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Népszabadság - Ungarn | Dienstag, 26. September 2006

Angst vor Rückschritt in Ungarn

Wirtschaftsboom, politische Stabilität, fortschreitende Demokratisierung: Ungarn galt lange als ostmitteleuropäisches Musterland in der internationalen Politik. Die Massendemonstrationen in Budapest, an denen auch rechtsextreme Gruppen beteiligt sind, haben dieses Image schlagartig verändert, beobachtet Deutschlandkorrespondentin Edit Inotai: "In Deutschland weiß man, dass nur einige hundert Rechtsradikale unter zehntausend friedlichen Demonstranten sind, aber sie werden von der Mehrheit geduldet. Die meisten Demonstranten sind offensichtlich irgendwo in den dreißiger Jahren steckengeblieben, was den Eindruck verstärkt, dass die Ungarn nicht nur wirtschaftliche Reformen, sondern auch eine intensive Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte brauchen. Ihrer historischen Schuld bewusst, werden sich deutsche Politiker davor hüten, uns Demokratie beizubringen, aber sie befürchten, dass Ungarn gerade einen Schritt zurück nach 'Osteuropa' tut, in eine Region, die ihre Vergangenheit nicht bewältigt und sich immer noch als Opfer der Geschichte (und natürlich Westeuropas) betrachtet."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 26. September 2006

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