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Le Monde - Frankreich | Dienstag, 22. Mai 2012

Nato-Rückzug aus Afghanistan nicht durchdacht

Die Nato-Staaten haben auf ihrem Treffen in Chicago am Montag den Abzug der Truppen aus Afghanistan für 2014 bekräftigt. Die zentralen Probleme wurden jedoch ausgeblendet, meint die linksliberale Tageszeitung Le Monde: "Der Gipfel in Chicago führt knallhart zu der Frage: Ist dieser Truppenabzug eine überstürzte Flucht? Verbirgt sich hinter dem detailliert geplanten Vorgehen, das den Eindruck eines geordneten Rückzugs vermittelt, ein Fiasko? ... Die so oft angekündigten Verhandlungen mit den Taliban werden von Tag zu Tag unwahrscheinlicher, weil Pakistan nicht will. Die Taliban-Gruppen, die von dem Land aus dirigiert werden, haben eine Mordserie gegen diejenigen Personen in Afghanistan verübt, die im Stande gewesen wären, einen solchen Dialog voranzutreiben. In Chicago hätten zwei Fragen zur Sprache kommen sollen: Will die Regierung Karzai die Präsenz der Nato-Truppen bis 2014? Und: Muss man Pakistan als Feind betrachten? Diese Fragen wurden nicht gestellt. Das ist bedauerlich, denn so kann man die auf dem Gipfel verabschiedeten Beschlüsse nicht ganz ernst nehmen."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 22. Mai 2012

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