Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Donnerstag, 1. März 2007
Verlängerung des internationalen Mandats in Bosnien
Die Hohen Vertreter der Staatengemeinschaft (OHR) bleiben ein Jahr länger als geplant in Bosnien, da angesichts einer möglichen Abspaltung des Kosovo die Lage in der Region weiterhin als unsicher gilt. Gleichzeitig werden die Eufor-Truppen von 6000 auf 2500 Mann reduziert. Martin Woker beschäftigt sich mit der Frage, warum diese Entscheidung in Sarajewo so wenig Beachtung gefunden hat. "Die Bosnjaken und Kroaten... sehen generell in der Institution des OHR ein immer noch notwendiges Instrument, um das kriegsversehrte Land nach Vorgabe der Dayton-Verträge in einen funktionierenden Staat umzuwandeln. Den Nationalisten aller Couleur bietet die Institution des OHR aber zudem stets eine willkommene Ausrede, die Schuld am politischen Stillstand (und eigenen Unvermögen) den im Lande weilenden ausländischen Prokonsuln in die Schuhe zu schieben."
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