Der Standard - Österreich | Freitag, 9. März 2007
Der Aufstieg von François Bayrou
Zwar profitiert François Bayrou von der Schwäche seiner Gegner, meint Stefan Brändle, "doch gewonnen hat er noch lange nicht. Wenn ihm die Franzosen in den neusten Umfragen die Gunst geben, dann machen sie vor allem klar, dass sie allein über den künftigen Elysée-Gebieter entscheiden wollen - nicht die Parteien oder Medien, die das Duell 'Ségo' vs. 'Sarko' bereits für ausgemacht hielten. Die störrischen Franzosen folgen damit einem ähnlichen Reflex wie 2002, als sie sensationell den Rechtsextremisten Le Pen in die Stichwahl schickten - vor allem, weil sie das vorgezeichnete Szenario Chirac vs. Jospin nicht mochten. Das wirft die Frage auf, ob aus drei auch vier werden könnten: Könnten sich Sarkozy und Bayrou nicht so weit neutralisieren, dass Le Pen Ende April erneut in den zweiten Wahlgang vorstößt? Le Pen ist immer dann stark, wenn die anderen Kandidaten am Volk vorbeipolitisieren."
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