Gazeta Wyborcza - Polen | Freitag, 10. Februar 2012
Polens Bischöfe schweigen weiter zu Missbrauch
Im Vatikan ist am Donnerstag eine Konferenz zu Ende gegangen, die sich mit Missbrauchsfällen in Einrichtungen der katholischen Kirche auseinandersetzte. Die polnische Geistlichen schweigen aber trotzdem weiter, kritisiert die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "Welche Schlüsse ergeben sich aus der Konferenz, die es in dieser Form noch nie gegeben hat, für die polnische Kirche? Vor allem, dass es nicht nur in den Augen der Öffentlichkeit, sondern auch für die Kirche selbst unmoralisch ist, die Fälle unter den Teppich zu kehren, bei denen Priester des Missbrauchs angeklagt sind. Ebenso unmoralisch ist es, deren Aufklärung zu verschleppen, weil man irrtümlich meint, so das Wohl der Einrichtung zu schützen. Die polnischen Geistlichen haben leider noch immer Probleme damit, das zu begreifen. So hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Józef Michalik, beharrlich einen Priester aus Tylawa verteidigt, der wegen des Missbrauchs von sechs Mädchen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden ist, und über den ein Berufsverbot als Lehrer von acht Jahren verhängt worden ist."
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