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Gazeta Wyborcza - Polen | Freitag, 1. Juni 2012

Lenin-Werft ärgert Solidarność

Die Stadt Danzig hat beschlossen, das Tor zur legendären Danziger Werft, die als Keimzelle der demokratischen Bewegung Polens gilt, wieder mit dem Schriftzug "Lenin-Werft" zu versehen. Das empört die 1980 dort gegründete Gewerkschaft Solidarność, doch die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza sieht die Stadt in der besseren Position: "Sie hat doch gewichtige Argumente. Denn es stört sich ja auch niemand an der Gestaltung des Eingangstors des Auschwitzlagers, obwohl dieses bei vielen Häftlingen ebenfalls eine schmerzhafte Erinnerung hervorrufen kann. Den Regierenden in der Stadt geht es darum, die Erinnerung an die Ereignisse in der Werft im Gedächtnis zu halten. Die Proteste dagegen dürften wohl übertrieben sein. Doch gibt es immer wieder Leute, die so etwas verletzt. Vielleicht ist noch zu wenig Zeit verstrichen, um die Werft wieder so herzustellen, wie sie einmal gewesen ist. Letztens hat ein Unbekannter das Wort 'Lenin' mit der Aufschrift 'Solidarność' verdeckt, die wieder entfernt wurde. Das Tor ist halt ein Denkmal und diese Aufschrift wurde ohne Erlaubnis des Konservators angebracht."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 1. Juni 2012

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