das würde zu einem Anstieg seiner eigenen Verbindlichkeiten führen. Und Deutschland will auch nicht, dass die EZB zu einer Gelddruckmaschine für den Euro wird. ... Doch jetzt ist mehr gefragt als irgendwelche Rettungspakete, stimulierende Maßnahmen oder Banken, die von der EU geleitet werden: Wir brauchen grundlegende Veränderungen und Reformen für unsere Wirtschaft, die der asiatischen Konkurrenz nicht gewachsen ist. Ohne neue Steuersysteme, ohne einen flexiblen Arbeitsmarkt und ohne eine Steigerung der Arbeitseffektivität wird sich nichts bewegen."
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Der Standard - Österreich | Freitag, 6. Juli 2012
Die Senkung des Leitzinses auf ein Rekordtief von 0,75 Prozent wird keine Wirkung zeigen, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard, denn in der gegenwärtigen Lage kann die Maßnahme der EZB vom Donnerstag weder Anreize für Investitionen noch für mehr Konsum setzen: » mehr
Die Senkung des Leitzinses auf ein Rekordtief von 0,75 Prozent wird keine Wirkung zeigen, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard, denn in der gegenwärtigen Lage kann die Maßnahme der EZB vom Donnerstag weder Anreize für Investitionen noch für mehr Konsum setzen: "Mit den Zinssenkungen verhält es sich wie mit dem Biergenuss. Das erste Krügerl mag den Gaumen erfreuen, das zweite die Laune heben. Aber spätestens das fünfte oder sechste ist zu viel des Guten. Eine Zinssenkung auf 0,75 Prozent wird wenige Unternehmen von Investitionsprojekten überzeugen - und wenn, dann dürfte die Qualität der Investition äußerst zweifelhaft sein, wenn sie sich nur bei einem Zins unter einem Prozent überhaupt rechnet. Die Zinssenkung der EZB wird daher keine Trendwende in der Euro-Zone einleiten. Die Konjunktur wird ja nicht von zu hohen kurzfristigen Finanzierungskosten abgewürgt. Sie wird davon zurückgehalten, dass der Fortbestand der Währungsunion angezweifelt wird und die politische Unsicherheit die Investitionen und den Konsum weiter drückt."
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Le Temps - Schweiz | Freitag, 6. Juli 2012
Die EZB sowie die Notenbanken von China und Großbritannien haben am Donnerstag weitere Stützungsmaßnahmen eingeleitet, doch die Märkte reagierten eher negativ. Das zeigt, dass von den Zentralbanken zu viel erwartet wird, meint die liberale Tageszeitung Le Temps: » mehr
Die EZB sowie die Notenbanken von China und Großbritannien haben am Donnerstag weitere Stützungsmaßnahmen eingeleitet, doch die Märkte reagierten eher negativ. Das zeigt, dass von den Zentralbanken zu viel erwartet wird, meint die liberale Tageszeitung Le Temps: "Die Enttäuschung ist enorm, weil die Erwartungen zu hoch waren, und zwar nicht nur seitens der Finanzmärkte, die immer nach günstigen Krediten lechzen, die die Börse eine Zeit lang stützen. Der Druck, die Hilferufe und die Ermahnungen kamen sowohl aus der Öffentlichkeit als auch aus der Politik. ... Das ist eine Ausnahmesituation, und ein weiterer Beweis dafür, dass die EZB sich verändert hat. Auch wenn ihr Präsident Mario Draghi es abstreitet: Sein Hauptmandat, die Gewährleistung der Preisstabilität, ist weit überschritten worden. ... Wird man den Zentralbanken die Funktionen, die man ihnen momentan einräumt, später wieder entziehen, wenn Europa und der Rest der Welt diese Krise ein für allemal überstanden haben? Unwahrscheinlich. Bis dahin gilt jedenfalls: Diese Zentralbanken sind ihrem Namen noch nie so gerecht geworden."
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La Vanguardia - Spanien | Freitag, 6. Juli 2012
Mario Draghis Absage an den Ankauf spanischer und italienischer Staatsanleihen ist gefährlich, mahnt die liberale Tageszeitung La Vanguardia nach entsprechenden Äußerungen des EZB-Chefs am Donnerstag: » mehr
Mario Draghis Absage an den Ankauf spanischer und italienischer Staatsanleihen ist gefährlich, mahnt die liberale Tageszeitung La Vanguardia nach entsprechenden Äußerungen des EZB-Chefs am Donnerstag: "Eine gute Maßnahme und eine enttäuschende Rede. So könnte man das Treffen der EZB beschreiben, die gestern die Senkung des Leitzinses von einem Prozent auf ein Rekordtief von 0,75 Prozent beschloss, um die Wirtschaft anzukurbeln. ... Wenn diese Maßnahme technisch gesehen gut ist, warum haben die Märkte dann so aggressiv reagiert? Vor allem weil sich EZB-Chef Draghi in der anschließenden Pressekonferenz so reserviert zeigte in Bezug auf Stützungskäufe von spanischen und italienischen Schulden. Das ist für die Politik der EZB nicht unbedingt etwas Neues, aber angesichts der schwierigen Lage in Südeuropa scheint es unsolidarisch und gefährlich, dass Draghi sich von den Staatsschulden der Problemländer distanziert. ... Auf den immer nervöser reagierenden Finanzmärkten hat Draghi einen beachtlichen Anstieg der Risikoaufschläge und ein deutliches Sinken der Börsenwerte verursacht."
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De Tijd - Belgien | Freitag, 6. Juli 2012
Nach der Senkung des Leitzinses hat EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag angekündigt, dass die Bank keine weiteren Maßnahmen zur Lösung der Euro-Krise wie etwa den Ankauf von Staatsanleihen der Krisenländer ergreifen will. Das ist eine kalte Dusche für die Euro-Zone, meint die Wirtschaftszeitung De Tijd: » mehr
Nach der Senkung des Leitzinses hat EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag angekündigt, dass die Bank keine weiteren Maßnahmen zur Lösung der Euro-Krise wie etwa den Ankauf von Staatsanleihen der Krisenländer ergreifen will. Das ist eine kalte Dusche für die Euro-Zone, meint die Wirtschaftszeitung De Tijd: "Draghi fegte mit einer Rede allen Optimismus des Euro-Gipfels der vergangenen Woche vom Tisch. Die EZB findet offensichtlich, dass sie genug getan hat und dass nun die Politiker am Zug sind, um die Probleme der Euro-Zone anzupacken. ... Aus finanziell orthodoxer Perspektive ist dieser Standpunkt verständlich. Aber es führt dazu, dass beim nächsten aufflackernden Feuer in der Euro-Zone die Feuerwehr nicht länger bereit steht. Und der permanente Notfonds ESM ist noch nicht fertig. Das ist eine gefährliche Situation. Das macht die Märkte nervös und führt zum weiteren Niedergang des Euro. Die Mühle wird sich weiter drehen, bis ein glaubwürdiger Plan mit konkreten Schritten auf dem Tisch liegt. Solange den europäischen Führern das nicht gelingt, wird die Euro-Krise nicht vorbei gehen."
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