Die Presse - Österreich | Mittwoch, 8. August 2012
Athen kann Schulden wohl nicht zurückzahlen
Die Forderungen des IWF sind ein Eingeständnis, dass Griechenland seine Schulden nicht wird zurückzahlen können und bedeuten einen weiteren Vertrauensverlust für die Politik, meint die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse. Sie erinnert daran, dass Österreichs Finanzministerin Maria Fekter die Griechenland-Hilfen einmal als ein "gutes Geschäft" beworben hatte: "Dieser Auftritt der Finanzministerin [ist] fast sinnbildlich für das Verhältnis 'Politik zu Markt zu Bürgern' zu verstehen. Die Politikerin stellt sich über den Markt, erklärt Geldverbrennen zum 'guten Geschäft', und die Bürger glauben es auch noch - weil Märkte ja per se böse sind und Politiker gut - richtig? Falsch. Dieser Glaube bröckelt. Und mit jedem Tag, an dem die Euro-Schulden-Wirtschafts-Krise nicht gelöst wird, bröckelt er ein bisschen weiter. Am Anfang waren es nur manche Ökonomen. Dann waren es mehr Ökonomen. Später die ersten Bürger. Und seit die Rechtspopulisten auf den Euroskepsis-Zug aufgesprungen sind, ist es allerhöchste Eisenbahn. 2013 sind Wahlen in Deutschland und Österreich. Und Griechenland wird seine Schulden bis dahin eher nicht zurückgezahlt haben."
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