taz - Deutschland | Dienstag, 27. Februar 2007
Das Urteil zu Srebrenica
Erich Rathfelder sieht den Richterspruch des IGH kritisch: "Durch ein schärferes Urteil hätte das Gericht zu einem Klärungsprozess in Serbien selbst beitragen können. So aber ist zu befürchten, dass man in Belgrad das Urteil einfach verdrängt. Ganz zur Tagesordnung übergehen kann man aber nicht. Denn das Massaker von Srebrenica, das in der serbischen Öffentlichkeit bisher weitgehend geleugnet wurde, darf nun mit Fug und Recht als Genozid bezeichnet werden... Das Urteil des Internationalen Gerichtshofs spiegelt die politischen Interessen, die in Bezug auf Serbien und Bosnien vorherrschen; hinter den Kulissen wurde hart darum gerungen. Herausgekommen ist ein Kompromiss, der die Opfer zwar etwas bestärkt, vor allem aber ebnet er Serbien - ohne Katharsis, wohlgemerkt - den Weg nach Europa."
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