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taz - Deutschland | Freitag, 20. Oktober 2006

Zu welchem Preis darf Europa mit Russland handeln?

Russland-Korrespondent Klaus Helge Donath meint, Europa müsse seine Strategie der Einbindung Russlands aus den 90er Jahren korrigieren. "Das Riesenreich will sich nicht einbinden lassen, die EU kann Russland bestenfalls partiell und projektbezogen anbinden.... Die Modernisierung ist gescheitert, Putin hat sie längst von der Agenda gestrichen. Statt dem Weg des europäischen Zivilisationstypus zu folgen, entschied sich der Kreml für den traditionellen Trampelpfad. Russland sei ein eigenständiger Zivilisationstyp, der einen Sonderweg beschreite. Im Gegensatz zum kalten, rationalen Westen gebühre in Russland auch der Irrationalität ein Platz. Wie die 'russische Seele' ist auch dieser Entwurf Produkt einer literarischen Fiktion, ein ideologisches Konstrukt. Die orthodoxe Kirche gab und gibt auch heute wieder ihren Segen. Gleichwohl ist die Methode ein Auslaufmodell. Russland hat mittlerweile nicht nur den Anschluss an den Westen verpasst, selbst China und Indien drohen ihm den Platz streitig zu machen."

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