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Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 24. Oktober 2006

Das Ende der Dritten Republik

In Polen werden gegenwärtig im großen Umfang ehemalige Spitzen der kommunistischen Sicherheitsdienste enttarnt, entlassen und von der Justiz belangt. Dies ist ein zentrales Anliegen des Premierministers Jaroslaw Kaczynski, der die Idee einer sauberen "Vierten Republik" propagiert. Chefredakteur Pawel Lisicki sieht die Regierung bestätigt: "Wir sind nicht Zeugen eines Untergangs der Idee der Vierten Republik, sondern vielmehr des Sterbens der Dritten Republik. Die Zeit derer, die für das Funktionieren der Volksrepublik die Verantwortung trugen, ist abgelaufen. Die Karrieren ehemaliger Offiziere der kommunistischen Geheimdienste und ihrer Agenten sind an ihrem Ende angelangt. Dank immer neuer Dokumente, die in Schränken und Schreibtischschubladen auftauchen, kann man sehen, worauf der mit den Kommunisten am Runden Tisch geschlossene Kompromiss beruhte... Es stellt sich gleichzeitig die Frage nach der moralischen und politischen Verantwortung all jener Politiker und Intellektueller, die eine Abrechnung verhindert haben und dies immer noch tun."

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