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Libération - Frankreich | Dienstag, 20. Dezember 2005

Jenseits des Multikulturalismus

"Zwar war der Begriff des Multikulturalismus schon immer umstritten, doch jetzt ist die Schlacht um ihn entfesselt", stellt der Schriftsteller Salman Rushdie fest. "Die Polemik um den Multikulturalismus ist für mich zum Anlass inneren Streits, des persönlichen Konflikts geworden... In unseren überfüllten und vielsprachigen Städten sind wir alle zu kulturellen Mischlingen geworden... Und doch wird der Multikulturalismus allzu oft als Synonym des kulturellen Relativismus verwandt, eine Position, die schon erheblich schwieriger zu verteidigen ist und die oft dazu gebraucht wird, reaktionäres und unterdrückendes Verhalten, gerade gegenüber den Frauen, zu rechtfertigen. Die in Großbritannien geläufige Vorstellung eines friedlichen Zusammenlebens der Kulturen unter der Ägide einer vage definierten pax britannica wurde von den Attentaten des 7. Juli und von der Entdeckung des kulturellen Ghettos, dem sie entsprungen sind, ernsthaft untergraben."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 20. Dezember 2005

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