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Handelsblatt - Deutschland | Mittwoch, 25. Juli 2012

Rating-Agenturen erstellen Gefälligkeits-Prognosen

Die Warnung von Moody's muss Deutschland nicht sehr bekümmern, denn es würde selbst eine Pleite Griechenlands und Spaniens verkraften, glaubt die liberale Wirtschaftszeitung Handelsblatt und kritisiert, dass die Einschätzungen der Rating-Agenturen politisch beeinflusst sind: "Man darf davon ausgehen, dass die Agenturen keine Ratings herausgeben, die maßgeblichen Stellen in Washington ein Dorn im Auge wären. Wenn man die Ratingwarnung an Deutschland politisch interpretieren wollte, was würde sie sagen? Sie schwächt die Position der Bundesbank, mit der die US-Regierung zunehmend unzufrieden ist. Die Frankfurter beharren darauf, dass neues Geld der Zentralbanken möglichst wenig und die Regierungen möglichst viel zur Krisenlösung beitragen. Dabei soll jedes Land finanziell voll eigenverantwortlich bleiben, solange Europa kein Bundesstaat ist. Das führt dazu, dass das Konkursrisiko für Krisenländer und die von Moody's aufgespießte Ausfallwahrscheinlichkeit für die Kreditgeber hoch bleibt. Auch diese Strategie bedroht das deutsche Rating, so die Botschaft von Moody's. Damit wird ein Argument gegen gemeinsame Schuldenaufnahme über Euro-Bonds geschwächt. Denn dagegen wird hierzulande vorgebracht, dass sie die deutsche Kreditwürdigkeit auf europäischen Durchschnitt senken würde."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 25. Juli 2012

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