Le Soir - Belgien | Donnerstag, 28. Dezember 2006
Dominique Wolton über den Karikaturen-Streit
Im Gespräch mit William Bourton zieht der französische Medienwissenschaftler Dominique Wolton eine Lehre aus dem Streit um die Mohammed-Karikaturen, der Anfang 2006 die Welt bewegte. "Unsere eigene Übermedialisierung hat die Reaktionen der 'Straße' in der arabischen Welt beschleunigt... Auf beiden Seiten müssen wir uns darum bemühen, den anderen nicht durch Taten zu schockieren. Es stellt sich also die Frage der Gegenseitigkeit. Eine Art, in den darauffolgenden Monaten unserer Arbeit nachzukommen, wäre gewesen, dem arabisch-muslimischen Raum zu sagen: 'Gut, wir sollten Euch lieber nicht karikieren'. Um dann aber zu fragen: 'Wie stellt ihr die westliche Welt dar?' und 'Welchen Status billigt ihr, nicht so sehr den Juden (da es bekanntermaßen eine antizionistische oder gar antisemitische Rhetorik gibt), sondern den Christen des Nahen und Mittleren Ostens zu?'"
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