Die Presse - Österreich | Donnerstag, 22. Februar 2007
Rückzug aus dem Irak
"Die relative Ruhe [im Südirak] ermöglicht die schöne Illusion, dass die britischen Truppen erfolgreich, also als Sieger, abziehen können. Blair kann auf diese Weise mit einem letzten Rest nationaler Zustimmung und Gesichtswahrung das Abenteuer beenden, für dessen Beginn er mitverantwortlich ist", meint Michael Prüller. Die Zukunft des Iraks sieht er skeptisch. "Aber das Zerbröckeln der Irak-Allianz ist besiegelt. Und das ist für das Land, in dem abscheuliche Schwerverbrecher wie kaum je zuvor den Alltag ganzer Regionen bestimmen können, eine Tragödie – und für die westliche Allianz ein Ausdruck tiefster Resignation. Uns das auch noch als Zeichen der Hoffnung verkaufen zu wollen, ist vielleicht das Hoffnungsloseste an der Sache. Wie soll man noch Restvertrauen in die Führer der freien Welt haben, wenn ihnen die letzten Spuren ihres schwachen Dranges nach Ahnungen von Wahrhaftigkeit abhanden gekommen sind?"
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