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Die Presse - Österreich | Freitag, 5. Januar 2007

Wie kommt Europa vom Fleck?

Nach dem Debakel des Irak-Krieges liegt für Michael Prüller der Machtverlust der USA klar auf der Hand. Bleibt die Frage, wer den Vereinigten Staaten als führende Supermacht folgen könnte. Prüller fürchtet, dass nur Russland und China in Frage kommen - und Europa nicht. "Administrativ seit den übereilten Beitritten von Rumänien und Bulgarien endgültig überfordert und, was viel schwerer wiegt, völlig ratlos, was die eigenen Werte, Aufgaben und Ziele betrifft. Von einer tiefen Identitätskrise gepackt, laviert das Spitzenpersonal des 'einheitlichen' Europa heute zwischen Abgehobenheit und müdem Populismus. Starke Visionen im Dialog mit der Bevölkerung zu entwickeln - das war einmal. Und wäre doch heute eminent wichtig. Doch von einem Kontinent, wo schon eine Angela Merkel zu den herausragenden Staatsleuten gezählt werden muss, wird man wenig weltpolitische Führungsarbeit erwarten können."

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