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Libération - Frankreich | Montag, 20. November 2006

Moral contra Moderne Kunst

Im Jahr 2000 fand im Museum für Moderne Kunst in Bordeaux eine Ausstellung mit dem Titel "Vermutete Unschuld - Zeitgenössische Kunst und Kindheit" statt, die von einer Kinderschutzorganisation scharf kritisiert wurde. Sechs Jahre später muss sich der damalige Ausstellungsmacher Henry-Claude Cousseau vor Gericht verantworten - der Vorwurf lautet: Verbreitung von Bildern mit kinderpornografischem Inhalt. Gérard Dupuy stellt fest, dass die "Sittenverbände eine Strategie der juristischen Abschreckung entwickelt haben, die sie gegenüber Ausdrucksformen anwenden, die ihnen nicht passen... Zeitgenössische Künstler sind in Frankreich in einer unbequemen Lage. Außerhalb der speziell für sie geschaffenen Orte haben sie es sehr schwer, sich Gehör zu verschaffen. Und selbst an den ihnen vorbehaltenen Orten möchten manche sie am liebsten knebeln und bedienen sich dafür je nach Bedarf der Verleumdung. Nicht alle Taliban haben einen steinernen Buddha in ihrer Macht und nicht alle tragen einen Bart."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 20. November 2006

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