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Le Nouvel Observateur - Frankreich | Donnerstag, 21. Dezember 2006

Salman Rushdie über die Bedeutung des Wortes "Freiheit"

"Man kann die Wirklichkeit nicht auf einen simplen binären 'Kampf der Kulturen' reduzieren", bemerkt der britische Schriftsteller Salman Rushdie im Gespräch mit Gilles Anquetil und François Armanet. "Der Begriff des 'Kampfes der Kulturen' hat den Fehler, von einer irrtümlichen Gleichförmigkeit auszugehen, von einem 'falschen Bewusstsein', um die marxistische Begrifflichkeit zu verwenden. Das Hauptproblem (und hier spreche ich als Schriftsteller) ist ein Beschreibungsproblem: Wenn man einen Tisch einen Stuhl nennt, erliegt man einer Verwechslung... Man muss beim Namen der Dinge ansetzen. Wir leben in einer Zeit, in der es schwierig ist, Dinge beim Namen zu nennen, sie zu identifizieren. Nehmen wir zum Beispiel das Wort 'Freiheit'. Wenn George Bush es gebraucht, hat es meiner Wahrnehmung nach nicht dieselbe Bedeutung, als wenn ich es gebrauche. Es kann ganz Unterschiedliches bedeuten, je nachdem, ob John Stuart Mill oder Ajatollah Khomeini es im Munde führen. Die Bedeutung der Worte ist das, worum es wirklich geht."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 21. Dezember 2006

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