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Der Standard - Österreich | Freitag, 10. Februar 2012

Kinder-Versuche sind Erbe der NS-Medizin

In Österreich sind Fälle von medizinischen Experimenten in Kinderheimen aus den 1960er Jahren bekannt geworden. Berichten von Betroffenen zufolge sollen Heimkinder mit Elektroschocks, Tier-Medikamenten und Malaria-Erregern behandelt worden sein gegen Jähzorn, Bettnässen oder sexuellen Antrieb. Das Erbe der NS-Medizin und ein autoritärer Katholizismus haben solche Misshandlungen ermöglicht, erklärt die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "In den Sechzigerjahren waren die Ärzte, die unter dem Nationalsozialismus studiert hatten und deren Lehrer zum Teil sadistische Monster waren, auf der Höhe ihrer Laufbahn. Nicht nur Ärzte, auch (Hochschul-) Lehrer, staatliche Erzieher, Beamte in der Verwaltung hatten die menschenverachtende Ideologie verinnerlicht. ... Aber unter den 'wissenschaftlichen' NS-Sadismus gemischt war auch die traditionell katholische autoritäre Mentalität. Thomas Bernhard nannte das die 'katholisch-nationalsozialistische' Erziehung, unter der er selbst zu leiden hatte. Das Furchtbare daran: Eine 'strenge' Erziehung war allgemein gesellschaftlich akzeptiert."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 10. Februar 2012

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