Polityka Online - Polen | Mittwoch, 28. Februar 2007
Ein Buch über die Geheimdienstverstrickungen der polnischen Kirche
Auf das 600 Seiten starke Buch des Priesters Tadeusz Isakowicz-Zaleski "Die Priester angesichts des Geheimdienstes" hat Polen mit Spannung gewartet. Gestern ist es erschienen und dokumentiert, wie sich einerseits vier spätere Bischöfe auf eine Zusammenarbeit mit der polnischen Staatssicherheit einließen, wie sich anderseits aber auch zwei heutige Kardinäle trotz Repressalien einer Mitarbeit verweigerten. Adam Szostkiewicz misst dem Werk große Bedeutung bei: "Das Buch hat schon lange vor seiner Veröffentlichung großes Interesse geweckt - sowohl wegen des Themas als auch wegen des Autors. Viele Kommentatoren sind der Meinung, Pfarrer Zaleski sei der Vater der Lustration der Kirche und sein Buch ein Vorbild dafür, wie man über dieses Kapitel der Nachkriegsgeschichte der Kirche schreiben sollte. Für andere, darunter mancher Pfarrer oder Gläubige, kann die Veröffentlichung, obwohl unabwendbar, zur schmerzhaften, kontroversen Lektüre werden – einer Lektüre, die viele Zweifel weckt, sowohl was die Methode als auch die Schlussfolgerungen angeht. Für viele könnte das Buch nicht das Ende, sondern der Anfang der Probleme der Kirche mit ihrem Erscheinungsbild werden."
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