Islamkritik und Meinungsfreiheit
Ein Anti-Islam-Film aus den USA hat weltweit gewaltsame Proteste provoziert, europäische Magazine legten mit Mohammed-Satiren nach. Wo endet die Meinungsfreiheit: Bei der Verletzung religiöser Gefühle, bei der Gefährdung von Menschenleben - oder gar nicht?

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 27. September 2012
In Kairo hat die Staatsanwaltschaft gegen zwei Islamisten Anklage wegen Blasphemie erhoben, einer von ihnen soll während der Proteste gegen die US-Botschaft vor zwei Wochen in Kairo eine Bibel verbrannt haben. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Mena wird das Verfahren am Sonntag beginnen. Das stimmt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung hoffungsvoll: » mehr
In Kairo hat die Staatsanwaltschaft gegen zwei Islamisten Anklage wegen Blasphemie erhoben, einer von ihnen soll während der Proteste gegen die US-Botschaft vor zwei Wochen in Kairo eine Bibel verbrannt haben. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Mena wird das Verfahren am Sonntag beginnen. Das stimmt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung hoffungsvoll: "Säkular sieht anders aus. Wenigstens aber zieht die ägyptische Justiz nicht mehr eine Religion einer anderen vor. ... Die ägyptische Gesellschaft ist tiefreligiös, das gilt für Muslime wie für Christen. In die neue Verfassung soll erstmals ein Passus aufgenommen werden, dass nicht nur, wie bisher, das islamische Recht Hauptquelle der Gesetzgebung sei, sondern dass für Christen und Juden das Personenstandsrecht ihrer Konfession gelte. Im Sinne der säkularen Ordnungen des Westens ist das nicht. Aber es gibt, immerhin, hoffnungsvolle Zeichen, dass künftig Christen in Ägypten nicht schlechter behandelt werden als Muslime."
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Justiz, » Ägypten
Alle verfügbaren Texte von » Rainer Hermann
The European - Deutschland | Dienstag, 25. September 2012
Das umstrittene Mohammed-Video hat weltweit für heftige Unruhen gesorgt, radikale Islamisten rufen zu Mordanschlägen auf. Doch der zivile Widerstand gegen die Hass-Prediger wächst, schreibt der Nahost-Korrespondent Jörg Armbruster auf dem Debattenportal The European: » mehr
Das umstrittene Mohammed-Video hat weltweit für heftige Unruhen gesorgt, radikale Islamisten rufen zu Mordanschlägen auf. Doch der zivile Widerstand gegen die Hass-Prediger wächst, schreibt der Nahost-Korrespondent Jörg Armbruster auf dem Debattenportal The European: "Wer den Propheten beleidigt, der beleidigt alle Muslime. Deswegen gehen sie auf die Straße, friedlich zumeist, aber gelegentlich explodiert der Zorn über die Beleidigung und entlädt sich als Hass auf den Westen im Allgemeinen, auf die USA und Israel im Besonderen. ... Der Hass auf Amerika ist eine der wichtigsten Politkonstanten in dieser Region, ein Brandbeschleuniger, den Politiker und Prediger absichtsvoll einsetzen. Kaum eine Demonstration ohne brennende US- und Israelfahnen. 'Stimmt nicht!', rufen empört die jungen Ägypter, die vor einem Jahr elf Tage lang den Tahrir-Platz besetzt hatten. Keine US-Fahne hatte gebrannt, Israel hatte überhaupt keine Rolle gespielt. Auf dem Tahrir-Platz hatten Hunderttausende demonstriert, vor der amerikanischen Botschaft in Kairo in diesen Tagen höchstens zweitausend. Die jungen Ägypter rennen nicht mehr jedem Rattenfänger nach, der vorgibt, den Islam verteidigen zu wollen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Religion, » Unruhen / Krawalle, » Global, » Naher und Mittlerer Osten
Alle verfügbaren Texte von » Jörg Armbruster
Komment - Ungarn | Montag, 24. September 2012
Der in der islamischen Welt für Aufruhr sorgende Mohammed-Schmähfilm hätte den unendlich friedfertigen Propheten zum Lachen gebracht, meint der Publizist Bálint Szlankó auf dem Meinungsportal Komment: » mehr
Der in der islamischen Welt für Aufruhr sorgende Mohammed-Schmähfilm hätte den unendlich friedfertigen Propheten zum Lachen gebracht, meint der Publizist Bálint Szlankó auf dem Meinungsportal Komment: "Es stimmt nicht, dass der Islam keine Tradition der Toleranz und des freien Meinungsaustausches hat. Nur ist sie vom Schmutz des 20. Jahrhunderts, dem Dreck der Diktaturen und der radikalen Politik überlagert worden. ... Und was würde Mohammed sagen? Der Prophet gilt in der westlichen Vorstellung als streitbare Gestalt, obwohl er in Wahrheit ein friedlicher Mensch war. In einer der Geschichten über ihn wird er von einer Frau jeden Tag mit Müll beworfen. Als diese einmal nicht kommt, sucht Mohammed sie auf, um sie zu fragen, ob alles in Ordnung sei. Im Koran wiederum steht Folgendes (25:63): Und die Diener des Allerbarmers sind diejenigen, die sanftmütig auf der Erde schreiten; und wenn die Unwissenden sie anreden, sprechen sie friedlich [zu ihnen]. Würde Mohammed diesen Film sehen, würde er lachen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, ungarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Religion, » Unruhen / Krawalle, » USA, » Naher und Mittlerer Osten
Alle verfügbaren Texte von » Bálint Szlankó
The Economist - Großbritannien | Dienstag, 25. September 2012
Gegen den Anti-Islam-Film demonstriert lediglich eine wütende Minderheit, betont das wirtschaftsliberale Magazin The Economist und kritisiert die Berichterstattung über die Proteste als übertrieben: » mehr
Gegen den Anti-Islam-Film demonstriert lediglich eine wütende Minderheit, betont das wirtschaftsliberale Magazin The Economist und kritisiert die Berichterstattung über die Proteste als übertrieben: "Wie bei früheren Ereignissen, bei denen Muslime über westliche Angriffe auf ihren Glauben klagten, haben sich auch dieses Mal ähnliche Szenen in der muslimischen Welt abgespielt - mit tragischen Folgen. Ihr Zorn war sicherlich echt und wurde von vielen Muslimen geteilt. Doch die Berichterstattung verschleiert eine deutliche Tatsache: So wie bei früheren Protesten lag die Zahl der Demonstranten bei einer Predigt in Kairo am Freitag bei wenigen hundert - an einem Platz, wo tausendmal größere Ansammlungen üblich sind. Inmitten einer Stadt von 20 Millionen Einwohnern gingen die meisten ihrer Arbeit nach. Die Jugendlichen, die Steine warfen, waren vielleicht ein Dutzend. Der Zorn richtete sich sowohl gegen die Polizei als auch gegen die westliche Welt. Die Straßenkämpfe erinnerten eher an Gewaltausbrüche bei einem Sportereignis als an den Kampf der Kulturen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Medien, » Großbritannien, » Global, » Naher und Mittlerer Osten
Alle verfügbaren Texte von » The Economist
Top-Thema vom Montag, 24. September 2012
Pakistans Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour hat am Samstag ein Kopfgeld von umgerechnet rund 100.000 US-Dollar auf den Macher des anti-islamischen Schmähfilms ausgesetzt, Premier Raja Pervez ... » mehr
Pakistans Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour hat am Samstag ein Kopfgeld von umgerechnet rund 100.000 US-Dollar auf den Macher des anti-islamischen Schmähfilms ausgesetzt, Premier Raja Pervez Ashraf distanzierte sich davon. Kommentatoren meinen, dass der Mordaufruf ein Armutszeugnis für die Regierung ist, und fordern Pakistan auf, radikalen Islamismus zu verurteilen.
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Religion, » Unruhen / Krawalle, » Global, » Pakistan
Politiken - Dänemark | Montag, 24. September 2012
Pakistans Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour hat am Samstag auch al-Qaida und die Taliban umworben. Die linksliberale Tageszeitung Politiken verlangt von der pakistanischen Regierung eine deutliche Distanzierung: » mehr
Pakistans Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour hat am Samstag auch al-Qaida und die Taliban umworben. Die linksliberale Tageszeitung Politiken verlangt von der pakistanischen Regierung eine deutliche Distanzierung: "Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man das Verhalten Ghulam Ahmed Bilours als armseligen Ausdruck politischer Verrücktheit sehen. Aber leider kann man den Politiker nicht als Deppen abtun. Wenn sich ein pakistanischer Minister im Licht von al-Qaida sonnen möchte, ist das eben nicht egal. ... Wenn Pakistan als verantwortungsvoller Rechtsstaat wahrgenommen werden will, muss das Land nicht nur deutlich machen, dass sich Bilour selbst als Minister disqualifiziert hat. Es reicht auch nicht, dass er natürlich für sein Jobanagebot an Auftragsmörder rechtlich verfolgt werden muss. Pakistan muss auch mit der Verherrlichung von Gewalt aufhören. ... Bilour hat gewiss darauf spekuliert, in der gewaltverherrlichenden politischen Wirklichkeit Pakistans mit seinem Aufruf zu punkten. Das disqualifiziert ihn als Minister. Es ist peinlich für die Pakistaner. Es ist beschämend für Pakistan."
» zum ganzen Artikel (externer Link, dänisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Religion, » Unruhen / Krawalle, » Pakistan
Die Presse - Österreich | Montag, 24. September 2012
Mit dem Mordaufruf des pakistanischen Ministers ist nach Ansicht der liberal-konservativen Tageszeitung Die Presse eine neue Stufe der islamistischen Bedrohung erreicht, da sie jetzt auf Regierungsebene stattfinde: » mehr
Mit dem Mordaufruf des pakistanischen Ministers ist nach Ansicht der liberal-konservativen Tageszeitung Die Presse eine neue Stufe der islamistischen Bedrohung erreicht, da sie jetzt auf Regierungsebene stattfinde: "Seit Irans Revolutionsführer Khomeini 1989 den britisch-indischen Autor Salman Rushdie wegen dessen angeblich blasphemischen Buchs Die satanischen Verse zum Tod verurteilt und ein Kopfgeld ausgesetzt hat, ist man bezüglich dieser Facette islamistischer 'Streitkultur' einiges gewöhnt. ... Wenn aber Ghulam Bilour, Minister der Regierung Pakistans, nun zum Mord am Macher des dummen Mohammed-Films aufruft, hat das neue Qualität: Der Herr führt zwar nur das Eisenbahnressort, die Regierung tat seine Worte als 'persönlich' ab, es war aber wohl der erste islamistische Mordaufruf auf Regierungsniveau. Zu denken muss auch geben, dass Bilour just die Taliban und al-Qaida als 'Brüder' bezeichnet hat. Man könnte ihn daher 'Terrorminister' nennen. Sein Fall zeigt aber auch: In Pakistan, angeblich einem US-Alliierten, ist die Regierung Teil des Islamistenproblems."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Religion, » Unruhen / Krawalle, » USA, » Global, » Pakistan
Alle verfügbaren Texte von » Wolfgang Greber
La Croix - Frankreich | Montag, 24. September 2012
Nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen im Satiremagazin Charlie Hebdo hat die französische Regierung am Wochenende Demonstrationen verboten. Dass es in Frankreich nicht zu gewaltsamen Protesten kam, führt die katholische Tageszeitung La Croix aber auch auf einen funktionierenden Dialog zwischen den Religionen zurück: » mehr
Nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen im Satiremagazin Charlie Hebdo hat die französische Regierung am Wochenende Demonstrationen verboten. Dass es in Frankreich nicht zu gewaltsamen Protesten kam, führt die katholische Tageszeitung La Croix aber auch auf einen funktionierenden Dialog zwischen den Religionen zurück: "Die Gewalt, die mit dem radikalen Islam verbunden ist, beherrscht immer wieder die Schlagzeilen. Somit muss man sich darüber freuen, dass es in Frankreich in den vergangenen Tagen erstaunlich ruhig geblieben ist, obwohl man ein Aufflammen der Spannungen befürchtet hatte: Die im Magazin Charlie Hebdo veröffentlichten Karikaturen hätten stark dazu beitragen können. Man kann zu Recht behaupten, dass es auch die außergewöhnliche Polizeipräsenz war, die für Ruhe gesorgt hat. ... Doch es ist auch das Ergebnisse jahrelanger Anstrengungen, die von den Religionsgemeinschaften in Frankreich unternommen wurden, um einander besser kennenzulernen, zu verstehen und zum inneren Frieden beizutragen. Es ist ein zerbrechlicher Dialog voller Missverständnisse, aber er ist eines der sichersten Mittel, um die Ausbreitung extremistischer Neigungen zu verhindern."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Religion, » Unruhen / Krawalle, » Frankreich
Alle verfügbaren Texte von » Guillaume Goubert
Le Monde - Frankreich | Freitag, 21. September 2012
Dass ein Low-Budget-Film über den Propheten Mohammed in so vielen muslimisch geprägten Ländern eine Welle der Gewalt auslöst, liegt für den marokkanischen Schriftsteller Tahar Ben Jelloun an deren demokratischem Defizit. In der linksliberalen Tageszeitung Le Monde schreibt er: » mehr
Dass ein Low-Budget-Film über den Propheten Mohammed in so vielen muslimisch geprägten Ländern eine Welle der Gewalt auslöst, liegt für den marokkanischen Schriftsteller Tahar Ben Jelloun an deren demokratischem Defizit. In der linksliberalen Tageszeitung Le Monde schreibt er: "Es gibt Tote und Verletzte, Schreie des Hasses und Brandschatzungen, ein großes Unverständnis und vor allem ein Bedürfnis nach Rache. Doch dass es so weit kommen kann, ist nicht überraschend, wenn man sich eingesteht, dass bestimmte islamische Staaten diese Leidenschaft anstacheln, anstatt den Schritt in die Gegenwart zu tun und die Demokratie zu fördern. Diese Leidenschaft hält die Bevölkerung vom Wichtigsten ab: vom Aufbau eines Rechtsstaats, der jedes einzelne Individuum schätzt. Und wenn das Individuum anerkannt wird, bedeutet dies den Bruch mit dem Klan, das Recht auf Freiheit und auf ein eigenes Bewusstsein und schließlich die Möglichkeit kritischer Reflexion. Und das können die islamischen Staaten nicht tolerieren."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Weltanschauung, » Ethik, » Gesellschaft, » Naher und Mittlerer Osten, » Nordafrika
Alle verfügbaren Texte von » Tahar Ben Jelloun
Corriere della Sera - Italien | Freitag, 21. September 2012
Die französische Regierung hat eine für Samstag geplante Demonstration gegen das islamfeindliche Mohammed-Video aus den USA verboten. Damit tut Paris den Fundamentalisten einen Gefallen, kritisiert die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera und fordert den Westen auf, seinen Idealen treu zu bleiben: » mehr
Die französische Regierung hat eine für Samstag geplante Demonstration gegen das islamfeindliche Mohammed-Video aus den USA verboten. Damit tut Paris den Fundamentalisten einen Gefallen, kritisiert die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera und fordert den Westen auf, seinen Idealen treu zu bleiben: "Zehn Tage nach der Fatwa von [Ayatollah] Khomeini, die Salman Rushdie für seine Satanischen Verse zum Tode verurteilte, garantierte der damalige britische Innenminister Douglas Hurd in der Moschee von Birmingham den britischen Muslimen die Versammlungs-, Glaubens- und Meinungsfreiheit - unter der Bedingung, dass diese nicht zu Gewaltandrohungen führt oder sogar in Gewalt ausartet. … Sollen wir diesen Weg fortsetzen oder steht nun eine Umkehr an? Letzteres wünscht sich die arabisch-muslimische Diplomatie. Sie will unsere Unterstützung für eine weltweite Verfolgung 'religiöser Verunglimpfung', ein Gesetz, das die Meinungsfreiheit knebelt und die Bürgerrechte einschränkt. Sie fordern uns zum Kreuzzug gegen Atheisten und Gotteslästerer auf. Das ist der falsche Weg. Es ist ein Verrat an unseren Idealen, an den Idealen, für die Douglas Hurd schon damals vor 23 Jahren eingetreten ist."
» weiterführende Informationen (externer Link, italienisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Krisen / Kriege, » Religion, » Frankreich, » Global
Alle verfügbaren Texte von » Marco Ventura
Trouw - Niederlande | Freitag, 21. September 2012
In den Niederlanden steht der Vorsitzende des Europa-Parlaments Martin Schulz in vielen Medien in der Kritik, weil er nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Libyen den Anti-Islamfilm Die Unschuld der Muslime verurteilte. Auch die christlich-soziale Tageszeitung Trouw findet, dass sich Schulz stärker für die Meinungsfreiheit hätte einsetzen müssen: » mehr
In den Niederlanden steht der Vorsitzende des Europa-Parlaments Martin Schulz in vielen Medien in der Kritik, weil er nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Libyen den Anti-Islamfilm Die Unschuld der Muslime verurteilte. Auch die christlich-soziale Tageszeitung Trouw findet, dass sich Schulz stärker für die Meinungsfreiheit hätte einsetzen müssen: "Die Macher von provozierenden anti-islamischen Filmen, Büchern, Pamphleten oder Karikaturen genießen die Meinungsfreiheit, allerdings nur innerhalb gesetzlicher Grenzen. Und gleichzeitig haben andere Menschen die Freiheit, gegen diese Veröffentlichungen zu demonstrieren und deshalb sogar bis vors Gericht zu ziehen. Aber sie dürfen eben niemals mit Gewalt reagieren. Diesen Zusammenhang zwischen Rechten auf der einen und einer großen Verantwortung auf der anderen Seite hätte Schulz ansprechen müssen. ... Denn es geht hier um die Freiheit der Bürger gegenüber dem Staat: Keine Politik, Ideologie oder Religion verleiht einem Staat das Recht, den freien Fluss von Gedanken zu unterdrücken. Jeder weiß, dass auch Schulz das nicht will. Aber wenn er das Gesicht Europas ist, muss er dies auch deutlich machen."
» weiterführende Informationen (externer Link, niederländisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Film, » Pressefreiheit, » Unruhen / Krawalle, » Europa, » Global
Alfa - Litauen | Donnerstag, 20. September 2012
Infolge der Proteste in muslimisch geprägten Ländern gegen den in den USA veröffentlichten Anti-Islam-Film haben internationale Medien begonnen, den Tod des arabischen Frühlings zu prophezeien. Doch das Portal Alfa ist anderer Meinung: » mehr
Infolge der Proteste in muslimisch geprägten Ländern gegen den in den USA veröffentlichten Anti-Islam-Film haben internationale Medien begonnen, den Tod des arabischen Frühlings zu prophezeien. Doch das Portal Alfa ist anderer Meinung: "Es ist noch zu früh, bittere Tränen zu vergießen. Hinter den in den Medien der Welt massenhaft veröffentlichen Fotos von Unruhestiftern steckt eine viel interessantere Wahrheit. An den Protestaktionen haben sich diesmal so wenig Menschen beteiligt wie nie zuvor. So haben sich zum Beispiel auf dem Tahrir-Platz von Kairo mit 9 Millionen Einwohnern knapp 1.000 Menschen versammelt. Im vergangenen Jahr haben dort regelmäßig hunderttausende Menschen protestiert, trotz der realistischen Gefahr, getötet zu werden. Und schließlich haben sie den Diktator Hosni Mubarak gestürzt. Nun waren nur wenige Demonstranten entschlossen, auf Zäune von US-Botschaften zu klettern oder Diplomaten zu töten."
» zum ganzen Artikel (externer Link, litauisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Krisen / Kriege, » Religion, » USA, » Libyen, » Ägypten, » Tunesien
Alle verfügbaren Texte von » Antanas Manstavicius
Le Soir - Belgien | Donnerstag, 20. September 2012
Das Satireblatt Charlie Hebdo beruft sich auf die Meinungsfreiheit und heizt damit einen schwelenden Konflikt weiter an, ärgert sich die linksliberale Tageszeitung Le Soir: » mehr
Das Satireblatt Charlie Hebdo beruft sich auf die Meinungsfreiheit und heizt damit einen schwelenden Konflikt weiter an, ärgert sich die linksliberale Tageszeitung Le Soir: "Auf die Veröffentlichung der Zeichnungen zu verzichten, hätte in keiner Weise unsere freiheitlichen Prinzipien in Frage gestellt. Charlie Hebdo schmückt sich mit vermeintlichen Tugenden. Doch damit dient das Satireblatt nicht der Meinungsfreiheit, sondern benutzt diese, um Öl ins Feuer zu gießen. Der Schaden ist angerichtet. Wie kann man an die Vernunft appellieren? Wie kann man weitere Todesopfer verhindern? Wie soll man den Muslimen nun erklären, dass echte Demokraten sie ganz bestimmt nicht durch die Veröffentlichung von beleidigenden Zeichnungen oder eines dummen Films kränken wollen? Wo die große Mehrheit der Muslime uns das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Veröffentlichung von Karikaturen doch auch gar nicht abspricht. ... Alle Mühe ist umsonst. Auf beiden Seiten gibt es Brandstifter, die sich jeglichen beschwichtigenden Worten gegenüber taub stellen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Printmedien, » Religion, » Pressefreiheit, » Frankreich
Alle verfügbaren Texte von » Didier Hamann
Le Nouvel Observateur - Frankreich | Mittwoch, 19. September 2012
Charlie Hebdo missbraucht die Meinungsfreiheit, um seine Verkaufszahlen zu steigern, kritisiert das linksliberale Wochenmagazin Le Nouvel Observateur: » mehr
Charlie Hebdo missbraucht die Meinungsfreiheit, um seine Verkaufszahlen zu steigern, kritisiert das linksliberale Wochenmagazin Le Nouvel Observateur: "Was die Angriffe auf Muslime betrifft, ist Charlie Hebdo ein Wiederholungstäter. ... Wenn Charlie Hebdo nun erneut Ziel eines Anschlags wird, kann das Blatt freudig sagen: 'Wir haben euch ja gewarnt, dass das Verrückte sind.' Das Ganze ist ein Teufelskreis und dieser darf sich auf keinen Fall wiederholen. Der schlechteste Dienst, den man dieser Zeitung erweisen kann, ist ein gegen sie gerichteter Gewaltakt. Stattdessen sollte man sich für eine politische Kritik entscheiden. Man muss Charlie Hebdo entlarven und klar machen, dass diese Zeitung kein Medium der Freidenker mehr ist, sondern ein populistisches Blatt. Heutzutage in Frankreich über Muslime herzuziehen, zeugt nicht von Mut. Die Redaktion argumentiert mit dem Recht der Meinungsfreiheit. Doch tatsächlich ist ihr Ziel, ihre sinkenden Verkaufszahlen durch regelmäßige Hiebe gegen Muslime in die Höhe zu treiben."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Printmedien, » Religion, » Pressefreiheit, » Frankreich
Alle verfügbaren Texte von » Pascal Boniface
Financial Times Deutschland - Deutschland | Donnerstag, 20. September 2012
Satire muss Grenzen ausloten und darf deshalb auch die Furcht vor religiösen Fundamentalisten thematisieren, argumentiert die liberale Financial Times Deutschland: » mehr
Satire muss Grenzen ausloten und darf deshalb auch die Furcht vor religiösen Fundamentalisten thematisieren, argumentiert die liberale Financial Times Deutschland: "Dass dieser Vorstoß nun von linksliberaler Seite kommt und nicht mehr nur aus der rechtspopulistischen Schmuddelecke, ist umso besser. Seit sich der Islam stark politisiert hat, ... wächst die Furcht im Westen vor religiösen Fundamentalisten. Es sind diese Fanatiker, die Gewalt ausüben, nicht irgendwelche Karikaturen. Die Folge ist die Angst im Westen, etwas Falsches zu sagen, zu zeichnen oder, wie im Falle des umstrittenen Mohammed-Films, zugänglich zu machen. ... Den Film hat bislang ohnehin kaum einer gesehen, es kursiert nur der Trailer. Und einige islamische Länder haben den Internetzugriff darauf längst gesperrt. Trotzdem gingen die Fanatiker, die in ihren Ländern um die Macht und Anhänger kämpfen oder von eigenen Missetaten ablenken wollen, auf die Straße. Und wenn es nicht wegen irgendeines obskuren Films oder wegen der Karikaturen gewesen wäre, dann eben wegen irgendetwas anderem. Das ist nur der Anlass für die Gewalt, nicht der Grund."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Religion, » Frankreich
Corriere della Sera - Italien | Donnerstag, 20. September 2012
Der Westen darf jetzt nicht aus Angst vor islamischen Fundamentalisten klein beigeben und sich in der Selbstzensur üben, drängt die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: » mehr
Der Westen darf jetzt nicht aus Angst vor islamischen Fundamentalisten klein beigeben und sich in der Selbstzensur üben, drängt die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: "Die Reaktion der Fundamentalisten mit ihrer Wut und sogar mit ihren Mordabsichten richtet sich nicht gegen Karikaturen oder Videos von zweifelhafter Qualität, sondern gegen die Demokratien, die deren Verbreitung erlauben und keine systematische staatliche Zensur betreiben. Die Meinungsfreiheit als solche ist für die Fundamentalisten ein Frevel und jede Gemeinschaft, die nicht von Glaubenswächtern tyrannisiert wird, ist eine unreine Welt, die es zu vernichten gilt. ... Im Westen ist die Versuchung groß, sich mit Zensur zu behelfen, aus Furcht vor den Folgen des unverantwortlichen Ausnutzens freiheitlicher Prinzipien. Doch wenn man versucht, dieses neue Zensur-Syndrom mit einer zwar gebildeten aber unvollständigen Interpretation von Voltaires Traktat über die Toleranz zu begründen, ist dies pure Heuchelei. Denn der Grund für die Zensur ist einzig und allein die Angst. Die Angst vor einer ungeheuerlichen und gewalttätigen Reaktion des Islams."
» weiterführende Informationen (externer Link, italienisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Krisen / Kriege, » Religion, » Weltanschauung, » Global
Alle verfügbaren Texte von » Pierluigi Battista
Der Standard - Österreich | Dienstag, 18. September 2012
Das rechtspopulistische Bündnis Pro Deutschland will den Film Innocence of Muslims aufführen. Der in den USA produzierte, islamfeindliche Low-Budget-Film ist seit Tagen Anlass für antiwestliche Proteste in der islamischen Welt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat deshalb am Montag angekündigt, ein Aufführungsverbot zu prüfen. Doch das wäre genau der falsche Weg, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: » mehr
Das rechtspopulistische Bündnis Pro Deutschland will den Film Innocence of Muslims aufführen. Der in den USA produzierte, islamfeindliche Low-Budget-Film ist seit Tagen Anlass für antiwestliche Proteste in der islamischen Welt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat deshalb am Montag angekündigt, ein Aufführungsverbot zu prüfen. Doch das wäre genau der falsche Weg, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Denn den randalierenden Personen und den dahinterstehenden Bewegungen geht es nicht um konkrete Provokationen, sondern nur darum, ihre eigene Unzufriedenheit, woher auch immer sie kommen mag, an einem Sündenbock auszulassen. ... Den Film zu verbieten würde nicht nur bestehenden Gesetzen widersprechen und einen Eingriff in die Grundrechte bedeuten, es wäre auch ein Kniefall vor einem Mob, der rationalen Argumenten nicht zugänglich ist. Vielmehr sollte man Innocence of Muslims in voller Länge zeigen, um die Absurditäten, die der Film hervorgerufen hat, in seiner ganzen Dimension verstehen zu können. Denn die gezeigten 14 Minuten sind von so lächerlicher Machart, dass der gesamte Film eigentlich nur eine Beleidigung jedes Intellekts sein kann."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Religion, » Unruhen / Krawalle, » Gesellschaft, » Europa, » USA, » Naher und Mittlerer Osten, » Nordafrika
Alle verfügbaren Texte von » Kim Son Hoang
Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 17. September 2012
Die Angriffe gegen westliche Botschaften sind symptomatisch für den Selbstfindungsprozess vieler muslimisch geprägter Länder und an sich nicht gegen den westlichen Lebensstil gerichtet, analysiert die linksliberale Süddeutsche Zeitung: » mehr
Die Angriffe gegen westliche Botschaften sind symptomatisch für den Selbstfindungsprozess vieler muslimisch geprägter Länder und an sich nicht gegen den westlichen Lebensstil gerichtet, analysiert die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Die Jemeniten und Ägypter, die Brandsätze auf US-Botschaften werfen, telefonieren sich mit dem iPhone zusammen und erfrischen sich nach der Randale mit einer Coca-Cola. ... Die arabische Welt befreit sich von der Fremdbestimmung, die sie seit dem Ende des Osmanischen Reichs 1918 erlebt. Gestürzt wurden in Mubarak oder Gaddafi einheimische Diktatoren. Sie waren auch Handlanger des Westens oder Moskaus. Die Aufstandsbewegung setzt die ins Leere gelaufenen säkularen Revolutionen und Militärcoups der Fünfzigerjahre fort: Es geht um Mitbestimmung im Inneren, aber auch um Selbstbestimmung als Ägypter, Tunesier und als Araber. ... Identität ist in der Region untrennbar verbunden mit dem Islam. ... Deshalb spielen religiöse Ideologien ihre Rolle bei der Suche nach dem Eigenen - ob im Parlament oder beim wütenden Mob."
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Unruhen / Krawalle, » Deutschland, » USA, » Naher und Mittlerer Osten
Alle verfügbaren Texte von » Tomas Avenarius
Der Standard - Österreich | Montag, 17. September 2012
Die Dynamik der Proteste, die durch einen islamfeindlichen Amateurfilm ausgelöst wurden, erinnert die linksliberale Tageszeitung Der Standard an die Revolutionen des arabischen Frühlings: » mehr
Die Dynamik der Proteste, die durch einen islamfeindlichen Amateurfilm ausgelöst wurden, erinnert die linksliberale Tageszeitung Der Standard an die Revolutionen des arabischen Frühlings: "Im Grunde genommen sind die heutigen Demonstranten - deren Masse man keinesfalls überschätzen sollte - den Revoltierenden von 2011 nicht unähnlich: Ein gemeinsamer Slogan verbindet sie, kratzt man etwas daran, dann wird man auf unterschiedliche Hintergründe und Motivationen stoßen. Aber sie entlarven einmal mehr als Kitsch, was bei Ausbruch der Revolutionen medial verkündet wurde: Die Zeit der Fixierung der Region auf konstruierte äußere Konflikte sei vorbei, die Probleme würden als innere erkannt, benannt und bearbeitet werden. Auch wenn bei den Revolutionen keine US-Fahnen brannten, so waren die alten Regime ja doch auch deswegen verhasst und delegitimiert, weil sie als Marionetten einer imperialistischen Politik galten. Die Ressentiments wurden nicht geheilt, es sind sogar noch neue hinzugekommen: die der Säkularen und Liberalen, die die USA beschuldigen, nun mit den Islamisten zu packeln."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Religion, » Weltanschauung, » Unruhen / Krawalle, » USA, » Naher und Mittlerer Osten
Alle verfügbaren Texte von » Gudrun Harrer
Kaleva - Finnland | Freitag, 14. September 2012
Die Ausschreitungen gegen diplomatische US-Vertretungen in der arabischen Welt als Reaktion auf einen vermeintlich islamfeindlichen Film zeigen wieder einmal die großen Werteunterschiede zwischen westlichen und islamischen Ländern auf, konstatiert die liberale Tageszeitung Kaleva: » mehr
Die Ausschreitungen gegen diplomatische US-Vertretungen in der arabischen Welt als Reaktion auf einen vermeintlich islamfeindlichen Film zeigen wieder einmal die großen Werteunterschiede zwischen westlichen und islamischen Ländern auf, konstatiert die liberale Tageszeitung Kaleva: "Schon die Mohammed-Karikaturen vor einigen Jahren haben gezeigt, dass es zwischen der westlichen und islamischen Welt Werteunterschiede gibt, die in der Praxis miteinander unvereinbar sind. ... In vielen islamischen Ländern scheint der Irrglaube vorzuherrschen, dass die Staatsführungen die Meinungsfreiheit einfach so in Ketten legen können. Oder vielleicht weiß man auch, dass es nicht so ist, akzeptiert es aber nicht. ... In den säkularen westlichen Staaten wiederum scheint man vergessen zu haben, welche zentrale Rolle der Glaube im Leben vieler Menschen in einem großen Teil der Erde noch einnimmt. Dieser Aspekt scheint auch viele Bürger im Westen bei der Auseinandersetzung um Pussy Riot in Russland überrascht zu haben."
» zum ganzen Artikel (externer Link, finnisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Unruhen / Krawalle, » Global
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Freitag, 14. September 2012
Bei gewaltsamen Protesten gegen US-Vertretungen in islamischen Ländern sind in den letzten Tagen mehrere Menschen ums Leben gekommen, darunter der US-Botschafter in Libyen. Die liberal-konservative ... » mehr
Bei gewaltsamen Protesten gegen US-Vertretungen in islamischen Ländern sind in den letzten Tagen mehrere Menschen ums Leben gekommen, darunter der US-Botschafter in Libyen. Die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung sieht die Ereignisse als Schock für die USA, da "es sich bei den vier Ländern ausgerechnet um jene Staaten handelt, die im Zuge des 'arabischen Frühlings' ihre Herrscher gestürzt haben. Die Amerikaner hatten diese Umbrüche nicht zu verhindern versucht, sondern in unterschiedlichem Masse sogar gefördert. Aber ihre Stellung in der Region wurde dadurch nicht gestärkt, wie sich nun immer deutlicher zeigt. ... Der gewaltsame Tod eines Botschafters, des höchsten Repräsentanten eines Landes im Gaststaat, hat enorme Symbolkraft. ... Letztmals hatten die USA einen solchen Schlag 1979 in Afghanistan erlebt, gefolgt von der traumatischen Geiselkrise in ihrer Botschaft in Iran. Es ist daher kein Zufall, dass Erinnerungen an die Ära Carter wach werden, im Gedächtnis der Amerikaner eine Zeit der aussenpolitischen Schwäche. Sollte ein solches Image an Obama klebenbleiben, wäre dies für seine Wiederwahlchancen verheerend."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Wahlen, » Unruhen / Krawalle, » USA, » Naher und Mittlerer Osten, » Nordafrika
Alle verfügbaren Texte von » Andreas Rüesch
Kurier - Österreich | Donnerstag, 13. September 2012
Ein US-amerikanischer Amateurfilm über den Propheten Mohammed hat am Dienstag und Mittwoch zu gewaltsamen Protesten in Libyen, Ägypten und Tunesien geführt. In Bengasi in Libyen wurden der US-Botschafter und drei seiner Mitarbeiter getötet. Islamische Würdenträger sollten Position beziehen und der Gewalt ein Ende setzen, fordert die liberale Tageszeitung Kurier: » mehr
Ein US-amerikanischer Amateurfilm über den Propheten Mohammed hat am Dienstag und Mittwoch zu gewaltsamen Protesten in Libyen, Ägypten und Tunesien geführt. In Bengasi in Libyen wurden der US-Botschafter und drei seiner Mitarbeiter getötet. Islamische Würdenträger sollten Position beziehen und der Gewalt ein Ende setzen, fordert die liberale Tageszeitung Kurier: "Im kritischen Dialog mit den Bürgern werden die Extremisten dort bleiben, wo sie sind - am Rand der Gesellschaft und letztlich irrelevant. Der blutige Aufstand in Teilen der islamischen Welt gegen die jüngste Provokation war leider vorhersehbar. Und ist mit aller Schärfe zu verurteilen. Kritik ja, Gewalt nein. Als jüngst vermutlich ultra-orthodoxe Juden auf eine Klosterwand nahe Jerusalem 'Jesus ist ein Affe' schmierten, brannten danach Synagogen, oder wurden israelische Botschaften attackiert? Gott sei Dank nicht. Die muslimischen Autoritäten sind nun gefordert, dem Mob Einhalt zu gebieten. Ein Schweigen würde sie zu Mittätern machen. Und den so dringend notwendigen interreligiösen Dialog, der ohnehin kaum vorankommt, weiter erschweren."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Religion, » Unruhen / Krawalle, » USA, » Libyen
Alle verfügbaren Texte von » Walter Friedl
© Bundeszentrale für politische Bildung