Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Freitag, 24. November 2006
Unentschiedene Niederländer
Jürg Dedial fragt, welche Botschaft sich hinter der niederländischen Wahlentscheidung verbirgt. "Erstaunlicherweise scheint das noch vor Jahresfrist in den Niederlanden dominierende Thema Immigration und Integration fast keine Rolle mehr gespielt zu haben. Zwar konnte die PVV unter dem Rechtsaußen Geert Wilders tüchtig zulegen. Aber Wilders hat eher die EU-Skepsis vieler Niederländer ausgenützt als ihre Fremdenfeindlichkeit. Und er ist noch weit entfernt von der Popularität eines Pim Fortuyn, der mit seiner Partei vor vier Jahren durch die Enttabuisierung des Einwandererproblems einen veritablen Sturmwind entfacht hatte. Es ist, als habe man in den Niederlanden diese Problematik verinnerlicht und die Notwendigkeit einer offenen Auseinandersetzung mit ihr so sehr akzeptiert, dass sie keine Massen mehr mobilisiert. Kein Zufall ist es, dass Fortuyns Partei bei den jüngsten Wahlen praktisch verschwunden ist."
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