Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 5. März 2007
Nordirland vor den Wahlen
Ian Paisley von der protestantischen DUP hat gute Chancen, Nordirlands neuer Regierungschef zu werden. Wolfgang Koydl porträtiert den 80-jährigen Prediger als nicht mehr zeitgemäßen Poltiker: "Nun ist es freilich so, dass sich nicht nur die IRA, sondern ganz Nordirland geändert hat. Ins einstige Armenhaus des Königreichs ist Wohlstand eingekehrt, und eine Mehrheit der Wähler sehnt sich nach politischer Normalität, zu der eben maßgeblich die Selbstverwaltung gehört. Paisley weiß das, und er ist sich durchaus bewusst, dass die Zeit über ihn hinweggehen würde, wenn er jetzt nicht selbst die Chance ergreift... Aber selbst wenn Paisley Premier wird, dürfte er nach Überzeugung von [Konkurrent] McCartney nicht länger als sechs Monate im Amt sein, 'bevor seine eigenen Leute ihn wegputschen und als Lord ins Oberhaus abschieben'... Aber auch eine neue Unionistenführung kann demographische und ökonomische Fakten nicht ungeschehen machen: Die Zukunft in Nordirland gehört den Katholiken."
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