Sega - Bulgarien | Dienstag, 16. Januar 2007
Bojko Lambowski über das Selbstwertgefühl der Mazedonier
Bulgarien hat es in die EU geschafft, sein Nachbar Mazedonien gehört zu den potenziellen Beitrittskandidaten. Die beiden ehemaligen kommunistischen Länder stehen sich in sprachlicher, kultureller und geschichtlicher Hinsicht sehr nahe. Der bulgarische Autor Bojko Lambowski wirft einen Blick über die Landesgrenze: "Unser südwestliches Nachbarland befindet sich in der Krise. Die Arbeitslosigkeit beträgt fast 40 Prozent. Ein Großteil der zwei Millionen Einwohner ist verarmt und blickt einer extrem ungewissen Zukunft entgegen. Am wichtigsten ist jedoch, dass zu den wirtschaftlichen Sorgen ein Identitätsproblem hinzugekommen ist... Im Gegensatz zu Kroatien oder Slowenien, die das [jugoslawische] Mini-Imperium als Gefängnis erlebten, verfügte Skopje als Provinz über eine verhältnismäßige Stabilität und Selbstständigkeit, zudem erhob niemand historische Besitzansprüche. Der hohe soziale Status, die Güter und Waren, die manchen Bürgern dort zugänglich waren, gaben ihm ein gewisses Selbstwertgefühl - im Gegensatz zum benachbarten Bulgarien, das ein treuer sowjetischer Satellit war."
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