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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Montag, 12. März 2007

Das Ende der Ära Chirac

Michaela Wiegel konstatiert "zwei Brüche in der französischen Außenpolitik", die in die Amtszeit Chiracs fallen. "Den ersten Bruch, das Zerwürfnis mit Amerika über den Irak-Krieg, hat Chirac bewusst herbeigeführt. Den zweiten stellt die Abkehr Frankreichs vom europäischen Integrationsprozess dar... Ausgerechnet Chirac, dessen politischer Werdegang vom Kalten Krieg geprägt wurde, hat sich als Staatspräsident seit 1995 aus den Denkmustern der Ära gelöst, in der das Gleichgewicht der Blöcke über allem stand. Die Bündnissolidarität mit Amerika... stellte Chirac erstmals seit der Suez-Krise von 1956 in Frage, als er mitten in der Irak-Krise ein französisches Veto im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen androhte. Den Versuchen Frankreichs, in einer Art Konterallianz die Großmächte Russland und China, europäische Partner wie Deutschland und Belgien sowie eine Vielzahl lateinamerikanischer und afrikanischer Staaten gegen Amerikas Kurs zu vereinen, sind ohne Vorbild. Dem erfahrenen Außenpolitiker Chirac ging es dabei anders als dem Wahlkämpfer Gerhard Schröder nicht um die Bestätigung pazifistischer Reflexe bei seinen Landsleuten."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 12. März 2007

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