La Repubblica - Italien | Sonntag, 17. Juni 2012
Timothy Garton Ash fordert mehr Druck auf Moskau im Syrien-Konflikt
Wegen der eskalierenden Gewalt haben am Samstag die UN-Beobachter in Syrien ihre Arbeit ausgesetzt. Der Westen muss mit Geschick den Druck auf Moskau verstärken, das bisher erfolgreich eine UN-Resolution verhindert hat, fordert der Zeithistoriker Timothy Garton Ash in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Die Haltung Russlands im Syrien-Konflikt ist schockierend, verlogen und unhaltbar. Hinter den heuchlerischen Einwänden gegen drastischere UN-Maßnahmen verbirgt sich ein nationales Interesse: Russland will seinen militärischen, wirtschaftlichen und politischen Stützpunkt im Mittleren Osten nicht verlieren. Die Russen haben das syrische Heer ausgebildet, das Zivilisten tötet, und jetzt - will man [US-Außenministerin] Clinton Glauben schenken - stellen sie Assad Kampfhubschrauber zur Verfügung, um noch mehr Zivilisten zu töten. Schämen sie sich denn nicht? Die Frage erübrigt sich im Russland von Putin. Haben sie keine anderen nationalen Interessen, die jene in Syrien überwiegen könnten? Das ist hingegen eine sinnvolle Frage. Wenn wir wirklich das Morden in Syrien beenden wollen, müssen wir im Westen überlegen, wie wir - auch auf unsere Kosten - Russland mit mehr Zuckerbrot und Peitsche zum Einlenken bewegen können. Der Weg nach Damaskus führt über Moskau."
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