Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 16. Februar 2007
Moscheebauten in Deutschland
Wenn irgendwo in Deutschland eine Moschee gebaut werden soll, gibt es eine nationale Debatte, stellt Matthias Drobinski fest und plädiert für einen "sichtbaren Islam". "Es wird eine neue, eine andere Religion sichtbar. Der Islam wohnt nicht mehr im Hinterhof, wo ihn keiner bemerkt, nicht mehr in den alten Lagerhallen an der Peripherie, in die die Gläubigen huschen, nicht gehen. Der Islam zieht um. Nicht in die besten Lagen, aber doch dorthin, wo die anderen Leute wohnen. Seine Gotteshäuser haben jetzt Kuppeln und wenn schon keinen hohen Turm, so doch wenigstens einen Minarettstummel. Die Muslime bauen da, wo die anderen schon sind - und sind damit nicht mehr fern. Sie brechen ins Gewohnte ein, ins Heimatliche. Sie werden zur Heimsuchung, werden unheimlich... Wenn einer gebaut hat und schließlich eingezogen ist, ändert sich meist das Klima. Jetzt ist er da, er gilt vielleicht als merkwürdig, aber nicht mehr als unheimlich... Der sichtbare Islam braucht durchsichtige Gemeinden, aber auch sichtbare Partner auf der nichtmuslimischen Seite."
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