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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Dienstag, 13. Februar 2007

Sonja Margolina über die russische Ignoranz westlicher Kritik

Während Russland dem Westen immer unheimlicher wird, fühlt sich die russische Bevölkerung unter Putin immer besser, schreibt Sonja Margolina: "Die Ergebnisse der Reformen, die Anfang der neunziger Jahre in Gang gesetzt wurden, kommen endlich auch dem Durchschnittsmenschen zugute. Iwan Normalverbraucher, der dank billigen Krediten nun seine lange angestauten Konsumträume verwirklichen kann, interessiert sich kaum für Demokratie und Menschenrechte, er ist auch durch die Ermordung von Anna Politkowskaja oder Alexander Litwinenko nicht aus der Laune zu bringen und pfeift auf die westliche Kritik. Nach der Niederlage im Kalten Krieg hat er an Selbstbewusstsein gewonnen und heißt die Politik des Kremls, auch dessen Großmachtgebärden, gut." Wandel müsse von innen kommen, meint Margolina: "Der Westen tut gut daran, sich nicht länger als Lehrmeister aufzuspielen, von der russischen Bevölkerung die Übernahme westlicher Werte abzuverlangen und sich darüber zu empören, wenn der Wertetransfer nicht so leicht funktioniert."

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