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Die Welt - Deutschland | Montag, 11. Dezember 2006

Zafer Senocak über die türkische Postmoderne

Der deutsch-türkische Schriftssteller Zafer Senocak blickt auf die osmanisch-türkische Geistesgeschichte und stellt fest, dass weder die antiken Wurzeln der abendländischen Kultur noch die Moderne eine große Rolle spielen. Von der islamischen Mystik führte der Weg gleich in die Postmoderne. "Die Postmoderne als philosophischer Brückenschlag ersetzt nicht die Moderne, sie zeigt lediglich ihre Brüche und Widersprüche auf, ist eine Folgeerscheinung, mal die Erleichterung, die auf Schmerz und Anspannung folgt, mal die Erinnerung an den Schmerz, das Schmerzgedächtnis selbst. Es ist eine Illusion, zu glauben, man könne in Anlehnung an ihre Beliebigkeit und im Schatten ihrer Unübersichtlichkeit, jene Fragen überwinden oder gar überspringen, die die Moderne aufgeworfen hat. So erscheint uns die Türkei in ihrer heutigen Verfassung wie ein Fertighaus, das man auf geschichtsträchtigem Boden aufgestellt hat."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 11. Dezember 2006

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